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„Ich bin nicht der Basketball-Papst“

17.05.2013 || 08:12 Uhr von:
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Frank Buschmann spricht im ersten Teil des exklusiven CROSSOVER-Interviews über den Hype um seine Person, die aktuelle Basketballsituation im Deutschen Fernsehen und wie er als der Gurkendieb der Nation mit seinen Kritikern umgeht.

CROSSOVER: Der Hype um dich ist so groß wie noch nie. Egal ob NBA, BBL, Fußball-Bundesliga oder „Schlag den Raab“: In den letzten Monaten warst du überall mittendrin statt nur dabei. Hinzu kommt der unglaubliche Erfolg deiner Facebook-Seite, auf der du deine mittlerweile fast 100.000 Fans tagtäglich mit witzigen und informativen Posts rund um dich und deine Arbeit und Freizeit unterhältst. Pumpst du schon wie ein Maikäfer dem Burnout entgegen oder ist da noch Luft nach oben? Einige User machen sich ja bereits Sorgen, ob dir nicht schon die Frau weggelaufen ist?

Frank Buschmann: Ich bin ja trotz meines nahezu biblischen Alters noch ziemlich robust, und wenn der Körper dann doch mal „stopp“ sagt, dann mach ich auch stopp. Das war jetzt der Fall, als ich nach einem irrwitzigen Programm dann noch am Sonntag NBA aus London übertragen sollte. Da sag ich dann auch schon mal „nein“.

Über den Hype bin ich selbst etwas überrascht. Es ist ja nicht so, dass ich wie Kai aus der Kiste gekommen bin. „Schlag den Raab“ mach ich nun im siebten Jahr, im Sportbereich kennt man mich ja auch schon länger. Was ganz lustig ist, dass im Basketball, wo ich ja eigentlich der Opa der Berichterstattung bin, ich nochmal so einen neuen Hype erlebe durch die NBA-Live-Spiele bei spox. Was da los ist, wenn ich sonntagabends auf spox kommentiere, ist der komplette Wahnsinn. Ich finde das ganz lustig, dass offensichtlich auch die heute 15-25-Jährigen dem, wie ich das da veranstalte, offensichtlich was abgewinnen können. Das zeigen ganz deutlich die Klickzahlen, die –wenn ich das mache – schon recht gut sind. Das ist eine schöne Sache, das schmeichelt mir, aber überbewerten will ich das Ganze auch nicht.

Und zur Sache Facebook: Das ist für mich kein Stress, das ist eine Geschichte, die mir total Bock macht. Das mach ich ein gutes Jahr und wenn ich dann wirklich keine Lust habe oder wirklich im Urlaub bin – auch wenn es mir keiner glauben will – dann mach ich mal ein paar Tage Ruhe.

Und dass die Seite relativ erfolgreich läuft, kann man auch nicht abstreiten.

Na klar. Ich merk das ja auch. Es sind auch schon einige Unternehmen an mich herangetreten, die da was mit mir machen wollten. Aber man sieht ja, bei mir auf der Seite gibt es keine Werbung. Und mit einem Gerücht wollte ich auch mal aufräumen bezüglich der T-Shirts, die ich vertreibe. Einige meinen ja, ich würde da dick mit Kohle scheffeln. Das habe ich nur gemacht, weil mich einige darauf angesprochen haben, ob ich nicht mal so ein Gurkendieb-Shirt oder ratatata mache. Ich kann euch beruhigen, davon werde ich nicht reich, weil ich das alles über spreadshirt mache. Das war ein Gefallen, den ich ein paar Gurkendieben getan habe. Da verdiene ich dann ein paar Euro dran, und die kommen einem wohltätigen Zweck zu Gute. Wer da schon wieder Böses vermutet, der hat nicht mehr alle beieinander. Und ich werd jetzt keinen Klamottenladen aufmachen, deswegen kann ich alle beruhigen.

Viele Basketball-Fans fragen sich, wie es mit dir in der nächsten Saison weitergeht. Sehen wir dich nächste Saison weiterhin für die NBA-Spiele auf spox.com am Mikrofon? Und wirst du zukünftig noch von der BBL berichten? Dein Vertrag mit Sport1 wurde ja nicht verlängert.

