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„Der Stadt etwas zurückgeben“

02.12.2015 || 15:47 Uhr von:
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„Viele Spitzenmannschaften hat es immer ausgezeichnet, dass sie zu den Playoffs in der besten Form waren.“ Marius Kröger verfolgt mit den Artland Dragons samt ihrer Sponsoren und Fans ehrgeizige Ziele – sowohl auf dem Parkett als auch abseits vom Court.

Seit der laufenden Saison sind die Artland Dragons in der 2. Basketball-Bundesliga ProB aktiv. In rekordverdächtiger Zeit musste der ehemalige Traditionsverein aus der Beko Basketball Bundesliga im Sommer die Weichen für den Neuanfang stellen. Einer intensiven Aufbauperiode folgte ein furioser Saisonstart mit fünf Siegen in Serie gefolgt von einer Durststrecke von vier Niederlagen am Stück. Mit einem Sieg in Stahnsdorf kehrten die Niedersachsen am vergangenen Sonntag jedoch wieder in die Erfolgsspur zurück. Dragons-Geschäftsführer Marius Kröger, zuvor von 2012 bis 2015 für die Event- und Spieltagsorganisation bei den Brose Baskets Bamberg zuständig, analysiert im Interview die Entwicklungen bei den Artland Dragons seit dem Neustart und richtet den Blick nach vorne.

Herr Kröger, vor fast 100 Tagen haben Sie das Amt als Geschäftsführer angetreten. Aus der Basketball-Bundesliga in die ProB: Haben Sie diesen Schritt bereut?

Nein, nicht eine Sekunde. Natürlich ist es teilweise eine andere Welt als in Bamberg. Gerade bei unseren Auswärtsspielen ist die Atmosphäre schon sehr speziell. Mir war aber klar, auf was ich mich einlasse. Ich bin sehr froh diesen Schritt gemacht zu haben. Ich kann jeden Tag dazulernen und alle Beteiligten haben mir den Einstieg sehr einfach gemacht.

Natürlich haben auch unsere Mitarbeiter einen großen Anteil daran. Alle sind mit Eifer bei der Sache und haben Lust, an diesem Projekt mitzuwirken. Die tägliche Arbeit macht unheimlich viel Spaß.

Saison eins nach dem Rückzug aus der Bundesliga in die ProB ist im vollen Gange. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Sehr positiv. Natürlich war es gerade in der Anfangszeit nicht immer einfach. Es waren unheimlich viele Aufgaben zu bewältigen. Zusammenfassend kann man aber sagen, dass wir organisatorisch in der ProB angekommen sind.

Nach einem sehr guten Saisonstart gab es eine Phase mit vier Niederlagen in Folge. Es folgte nun der Sieg gegen Stahnsdorf. Kann man sagen, dass Sie sportlich im Soll liegen?

Wir sind nach dem tollen Saisonstart nicht übermütig geworden. Im Umkehrschluss sind wir nach den teilweise unglücklichen Niederlagen auch nicht übermäßig nervös geworden. Ich denke, dass es wichtig ist, immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Wir wissen, was unsere Mannschaft und das Trainerteam leisten können. Wenn man alle Beteiligten in Ruhe arbeiten lässt, können wir gemeinsam viel erreichen. Viele Spitzenmannschaften hat es immer ausgezeichnet, dass sie zu den Playoffs in der besten Form waren. Dies erwarte ich auch von unserer Mannschaft.

Der Zuschauerschnitt liegt aktuell bei 2688 Zuschauern, damit liegen Sie an Position zwei der ProA und ProB. Nur in der ProA in Vechta kommen mehr Zuschauer. Wie erklären Sie sich diese Begeisterung?

Selbstverständlich kennen wir diese Statistik, welche uns sehr stolz macht. Man merkt doch deutlich, wie basketballverrückt Quakenbrück ist. Natürlich wissen wir, dass wir unseren Teil dazu beitragen müssen, diese Euphorie am Leben zu halten. Für viele Quakenbrücker gehört unser Spiel am Samstag einfach dazu. Nichtsdestotrotz müssen Mannschaft und Office täglich daran arbeiten, dass dies so bleibt und man weiter gerne zum Spiel geht.

Es gab auch einige Veränderungen im organisatorischen Bereich, unter anderem wurde der VIP-Bereich nach dem Spiel geöffnet. Wie bewerten Sie diese Änderungen?

Natürlich sind mit einem Neuanfang auch immer Veränderungen verbunden. Veränderungen bedeuten aber auch immer, dass man es nicht allen recht machen kann. Gerade die Öffnung des VIP-Bereiches sehe ich aber als sehr positiv an. Man merkt deutlich, dass die Fans länger in der Halle bleiben und das Spiel nicht mit dem Schlusspfiff zu Ende ist.

