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German Hoops Draft: erste Einschätzung

21.08.2017 || 10:01 Uhr von:
Beim German Hoops Draft simulieren Experte Jan Jagla und sieben basketball.de-Redakteure einen Draft der besten Spieler mit deutschem Pass. Eine Einschätzung nach sechs von zwölf Draft-Runden.

Ein Experte, sieben basketball.de-Redakteure, zwölf Draft-Runden, 96 Spieler. Mit dem German Hoops Draft simulieren wir einen Draft, in dem die besten Spieler mit deutschem Pass gezogen werden. Als Experte stellt sich auch Jan Jaglas ein fiktives Team zusammen. Nachdem wir auf Twitter unter dem Hashtag #GERHoopsDraft 48 von 96 Draft-Picks bekannt gegeben haben, wagt Lukas Feldhaus zur Halbzeit eine erste Einschätzung der bisherigen Picks und der aktuellen Teams.

[German Hoops Draft: Erklärung und alle Draft-Picks im Überblick]

Eddie Keller

#1 Dennis Schröder (PG) – Atlanta Hawks

Mit seinen 28 Punkten gegen Russland beim Supercup meldete sich Dennis Schröder eindrucksvoll im Nationalteam zurück. Ein Spieler mit seiner Schnelligkeit gepaart mit einem herausragenden Ballhandling ist in der Geschichte des deutschen Basketball in dieser Form wohl noch nicht ansatzweise zu finden gewesen. Der 23-Jährige dürfte sogar noch Steigerungspotenzial haben, was seinen Wurf und seine Verteidigung betrifft.

#16 Robin Benzing (SF/PF) – vereinslos

Auch Robin Benzing machte in der bisherigen Vorbereitung auf die Europameisterschaft mit vielversprechenden Leistungen auf sich aufmerksam. Bei seinem letzten Team in Spanien, Tecnyconta Zaragoza, spielte der 28-Jährige sowohl auf der Position Drei als auch auf der Position Vier. Die größte Stärke des 2,08-Meter-Mannes ist wahrscheinlich der Wurf von außen. Gerade auf der Position Vier kann Benzing aber auch seine Schnelligkeit nutzen, um zum Korb zu penetrieren. Auf der Drei wiederum kann er über andere Spieler an der Baseline isoliert werden, um mit seinem Gardemaß über seine Gegenspieler hinwegzuwerfen.

#17 Elias Harris (PF/C) – Brose Bamberg

Für den 17. Pick entscheidet sich Eddie Keller für einen Spieler, der in den vergangenen Jahren eine solche Wandlung erlebt hat wie wohl kaum ein anderer BBL-Spieler. Am College als Brettspieler ausgebildet, spielte der Gonzaga-Absolvent von 2013 in der Spielzeit 2013/2014 in Bamberg vor allem als Außenspieler auf der Position Vier. Unter Trainer Andrea Trinchieri zog es den Kapitän von Brose Bamberg wieder mehr ans Brett. In den vergangenen beiden Saisons agierte Harris über weite Strecken als Center. Seine Stärke ist auf der Fünf die Schnelligkeit, die ihn zu einem soliden Pick-and-Roll-Spieler macht. Zudem verfügt der robuste Harris über einen konstanten Mitteldistanz- und Zonenwurf, was es ihm ermöglicht, sich von der Freiwurflinie oder direkt in der Zone mit schnellen Half-Spin-Moves und Drives einen Wurf zu kreieren. Auf der Position Vier wiederum liegen die Stärken des 28-Jährigen mangels besagter Schnelligkeitsvorteilen vielleicht im Post-up mit dem Rücken zum Korb.

#32 Philipp Schwethelm (SF/PF) – EWE Baskets Oldenburg

Der nächste Basketballer, dem vielleicht Franz Kafka (siehe sein Werk Die Verwandlung) gefallen hätte, ist Philipp Schwethelm. Ähnlich wie Elias Harris kann er als ein Spieler betrachtet werden, der die Entwicklung des athletischen Spiels im europäischen Basketball am eigenen Leib erfahren hat. Jahrelang war der 28-Jährige auf den Positionen Zwei und Drei beheimatet. Bei seinem aktuellen Klub, den EWE Baskets Oldenburg, agiert Schwethelm vornehmlich als Stretch-Four – bei einer Dreierquote von 43,6 Prozent außerordentlich erfolgreich. Schwethelms Schwächen liegen vermeintlich in seinem wenig variablen Offensivspiel als auch in der Verteidigung. Interessant wird sein, wie Eddie Keller vermeintliche Defensivschwächen auf den Flügelpositionen seines Teams noch kompensieren möchte.

