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Die ProB startet in die heiße Phase

17.03.2016 || 13:59 Uhr von: ,
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Alles ist angerichtet für die heißeste Zeit des Jahres – nicht draußen, nicht in der Beko BBL, nicht in der NCAA. Diesmal blickt basketball.de ausführlich auf die ProB-Playoffs voraus.

Playoffs Baby! Während sich die Beko Basketball-Bundesliga erst so langsam für den Schlussspurt der regulären Saison warmläuft und sich die ProA immerhin schon auf der Zielgeraden befindet, steigen die Temperaturen in der ProB bereits am kommenden Wochenende schlagartig in die Höhe. Den Startschuss geben die FRAPORT SKYLINERS Juniors gegen die Artland Dragons am Samstag, dem 19. März, um 18:30 Uhr. Die anderen Teams ziehen am gleichen bzw. einen Tag später nach. Gespielt wird vor dem Finale im Modus „best-of-three“. Wer nach Achtel-, Viertel- und Halbfinalrunden noch steht, trägt Anfang Mai in Hin- und Rückspiel zwei Endspiele aus. Die beiden Finalisten erringen das sportliche Teilnahmerecht für die ProA.

Playoffs Baby – Grund genug für basketball.de, um einen Blick auf die Achtelfinalserien zu werfen. Ob Klassiker, Derby oder Jugendtreff: Auch die ProB hält einiges an Spektakel bereit. Und damit das Spektakel auch in angemessenem Umfang aufgetischt wird, teilt basketball.de die Vorschau in zwei Teile. Den Anfang macht die rechte Seite des Brackets.

>>> Hier geht es zum zweiten Teil der Vorschau

FRAPORT SKYLINERS Juniors (3. Platz in der Südstaffel) vs. Artland Dragons (6. Platz in der Nordstaffel)

Quakenbrück fiebert ersten ProB-Playoffs entgegen

65,4. So wenige Gegenpunkte kassierten die Artland Dragons im Laufe ihrer ersten Hauptrunden-Saison in der ProB. Nur Erdgas Ehingen/Urspringschule wurden in der Spielzeit 2010/2011 seit der Gründung der 2. Basketball-Bundesliga 1975 (inklusive ProA und alle weiteren Formate) mit Abschluss der Hauptrunde im Schnitt noch weniger Punkte eingeschenkt (62,0). Dragons-Headcoach Dragan Dojcin sagt über das Steckenpferd seiner Mannschaft: „Wir mussten in dieser Saison einen Spielstil kreieren, der zu unseren Spielern passt. Was unsere Offensive betrifft, haben wir viel ausprobiert. Klar war aber von Anfang an, dass wir defensiv stabil sein müssen.“

Im Angriff gehörten die Dragons dagegen gemessen an der Punkteausbeute zu den harmloseren Teams der ProB: 68,3 eigens erzielte Zähler pro Spiel sind gleichbedeutend mit dem drittschwächsten Wert der Nordgruppe. „Wir konnten erst sehr spät mit der Kaderplanung beginnen, weil wir zuerst die Zusage für die Lizenz brauchten und erst danach neue Strukturen aufbauen konnten. Wir haben offensiv nicht das Talent anderer Teams, denn die meisten unserer Spieler waren zuvor immer nur Rollenspieler“, erklärt der Serbe, der 2008 als Spieler von ALBA BERLIN deutscher Meister wurde.

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Javarez Willis (Nr. 3) ist mit 13,0 Punkten pro Spiel der Topscorer der Artland Dragons.