Dem jetzigen Stand nach kann ich natürlich nicht alles genau beantworten. Klar kann ich schon sagen: Wenn im Himmel nicht Jahrmarkt ist und Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen, dann werde ich die BBL nächstes Jahr nicht mehr kommentieren, das ist sicher. Mit spox sind wir gerade in Gesprächen, und ich vermute, dass ich nächste Saison via NBA auf spox kommentieren werde, weil es mir Spaß macht. Aber wie gesagt, das müssen die am Ende auch entscheiden, aber ich vermute, dass es weiter geht. Natürlich ist es vom finanziellen und zeitlichen Aufwand vom Sender und mir aus nicht immer ganz so einfach, wie ihr Freaks euch das vorstellt, aber ich gehe sehr stark davon aus, dass ich nächstes Jahr mit der NBA weitermache.

Aber die Playoffs kommentierst du diese Saison nicht mehr? Auch keine Finals?

Nein, ich hab schon den letzten Termin absagen müssen, weil der Körper gestreikt hat, und ich platt war und weil ich auch nicht an irgendeinem Flughafen irgendwann mal zusammenbrechen möchte. Ich weiß auch gar nicht, ob spox überhaupt die Finals zeigen darf. Ich selbst kenne da die Vertragssituation nicht. Ich glaube, die dürfen bis zu den Conference Finals übertragen. Aber ich geh jetzt in den Urlaub, den brauche ich. Da können jetzt alle schimpfen und sagen: Der liebt den Basketball doch gar nicht so doll, wie er immer sagt, aber auch ich habe eine Familie und muss mal irgendwann Urlaub machen, und deswegen mach ich das.

Der Basketball-Boom in Deutschland ist so groß wie lange nicht mehr. Trotzdem bekommen es die hiesigen TV-Anstalten nicht gebacken, ein gescheites Angebot in Sachen NBA für den Konsumenten anzubieten. Dass in der kommenden Saison Live-Spiele im FreeTV angeboten werden, ist ungefähr so wahrscheinlich wie eine Meisterschaft der Charlotte Bobcats 2014. Selbst ein wöchentliches TV-Magazin, wie es in den 1990ern mit „Jump ran“ oder „Inside NBA“ gab, sucht man seit Jahren vergeblich. Du arbeitest doch nächstes Jahr für ran. Wäre eine Wiedergeburt von Jump ran möglich? Oder ist ein wöchentlicher Basketballrückblick mit den Highlights aus der NBA und BBL vielleicht auch ein Thema für deine angekündigte Web-Show im nächsten Jahr?

Das ist ein extrem komplexes Thema, mit dem ich Seiten füllen könnte, aber ich versuche es einmal abzukürzen: Es ist ja nicht so, dass kein Sender NBA live im Free TV machen will, und dass die alle doof sind.

Punkt 1: Die NBA-Rechte fürs Free TV sind relativ hoch. Das liegt daran, dass die NBA mit verschiedenen Pay TV-Sendern in Europa gut dotierte Verträge hat, da man die deutschen Sender via Satellit auch z.B. in Südeuropa emfangen kann. Deswegen sagen sich diese Sender: Hört mal, wir bezahlen teuer Geld an die NBA und dann kommt ein Free TV-Sender aus Deutschland, der bei uns via Satellit umsonst zu empfangen ist, und wir müssen dafür richtig latzen. Das ist übrigens genau der Grund, warum die Übertragung der NBA Finals 2011 auf SAT.1 gescheitert ist. Es war von allen der große Wunsch, Nowitzki im Free TV zu zeigen, es ist aber für einen Free TV-Sender nicht refinanzierbar.

Zweites Problem: Es steht nicht jedes Jahr ein Nowitzki in den Finals und ein Saisonspiel Charlotte Bobcats gegen Philadelphia 76ers zwischen drei und sechs Uhr nachts von Donnerstag auf Freitag in der Woche interessiert in Deutschland kein Schwein. Sowas würde zu einem Paket dazu gehören, aber es ist schlichtweg nicht machbar.

Zum Thema „Magazin“ auf SAT.1: Auch da muss man im Hinterkopf behalten, dass man ein Bewegtbild braucht, welches Geld kostet. Dass der Basketball-Boom so groß ist, wie lange nicht, habe ich schon 321 Mal gehört, dies habe ich persönlich noch nicht registriert, und setze mal ein dickes Fragezeichen dahinter. Wünschen würde ich mir so ein Magazin, würde es aber nicht von Frank Buschmann moderieren lassen, sondern von einem jungen, talentierten, hippen Typen, der wirklich das Klientel anspricht, und dann könnten wir ja in der Sendung eine Greisenrubrik mit Frank Buschmann machen. Aber ich müsste da nicht mehr so wie früher bei „Inside NBA“ durch die Gegend hopsen.