#33 Konstantin Klein (PG/SG) – Telekom Baskets Bonn

Ein Energizer kann schon mal nicht schaden. Konstantin „Konsti“ Klein musste in der Saison 2016/2017 fast durchgehend pausieren. Ein fitter Konsti Klein bringt in erster Linie einen gefährlichen Dreipunktwurf mit und hängt sich auch in der Verteidigung ordentlich rein. Der 26-Jährige sucht Verantwortung, wie er längst in der BIG mitteilte, und erhält sie im Team von Eddie Keller auch.

#48 Isaiah Philmore (C/PF) – EWE Baskets Oldenburg

Eddie hat Vertrauen in die deutsche Achse seines Lieblingsklubs, den EWE Baskets Oldenburg. Philmore ist mit seinem Gardemaß von knapp über zwei Metern nicht besonders groß gewachsen. Zudem ist er nicht unbedingt mit der Athletik und dem Skillset ausgestattet, um auf der Position Vier für Spacing zu sorgen. Allerdings ist der 27-jährige Deutsch-Amerikaner jemand, der sehr unauffällig punktet, schnell in der Transition nach vorne läuft und abseits des Balls cuttet. Auf der Position Fünf hat Philmore zudem die Schnelligkeit, um mit flinkem Abrollen im Pick-and-Roll Räume auf der Weakside zu kreieren.

Bisheriger Kader

Dennis Schröder, drei Werfer, ein Pick-and-Roll-Center und ein schneller Frontcourt-Spieler – bislang läuft es auf viel Spacing für starke Werfer hinaus. In Person von Konstantin Klein steht neben Dennis Schröder ein weiterer Ballhandler mit gewissen Pick-and-Roll-Qualitäten im Kader. Post-Game gibt es maximal dann, wenn Robin Benzing von Small Forwards verteidigt wird. Ein Fragezeichen steht dahinter, wie und ob Eddie vermeintliche Athletiknachteile auf den Flügelpositionen wettmachen möchte. Eine Kante, die gegen große Center wie Johannes Voigtmann und Maik Zirbes bestehen kann, fehlt ebenfalls noch.

Jonathan Schmidt

#2 Dirk Nowitzki (PF/C) – Dallas Mavericks

Seinen ersten Draft-Pick verwendet BBL-Bereichsleiter Jonathan Schmidt für eine NBA-Ikone bzw. für die deutsche Basketball-Ikone. In der vergangenen Saison agierte Dirk Nowitzki häufig als Center. Seine herausragenden Wurfqualitäten bescheren dem 39-Jährigen nach wie vor hohe Punktewerte in der NBA.

#15 Joshiko Saibou (SG/PG) – ALBA BERLIN

Jonathan erinnert sich immer wieder gerne an Joshiko „Joshi“ Saibou. Zweimal war der 27-jährige Combo-Guard schon für Jonathans Lieblingsklub, den GIESSEN 46ers, aktiv. Saibou zeichnet ein ordentliches Ballhandling, einen passablen Wurf und einen starken Floater aus. Auch seine Verteidigung ist durchaus ansprechend.

#18 Andreas Obst (SG/SF) – OeTTINGER Rockets

Der nächste Ex-Gießener in Jonathans Reihen ist der 21-jährige Andreas Obst. Der ehemalige Bamberger, der in der U20-Nationalmannschaft als Spielmacher fungierte, kann sich seinen eigenen Wurf kreieren. Vielleicht fehlt ihm für die Positionen Zwei und Drei ein wenig bahnbrechende Athletik, um seinen Wurf konstant gegen kleine Guards anzubringen. Vielleicht auch deshalb wurde Obst in der Vergangenheit trotz 1,91-m-Gardemaß häufig auf der Position Drei eingesetzt.

#31 Niklas Kiel (PF/C) – FRAPORT SKYLINERS

Wenn ein Spieler nicht einst in Gießen war, schaut sich Jonathan unter anderem anderorts in Hessen um. Mit seinem Wurf von außen und seiner Athletik bringt der 20-jährige Niklas Kiel ein ähnliches Paket an Fähigkeiten aufs Parkett wie der ehemalige Frankfurter Danilo Barthel. Allerdings ist Kiel vielleicht noch etwas schneller, schmaler und wendiger. Von Barthels Passqualitäten hat Kiel noch nicht so viel zeigen können. Deshalb wird sich der ehemalige Paderborner auf eine Zusammenarbeit mit Dirk Nowitzki freuen.