Ihm gegenüber steht in der Quasi-Neuauflage der BBL-Playoff-Viertelfinalserie von 2005 mit Marius Nolte ein weiterer Ex-BBL-Veteran. Der 35-Jährige kümmert sich inzwischen um den Vertrieb und das Sponsoring bei den FRAPORT SKYLINERS. Neunmal in der laufenden Saison lief der Brettcenter aber noch für die Juniors in der ProB auf, und für ihn ist das Duell gegen die Drachen ein ganz besonderes: Am 30. September 2006 feierte Nolte, damals in Diensten der Paderborn Baskets, in der Artland Arena seinen persönlichen Startschuss in der Basketball-Bundesliga. Neuneinhalb Jahre später hilft die Kultfigur im Frankfurter Basketball (inzwischen seit 2009 in Frankfurt aktiv) auf dem Feld heutigen Youngsters bei ihren ersten Schritten auf dem Weg zu einer glorreichen Karriere.

davon tummeln sich eine ganze Menge im Frankfurter Kader: Garai Zeeb (8,0 Punkte, 4,7 Assists pro Spiel) und Niklas Kiel (14,7 Punkte, 7,6 Rebounds) waren im Sommer 2015 – genauso wie Quakenbrücks Lette Roberts Blumbergs – bei der U18-Europameisterschaft in Griechenland im Einsatz. Bei den FRAPORT SKYLINERS Juniors gehören sie zu den Leistungsträgern. Das gilt auch für die Doppellizenzspieler Max Merz, Johannes Richter und Tim Oldenburg.

Eine erhebliche Aufwertung erhielt Frankfurts Kader in den vergangenen Wochen durch den Litauer Tomas Dimsa, der vor der Saison vornehmlich als Rotationsspieler im Beko-BBL-Team vorgesehen war, doch dort nach einigen Verletzungen bislang zu keinem Rhythmus fand. Primär ist es ihm zu verdanken, dass Frankfurt die letzten vier Hauptrunden-Spiele allesamt für sich entscheiden konnte. Und dann ist da noch Travis Thompson: Der US-Amerikaner trifft im Schnitt vier Dreier pro Spiel bei einer phänomenalen Quote von 45 Prozent.

Auf die bisher gefestigte Dragons-Defensive um Kapitän Benjamin Fumey (12,0 Punkte) kommt also harte Arbeit zu. Die Fans im Artland freuen sich darauf schon längst: Für das zweite Spiel in der Artland Arena ist bereits der Großteil der 3.000 Tickets vergriffen. Und ihrerseits legen sich die Drachen auch ins Zeug, dass die Frankfurter Multifunktionshalle mit dem Namen „Basketball City Mainhattan“ mehr Zuschauer als bislang in der Hauptrunde lockt (73 pro Heimspiel): Der ehemalige Hauptsponsor der Dragons, MEDICO, lässt jeden Drachen-Fan für fünf Euro (Karte und Busfahrt) zum ersten Auswärtsspiel (19. März, 18:30 Uhr) in die Mainmetropole fahren. Das Feuer dürfte diese Serie dementsprechend keineswegs vermissen lassen.

ROSTOCK SEAWOLVES (N4) vs. Dresden Titans (S5)

Das einzige Derby im Achtelfinale

Die Achtelfinalserie zwischen den ROSTOCK SEAWOLVES und den Dresden Titans verspricht Spannung und Nervenkitzel vom ersten Ballbesitz an. Im einzigen Ostderby der Playoffs in der 2. Basketball-Bundesliga ProB genießen die viertplatzierten Ostseestädter Heimrecht gegen die ambitionierten Titanen aus Sachsen.

Beide Teams gehen mit viel Selbstvertrauen in die Serie: Während die Rostocker vier der letzten fünf Spiele der Hauptrunde gewannen, holten die Dresdner zuletzt fünf Siege in Folge. Dabei vertraut Titans-Coach Steven Clauss auf die beste Offensive der Liga (83,0 Punkte pro Spiel), in der Aufbauspieler Randal Holt heraussticht. Der nachverpflichtete US-Amerikaner steht bei Punkten (21,4) und Assists (6,6) in den Top-drei der Liga. Seine Leistung wird wegweisend sein, um die Elbriesen im dritten Jahr in Folge ins Viertelfinale zu führen.

