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„Sie haben uns overpowert“

06.09.2017 || 18:27 Uhr von: ,
Den litauischen Big Men unterlegen, beendet das deutsche Team die Vorrunde als Zweiter. Voigtmann, Benzing und Fleming über die Niederlage und den Blick nach Istanbul.

„Wir haben Größe auf allen Positionen“, hatte Litauens Marius Grigonis im Vorfeld der Partie gegen Deutschland eine Stärke der Litauer ausgemacht. Und diese Größe demonstrierte Lietuva vor allem zu Beginn eindrucksvoll. Vor allem Jonas Valanciunas dominierte in der Zone und beendete die Partie mit einem satten Double-Double von 27 Punkten und 15 Rebounds.

„Wir waren unter dem Korb sehr unterlegen“

„Sie haben uns overpowert. Das hatte nichts mit kurzer Vorbereitungszeit zu tun, wir wussten ganz genau, was kommt – konnten das aber einfach nicht stoppen“, befand Johannes Voigtmann, der sich als Starter mit Valanciunas herumschlagen musste. „Wir haben vor allem inside zu viele einfache Sachen und viel zu viele Offensiv-Rebounds abgegeben. Wir haben nicht hart genug gespielt.“ Zu einem Zeitpunkt des Anfangsabschnitts führte Litauen die Rebound-Statistik mit 7:0 an – Valanciunas war dabei mit drei Offensiv-Rebounds zur Stelle.

Laut Kapitän Robin Benzing schaffte es die DBB-Auswahl auch nicht, die kleinen Flügelspieler vom Brett wegzuhalten.
„Wir waren unter dem Korb sehr unterlegen. So haben wir allgemein keinen richtigen Rhythmus gefunden und konnten sie in der Defense nicht stoppen. Dann ist es ganz schwer, gegen so eine gute Mannschaft zu gewinnen“, urteilte Benzing.

Zwar ging das deutsche Team kurz vor der Halbzeitpause kurzzeitig in Führung und blieb auch danach in Schlagdistanz, im Schlussviertel präsentierten sich die Balten aber zu abgezockt und ausgeglichen, um eine deutsche Aufholjagd zuzulassen. Bundestrainer Chris Fleming kann daraus aber auch etwas Positives ziehen:

„Ehrlich gesagt war es für uns eine gute Lehre. Es ist eine Top-Mannschaft. Sie sind sicherlich unangenehm für uns auf Grund ihrer Größe. Sie haben eine deutlich bessere Arbeit geleistet in dieser Back-to-back-Situation. Sie haben gestern und heute eigentlich mit der gleichen Intensität und Fokussierung gespielt; wir hatten einen deutlichen Abfall in der Hinsicht.“

„Isaiah hat uns wieder sehr viel Energie gegeben“

Dass das DBB-Team im dritten Viertel an Litauen dran blieb, lag vor allem an Isaiah Hartenstein. Der 19-Jährige schulterte seine Mannschaft an beiden Seiten des Feldes. „Er hat uns wieder sehr viel Energie gegeben. Das war immer so, als er hereingekommen ist. Er hat uns extrem geholfen: Mit seinen Offensivaktionen, gerade auch mit seiner Defense und seinem Rebounding. Er hat uns einen super Push gegeben“, lobte Voigtmann auf Nachfrage von basketball.de.

Auch Benzing hatte nur positive Worte für Hartenstein übrig, ist aber nicht überrascht über dessen EM-Leistungen: „Wir wissen, was er für ein Potential hat und was er drauf hat. Er ist reingekommen und hat die Energie gebracht, die wir ein wenig vermisst haben“, erklärte Benzing gegenüber basketball.de, kritisierte aber auch die erfahreneren Spieler: „Eigentlich müssen wir Veteranen vorher da sein und Energie bringen.“

„Wir haben Probleme, die Angriffe wieder zu organisieren“

Mit Blick auf einen Zwischenfazit nach der Vorrunde führte Benzing aus: „Unsere Defense war nicht so schlecht. In der Offensive haben wir ein paar Probleme, einen richtigen Rhythmus zu finden. Beim Rebound müssen wir uns verbessern und als Kollektiv den Großen helfen, damit so etwas nicht passieren kann und Valanciunas 27 Punkte macht und gefühlt 50 Rebounds holt.“

Das sieht auch Fleming so: „Die grundsätzliche Defensiv-Bereitschaft ist bei uns weitestgehend sehr, sehr gut. Die Jungs haben auch das Selbstvertrauen, dass wir den Gegner stoppen können.“ Zu den verbesserungswürdigen Punkten geht Fleming ins Detail:

„Andererseits haben wir zwei Bereiche, die für uns ausbaufähig sind: erstens am Brett. Sicherlich müssen wir unsere Großen physischer werden, aber wir brauchen am Brett auch mehr Einsatz von allen Außenspielern wie heute von Karsten. Und zweitens haben wir offensiv relativ viele Ballbesitze, die leer ausgehen, wo wir zwischen Fastbreak und Set-Play sind. Es muss für uns sehr klar sein ‚das ist Fastbreak hier, und wenn nicht, dann ist es Set-Play und wir sind organisiert‘. Wir haben immer noch etwas Probleme, die Angriffe dann wieder zu organisieren. Das tut uns weh, besonders gegen gute Mannschaften.“

„In Berlin haben wir gezeigt, dass wir mit ihnen mithalten können“

Eine gute Mannschaft wartet auch im Achtelfinale mit Frankreich, auch wenn sich die Franzosen in der Vorrunde nicht mit Ruhm bekleckert haben. Erstmal geht es für das deutsche Team um wichtige Regenerationszeit, auch wenn sie bereits sehr früh am Donnerstagmorgen nach Istanbul aufbrechen werden. „Wir müssen so viel Ruhepause kriegen wie wir können“, weiß Dennis Schröder.

Doch während dieser Ruhepause steht schon die Vorbereitung an, vor allem für den Coaching-Stab, der bereits voll in der Arbeit steckt: „Wir haben sie auch in den letzten zehn Tagen gesehen. Wir wissen, was auf uns zukommt. Ich glaube, dass wir in der Zeit als Team gewachsen sind. Die Herausforderung ist sicherlich groß, aber ich glaube, dass wir keine Angst haben und die Jungs relativ selbstbewusst ins Spiel gehen werden“, blickt Fleming auf das Achtelfinalduell voraus.

„Die Franzosen sind ein gefährliches Team, aber in Berlin haben wir gezeigt, dass wir mit ihnen mithalten können. In einem KO-Spiel schmeißt du alles rein.“ Wenn auch nicht gegen Litauen über 40 Minuten gezeigt, ist der Einsatz ein Charakteristikum der deutschen Mannschaft. Nach Tel Aviv wird die DBB-Auswahl dies auch in Istanbul bestätigen wollen. Und damit sollte das deutsche Team auch gegen Frankreich eine realistische Siegchance haben.

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