#34 Oscar Da Silva (SF/PF) – Stanford Cardinal

Aus München an die Elite-Universität Stanford wechselt Oscar Da Silva. In der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga führte der am Ball versierte 2,05-Meter-Flügelspieler die IBAM fast im Alleingang ins Finale der NBBL. Bei Da Silva wird es interessant zu sehen sein, ob er am College eher ein mit dem Gesicht zum Korb kreierender Vierer wird oder ob seine Entwicklung eher in Richtung eines Pick-and-Roll-spielenden Small Forwards geht. An seinem Wurf sollte der blutjunge 18-Jährige arbeiten.

#47 Mahir Agva (C) – GIESSEN 46ers

Ganze zwei Runden hielt es Jonathan im Draft aus, ohne einen (Ex-)Gießener zu ziehen. In Person von Mahir Agva holt er einen ausgewiesenen Top-Rebounder. Der 21-Jährige macht den Frontcourt allerdings nicht unbedingt athletischer.

Bisheriger Kader

Als klassischer Aufbauspieler konnte Joshiko Saibou in Würzburg und in Crailsheim nicht gänzlich überzeugen. Auch Andreas Obst rutscht nominell um eine Position nach oben in Jonathans Kader. Dirk Nowitzki verleiht der Mannschaft Wurfqualität, wenn das Angriffsspiel hier und da stockt. Oscar Da Silva befindet sich an der Schwelle vom Ballhandler zum großen Flügelspieler. Er sollte in Jonathans Team eher Aufgaben als Ballhandler übernehmen, damit auf Nowitzki keine allzu große Last beim Kreieren von Würfen liegt. Auf den Positionen Eins bis Drei könnte Jonathans Mannschaft hinsichtlich des Reboundings stark aufgestellt sein. Mahir Agva liefert dahingend auch auf den großen Positionen ordentliche Argumente.

Paul Zipser

Simon Wisser

#3 Paul Zipser (SF/PF) – Chicago Bulls

#Zipsermussspielen – und ein absoluter Allrounder sein. Simon Wissers Team besteht insgesamt nicht gerade aus überragenden Assistgebern, Punktesammlern oder Reboundern. Ein Punktesammler und Rebounder auf der Position Drei kann Zipser jedoch sein. Wenn der Mannschaft irgendetwas fehlt, ändert der 23-Jährige etwas daran.

#14 Maik Zirbes (C) – FC Bayern München

Fraglich bleibt, wer in Simons Team Maik Zirbes‘ Spezialdisziplin zur Geltung bringt: das Pick-and-Roll. Neben seinem alten und jungen Spielmacher-Kumpanen Stefan Jovic avancierte Zirbes zu einem der dominantesten Euroleague-Centern. In vielen anderen Bereichen weist der kantige, aber durchaus schnelle 27-Jährige ein paar Schwächen auf.

#19 Danilo Barthel (PF/C) – FC Bayern München

Ähnlich wie Jonathan Schmidt erinnert sich auch Simon gerne an seinen Lieblingsklub. Danilo Barthel war ein wichtiger Rollenspieler, als Frankfurt 2016 den FIBA Europe Cup gewann. Barthel ist ein starker Passgeber auf der Position Vier und verfügt über ein variables Spiel mit dem Rücken zum Korb. Darüber hinaus würde es wohl keinem Team schaden, wenn der 25-Jährige seinen Dreipunktwurf wieder öfter anbringt und verwandelt.

#30 Nihad Djedovic (SG/SF) – FC Bayern München

In einem #GERHoopsDraft 2015 wäre Nihad Djedovic vielleicht ein sicherer Erstrunden-Pick gewesen. Beim 27-Jährigen ist es wahrscheinlich die stagnierende Entwicklungskurve, die ihn in die vierte Runde des Drafts bringt. Wäre die vergangene seine erste BBL-Saison gewesen, wäre er womöglich immer noch ein Kandidat für die erste Runde. Immerhin war der athletische Flügelspieler der Topscorer in einem ausgeglichenen Bayern-Kader. Eine Schwäche von Djedovic liegt in seinem Wurf. Djedovic verwandelt den Dreier zwar hochprozentig, wirft jedoch nicht häufig von außen. Der Deutsch-Bosnier könnte für Simons Team als Viertrunden-Pick aber ein riesiges Plus sein.