Aber nochmal für alle: Ich bin nur derjenige, der das kommentiert und habe keinen Einfluss und Entscheidungskraft darauf, was die Sender machen. Stichwort zu meiner Geschichte im Internet: Das ist eine spannende Sache. Aber auch wenn ich einen Partner im Boot habe, mit dem viel möglich ist und der mir finanziell hilft: Im Normalfall werden wir nicht das große Geld aufbringen, um eine Sportschau oder NBA-Show im Netz zu machen. Das einzige was ich schon verraten kann: Man wird Dirk Nowitziki in Situationen sehen und in einem Gespräch erleben, so wie man es noch nie im Fernsehen gesehen hat. Es wird aber keine reine Basketball-Show werden, weil ich auch eine hohe Klickzahl generieren möchte, und das schaffe ich nicht alleine mit Basketball. Das müsst ihr alle leider begreifen.

Wenn ihr vom Basketball-Boom sprecht: Das ist bei uns Wahnsinnigen natürlich der Fall, da draußen in der großen weiten Welt ist das aber eben nicht so. Geh doch mal nach draußen in Hamburg auf die Straße und frag, wie die Serie zwischen ratiopharm ulm und den Artland Dragons ausgegangen ist. Das weiß kein Schwein, die fragen: Was ist denn Artland Dragons? Ist das ein Computerspiel oder was? Das ist die Realität, nur um das mal ganz kurz richtig einzuordnen. Geh mal in München über die Straße und frag, wie es in der Serie zwischen den San Antonio Spurs und den Golden State Warriors steht. Das weiß kein Mensch!

Nur damit wir uns mal kurz einig sind: Wir reden über maximal 150.000 stark Interessierte an der NBA und am Basketball, mehr sind das leider nicht. Warum? Darüber könnte ich jetzt den nächsten Vortrag halten. Aber wir können uns natürlich darauf einigen, dass es toll für die Sportart wäre und ich das immer unterstützen würde und sicherlich auch beratend und kommentierend zur Seite stehen würde, wenn ein großer Free TV-Sender sich entscheiden würde, regelmäßig Basketball zu senden. Ob NBA oder BBL wäre mir dabei wurscht. Die NBA kann es aber nicht sein. Die NBA geht nicht, weil es nicht im Interesse der NBA ist, im Free TV zu übertragen bzw. dass sie zu viel Geld dafür haben wollen, so dass es für die Sender nicht zu bezahlen ist. Daher ist sowas zurzeit nur im Netz auf spox möglich. Also bitte mit den Vorwürfen an die ganzen Sender wie SPORT1 etc. aufhören, die bei weitem nicht über das Budget für so eine Geschichte verfügen. Sowas geht einfach leider nicht. Nur damit das mal geklärt ist. Außer wenn man natürlich einen reichen, bekloppten Basketballverrückten eines Tages bei einem Sender findet, der dafür ordentlich Geld reinpumpt. Ich würde ja schon sagen: Wenn ein Euroleague-Spiel mit deutscher Beteiligung am immer gleichen Sendeplatz zur immer gleichen Sendezeit übertragen werden würde. Das wäre für mich die einzig machbare Geschichte, und wenn dann immer noch nicht die Quoten stimmen, muss man sich wirklich was überlegen.

Die Einschaltquoten der wenigen BBL-Übertragungen am Sonntagmittag auf kabel eins waren in diesem Jahr ja auch nicht so überragend.

Das ist immer relativ. Du kannst nicht mitten in der Saison wie Kai aus der Kiste springen und ein Basketballspiel mittags übertragen und erwarten, das gucken jetzt Millionen von Menschen auf einem Sender, der nicht dafür bekannt ist, Basketball zu zeigen. Man muss auch zu der Sendezeit was sagen: Das ist ein typisch deutsches Phänomen. Da nörgeln alle über die Sendezeit. In allen anderen europäischen Sendern ist das Gang und Gebe. Man muss es einfach immer wieder und wieder zur gleichen Sendezeit übertragen. Nur so kann man herausfinden, ob es funktioniert. Aber ich finde es sehr lobenswert und gut, dass kabel eins sich überhaupt getraut hat, so etwas zu machen. Die anderen lassen alle die Finger davon.

Was ist denn eigentlich mit den Sendern, die den öffentlich-rechtlichen Auftrag haben? Was ist mit denen eigentlich? Warum meckert eigentlich keiner über die? Die haben den Auftrag, das zu machen. Meinetwegen in ihren dritten Programmen. Sie haben jetzt nicht zwingend den Auftrag in der ARD oder ZDF mittags oder zur Primetime Basketball zu zeigen, aber sie hätten vielleicht mal den Auftrag, in ihren dritten oder ihren digitalen Sendern was zu zeigen.

