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Europa neugeordnet

04.07.2016 || 11:14 Uhr von:
Als die FIBA bekanntgab einen neuen europäischen Wettbewerb ins Leben rufen zu wollen, wurde uns allen klar, dass dies ein unübersichtlicher Sommer werde...

Euroleague

Die Euroleague galt in den letzten Jahren als stärkster europäischer Wettbewerb. Doch ab der Saison 2016/17 wird alles anders aufgebaut sein. Nicht mehr die üblichen 24 Teams, sondern nur 16 Mannschaften gehen an den Start. Es handelt es sich um Teams aus neun Ländern, darunter folgende A-Lizenz-Mannschaften: CSKA Moskau (Titelverteidiger), Real Madrid, FC Barcelona Lassa, Olympiacos Piräus, Maccabi Fox Tel-Aviv, Panathinaikos Athen, Fenerbahce Istanbul, Anadolu Efes Istanbul, Laboral Kutxa Baskonia, Zalgiris Kaunas und EA7 Olimpia Milano. Diese Mannschaften sind für die Euroleague automatisch qualifiziert, unabhängig von ihrer Leistung in der Vorsaison.

Ebenfalls qualifiziert ist der deutsche Meister Brose Bamberg. Dazu kommen die türkischen Clubs Darussafaka Dogus Istanbul (Wildcard) und Galatasary Istanbul (Eurocup-Sieger 2016) sowie Unics Kazan (2. der VTB League) und Roter Stern Belgrad (ABA-League-Gewinner). Bei Galatasaray Istanbul stehen noch bürokratische Dinge einer sicheren Teilnahme im Weg, diese sollen aber in Kürze behoben werden.

Der Wettbewerb wurde um acht Teams reduziert und dies hat einen Grund: Die Offziellen der Euroleague streben schon lange einen Liga-Modus an, den wir aus den einzelnen nationalen Ligen kennen. Für so einen Modus sind die bisherigen 24 Teams natürlich zu viel, also einigte man sich auf 16 Teams. Alle 16 Mannschaften spielen ein Hin-und Rückspiel gegen jedes andere Team, so kommt man in der regulären Saison auf eine Anzahl von 30 Spielen. Wie wir es auch aus der BBL kennen, qualifizieren sich dann die besten acht Teams für die Playoffs. Im Viertelfinale trifft dann der Erste auf den Achten usw. Gespielt wird im Modus ‚Best-of-Five‘. Dann stehen die vier Teilnehmer des Final Fours fest, welches bekannterweise an einem Wochenende ausgetragen wird und den Euroleague-Sieger ermittelt.

Mit Bamberg steht der amtierende deutsche Meister in der Euroleague und kämpft weiterhin darum, sich im europäischen Topniveau zu etablieren. Nur knapp scheiterten die Bamberger in der vergangenen Saison am Erreichen des Viertelfinals. Im neuen Modus kann Bamberg nicht mehr das Pech einer stärkeren Gruppe erwarten; mit den Erfahrungen der letzten Saison sollte nun das Erreichen des Viertelfinals das Ziel sein.

Eurocup

Auch der Eurocup bleibt bestehen. Für den Tochterwettbewerb der Euroleague wurde ebenfalls bekanntgegeben, welche Teams eingeladen sind. Unter den 24 Clubs befinden sich auch drei deutsche Teams: Vizemeister rathiopharm ulm, ALBA BERLIN und der FC Bayern München (basketball.de berichtete).

Auch der Eurocup wurde von 32 auf nunmehr 24 Teams verkleinert. Die Mannschaften werden in vier Gruppen à sechs Teams eingeteilt, somit kommt jedes Team auf zehn Spiele (jeweils Hin- und Rückspiel) nach der ersten Gruppenphase. Die vier besten Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für die Top-16. Auch hier gibt es wieder vier Grupppen, nun aber mit je vier Teams. Wieder wird gegen jeden Gruppengegner ein Heim- und ein Auswärtsspiel absolviert. Am Ende stehen mit den jeweils Gruppenersten und -zweiten die Teilnehmer des Viertelfinals fest. Ab dann wird bis zum Finale im Modus ‚Best-of-Three‘ gespielt. Der Sieger des Eurocups ist automatisch für die Euroleague-Saison 2017/18 qualifiziert.

Zu den 24 Teams gehört auch Lokomotive Kuban Krasnodar, eine Mannschaft, die wir Mitte Mai dieses Jahres noch beim Euroleague Final Four in Berlin bewundern durften. Doch neben Krasnodar stehen auch noch ehemalige Eurocup-Champions wie Valencia Basket, Hapoel Jerusalem, Lietyuos Rytas Vilnius und Khimki Moskau auf der Liste der Teilnehmer.

Die drei deutschen Teilnehmer sind ebenfalls europaerprobt und werden sich wohl mindestens das Ziel setzen, die erste Gruppenphase zu überstehen. In der letzten Saison trafen die Albatrosse im Achtelfinale auf die Bayern. Auch in diesem Jahr werden beide Teams wieder Richtung Viertelfinale blicken. Vielleicht geht der Weg diesmal noch weiter.

