Anmelden oder registrieren

Vorschau: Panathinaikos Athen gegen Real Madrid

17.04.2018 || 09:20 Uhr von:
Eine lange EuroLeague-Saison geht mit den Playoff-Viertelfinals in die heiße Phase. Panathinaikos Athen und Real Madrid duellieren sich in der vielleicht vielversprechendsten Serie.

Ab dem 17. April spielen die acht besten Team Europas die vier Teilnehmer für das Turkish Airlines EuroLeague Final Four in Belgrad aus. Das Duell zwischen dem Hauptrundenvierten, Panathinaikos Athen, und dem -fünften, Real Madrid, stellt die vielleicht vielversprechendste der vier Viertelfinalserien dar. Das zweite Spiel wird am Donnerstag, dem 19. April, um 20:15 Uhr live bei Telekom Sport ausgestrahlt.

Panathinaikos Athen: Gegen das ‘same procedure as last year’

Die Mannschaft aus der griechischen Hauptstadt steht vor einer ähnlichen Situation wie im Vorjahr. Wieder geht das Team des spanischen Cheftrainers Xavi Pascual mit Heimrecht in die EuroLeague-Playoffs. Wieder wartet dort mit Real Madrid ein Titelanwärter. Im vergangenen Jahr ging es gegen den späteren EuroLeague-Sieger Fenerbahce Istanbul. Nach einer krachenden 0-3-Niederlage (inklusive zwei Heimniederlagen) veranlasste Panathinaikos-Präsident Dimitris Giannakopoulos sein Team dazu, mit dem Bus von Istanbul nach Athen zurückzufahren.

Für Panathinaikos haben die EuroLeague-Playoffs eine besondere Bedeutung. Aufgrund von Differenzen mit der EuroLeague droht Athens Präsident Giannakopoulos mit dem Ausstieg aus der EuroLeague zur kommenden Saison.

Der Meistermacher ist zurück

Viele Spieler der Vorsaison sind noch mit von der Partie – seit einigen Wochen auch wieder Combo-Guard Mike James (8 Spiele, 14,8 PpG, 4,0 ApG, 1,0 TpG, 16,7% 3FG), der nach einem wechselhaften NBA-Engagement bei den Phoenix Suns (10,4 PpG) und den New Orleans Pelicans (1,0 PpG) zurück in Athen ist. In der vergangenen Saison führte James Panathinaikos zur griechischen Meisterschaft. Mit Baskonia nahm er auch schon mal am Final Four der EuroLeague teil. Nach der Rückkehr des kreativen Modellathleten verloren die Griechen zunächst dreimal, um zuletzt fünfmal in Folge zu gewinnen.

Panathinaikos definiert sich vor allem über eine starke Verteidigung. Das Team verfügt über große oder athletische Guards sowie über sehr mobile große Spieler. Center James Gist (10,1 PpG, 4,5 RpG) gehört zu den besten Verteidigern im Wettbewerb. Offensiv wird das Team von Nick Calathes (14,1 PpG, 8,2 AsspG, 27,7% 3FG) getragen. Der US-Guard mit griechischem Pass legt in dieser Saison so viele Assists auf wie kein anderer Spieler je zuvor in der EuroLeague. Auch der wurfstarke Power Forward Chris Singleton (10,3 PpG, 45,1% 3FG) und Ex-Bayer K.C. Rivers (9,5 PunpG, 36,1% 3FG) gehören zu den Prunkstücken der Mannschaft, die in der Offensive von Schnellangriffen lebt und im Halbfeldangriff manchmal etwas statisch agiert.

Die Defense als Prunkstück

Die in der Liga noch ungeschlagenen Athener spielen zwar eine starke Saison, gewannen im Verlauf der EuroLeague-Saison aber nur selten sehr dominant (gewinnen im Schnitt mit 1,4 Punkten pro Spiel). Auch deshalb erwartet den Griechen gegen Real trotz Heimrechts eine völlig offene Serie, die sie aller Wahrscheinlichkeit nach über die Defensive (76,4 Gegenpunkte pro Spiel) gewinnen müssen.

Die Hauptrotation

PG: Calathes (PG)
SG: James (PG/SG), Pappas (SG/PG), Lekavicius (SG/PG)
SF: Rivers (SF/SG), Denmon (SG/SF), Lojeski (SF)
PF: Singleton (PF/C), Antetokounmpo (PF/SF), Gabriel (PF/SF)
C: Gist (C/PF), Vougioukas (C), Payne (C)

Real Madrid: Ohne Point Guard in die Serie?

Wenn Real-Trainer Pablo Laso nicht sowieso nur noch wenige Haare auf dem Kopf hätte, wären ihm wohl spätestens in dieser Saison so einige ausgefallen. Dem Spanier ereilt seit dem vergangenen Sommer eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Schon im Sommer nahm das Verletzungspech seinen Lauf: Spielmacher Sergio Llull (Saison 2016/2017: 16,5 PpG, 5,9 ApG), seines Zeichens einer der besten Spieler der EuroLeague, riss sich bei einem Länderspiel im August 2017 das Kreuzband. Die gleiche Verletzung zog sich der aus Belgrad gekommene Ex-NBA-Center Ognjen Kuzmic am zweiten EuroLeague-Spieltag zu. Im selben Spiel verletzte sich außerdem Sloweniens Europameister Anthony Randolph (9,4 PpG, 34,2% 3FG) so schwer an der Schulter, dass er die Hälfte der EuroLeague-Spielzeit verpasste. Im November wiederum zog sich Reals Center Gustavo Ayon (9,6 PpG, 6,3 RpG, 2,8 ApG) diese gleiche Verletzung zu und konnte so nur zwölf der 30 Partien in der EuroLeague bestreiten. Summiert verpassten mit Llull, Kuzmic, Randolph und Ayon vier Leistungsträger 91 Partien. Zu allem Überfluss wird der erste Spielmacher, Facundo Campazzo (28 Spiele, 8,4 PpG, 4,8 ApG), die EuroLeague-Playoffs aufgrund einer Knieverletzung verpassen.