Die nächste Frage wäre dann natürlich, wie gut es wäre, wenn es die Öffentlich-rechtlichen wirklich machen? Mit wieviel Know-how und Herzblut gehen die an so ein Produkt ra?. Und dann weiß ich nicht, ob ich mir das dort wirklich wünschen soll. Ich würde mir wünschen, dass sich da nochmal jemand aus der ProSieben/ SAT.1-Familie herantrauen würde. Aber nochmal, das ist sicherlich nicht so einfach und leicht zu wünschen. Aber ob das Christkind das Päckchen unter den Weihnachtsbaum legt, ist wiederum eine andere Geschichte. Natürlich würde ich mir als Basketballer wünschen, wenn da eine gewisse Regelmäßigkeit hineinkommen würde.

Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten: Einige Leute kritisieren dich dafür, dass du mittlerweile zu viel Wert auf die Show legst und dafür weniger aufs Wesentliche achtest. Andere behaupten, du wärst zudem nicht mehr nah genug dran an der NBA, um kompetent zu kommentieren. Was entgegnest du diesen Kritikern?

Erstmal darf da jeder seine Meinung frei äußern, auch da könnte ich wieder ganz weit ausholen. Natürlich bin ich nicht mehr so nah an der NBA dran, wie viele zu Hause es glauben zu sein. Das muss ich so ausdrücken. Wie dicht jemand an der NBA dran ist, der nur irgendwelche Podcasts hört oder auf verschiedenen Basketball-Portalen liest – na gut – wie dicht jemand an der NBA dran ist, das lassen wir jetzt dahingestellt sein. Ich glaube, da kann ich schon ganz gut mithalten. Aber ich werde sicherlich nicht so viel lesen wie andere. Das akzeptiere ich.

Was das damit zu tun hat, ob ich ein NBA-Spiel kommentieren kann oder nicht, erschließt sich mir nicht. Mir kommt es vor, als wäre es auch nur ein kleiner Kreis, der mich kritisiert. Früher habe ich mich über sowas geärgert, da stehe ich aber mittlerweile drüber. Ich bin schon für Kritik empfänglich, glaube aber, dass ich ein Basketballspiel besser lesen kann als 99 Prozent der Leute, die mir vorwerfen, ich wäre nicht zu dicht dran oder würde zu viel Show machen. Das behaupte ich und das bestätigen mir auch Leute, auf deren Meinung ich sehr viel Wert lege wie Holger Geschwinder, Svetislav Pesic und auch sogar viele amerikanischen Kollegen, als ich früher viel in den USA war und sich damit beschäftigt haben, wie ich mit der NBA umgehe. Von daher gehe ich damit relativ relaxt und entspannt damit um.

Ich weiß natürlich, dass meine Art nicht allen gefallen kann. Und dass ich übrigens auch Fehler mache, ist klar. Es gibt keinen Kommentator, der fehlerlos bleibt. Auch ich spreche im Eifer des Gefechts mal einen Spielernamen falsch aus, auch ich bewerte im Eifer des Gefechts mal eine Spielsituation falsch.

Was mich stört sind Leute, die nur mit amerikanischen Fachbegriffen um sich werfen. Was ich da höre, das macht mich manchmal fassungslos, und ich sag mir lieber: Hör mit dem Unsinn auf, lies einfach das Spiel und vermittle den Leuten zu Hause Spaß. Machen wir es für 500 Irre, die sich auskennen oder es zumindest glauben, oder machen wir das für eine größere Anzahl von Sportinteressierten, die wir begeistern wollen? Das heißt nicht, dass ich meine Hausaufgaben nicht mache. Und wenn ich manchmal zu wenig analysiere, dann beschäftige ich mich schon mit dem Vorwurf. Ich schaue mir meine Spiele auch oft im Nachhinein an. Es ist nicht so, dass ich mich nicht mit Kritik beschäftige. Das ist ja Wahnsinn. Aber was da manche Leute vom Stapel lassen, da schmeiß ich mich nur noch weg.

Bring mir die ganzen Jungs, die wie ich so viele NBA-Spiele kommentiert haben, die beim Training, Interviews, der Nationalmannschaft etc. so nah dran waren wie ich. Bring sie mir und wir können uns nochmal unterhalten. Aber nochmal: Das sage ich nur, um zu erklären, warum ich glaube, dass die auf dem Holzweg sind. Das heißt nicht, dass ich alles richtig mache und es heißt auch nicht, dass jeder meine Art mögen muss.

