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Isaiah Hartenstein: „Nächstes Jahr werde ich definitiv in der NBA sein“

14.08.2017 || 14:40 Uhr von:
Nach dem NBA Draft und der Summer League bereitet sich Isaiah Hartenstein derzeit mit der deutschen Nationalmannschaft auf die anstehende EuroBasket vor. Im Interview erzählt das Talent unter anderem von den Erlebnissen in den vergangenen Wochen.

Hinter Isaiah Hartenstein liegen aufregende zwei Monate: zuerst die Auswahl bei der NBA Draft in New York, anschließend Summer League im Trikot der Houston Rockets in Las Vegas und nun Vorbereitung auf die Europameisterschaft mit der deutschen Nationalmannschaft. Wir trafen das Nachwuchstalent im Rahmen des Lehrgangs in Erfurt zum Gespräch. Dabei zeigte sich Hartenstein durchaus selbstbewusst und optimistisch bezüglich einer Kadernominierung für die EuroBasket und seiner Zukunft bei den Houston Rockets. Zudem erzählt der 19-jährige Big Man von seinen Eindrücken bei der Summer League.

basketball.de: Isaiah, du bist zum ersten Mal bei einem Lehrgang der A-Nationalmannschaft mit dabei. Bist du aufgeregt?

Isaiah Hartenstein: Ich bin natürlich hier, um dazuzulernen. Am Ende ist es aber auch nur Basketball. Ich habe letzte Saison in einer EuroLeague-Mannschaft mitgespielt und mich sozusagen an dieses Level gewöhnt. Ich will so viel wie möglich mitnehmen. Ich kenne auch die meisten Spieler schon. Ich spielte ja eigentlich schon in der BBL, als ich noch 15 Jahre alt war und mein Vater war davor schon länger in Quakenbrück gewesen.

Wie war die Erfahrung in der Summer League? Wie lief die Vorbereitung ab? War es schwierig, in so kurzer Zeit als Team zusammenzufinden?

Wir waren davor eine Woche in so einer Art Trainingslager. Am Ende muss man halt Basketball spielen, so einfach ist das. Basketball ist einfach eine eigene Sprache und mit jedem Spiel wird es besser und besser. Natürlich war es nicht der schönste Basketball, es kam mir ein bisschen vor, als wäre es ein Pick-up-Game. Aber allgemein ist die NBA auch nicht so strukturiert wie die EuroLeague zum Beispiel.

Gab es etwas, woran du dich erst gewöhnen musstest? Was haben die Coaches bei den Houston Rockets von dir verlangt, was solltest du dort zeigen?

Ich muss mich erst ein bisschen an die Geschwindigkeit gewöhnen. Aber jede Erfahrung bringt mich weiter, ob gut oder schlecht. Die Rockets haben gesehen, dass ich vieles auf dem Feld machen kann: In der Defense innen und außen verteidigen und in der Offense werfen, passen, Offensiv-Rebounds holen. Insgesamt sollte ich halt so viel machen wie möglich. Ich habe auch viel von draußen agiert. Ich war ja schon davor drei Wochen da gewesen. Die Coaches haben also gesehen, dass ich auch werfen kann, deswegen wollten sie das auch von mir sehen.

„Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen.“

Hast du danach Feedback von den Trainern bekommen, zum Beispiel von Mike D’Antoni?

Ja, ich habe anschließend mit ihm gesprochen. Ich meine, er sieht, dass ich sehr talentiert bin und er mag auch die Art, wie ich spiele.

Wie planst du die nächsten beiden Jahre? Es gab ja Gerücht über einen Wechsel in die BBL, aber auch in die G-League.

Es ist noch alles offen. Natürlich will ich so schnell wie möglich in die NBA. Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall in der NBA sein. Dieses Jahr gehe ich entweder wieder nach Europa zurück oder schon in die USA und wechsle dann sozusagen zwischen NBA oder G-League ein bisschen hin und her.

Wie war der Draft-Abend für dich? Du wurdest vorher von Experten zwischen erster und zweiter Runde eingeschätzt. Letztlich hat es dann doch etwas länger gedauert. Hat dich das zwischenzeitlich nervös gemacht?

Am Draft-Abend habe ich halt erfahren, dass die Sache mit meinem medizinischen Bericht aufgekommen ist. Vorher hatte ich mit vielen Teams geredet, die mich an Position 25 oder höher sahen. Am Draft-Abend ist das halt mit dem Medical aufgekommen und deswegen wollte halt keine Franchise so ein Risiko eingehen wollte.

Am Ende ist es halt Position 43 geworden, aber das ist auch nur eine Nummer. Man geht jetzt rein und will sich beweisen. Und der zweite Vertrag ist schließlich wichtiger als der erste. Am Ende muss man halt spielen und gut genug sein. Man muss sich beweisen, egal ob als erster oder letzter Pick.

Gibt es denn eine Sache, an der du im kommenden Jahr besonders arbeiten willst?

Eher so allgemein. Mein Wurf ist jetzt wieder normal geworden. Im vergangenen Jahr in Kaunas habe ich nicht so gut geworfen, aber davor war es eigentlich immer ganz gut gewesen. Ich bin jetzt wieder da, wo ich vorher war. Aber ich will mich allgemein verbessern und auch ein bisschen physischer werden.

„Ich bin nicht nur hier, um mitzutrainieren.“

Hat dir das Jahr in Kaunas geholfen? Ist es so gelaufen, wie du es dir erhofft hast?

Man muss halt bedenken, dass ich davor verletzt war. Wenn man als junger Spieler nach sechs Monaten Pause zurückkommt, ist es schwer, am Anfang in die Rotation zu kommen, gerade bei einer EuroLeague-Mannschaft. Am Ende wurde es dann besser und besser. Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen, aber ich habe daraus viel gelernt.

Würdest du die Entscheidung noch einmal so treffen oder kannst du das gar nicht sagen?

Das kann ich gar nicht so genau sagen. Natürlich hätte man vielleicht ein bisschen anders reagiert. Ich hatte halt mit den Verantwortlichen in Kaunas gesprochen, als noch ein anderer Trainer da war. Dann haben die diesen gewechselt, als ich schon unterschrieben hatte, da kann man auch nichts machen. Aber Šarūnas [Jasikevičius, Head Coach von Zalgiris, Anm. d. Red.] hat mir sehr geholfen. Ich hatte viel Spaß mit ihm und habe viel gelernt.

Wie schätzt du bei der Nationalmannschaft deine Chancen ein. Glaubst du, du schaffst es in den EM-Kader?

Auf jeden Fall. Ich meine, ich bin nicht nur hier, um mitzutrainieren. Natürlich kommt man hierhin, um bei der EuroBasket mitzuspielen. Ich glaube, dass ich eine Chance habe.

Analyse: Isaiah Hartenstein in der Summer League

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