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Ulm springt nach Sieg in Gießen auf Playoff-Platz

11.12.2017 || 06:45 Uhr von:

Die GIESSEN 46ers hatten am Nachmittag des zweiten Advents ratiopharm ulm zu Gast. Während es draußen ohne Unterlass schneite, sahen die Fans in der Osthalle ein überraschend spannendes Basketballspiel. Die 46ers, die ohne Max Landis (Knie), Jamar Abrams (Schnittwunde) und Austin Hollins (Wirbelsäule) antraten, starteten wie die Feuerwehr und konnten ihren Vorsprung lange aufrechterhalten. Erst im dritten Viertel übernahm das Team des ehemaligen 46ers-Coach Thorsten Leibenath die Kontrolle über das Spiel und die Führung. Angeführt von Ismet Akpinar und Da’Sean Butler mit je 19 Punkten gewannen die Schwaben 84:70. Damit steht der Vizemeister von 2016 nach zwölf Spielen auf Platz acht. Gießen bleibt Elfter.

Beide Trainer fassten die Partie auf der Pressekonferenz treffend zusammen.

Thorsten Leibenath (ratiopharm ulm)

„Ich bin sehr froh, dass wir gewinnen konnten. Ich glaube nicht, dass wir unser bestes Spiel gemacht haben. Ich glaube aber auch, dass es ganz schwierig ist, in so einer Situation gut auszusehen. Viele Spieler fehlen beim Gegner, und wir haben Spieler auf einmal auf der Liste, die wir noch nie haben spielen sehen.

Jeril Taylor und Nick Hornsby (Anm. d. Red.: Die beiden Importspieler von Gießens ProB-Mannschaft, die den ersten von jeweils fünf Aushilfseinsätzen in der BBL absolvierten) habe ich noch nie spielen sehen. Sie spielen zwei Ligen unter uns und dann passiert genau das, was nicht passieren darf: „Sie werden mit Intensität spielen, aber das kriegen wir schon hin.“ Genau diese Einstellung konnte man zu Beginn des Spiels sehr intensiv wahrnehmen.

Beim Gegner ist genau das umgekehrte passiert: „Bei uns fehlen drei ganz wichtige Spieler, jetzt müssen wir alles geben, damit wir hier eine Chance haben.“ Die sind von der ersten Minute hellwach und spielen mit viel Leidenschaft. Sie spielen auch mit dem Mut der Verzweiflung. Nicht lange fackeln, sondern jede Gelegenheit, die sich bietet, nutzen. Taylor hat ein ganz tolles Spiel gemacht, er hat die Gelegenheit genutzt.

Es hat eine Zeit lang gedauert, bis wir uns in das Spiel gearbeitet haben. Aber wir haben uns ins Spiel gearbeitet. Wir haben nicht schön gespielt, wir hatten zu viel Ballverluste, aber wir haben irgendwann gearbeitet, wie ich mir das vorstelle. Da muss man vor allem Da’Sean Butler erwähnen, der auf beiden Seiten des Feldes ein herausragendes Spiel gemacht hat. Er hat super verteidigt, dem Gegner Fouls angehangen, wichtige Punkte gemacht und ganz wichtige Rebounds geholt.

Eine Kategorie dahinter sehe ich Ismet Akpinar, der ganz stark gespielt hat. Isaac Fotu, der wichtige Würfe getroffen hat, da John Bryant mehr den Korb verteidigt hat als die Freiwurflinie. Und nicht zuletzt Nico Bretzel (Anm. d. Red.: 18 Jahre, 6 Punkte, 2 Blocks, 4:44 Minuten), der einen ganz tollen Einstand heute gezeigt hat. Er hat uns wichtige Punkte gegeben und vor allem ganz wichtige Energie.“

Ingo Freyer (GIESSEN 46ers)

„Wir haben mit sehr viel Risiko gespielt. Wir haben wirklich versucht, wichtige Optionen der Ulmer wegzunehmen, was uns auch geglückt ist. Die kleinen Spieler, wie Trey Lewis oder auch Per Günther. Wir haben mit Risiko aber auch einige Sachen offengelassen. Was einigermaßermaßen geklappt hat, aber nicht vollends. Zum Beispiel die Würfe von Fotu, wenn er die halt alle macht, wird es schwer. Wenn er die danebensetzt, ist es gut und er ist kein Schütze von der Mentalität.

Taktisch haben wir schon durchsetzen können, was wir wollten. Am Ende war dann Ulms Qualität einfach höher. Dass wir nicht so intensiv spielen konnten, gerade hinten heraus, wegen der angespannten Personalsituation, da hatten wir gehofft irgendwie durchzukommen. Sie hatten dann aber die tiefere Bank. Dass sie gewonnen haben, war okay.

Aber Heidenrespekt vor meiner Mannschaft, wie wir gekämpft haben und versucht haben, das umzusetzen. Wie wir John Bryant auch viele Dreier haben schießen lassen, das wird auch von Woche zu Woche besser.

Das Ergebnis sah am Ende höher aus als es eigentlich war. Für mich war es gefühlt so, dass wir auch hätten gewinnen können. Wenn bestimmte Situationen im dritten und vierten Viertel, da verlegen wir ein, zwei leichte Sachen oder es kommt kein Foul, wenn das dann fällt und auf der anderen Seite nicht, dann gewinnen wir vielleicht. Von daher Hut ab an meine Mannschaft, wie wir die fünf Spieler aus der ProB integrieren konnten, mit denen wir zweimal vorher trainiert haben. Dafür sah das ganz gut aus, aber man möchte natürlich lieber zwei Punkte mitnehmen.“

Ulm springt nach Sieg in Gießen auf Playoff-Platz
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