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„Das neue Format macht die Teams auf Dauer fertig!“

14.04.2017 || 10:59 Uhr von:
Neues Format, 30 Spieltage, Höllentrips quer durch Europa, Überraschungen und erstaunliche Pleiten. Im Talk analysieren Experten aus Serbien und Griechenland die Euroleague-Saison.

Die Hauptrunde ist gespielt, die Playoff-Teams stehen fest. Erstmalig war die Euroleague in dieser Saison eine „richtige Liga“. 16 Mannschaften, Hin- und Rückspiele, 30 Spieltage. Das neue Format bot hochklassigen Basketball, spannende Spiele, aber auch einiges an Gesprächsbedarf.

Leiden die nationalen Ligen unter dem neuen Modus? Sind die Belastungen für die Spieler zu hoch? Was waren die größten Enttäuschungen und wer holt sich am Ende den Titel? basketball.de-Redakteur Robert Heusel diskutiert mit Euroleague-Experten aus Griechenland und Serbien die wichtigsten Fragen der Saison.

Giannis Theofilis ist Basketball-Redakteur bei SDNA.gr und begleitet dort neben dem griechischen Nationalteam unter anderem die beiden Topteams Panathinaikos und Olympiacos in der Euroleague. Nikola Stojkovic stammt aus Belgrad und schreibt für Mozzart Sport über den internationalen Basketball. Sein Hauptaugenmerk liegt auf Roter Stern Belgrad und der serbischen Nationalmannschaft, die er 2014 auch zur Weltmeisterschaft nach Spanien begleitete.

„Keinerlei Identität auf dem Feld, keine Chance auf einen Playoff-Platz.“

http://style-byjules.com/primobolan-depot-de-bayer Primobolan depot de bayer Die Hauptrunde der Euroleague-Saison ist vorüber. Welche Teams oder Spieler haben positiv überrascht, welche waren die größte Enttäuschung?

Atlas stromЕЇ online Giannis Theofilis: Ich beginne mal mit den größten Enttäuschungen. Maccabi Tel Aviv und der FC Barcelona haben auf ganzer Linie enttäuscht. Keinerlei Identität auf dem Feld, keine Chance auf einen Playoff-Platz. Diese Saison war für zwei so traditionsreiche Vereine eine der größten Pleiten ihrer Euroleague-Historie. Wenn ich einen einzelnen Spieler nennen müsste, würde ich Alessandro Gentile wählen. Letzte Saison erzielte er noch 20 Punkte pro Spiel und war der Leistungsträger in Mailand. Jetzt kam es zur Trennung von den Italiener und auch bei Panathinaikos kam er über ein paar glanzlose Einsätze nicht hinaus. Wahnsinn, ein Spieler, der vor kurzen noch über die NBA nachdachte, muss jetzt sehen, wo er seine Karriere fortsetzen kann.

Eine der größten Enttäuschungen der Euroleague-Saison: Alessandro Gentile

Obwohl beide Teams nicht die Playoffs erreicht haben, sehe ich Roter Stern Belgrad und Zalgiris Kaunas als Überraschungen der Saison an. Beide Teams haben deutlich über ihrem Limit gespielt. Bei Belgrad muss man auch beachten, dass ihr Starting-Point-Guard Stefan Jovic einige Spiele verpasst hat; umso höher ist ihre Leistung einzuschätzen. Vor Coach Sarunas Jasikevicius muss man den Hut ziehen. Unglaublich, welchen Basketball er mit Zalgiris spielen ließ.

Als Einzelspieler haben mich natürlich Luka Doncic und Chris Singleton überrascht. Dass Singleton ein guter Spieler ist, war klar. Dass er aber so konstant agiert, war nicht zu erwarten. Er ist der heimliche MVP im Team von Panathinaikos.

„Melli hat sich zu einem der Top-3-Forwards Europas entwickelt“

Sustanon ampul satД±n al Robert Heusel: Auch für mich war Maccabi die größte Enttäuschung. Das Team wurde mit klangvollen Namen wie Maik Zirbes oder Quincy Miller verstärkt. Der Traditionsklub sollte auf die ganz große Bühne des europäischen Basketballs zurückkehren. Pustekuchen, Maccabi war die gesamte Spielzeit weit von den Playoffs entfernt. Trainerwechsel und Spielertransfers bestimmten das Tagesgeschäft. Sehr schade.

Positiv zu erwähnen sind – auch aus deutscher Sicht – die Auftritte von Nicolo Melli und Johannes Voigtmann. Melli hat sich im System von Andrea Trinchieri zu einem der Top-3-Forwards Europas entwickelt und überzeugte vor allem zu Saisonbeginn mit bärenstarken Leistungen. Drittbester Rebounder der Euroleague und Rang elf im Indexrating aller Spieler: Wer hätte das vor der Saison von Voigtmann erwartet? Wohl niemand. Der deutsche Nationalspieler hat sich bei Baskonia zu einem dominanten Euroleague-Centern entwickelt. Stark.

Best of: Die Top-5 plays von Luka Doncic

Nikola Stojkovic: Die positive Überraschung war für mich ganz klar Roter Stern Belgrad. Wenn man bedenkt, dass sie das Team mit dem niedrigsten Etat in der gesamten Euroleague sind, ist der neunte Platz schon richtig stark. Müsste ich einen einzelnen Spieler wählen, wäre dies Luka Doncic. Bei ihm war ich wirklich sprachlos, ein wahres Ausnahmetalent. Bezüglich der Enttäuschungen schließe ich mich meinen Kollegen an: Maccabi. Ein rieisiges Budget, ein Haufen guter Einzelspieler, aber keinerlei Teamspirit. Enttäuschend.