Auf der anderen Seite steht das Rostocker Abwehrkollektiv, das von Matt Hunter und André Murillo angeführt wird. Zusammen legten sie fast 30 Punkte und 14 Rebounds pro Partie auf. Hinzu kommt die beeindruckende Kulisse in Rostock; durchschnittlich fast 2.000 Fans besuchten die Heimspiele in der Hauptrunde. Zu den Playoffs werden noch mehr Zuschauer erwartet.

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Bislang standen sich Rostock und Dresden erst zweimal in der ProB gegenüber: In der Saison 2014/2015 gewannen jeweils die Gäste. In den Playoffs 2016 soll es anders enden: „Der Heimvorteil wird entscheidend sein. Wir setzen uns in drei Spielen durch“, hofft Jens Hakanowitz, Sportlicher Leiter der SEAWOLVES.

BG Karlsruhe (S1) vs. Citybasket Recklinghausen (N8)

Comeback-Kids wittern Überraschung

Zwei Siege, zehn Niederlagen. Nach einem derart verhunzten Saisonstart steckt so manch ein Team bereits den Kopf in den Sand. Manche Mannschaftsteile beginnen gar nur noch für die eigene Statistik zu spielen, um sich noch in eine passable Verhandlungsposition für den nächsten Vertrag zu bringen. Doch nicht bei Citybasket Recklinghausen! Die Comeback-Kids der ProB kommen aus dem Ruhrpott und befanden sich eigentlich schon auf dem besten Weg in die Abstiegsrunde.

In der Krise begab sich Citybasket zurück zu den Wurzeln und holte mit dem quirligen Spielmacher Cavel Witter sowie Power Forward Robert Franklin zwei Leistungsträger aus vergangenen Spielzeiten zurück – mit bahnbrechendem Erfolg: Seitdem Franklin (14,2 Punkte, 10,6 Rebounds) zurück ist, hat die Mannschaft von Trainer Florian Gut – der Name ist aktuell Programm – sieben ihrer neun Partien vor dem Ende der regulären Saison gewonnen. Der andere Rückkehrer, Cavel Witter, gehört mit 20,0 Zählern pro Spiel zu den Topscorern der Liga und erreichte mindestens diesen Schnitt je in den vergangenen vier Partien – diese entschied Citybasket allesamt für sich. Eine phänomenale Aufholjagd wurde dadurch perfekt gemacht und mit dem Einzug in die Playoffs belohnt.

Eine nahezu perfekte komplette Hauptrunde brachte Recklinghausens Achtelfinalgegner gerade hinter sich. Die BG Karlsruhe marschiert seit dem ersten Saisonspiel quasi geradewegs in Richtung Aufstieg. Erst am siebten Spieltag kassierte das Team um Veteran und Topscorer Rouven Roessler (15,6 Punkte) seine erste Saisonniederlage. Besonders stark ist der ehemalige Bundesligist an den Brettern: Power Forward Jeremy Black (11,5 Punkte, 8,5 Rebounds) und Center Marcus Smallwood (13,4 Punkte, 9,5 Rebounds) sammelten zusammen alleine 28 Rebounds je Partie ein. Insgesamt krallte sich die BG im Schnitt 42,0 Boards. Nochmal untermauert wird die Dominanz der Baden durch eine weitere Statistik: Die Mannschaft von Trainer Nenad Josipovic gewann ihre Spiele durchschnittlich mit 81,3:72,8 Punkten und damit staffelübergreifend mit der höchsten Differenz.

Wenn auf Karlsruhe in der ersten Runde der Achte der Nordstaffel wartet, könnte demnach von einer lockeren Angelegenheit für den Südstaffel-Primus ausgegangen werden – wären da nicht diese Comeback-Kids aus Recklinghausen: Die Ruhrstädter beendeten ihre letzten sieben Partien gar mit einer durchschnittlichen Positiv-Differenz von 11,1 Zählern (79,7:68,6) und können in ihrer aktuellen Verfassung für jeden aufstiegshungrigen Kontrahenten zu einem echten Spielverderber werden.