#35 Ismet Akpinar (SG/PG) – ratiopharm ulm

Vermutlich als Spielmacher soll Ismet Akpinar Simons Team im Angriff ordnen. Von seinem Spielstil her – starker Wurf aus dem Dribbling und im Catch-and-Shoot – ist der 22-Jährige vielleicht eher ein Shooting Guard, der in Berlin als Ballvorträger seine Wurfstärke nicht gänzlich ausspielen konnte. Deshalb wird es spannend zu sehen sein, wie er die Spielorganisation und die Wurfkreation in Simons Mannschaft unter einen Hut bringt.

#46 Niklas Geske (PG) – MHP RIESEN Ludwigsburg

Der 23-jährige Ex-Vechtaer Niklas Geske ist vor allem als ehrgeiziger Taktgeber im Angriff bekannt. Spielerisch verfügt der Spielmacher jedoch über ein wenig beeindruckendes Repertoire. Geske zeichnet sich durch seine ordentliche Schnelligkeit und sein ordentliches Auge für den Mitspieler aus. Der Wurf von außen sowie Kraft und Sprungkraft sind vermeintliche Mankos.

Bisheriger Kader

Die Positionen Eins bis Drei in Simons Team sind mit überdurchschnittlich starken Individualisten und Allroundern besetzt. Lösungen zu finden dafür, wie Maik Zirbes seine Stärken in einem Team ohne klassischen Point Guard ausspielen kann, ist eine Hauptaufgabe für Coach Simon. Ob Geske der Rolle gerecht werden kann, ist zumindest fraglich.

Linus Müller

#4 Maodo Lô (PG/SG) – Brose Bamberg

Zu den besten deutschen Pick-and-Roll-Spielern kann Maodo Lô gezählt werden. Der 24-Jährige kann sich wie kein zweiter deutscher Guard den Wurf aus dem Dribbling kreieren, wenn er das Pick-and-Roll läuft. Das Passspiel und die Verteidigung am Ball sind ausbaufähig.

#13 Tim Ohlbrecht (C) – ratiopharm ulm

Vor mehr als einem halben Jahr stand Tim Ohlbrecht zuletzt in einem Pflichtspiel auf dem Parkett. Linus Müller hat ihn nicht vergessen. Vor seiner Knieverletzung gehörte der 28-Jährige zu den besten deutschen Spielern. Seine Abschlussstärke im Pick-and-Roll und sein Wurf von außen befinden sich auf überragendem BBL-Niveau.

#20 Anton Gavel (PG/SG) – FC Bayern München

Während Maodo Lô vielleicht nicht der aggressivste Verteidiger ist, kann diese Stärke vor allem Anton Gavel zugesprochen werden. Der 32-Jährige war in der vergangenen Saison der Starting-Point-Guard vom Hauptrundendritten aus München. Auf der Position Eins gehört Gavel nach wie vor zu den stärkeren Verteidigern in der BBL. Seine Wurf ist seit geraumer Zeit nicht mehr so gefährlich wie zu Bamberger Zeiten, als er als Shooting Guard eine zentrale Rolle in den Meisterteams von Chris Fleming spielte.

#29 Robin Amaize (SF/SG) – medi bayreuth

Was braucht es neben einem Pick-and-Roll-Center wie Tim Ohlbrecht – drei Ballhandler! Robin Amaize ist auf der Position Drei nominell der dritte Spieler, der das Pick-and-Roll spielen kann. Mit etwas mehr Ruhe in der Entscheidungsfindung sowie einem stärkeren Passspiel kann sich der 23-Jährige vielleicht zu einem ähnlichen Spieler wie Reggie Redding entwickeln.

#36 Louis Olinde (PF/SF) – Brose Bamberg

Der 19-jährige Flügelspieler ist spielerisch in den vergangenen Jahren vielleicht so stark gereift wie kein anderer deutscher Spieler. Als Power Forward der Baunach Young Pikes verfügt er über viel Schnelligkeit, ein passables Ballhandling und kann gegnerische Vierer mit dem Gesicht zum Korb schlagen. Zudem ist Olinde defensiv variabel einsetzbar. Verbesserungswürdig ist sein Wurf.

Jan Niklas Wimberg (SF/PF) – OeTTINGER Rockets

Jan Niklas Wimberg ist der erste echte Komplementärspieler in Linus‘ Kader. Das Catch-and-Shoot und das Catch-and-Go gehören zu den Stärken des 21-Jährigen, der in vergangenen Spielzeit in Oldenburg sowohl in der BBL- als auch in der ProB-Mannschaft häufig sehr zurückhaltend agierte.

Bisheriger Kader

Viele Ballhandler, ein Pick-and-Roll-Center – Linus Müller setzt auf das, was heutzutage viele als modernen Basketball bezeichnen. Low-Post-Power, Rebounding und konstante Werfer werden womöglich zu kritischen Themen. Die Verpflichtung Jan Niklas Wimberg könnte in Sachen Rebounding und Wurfstärke helfen.