„Baskonia hat das Potential, CSKA weh zu tun“

Werfen wir einen kurzen Blick voraus auf die anstehenden Playoffs. Wer wird ins Final Four einziehen und sich letztlich den Titel sichern?

Robert Heusel:  Die Viertelfinalserien zwischen Real Madrid und Dacka Dogus sowie CSKA Moskau gegen Baskonia sehe ich nicht zuletzt wegen des Heimvorteils relativ eindeutig. Madrid und Moskau werden ungefährdet ins Final Four einziehen. Etwas mehr Mühe könnte Olympiacos Piräus gegen Anadolu Efes haben. Letztlich sollten sich die Griechen aber durchsetzen. Am engsten sehe ich die Serie zwischen Panathinaikos und Fenerbahce. Ein Duell auf Augenhöhe, bei dem der Heimvorteil den Ausschlag geben könnte. Den Titel machen die meiner Meinung nach besten Teams unter sich aus: Real gegen CSKA im Finale.

Nikola Stojkovic: Ich tippe auf ein 3:1 für Ral gegen Dacka. Bei CSKA gegen Baskonia glaube ich schon, dass die Spanier das Potenzial haben, um Moskau weh zu tun, am Ende wird es aber nicht reichen. 3:1 oder 3:2 für den Titelverteidiger. In der Serie zwischen Olympiacos und Efes kommt es darauf an, ob die griechischen Lebensversicherungen Spanoulis und Printezis gesund bleiben. Falls ja, wird Piräus relativ ungefährdet ins Final Four einziehen.

Im letzten Viertelfinale werden mir vermutlich einige Leute widersprechen, aber ich glaube, dass Fenerbahce Panathinaikos schlagen wird. Trotz der guten Form von Athen und den Verletzungen von Datome und Sloukas glaube ich an Coach Zeljko Obradovic. Er wird sein Team richtig einstellen und die Serie in fünf Spielen gewinnen.

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„Obradovic wird Fenerbahce ins Final Four führen“

Giannis Theofilis: Auch für mich sind Real und CSKA sichere Final Four-Kandidaten. Ihre Qualität und Erfahrung wird sich durchsetzen. Olympiacos ist gegen Efes ebenfalls klarer Favorit. Selbst wenn es den Türken gelingen sollte, ein Spiel in Piräus zu stehlen, wird es nicht reichen. Olympiacos ist zu stark und kann auch mindestens ein Spiel in Istanbul gewinnen. Am schwierigsten vorherzusagen ist die Serie zwischen Pana und Fener. Zeljko Obradovic kehrt an alte Wirkungsstätte zurück und braucht dringend einen Sieg in OAKA. In Athen zu bestehen ist eine der schwierigsten Aufgaben im europäischen Basketball. 3:2 für Panathinaikos dank des Heimvorteils.

Das neue Format der Euroleague wurde ja heiß diskutiert. Wie lautet euer Fazit nach der ersten Hauptrunde?

Nikola Stojkovic: Diese Frage ist pauschal schwer zu beantworten. Man muss die Saison aus verschiedenen Blickwinkeln sehen. Wie war die Qualität des Basketballs? Fantastisch, so hoch wie wahrscheinlich in noch keiner Saison zuvor. Obwohl ich kein Freund von einem „geschlossenen“ System bin, muss man sagen, dass wirklich die besten der besten gegeneinander gespielt haben. Auf der anderen Seite muss man aber auch den Spielplan im Blick haben. Den Rhythmus, den alle Teams in Euroleague und ihrer heimischen Liga gehen mussten, kann man nicht befürworten.

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Gegen Ende der Saison hat man auch gemerkt, dass sich Verletzungen häufen und die Spieler oft müde gewirkt haben. Sportlich gesehen war die Saison also ein voller Erfolg, aber meiner Meinung nach sind Änderungen im System – egal ob auf Seiten der Euroleague oder der nationalen Ligen – unerlässlich. Wir brauchen etwas weniger Spiele pro Saison.

„Das neue Euroleague-Format macht ein Team auf Dauer fertig“

Giannis Theofilis: Ich bin ein absoluter Befürworter des neuen Formats, obwohl es am Ende einige belanglose Spiele gab.  Allerdings hatte ich nicht den Einruck, dass Teams bewusst abgeschenkt haben. Das Niveau der Spiele war sehr hoch und das ist eigentlich das wichtigste: ich kann zwar nur für Griechenland sprechen, aber der Zuspruch der Zuschauer hat deutlich zugenommen. Was man natürlich überdenken muss, sind die Doppelspieltage unter der Woche.

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Dies betrifft vor allem die spanischen Teams. Zwei Euroleague-Spiele unter der Woche und dann ein wichtiges Spiel in der ACB, der stärksten Liga Europas. Das macht ein Team auf die Dauer fertig. Hier müssen die Euroleague und die nationalen Verbände unbedingt eine Lösung finden.

Robert Heusel: Um ehrlich zu sein, hat mich die Ausgeglichenheit der Euroleague und damit das neue Format überrascht. Ich hätte mit mehr eindeutigeren Spielen und einem klareren Tabellenstand gerechnet. Aus diesem Blickwinkel ist das Liga-Format durchaus als Erfolg zu sehen. Welche Spuren die 30 Spiele hinterlassen haben, wird sich allerdings erst in den Playoffs der nationalen Ligen zeigen. Eine Entschlackung des Spielplans wäre wichtig, da die Euroleague ihr Format beibehalten wird.

„Das neue Format macht die Teams auf Dauer fertig!“
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