MTV Herzöge Wolfenbüttel (N2) vs. Weißenhorn Youngstars (S7)

Nachwuchstalente unter sich

Im Duell der beiden Farmteams von den Basketball Löwen Braunschweig und von ratiopharm ulm treten zwei Mannschaften aufeinander, die Erfolg nicht unbedingt vorrangig an Resultaten in der Tabelle bemessen. Erfolg bedeutet für diese beiden Teams, wenn ein Robin Amaize die Saison als Dreh- und Angelpunkt der Herzöge in der ProB beginnt und in der zweiten Saisonhälfte inzwischen in der Lage ist, im Braunschweiger BBL-Team Impulse zu setzen. Erfolg bedeutet auch, wenn ein Joschka Ferner in der ProB mit dem Ball in seinen Händen Würfe kreieren darf, um nach und nach bei ratiopharm ulm in der BBL mehr Akzente setzen zu können.

Vor allem für die Herzöge Wolfenbüttel verlief die Saison aber auch auf dem Papier überaus erfolgreich. Vor der Spielzeit stieg Wolfenbüttel aus der Regionalliga in die ProB auf. Durch die initiierte Kooperation mit Braunschweig wurde der Kader mit einigen vielversprechenden Talenten angereichert, darunter ebenjener Robin Amaize. Der 22-Jährige war einer der Schlüsselfaktoren für den Höhenflug der Herzöge. 15,5 Punkte, 5,5 Rebounds und 3,1 Assists pro Spiel bilden mitunter seine enorme Vielseitigkeit ab. Amaize kann sowohl mit dem Gesicht als auch dank seiner Physis mit dem Rücken zum Korb dominieren. Defensiv gehört er nicht zu den Top-Performern seines Teams, doch dank einer fein abgestimmten Pick-and-Roll-Teamdefense lässt sich diese Schwäche in der Regel verbergen.

Und so ist die Mannschaft von Taktikfuchs Ralf Rehberger mit 68,0 Gegenpunkten pro Spiel hinter den Artland Dragons sogar das zweiteffektivste Verteidigungsteam der ProB. Die Mischung aus einer disziplinierten Defensive und einer mit individuell talentierten Könnern bestückten Offensive, zu der auch Demetrius Ward (11,4 Punkte, 4,5 Assists) und Sid-Marlon Theis (12,1 Punkte) beitragen, macht die Herzöge zu einem sehr unangenehmen Gegner.

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Die Defense der Herzöge steht nahezu majestätisch. Lars Lagerpusch (l., weiß) und Sid-Marlon Theis (r.) statuieren ein Exempel für die erfolgreiche Braunschweiger und Wolfenbütteler Nachwuchsarbeit.

Die Weißenhorn Youngstars sind gefordert, vor allem ihrem Ruf als drittbestes Dreierteam der Südstaffel (32,4 Prozent) sowie als gute Reboundmannschaft gerecht zu werden. Brisanz halten die Duelle zwischen den zahlreichen Jungspunden bereit. Gerade der erst 19-jährige David Krämer (13,5 Punkte, 4,8 Rebounds) legte in der laufenden Spielzeit eine hervorragende Entwicklung hin und droht seinem Braunschweiger Pendant, Robin Amaize, einen knallharten Fight abzuverlangen. Klar ist: In den Playoffs steht der Erfolg auf der Anzeigetafel für beide Farmteams mehr denn je im Vordergrund.

Am Freitag (18.3.) folgt die Vorschau auf folgende Serien: Giants TSV 1861 Nördlingen gegen Baskets Akademie Weser-Ems / Oldenburger TB, Iserlohn Kangaroos gegen Uni-Riesen Leipzig, TEAM EHINGEN URSPRING gegen Itzehoe Eagles und VfL AstroStars Bochum gegen ScanPlus Baskets Elchingen.

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