Maxi Kleber Dallas Mavericks

Jan Jagla

#5 Maxi Kleber (PF) – FC Bayern München

Als langjähriger Power Forward der Nationalmannschaft weiß Jan-Hendrik Jagla, von welchem Wert ein starker Power Forward ist. Maxi Kleber beherrscht das Spiel von der Dreierlinie. Er ist ein guter Werfer, der zum Korb ziehen kann und sein Passspiel verbessert hat. Das Spiel mit dem Rücken zum Korb ist nach wie vor kaum existent beim 25-Jährigen. Dafür glänzt er wiederum als Verteidiger auf sämtlichen Positionen.

#12 Heiko Schaffartzik (PG/SG) – JSF Nanterre

In einer Horns- oder Pick-and-Roll-Offense braucht es jemanden, der überraschende Pässe spielen kann und dessen Verteidiger nicht unter den Block geht. Dafür ist Heiko Schaffartzik genau der richtige Spieler. Darüber hinaus verfügt der 33-Jährige über eine Gewinnermentalität. Nicht umsonst holte Nanterre in der vergangenen Saison auch dank des Combo-Guards zwei Pokale. Ein gewisses Manko: Die Variabilität hinsichtlich des Switchen, das eine von Klebers Stärken ist, geht einer Mannschaft mit dem kleinen und wenig athletischen Heiko Schaffartzik ein wenig abhanden.

#21 Patrick Heckmann (SF) – Brose Bamberg

Das Catch-and-Go ist möglicherweise die markanteste Stärke im Spiel von Patrick Heckmann. Sobald der Bamberger den Ball an der Dreierlinie erhält, versucht der 25-Jährige den Korb zu attackieren. In der vergangenen Saison holte ihn allerdings die Inkonstanz beim Dreipunktwurf ein, die gegen Ende seiner Zeit am Boston College schon zum Thema wurde. Dadurch erhält Patrick Heckmann vom Verteidiger den Platz, der es ihm erschwert, mit dem ersten Dribbling zum Korb zu ziehen. Abgesehen davon verleiht Heckmann Jans Team jedoch neben dem Catch-and-Go Gefahr in der Transition. Außerdem ist Heckmann als harter Arbeiter bekannt. Für das Wurftraining ist er bei Jan genau richtig.

#28 Johannes Thiemann (C) – MHP RIESEN Ludwigsburg

Einer der härtesten Arbeiter auf dem Court ist wohl Johannes Thiemann. Im System von Defensivstratege John Patrick gehört der 23-Jährige zu den wichtigsten Eckpfeilern. Thiemann kann verschiedene Arten der Pick-and-Roll-Verteidigung umsetzen. Offensiv ist er schnell genug, um das Pick-and-Roll und sogar ab und an einen Fastbreak zu laufen. An seinem Abschluss in Korbnähe sollte Johannes Thiemann noch arbeiten.

#37 Lucca Staiger (SF/SG) – Brose Bamberg

Neben Heiko Schaffartzik ist der 29-jährige Lucca Staiger wahrscheinlich der beste Dreierwerfer in Jans Team. Lucca Staiger bindet seinen Verteidiger, wenn Heiko Schaffartzik das Pick-and-Roll läuft. Zudem hält Staiger den Ball mit strammen Pässen in Bewegung, wenn das Close-out kommt. Defensiv kann Staiger aufgrund seiner robusten Statur beim Switchen helfen, im Eins-gegen-Eins ist er aber auf allen Positionen wohl eher ein unterdurchschnittlicher Verteidiger.

#44 Andreas Seiferth (C) – medi bayreuth

Jan baut die Offensivskills seiner Mannschaft weiter aus. Andreas Seiferth verfügt über ein bemerkenswertes Repertoire an Bewegungen, wenn er mit dem Rücken zum Korb agiert. Er ist zwar ein Linkshänder, kann aber fast genauso effizient mit der rechten Hand abschließen. Seine Schnelligkeit macht den 28-Jährigen ebenso zu einem soliden Pick-and-Roll-Spieler. Weitere Trainingsarbeit sollte Seiferth in die Verteidigung und beim Stellen von Blöcken investieren.

Bisheriger Kader

Jan Jagla ist ein starker Werfer – und mag starke Werfer. Darüber hinaus weist sein Team viele verschiedene Spielertypen auf. Weitere Ballhandler können Werfern wie Lucca Staiger oder Close-out-Attackierern wie Patrick Heckmann und Maxi Kleber nur guttun. Ein weiterer Perimeter-Verteidiger könnte das Team auch defensiv auf ein noch höheres Niveau bringen.