Auch ist eine neue Fanartikel-Kollektion geplant, diese wollen wir spätestens im Januar veröffentlichen.

Sicherlich haben wir auch Entscheidungen getroffen, welche wir vielleicht nicht noch einmal so treffen würden. Dies wird bei uns natürlich intern diskutiert, wir sind uns da auch nicht zu schade Fehler einzugestehen bzw. diese zu revidieren.

Zur sportlichen Zielsetzung haben sich alle Verantwortlichen immer zurückhaltend geäußert. Gibt es wirklich kein konkretes Ziel, welches Sie der Mannschaft mit auf den Weg gegeben haben?

Wer das Trainerteam um Dragan Dojcin kennt, weiß, wie ehrgeizig unsere Trainer sind. Dragan hat genug Erfahrung, um unsere Ziele realistisch zu definieren.

Natürlich haben Dragan und ich uns auch ein Ziel gesteckt. Wir hatten beide das Glück, als Spieler bzw. Mitarbeiter deutscher Meister zu werden. Dies sind unvergessliche Erinnerungen gewesen. Auch wenn es mit der deutschen Meisterschaft in absehbarer Zeit wohl nicht klappen wird, möchten wir natürlich immer das Maximale erreichen.

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„Euphorie am Leben halten“: Die Artland Dragons sind nach zwölf Jahren in der Beko BBL auf neuem Terrain angekommen.

Gibt es Überlegungen, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden?

Natürlich wissen wir, wo es auf dem Spielfeld noch etwas zu verbessern gibt. Es macht aber auch keinen Sinn, Hals über Kopf jemanden zu verpflichten. Wenn dann muss dieser Spieler keinen Verein haben und uns sofort helfen können. Allein durch diese Kriterien ist die Auswahl der Spieler schon stark eingeschränkt.

Wo stehen die Artland Dragons am Ende der Saison?

Ich bin mir sicher, dass wir in den Playoffs stehen und alle Zuschauer mit der Saison zufrieden sein werden. Welcher Runde dies entspricht, überlasse ich jedem selber. Klar ist aber auch, dass ein Weiterkommen häufig von der Tagesform abhängig ist und man sich bei einer Best-of-three-Serie keine Schwächephasen erlauben darf.

Auch im Bereich des Sponsorings hat sich viel getan. Es sind jede Menge Partner hinzugekommen. Ist das Ziel, sich breiter aufzustellen, bereits geglückt?

Jein! Natürlich haben wir einige neue Partner hinzugewonnen. Dies ist sicherlich aufgrund der neuen Gegebenheiten nicht selbstverständlich. Selbstzufriedenheit wäre jetzt aber die falsche Herangehensweise. Wir arbeiten täglich daran, neue Ideen und Mehrwerte auszuarbeiten, welche für unsere Sponsoren bzw. potentielle Sponsoren interessant sein könnten. Beispiele sind ein gemeinsames Weihnachtsbaumschlagen oder unser Neujahrsempfang. Ein Sponsoring bei den Dragons soll einen Mehrwert für beide Seiten darstellen, dies ist uns sehr wichtig.

Wir sind auch immer dankbar über Kontakte bzw. Hinweise zu möglichen Sponsoren und glauben, dass wir jedem tolle individuelle Pakete schnüren können.

Man hat das Gefühl, dass die Artland Dragons sich auch immer mehr zu Quakenbrück bekennen. Die Einladung der Kindergärten und die Kooperation mit den Quakenbrücker Fußballern sind nur einige Beispiele dafür. Sind diese Aktionen sinnbildlich für die neuen Artland Dragons?

Ja, dies kann man so sagen. In einer Kleinstadt wie Quakenbrück ist es sehr wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Wir möchten wieder näher ran an unsere Fans, die Artland Dragons sollen nahbar sein. Deswegen sind solche Aktionen für uns unheimlich wichtig. Wenn alle Quakenbrücker dem Projekt positiv gegenüberstehen, können wir gemeinsam viel erreichen. Hier ist es auch sehr wichtig, als Aushängeschild der Stadt etwas zurückzugeben.

Gibt es irgendetwas, was Sie den Fans und Sponsoren noch mit auf den Weg geben möchten?

Ja, gerne möchten wir uns im Namen aller Beteiligten für die bisherige Unterstützung bedanken. Wir alle freuen uns auf viele ereignisreiche Momente gemeinsam mit unseren Fans und Sponsoren und wünschen allen bereits jetzt eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit.

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