Das Jahr des Luka Doncic

Aufgrund der zahlreichen Ausfälle ist es nicht unbedingt verwunderlich, dass die Madrilenen die Hauptrunde nur an der fünften Position abschlossen. Dass es immerhin noch für den fünften Platz reichte, ist vor allem Megatalent Luka Doncic (16,9 PpG, 4,8 RpG, 4,6 ApG) zu verdanken. Der 19-Jährige, der in diesem Sommer um den ersten Pick im NBA-Draft kämpft, punktete in 24 von 27 bestrittenen Partien zweistellig. Vor allem beim Hinrundenspiel in Piräus erlebte der Europameister mit Slowenien eine magische Nacht. Der kräftige und zugleich wurfstarke Guard hielt sein Team in diesem Spiel mit seinen 33 Zählern zusammen mit Scharfschütze Jaycee Carroll (9,1 PpG, 43,2% 3FG) und Crunchtime-Genie Rudy Fernandez (7,6 PpG, 38,9% 3FG) nahezu alleine im Spiel. Brisant ist, dass Doncic sieben Jahre jünger ist als der zweitjüngste Rotationsspieler, Edy Tavares (26 Jahre), und so deutlich ältere Spieler führt.

Doncics Einsatzzeiten sind in letzter Zeit etwas gesunken. Das hängt mit einem echten Luxusproblem zusammen, das mit den besagten Ausfällen zu tun hat. Für Ognjen Kuzmic und Anthony Randolph verpflichteten die Spanier zu Beginn der Saison Edy Tavares (7,1 PpG, 5,9 RpG, 1,7 BpG) nach. Der 2,20-Meter-Mann von den Kapverden entpuppte sich zu einer der Überraschungen der laufenden EuroLeague-Saison. Der 26-Jährige hatte bisher keinerlei EuroLeague-Erfahrung und wurde zuletzt von einer NBA-Filiale zur nächsten gereicht, um in der D-League zu spielen. Bei Real wurde der 26-Jährige mit seinen Qualitäten als Wurfblocker und im Pick-and-Roll schnell zu einer Konstante. Mittlerweile sind Ayon und Randolph zurück. Dadurch verfügt Real mittlerweile über vier bis fünf Spieler auf gutem bis sehr gutem EuroLeague-Niveau.

Das Thema Luxusprobleme kann jedoch seit dem jüngsten Ausfall von Facundo Campazzo wieder zu den Akten gelegt werden. Weil das Comeback des zuletzt ins Mannschaftstraining zurückgekehrten Sergio Llull für die EuroLeague-Playoffs immer noch fraglich ist, stehen die Madrilenen nur noch mit einem nominellen Point Guard da. Dieser ist in Person von Dreierspezialist Chasson Randle jemand, der im Verlauf der EuroLeague-Saison weniger als sieben Minunten pro Partie zum Einsatz kam.

Auf dem Flügel bleibt die Rotation breit. Jedoch wird Luka Doncic mehr Verantwortung im Spielaufbau tragen müssen als je zuvor. Das könnte gerade gegen die starke Guard-Riege von Panathinaikos zu einer echten Hypothek werden.

Das Tempo als Prunkstück

Panathinaikos kann sich gefasst machen auf wiedererstarkte „Königliche“, die fünf der letzten sechs EuroLeague-Partien gewannen – unter anderem das Rückspiel gegen die Griechen mit 92:75 in eigener Halle. Spannend wird sein, wie sich Reals Tempospiel und in Abstinenz ihrer Point Guards ihr Spielaufbau gegen die starke Verteidigung von Panathinaikos durchsetzt. Real kommt als Tabellenfünfter auf die zweitmeisten Punkte (85,9) und die zweitbeste Korbdifferenz (+6,7 pro Partie).

Die Hauptrotation

PG: Doncic (SG/PG/SF), Randle (PG)
SG: Causeur (SG/SF), Carroll (SG)
SF: Taylor (SF/PF), Fernandez (SF), Yusta (SF)
PF: Thompkins (PF/C), Randolph (PF)
C: Ayon (C), Tavares (C), Reyes (C/PF)
Verletzt: Campazzo (Starting-PG); fraglich: Llull (PG/SG)

Die Spieltermine (Live bei Euroleague.TV)

Di., 17. April (20:15): Panathinaikos Athen – Real Madrid
Do., 19. April (20:15): Panathinaikos Athen – Real Madrid (LIVE bei Telekom Sport)
Mi., 25. April (21:00): Real Madrid – Panathinaikos Athen
Fr., 27. April (21:00): Real Madrid – Panathinaikos Athen
Di., 1. Mai: Panathinaikos Athen – Real Madrid

Vorschau: Panathinaikos Athen gegen Real Madrid
Jetzt mitdiskutieren Anmelden oder Registrieren

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.