Noch was wichtiges, auch wenn du das alles gar nicht schreiben kannst: Es gibt schon Momente, wie ich letztes oder vorletztes Jahr in den Finals erlebt habe, da sitzt Pascal Roller neben mir und liest Dinge in einem Basketballspiel, wo mir kurz mal die Kinnlade runterging und ich dachte: Wow. Da hat er Recht. Das habe ich jetzt so gar nicht gesehen. Und es ging nicht um all die amerikanischen Fachbegriffe, sondern Raumaufteilung und was da alles passiert ist in einem bestimmten Angriff. Da gebe ich dann schon zu: „Das hab ich nicht gesehen.“

Aber ich bin auch nicht der Basketball-Papst. Ich sehe nicht alles richtig. Und ja, ich bin emotional und geh damit einigen auf den Sack, wenn ich Show mache. Aber ich mache das aus einem einzigen Grund und das wollen diese Kritiker nicht begreifen. Ich mache das aus Liebe zum Spiel, ich liebe Basketball. Ich liebe Wettbewerb, und Basketball liebe ich ganz besonders und dann sei es mir doch bitte gestattet, das Ganze mit Emotionen zu begleiten. Wer das nicht mag, dem will ich das doch gar nicht nehmen. Nochmal, wer lieber andere deutsche Kommentatoren im Basketball hört – da bin ich doch nicht böse. Ich mag die Jungs alle. Es ist doch alles gut und es wird doch auch keiner gezwungen.

Erstaunlich ist halt nur, das ist halt das Ulkige: Warum sind die Übertragungen der NBA so viel erfolgreicher und werden so viel mehr geschaut, wenn ich kommentiere? Das ist dann vielleicht einfach mal die Frage, die man mal stellen muss. Aber nochmal, das soll jetzt nicht so wie der Sonnenkönig daher kommen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich die normale Eitelkeit eines jeden Fernseh-Fuzzis habe, aber ich mache das nicht, um mich selbst in ein tolles Licht zu setzen. Es ist meine Art, ich kann auch gar nicht großartig anders, wenn die Post abgeht, aber ich kann natürlich auch ruhig, wenn ein Spiel langweilig ist und so daher läuft. Aber nochmal: Der Vorwurf, ich würde nur Show machen und das Spiel nicht wirklich verstehen, das ist schon aberwitzig und vogelwild.

Wie gesagt, ich hab neulich noch lange mit Pesic zusammen gesessen und muss das jetzt einmal wirklich sagen. Da sitzt der mir gegenüber und fragt, warum er in Deutschland wirklich nur einen Journalisten kennt, der sich im Basketball wirklich auskennt. So! Also, ich glaube übrigens überhaupt nicht, dass es so ist wie Pesic sagt, damit wir das auch gleich wieder richtig einordnen – es gibt viele fähige Kollegen – aber so viel zum Thema „Der hat ja keine Ahnung vom Basketball“.

Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews.

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eightch
eightch 17. Mai 2013 um 8:45 Uhr

buschi ist einfach der beste! der bringt das komplette paket und den zuschauer auch mal zum lachen… wer das talent hat beim „wattepusten“ eine atmosphäre wie bei einem finalsspiel zu schaffen ist über jeden zweifel erhaben… „das ist ja unglaublich – jetzt geht es nicht mehr nur um die wurst, es geht um den ganzen grill“ 😉

mouthman
mouthman 17. Mai 2013 um 11:33 Uhr

ich glaube, dass das „problem“ bei buschi heutzutage ist, dass er aufgrund der social networks, die ja alles und jeden in kurzer zeit erreichen, sich selber in eine rolle stecken lässt, die er dann (unbewusst) zu erfüllen versucht. das schlägt sich dann nieder in (gefühlter?) fehlender authentizität. es ist schwer zu erklären, aber als jemand, der die finals der mitte 90er noch live im dsf verfolgt hat, habe ich schon den eindruck, dass buschi nicht mehr diese natürliche begeisterung und unbekümmertheit an den tag legt wie damals. aber wer will es ihm nach so vielen jahren im geschäft verdenken?

früher war er sich aufgrund fehlender resonanz über die netzwerke seiner wirkung nicht bewusst (oder zumindest nich in dem ausmaße). das verhalten, das er an den tag legte, war unbeeinflusst von jeglicher außenwirkung. heutzutage geht er zur bild-zeitung der talkshows markus „ranz“ lanz und muss sich erklären, warum er so kommentiert wie er es tut. das hinterlässt zwangsweise spuren, auch wenn es nicht bewusst sein mag. jemand, der heute einem buschmann zuhört, der hat erwartungshaltungen, über die sich ein buschmann eben ob der oben erklärten umstände bewusst ist, auch wenn er es vielleicht gar nich so will. und das merkt man seinem stil an.

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