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Robin Benzing: „Ich bin noch auf der Suche“

17.08.2017 || 09:21 Uhr von:
Robin Benzing
Nationalspieler Robin Benzing spricht im Interview über seine zwei Jahre in Spanien, seine Zukunft, die bevorstehende EM und den Ulmer Neuzugang Isaac Fotu.

basketball.de: Wie verbrachte Robin Benzing seine Offseason?

Robin Benzing: In der spanischen Liga hatten wir die Playoffs leider nicht erreicht. Deshalb war viel Zeit zwischen Saisonende und Nationalmannschaft. Ich habe viel Zeit mit der Familie verbracht, war im Urlaub in Griechenland und habe relativ viel entspannt und die gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie genossen.

Lass‘ uns auf die letzten zwei Jahre in Spanien zurückblicken. Wie war diese Zeit für Dich als Basketballer?

Die Zeit war enorm wertvoll für mich. Zuvor hatte ich in München etwas stagniert, hatte etwas weniger gespielt und das verloren, was ich eigentlich kann – wie ich spielen kann und spielen muss. Das habe ich in Spanien wiedergefunden. Ich konnte viel spielen, mich in der Liga etablieren und zeigen, was ich kann und meine Stärken zeigen, also aggressiv zu sein und wieder Verantwortung in der Offensive zu übernehmen. Deswegen war die Zeit extrem wichtig für mich. Es war auch wichtig für mich, mal außerhalb Deutschlands in einer anderen Liga zu spielen. Die ACB ist eine unglaublich starke Liga. Ich habe sehr viele Erfahrungen gesammelt. Die zwei Jahre waren Gold wert.

Was hast Du in dieser Zeit über Dich als Spieler und als Mensch gelernt?

Ich kann viel besser abschätzen, was ich machen kann, in welchen Situationen ich sehr gut bin, wie ich meine Energie richtig einsetzen kann und wie ich das Spiel besser lese. Menschlich bin ich gereift und habe sehr viele neue Erfahrungen in einer neuen Kultur sammeln dürfen.

Dein ehemaliger Teamkollege Isaac Fotu hat in Ulm unterschrieben. Was ist er für ein Typ?

Ich habe schon mit ihm gesprochen und ihm gratuliert, dass er in Ulm unterschrieben hat. Isaac ist ein sehr positiver und lustiger Typ. Er ist ein junger Bursche mit viel Energie und Hunger. Er ist ein sehr athletischer Spieler, und deshalb hatten wir auch viele Alley-Oop-Plays für ihn. Er ist unglaublich stark im Rebounding. Sein Wurf ist noch etwas wackelig, daran muss er noch arbeiten. Er ist an sich ein guter Werfer, aber muss das Selbstvertrauen wieder aufbauen. Isaac ist ein absoluter Teamplayer, der der Mannschaft mit seiner Athletik und Energie unglaublich viel gibt im Rebounding und in der Verteidigung. Für ihn ist Ulm eine super Gelegenheit. Er passt mit seinem athletischen Spiel richtig gut in die Bundesliga hinein. Ich glaube, es wird gut für ihn.

„Wenn man die Chance hat, in Spanien zu spielen, sollte man sie nutzen“

Johannes Voigtmann in Vitoria, Tibor Pleiß ab der neuen Saison in Valencia, Robin Benzing in Saragossa – würdest Du einem jungen deutschen Spieler raten, nach Spanien zu wechseln?

Wenn die Situation gut ist und man Spielzeit bekommt, dann auf jeden Fall. Die spanische Liga ist extrem gut. Wenn man die Chance hat, dort zu spielen, dann sollte man sie nutzen. Die ACB ist nach wie vor die beste Liga Europas. Der Wettbewerb ist extrem gut. Es gibt viele gute, intelligente und hochklassige Spieler und Mannschaften auf EuroLeague-Niveau – da ist alles geboten. Ich kann es nur empfehlen.

Was ist der größte Unterschied zwischen der deutschen und der spanischen Liga?

In Spanien ist das allgemeine Niveau der einzelnen Mannschaften höher als in Deutschland, vor allem weil so viele EuroLeague-Teams dabei sind; dort spielen mit Valencia, Málaga, Barcelona, Baskonia und Madrid fünf spanische Teams. Das sagt schon alles aus. Man muss auch sagen, dass die Bundesliga im Kommen ist und von Jahr zu Jahr immer stärker wird.

Robin Benzing (PF, DBB)

Kommen wir zur Nationalmannschaft: Welche Ziele wurden für die EM ausgerufen?

Bei diesem Thema bin ich immer etwas vorsichtig. Ich staple eher tief. Man muss immer schauen, wie es läuft, dass alle gesund bleiben, die Chemie stimmt usw. Es geht von Spiel zu Spiel. Das erste Ziel ist es, die Vorrundengruppe zu überstehen und dann weiter anzugreifen. Das ist meiner Meinung nach das Beste, was man machen kann. Das ist auf jeden Fall machbar. Wir haben zwar eine schwere Gruppe, aber es ist machbar. Mit diesem Selbstbewusstsein müssen wir auch herangehen, dass wir die Gruppe schaffen können. Danach schauen wir weiter von Spiel zu Spiel. Mit unserer Mannschaft ist etwas möglich, aber wir müssen an den wichtigen Tagen auch etwas zeigen.

„Ich bin gerne Kapitän der Nationalmannschaft“

Wie kommst Du mit der Rolle als Führungsspieler im Nationalteam zurecht?

Sehr gut. Ich bin gerne der Kapitän der Mannschaft und freue mich darüber, dass mir diese Ehre zuteilgeworden ist. Ich versuche sowohl auf als auch abseits des Feldes Verantwortung zu übernehmen und die Jungs in den wichtigen Momenten zu führen.

Wie stehst Du zu dem Thema der vielen EM-Absagen?

Jeder sollte das machen, was er für richtig hält. Ich kann die NBA-Spieler [Paul Zipser, Maxi Kleber, d. Red.] alle verstehen, dass sie angreifen und sich etablieren wollen. Es ist zwar schade und die Jungs werden fehlen, aber wir haben genügend andere gute Spieler mit viel Potenzial, die uns helfen werden. Ich hege da keinen Gräuel und verstehe da jede Entscheidung. Ich bin da keinesfalls böse. Wir werden trotzdem eine schlagfertige Truppe haben und dann auch hoffentlich gut spielen.

Vor über einem Jahr hast Du geheiratet. Welchen Einfluss hat Deine Frau über die weiteren Stationen in Deiner Karriere?

Das sind Entscheidungen, die für uns beide gelten. Zuvor war sie ja auch immer dabei, seit der Heirat ist es natürlich dabei geblieben. Demnächst kommt unsere Tochter auf die Welt und da muss man die Situationen abwägen, dass das Umfeld kinder- und familienfreundlich ist usw. Selbstverständlich stimmen wir uns da ab und reden über alles.

Werden wir Robin Benzing 2017/2018 bei einem deutschen Team sehen?

Das kann ich noch nicht sagen. Ich bin immer noch auf der Suche. Deshalb kann ich dazu leider noch keinen Kommentar abgeben. Es ist alles offen.

Robin Benzing: „Ich bin noch auf der Suche“
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