Daniel Theis

Thomas Käckenmeister

#6 Daniel Theis (C/PF) – Boston Celtics

In der BBL gehörte der 25-jährige Daniel Theis zu den historisch besten Pick-and-Roll-Spielern – sowohl offensiv als auch defensiv. Seine Rolle könnte in einem Team, in dem er neben Tibor Pleiß als Power Forward agiert, eine andere als in Bamberg sein. Theis verfügt auch über einen starken Wurf aus der Distanz, machte in Bamberg allerdings nicht durch viele Eins-gegen-Eins-Aktionen oder dem Zug zum Korb von der Dreierlinie auf sich aufmerksam.

#11 Tibor Pleiß (C) – Valencia Basket

Der zweite Akteur, der in Bamberg zu einem Euroleague- und NBA-Spieler reifte, ist Tibor Pleiß. Der 27-jährige Center ist als Rebounder, Shotblocker, beidhändiger Finisher und ordentlicher Werfer bekannt. Gemeinsam mit Daniel Theis soll der 2,18-Meter-Center die Bretter dominieren. Eine Schwäche im Spiel von Pleiß ist vermeintlich seine Schnelligkeit. Er rollt weder explosiv vom Block ab noch ist er dynamisch im Umschaltspiel an beiden Enden des Feldes. Im Low-Post wiederum agiert Pleiß mit einem soliden Repertoire.

#22 Bastian Doreth (PG/SG) – medi bayreuth

Der 28-jährigen Bastian Doreth bringt jede Menge Energie und einen stabilen Dreipunktwurf in Toms Mannschaft. Seine unterdurchschnittliche Athletik limitiert die Kämpfernatur in vielen Bereichen.

#27 Karim Jallow (SF/SG) – FC Bayern Basketball

Limitiert aufgrund seiner Athletik ist Karim Jallow keineswegs. Der 20-Jährige ist vielleicht der beste deutsche Athlet nach Dennis Schröder. Zudem verfügt er über ein passables Ballhandling für einen Flügelspieler. Wenn es um seine Qualitäten als Ballhandler geht, hat Jallow sicherlich noch Steigerungsbedarf. Sein Wurf aus der Dreierdistanz ist bislang sehr durchwachsen, den Mitteldistanzwurf kann er sich jedoch auch aus dem Dribbling auf einem vielversprechenden Niveau kreieren.

#38 Akeem Vargas (SG) – ALBA BERLIN

Nach Bastian Doreth ist Akeem Vargas das nächste Energiebündel auf dem Parkett. Der 27 Jahre junge Berliner kann jeden Guard mit seiner Verteidigung vor Probleme stellen. Offensiv ist Vargas vor allem ein solider Werfer, der relativ selten in die Trickkiste greift.

#43 Mauricio Marin (SG) – GIESSEN 46ers

Ingo Freyer hofft auf den Durchbruch von Mauricio Marin, Thomas Käckenmeister hofft auf den Durchbruch von Mauricio Marin. Bei seinen Stationen in Nürnberg und Tübingen blieb ebenjener Karrieresprung aus. Marin gilt als ordentlicher Verteidiger, der im Angriff im Pick-and-Roll den Korb attackieren kann und von außen Würfe versenken kann. Sowohl als Rebounder als auch als Passgeber trat Marin bislang allerdings kaum in Erscheinung. Der ganz große Kreativposten im Halbfeld war er sowohl in der ProA als auch in der BBL noch nicht.

Bisheriger Kader

Toms Team umfasst viele Spieler, gegen die kein Angreifer gerne spielen möchte. Offensiv mangelt es der Mannschaft vielleicht an dem einen oder anderen Individualisten, der zum Beispiel Daniel Theis in Szene setzen kann.

Simon Linder

#7 Isaiah Hartenstein (PF/C) – Zalgiris Kaunas

Der mit 19 Jahren blutjunge Isaiah Hartenstein zeichnet sich durch Kraft und Schnelligkeit sowie sein Gardemaß von 2,16 Meter aus. Zudem verfügt er über einen ansprechenden Wurf aus der Distanz. Defensiv kann Hartenstein dank seiner Größe und Schnelligkeit selbst auf kleinere Guards geswitcht werden. Das Rebounding gehört ebenfalls zu seinen Stärken, und auch sein Passspiel ist ordentlich. Auf dem Feld tut Hartenstein vielleicht gut daran, weniger mit Schiedsrichterentscheidungen zu hadern. Darüber hinaus kann er seine Skills, unter anderem den Abschluss mit seiner rechten Hand, in fast allen Bereichen verbessern.