Im Eurocup sind derweil keine Mannschaften aus Frankreich und der Türkei vertreten. Am 7. Juli werden die vier Eurocup-Vorrundengruppen ausgelost. Bei den insgesamt 40 Teams handelt es sich zunächst um Vorschläge seitens der Euroleague-Anteilseigner. Eine offizielle Mitteilung der vorgeschlagenen Eurocup-Clubs steht noch aus.

Basketball Champions League

In der von der FIBA gegründeten Basketball Champions League nehmen insgesamt 32 Teams teil (basketball.de berichtete). Damit ist die Champions League der teilnehmerstärkste Wettbewerb. Acht der 32 Mannschaften müssen sich noch durch die Qualifikationsphase (Start: 27. September 2016) kämpfen, um dann endgültig an der Gruppenphase der Champions League teilzunehmen. Um die letzten acht Plätze kämpfen insgeasmt 32 Mannschaften. Diese Qualifikation ist in zwei Runden eingeteilt. In der ersten Runde sind 16 Teams vertreten, die einen Gegner zugelost bekommen. Die Sieger der acht Spiele ziehen in die zweite Qualifikationsrunde ein, in der ihnen neue Gegner zugelost werden. In diesen acht Spielen werden dann die finalen Teilnehmer der Basketball Champions League ausgespielt.

Die 24 direkt qualifizierten Mannschaften der Basketball Champions League:

BCL-Teilnehmer
Die 16 Teilnehmer der ersten Qualifikationsrunde der Basketball Champions League:

BCL-Teilnehmer-2
Die acht weiteren Teilnehmer der zweiten Qualifikationsrunde der Basketball Champions League:

BCL-Teilnehmer-3

In der zweiten Qualifikationsrunde kommt dann auch die erste deutsche Mannschaft zum Einsatz, die MHP RIESEN Ludwigsburg. Mit den FRAPORT SKYLINERS und EWE Baskets Oldenburg nehmen noch zwei weitere Mannschaften an der BCL teil, beide sind sicher für die Gruppenphase gesetzt.

Stehen dann endgültig die 32 Teilnehmer fest, werden diese in vier Gruppen à acht Mannschaften eingeteilt. Nach der Gruppenphase (Start: 26. Oktober 2016) mit je einem Heim- und einem Auswärtsspiel gegen jeden Gruppengegner (14 Spiele) qualifizieren sich die jeweils vier besten Mannschaften der Gruppen für das Viertelfinale. Die Mannschaften auf den jeweiligen Plätzen fünf und sechs kommen in die Playoffs des FIBA Europe Cups, den vierten Wettbewerb. Im Achtel- sowie Viertelfinale wird jeweils ein Hin- und Rückspiel ausgetragen. Die vier besten Mannschaften treffen dann im Final Four (28. und 30. April) aufeinander und spielen den Champion der Basketball Champions League aus.

Hier das offizielle Erklärungsvideo der FIBA:

https://www.youtube.com/watch?v=GHKyU7OoCmE

FIBA Europe Cup

Die 24 für die Basketball Champions League nicht qualifizierten Teams spielen im FIBA Europe Cup. Dazu kommen weitere 24 Teams, die bisher noch nicht festehen, aber durchaus auch aus dem Mittleren Osten und Nordafrika kommen könnten. Diese 48 Teams spielen dann in zwölf Vierer-Gruppen, von denen sich die zwei jeweils besten Mannschaften für die zweite Gruppenphase qualifizieren. In der zweiten Gruppenphase gibt es dann sechs Vierer-Gruppen, die dann acht besten Teams kommen ins Achtelfinale. Wie zuvor erwähnt, stoßen dann einige Tems der BCL dazu und spielen die Playoffs aus. In jeder einzelnen Phse gibt es ein Heim- sowie ein Auswärtsspiel.

Fazit

Am Ende wird es also europäische Meister geben, doch die meisten Experten sind sich einig bei der Einordnung der Wettbewerbe. Somit kann man zu folgenem Entschluss kommen:

1. Euroleague
2. Eurocup
3. Basketball Champions League
4. FIBA Europe Cup

Der FIBA ist es nicht gelungen, der Euroleague etwas an Prestige zu klauen. Die Euroleague hat es sogar verstanden, durch die neuen Modi für mehr Intensität und Spannung zu sorgen. Auch aus der deutschen Sicht mit dem Blick auf die Entwicklung der deutschen Liga sowie dem deutschen Basketball sind die beiden Wettbewerbe der Euroleague interessanter.

Man kann nur hoffen, dass der Streit zwischen FIBA und Euroleague, der bereits auf gerichtlicher Ebene stattfindet, bald ein für beide Parteien glückliches Ende findet und sich die Fans weiterhin an europäischem Top-Basketball erfreuen können.

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