#10 Isaac Bonga (PG) – FRAPORT SKYLINERS

Knapp 2,05 Meter misst der Spielmacher von den FRAPORT SKYLINERS – eine Rarität auf der Point-Guard-Position. Obendrein ist der 17-Jährige so schnell und ballgewandt, dass er mit dem Ball über das gesamte Feld sprinten kann. Deutlicher Steigerungsbedarf besteht für Bonga in Bezug auf seinen Fokus und seine Intensität in der Verteidigung. Ein etwas sicherer Wurf würde es noch schwieriger machen, ihn zu verteidigen.

#23 Niels Giffey (SF/PF) – ALBA BERLIN

Der 26-jährige Niels Giffey verfügt über ein hohes Spielverständnis, einen sicheren Distanzwurf und über Athletik. Als Kreativposten ist der Nationalspieler bislang selten in Erscheinung getreten. Seine Athletik und sein grundsolides Repertoire machen ihn an beiden Enden des Spielfeldes zu einem wichtigen Allrounder.

#26 Makai Mason (PG/SG) – Yale Bulldogs

Bei den Yale Bulldogs trumpfte Makai Mason in der Saison 2015/2016 groß auf. Unglücklicherweise musste er zuletzt verletzungsbedingt für eine komplette Spielzeit aussetzen. Der 22-Jährige ist für seinen starken Distanzwurf bekannt und kann mit seiner Robustheit im Pick-and-Roll zum Korb ziehen. Im Nationalteam zeigte Mason, dass er noch Schwierigkeiten beim Ballvortrag gegen physisch agierende Verteidigungen hat. Ein Blick auf den bisherigen Kader zeigt jedoch: Simon Linder hat Geduld!

#39 Karsten Tadda (SG/SF) – EWE Baskets Oldenburg

In Abstinenz von Per Günther musste Karsten Tadda teilweise sogar die Spielmacher-Position bekleiden. Neben einer aggressiven Verteidigung ist Tadda offensiv in der Lage, seine Mitspieler im Pick-and-Roll zu finden. Im Abschluss ist der 28-Jährige eher zurückhaltend. Sein Spot-up-Wurf ist jedoch solide.

#42 Florian Koch (SF/PF) – MHP RIESEN Ludwigsburg

Vielen basketball.de-Draft-Redakteuren gefällt wohl das, was die Verantwortlichen ihrer Lieblingsteams in diesem Sommer auf dem Transfermarkt bewerkstelligt haben. Simon holt den Ludwigsburger Neuzugang Florian Koch. Der 25-Jährige ist kein beeindruckender Kreativspieler, aber ein solider Athlet mit einem ordentlichen Wurf von außen.

Bisheriger Kader

Simon hat Geduld und ist bereit, seinen jungen Spielern verantwortungsvolle Rollen zu geben. Mit Makai Mason und Isaac Bonga stehen zwei Ballhandler im Kader. Grundsätzlich verfügt das Team über ein solides athletisches Niveau. In Sachen Intensität im Backcourt und Scoring sind aber Zweifel angebracht, ob der Kader im Jahr 2017 in einem BBL-Spiel bestehen könnte. Simon Linder dazu: „#TrustTheProcess“. Eventuell ist viel Geduld vonnöten.

Manuel Baraniak

#8 Johannes Voigtmann (C) – Baskonia Vitoria Gasteiz

Dreier, Passspiel, Post-up – Johannes Voigtmann kann in vielen Bereichen Akzente setzen und gerade im Semi-Pick-and-Roll ein wichtiger Spieler sein. Zudem kann mit dem 24-Jährigen das High-Low sowohl als Passgeber an der Dreierlinie oder als Low-Post-Spieler in Korbnähe gespielt werden. Am Abschluss mit der linken Hand kann Voigtmann noch arbeiten. Defensiv gibt es in Europa beweglichere Center, jedoch auch deutlich schwächere Rebounder. In der vergangenen Euroleague-Saison gehörte Voigtmann in dieser Disziplin zu den Besten.

#9 Per Günther (PG) – ratiopharm ulm

Per Günther kann mit seiner Schnelligkeit für ein solides Grundtempo sorgen. Offensiv ist der 29-jährige BBL-Kultspieler in der Lage, seinen eigenen Wurf in schwierigsten Situationen zu kreieren. Wenn es darum geht, beispielsweise eine Horns-Offense zu führen, ist Günther eventuell aufgrund seiner Größe gegen aggressive Verteidigungsformen ein wenig limitiert. Zudem gilt für ihn Ähnliches wie für Heiko Schaffartzik: In der Verteidigung ist das Switchen in Bezug auf sein Match-up schwierig.

#24 Kostja Mushidi (SF/SG) – BC Mega Bemax Sremska Mitrovica

Der 19-Jährige, der Deutschland zum Sieg beim Albert-Schweitzer-Turnier führte, entlastet Per Günther am Ball. Mushidi ist ein ordentlicher Dreierwerfer, der in Vojvodina vor allem häufig von außen wirft. Allerdings ist Mushidi robust genug, um auch den Korb zu attackieren. Er ist ein Allrounder, der schon in fast allen Bereichen Anlagen gezeigt hat und sich genauso in allen Bereichen verbessern kann.

#25 Moritz Wagner (PF) – Michigan Wolverines

Der 20-jährige Moritz Wagner kann die ideale Ergänzung zu Johannes Voigtmann sein. Auch er ist mit 2,11 Meter Gardemaß groß gewachsen und kann im Low-Post spielen. Im Laufe seiner Zeit als Profi sollte er ein wenig an Intensität gewinnen, um eine starke Anspielstation im High-Low zu sein. Genauso kann Wagner auch außen spielen. Der Dreipunktwurf gehört ebenfalls zu seinem Repertoire. Darüber hinaus ist Wagner schnell genug, um schnell in die Verteidigung zurückzulaufen.

#40 Maurice Stuckey (SG) – s.Oliver Würzburg

Maurice Stuckey gehört mit seinen 27 Lenzen bei weitem noch nicht zur älteren Gilde. Allerdings spielt der Würzburger bereits routiniert. Mit seinem Kampfgeist kann er eine Mannschaft mitreißen und spielerisch vor allem mit seinem Dreipunktwurf überzeugen. Außerdem ist Stuckey schnell genug, um den Ball in der Transition zu beschleunigen. Für ‚Big Plays‘ ist der ehemalige Bamberger ebenfalls zu haben. Sein Ballhandling könnte besser sein, ein Kreativspieler ist er eher nicht.

#41 Yorman Polas Bartolo (SF/SG) – Telekom Baskets Bonn

Die Spieler wissen schon, wer am härtesten verteidigt. Das denkt sich vielleicht Manuel, wenn er auf Yorman Polas setzt. Bei den Player Awards zur Saison 2016/2017, ein Projekt von den „Wortathleten“ und „GOT NEXXT, landete der 32-Jährige auf Platz eins bei den besten Verteidigern. Der Wurf von außen gehört nicht zu Polas‘ Stärken. Dafür kann er mit seiner Athletik und seinen Backdoor-Cuts im Transition-Spiel und auch teilweise im Halbfeld behilflich sein.

Bisheriger Kader

Manuel Baraniak setzt im Falle von Kostja Mushidi und Moritz Wagner auf Spieler, die noch enormes Entwicklungspotenzial haben. Auch Johannes Voigtmann kann auf Euroleague-Niveau an Konstanz gewinnen. Auf allen Positionen sind Werfer vorhanden. Auch das Passspiel und Ballhandling bis zur Position Drei könnten zu den Prunkstücken in Manuels Offense gehören. Gegebenenfalls fehlen ein Guard, der eher den Weg zum Korb als den Wurf von außen sucht, sowie im Frontcourt ein athletischer Verteidiger und Pick-and-Roll-Spieler. Maurice Stuckey und Per Günther können innerhalb der Mannschaft mit ihren Persönlichkeiten wertvolle Anhaltspunkte für Mushidi und Wagner sein.

German Hoops Draft: erste Einschätzung
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Manuel
Manuel 21. August 2017 um 15:31 Uhr

Gute Einschätzung, Lukas. Mit meinen dritten und vierten Picks auf Prospects wie Mushidi und Wagner zu gehen, nachdem sie an #24 und #25 noch verfügbaren, war für mich ein No-Brainer. Bei einem Draft muss man meiner Meinung nach auch den Nachwuchs stark gewichten. Mit meinen ersten beiden Picks hatte ich starke Win-Now-Spieler geholt. Auf Ballhandling, Wurf und Passqualitäten habe ich gesetzt, ja, würde da auch gerne die Referenz auf den modernen Basketball schreiben, wie bei Linus. Den athletischen Verteidiger im Frontcourt denke ich, mit Bartolo gefunden zu haben. Der darf in der Offense auch gerne den Weg zum Korb suchen als den Wurf.

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