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NCAA-Game of the Week: Ohio State Buckeyes vs. Marshall Thundering Herd

25.11.2016 || 14:35 Uhr von:
Mit Ohio State und Marshall treffen Freitagnacht zwei Teams mit blütenweißer Weste aufeinander. Wer behält den Nimbus des Unbesiegbaren? Die Antwort live auf basketball.de

Die Ausgangslage:

Zugegebenermaßen stellt die Paarung Ohio State versus Marshall kein absolutes Highlight im diesjährigen NCAA-Kalender dar. Marshall wartet seit nunmehr 30 Jahren auf ein Comeback im großen NCAA-Turnier und auch die Basketballer aus Ohio State mussten nach sieben Turnierteilnahmen in Folge im letzten Jahr die March Madness am Bildschirm verfolgen. Während die Thundering Herd in der Conference USA in dieser Saion gemeinsam mit Middle Tennessee und UAB auf die Tabellenspitze in der hauseigenen Conference schielen, steht für die Buckeyes ein Jahr der Wiedergutmachung an. Beide Mannschaften hielten sich bislang schadlos, aber ließen in ihrem bisherigen Spielplan auch die ganz großen Mammutaufgaben vermissen. Die Ohio State Buckeyes (5-0) und Marshall Thundering Herd (4-0) gehören laut der Metrik von KenPom zu jenen 40 Mannschaften, die bis dato die leichtesten Spielpläne hatten. Ohio State kann zumindest mit dem 72:67-Erfolg über die Providence Friars einen Sieg gegen ein Top-70-Team vorweisen.

Somit ist die Ausgangslage für beide Mannschaften klar: Marshall kann mit einem Sieg über ein High-Major-Team das eigene Resumee signifikant aufwerten und Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben (Cincinatti und Pittsburgh Ende Dezember) tanken. Abgesehen von der eigenen weißen Weste hat das Mid-Major-College an diesem Freitag nichts zu verlieren. Anders die Lage bei den Buckeyes: Auch wenn die Thundering Herd in diesem Jahr zu den besseren Mid-Major-Teams gehören, wäre eine Heimniederlage gegen Marshall ein ganz dickes Minus im Resumee. Sollten die Buckeyes im März 2017 zu jenen „Bubble-Teams“ gehören, die auf einen at-large-Bid hoffen müssen, wäre eine Marshall-Niederlage ein potentielles K.O.-Kriterium.

Warum sich das Einschalten lohnt:

Kaum zu glauben, aber dieses Spiel beinhaltet tatsächlich NBA-Flair. Und dies hängt nicht einmal mit den Akteuren auf dem Basketballfeld zusammen. Denn mit Dan D’Antoni zeichnet sich der ältere Bruder des Houston Rockets-Trainer Mike D’Antoni an der Seitenlinie für die Thundering Herd verantwortlich. Der ältere D’Antoni fungierte in der NBA als Assistant Coach unter seinem Bruder (Phoenix Suns, New York Knicks und Los Angeles Lakers), ehe er 2014 in hauptverantwortlicher Funktion an seine Alma Mater zurückkehrte. Wer an dem Basketballstil á la D’Antoni seine Freude hat, der wird auch bei den Marshall Thundering Herd auf seine Kosten kommen. Viele Hand-Offs am Perimeter, Pick-and-Pop-Situationen en masse sowie konsequente Dribble-Drives inklusive Kick-Outs prägen das offensive Erscheinungsbild von Marshall. All das natürlich auf einem Qualitäts-Level, das nicht zu den allerhöchsten Standards in der NCAA gehört, aber attraktiv ist das Offensivspiel von Marshall durchaus (Offensiv-Rating: 106,9 – Platz 81)

(NBA-) Players to watch:

Im Kader der Ohio State Buckeyes sammelt sich einiges an „Borderline“-NBA-Talent. JaQuan Lyle, Keita Bates-Diop und Jae’Sean Tate sind allesamt potentielle Kandidaten für einen Zweitrunden-Pick bei der Draft 2017 respektive 2018. Der Flügelspieler Keita Bates-Diop ist mit seiner Mischung aus Shooting, Athletik und defensiver Variabilität wahrscheinlich das vielversprechendste Talent aus NBA-Perspektive. Ob der Junior jedoch gegen Marshall überhaupt auflaufen kann, ist angesichts einer Knöchelverletzung noch fraglich.

Ansonten präsentierte sich Sophomore-Playmaker JaQuan Lyle in der noch jungen Saison als verlässlicher Aufbauspieler. Der Dreier fällt konstant (38,5% 3FG bei 2,8 Versuchen pro Partie) und auch als primärer Ballhandler überzeugt Lyle mit einer wesentlich „umsichtigeren“ Spielweise als noch während seiner Freshman-Tage.

Ohio State Buckeyes versus Marshall Thundering Herd: live auf basketball.de

 

Marshall gewinnt, wenn…

    • sie es schaffen das Spieltempo hochzuhalten und ihre Transition-Offense forcieren

Die Thundering Herd versuchen konstant das Spiel schnell zu machen (75,2 Possessions pro 40 Minuten – Platz 19). Eine klare Vorgabe ihres Trainers, der die D’Antoni-Spielphilosophie auch auf das College-Level transportiert. Nicht unbedingt „Seven Seconds or Less“, aber trotzdem eine klare Akzentueriung auf den schnellen Korbabschluss und die Early Offense. Dem Team kommt es hierbei zu Gute, dass sie mit einer sehr kleinen Aufstellung spielen und alle Spieler die Transition mitlaufen können. Hier liegt ganz klar ein Schlüssel zum Sieg für Marshall. Je mehr sie die Buckeyes dazu drängen können an einem „wilden“ Shootout zu partizipieren, umso besser.

    • Austin Loop und Jon Elmore von der Dreierlinie heiß laufen

Austin Loop als einen reinen Spezialisten zu bezeichnen, grenzt noch an einer Untertreibung. In seinen vier Jahren bei den Thundering Herd weist Loop eine 3PAr (Dreipunktewürfe in Relation zu allen Feldwürfen) von 86,7 Prozent auf. In den ersten vier Saisonspielen kamen gar 26 seiner 27 Feldwürfe von jenseits der Dreierlinie. Seine Quote von 42,3 Prozent ist dabei ein sehr guter Wert. Wollen die Thundering Herd das Upset gegen Ohio State schaffen, müssen die Schützen Loop, Jon Elmore (28,0% 3FG bei 6 Versuchen pro Partie) sowie Stevie Browning (43,8% 3FG bei 4 Versuchen pro Partie) einen effizienten Shooting-Abend erwischen.

Ohio State gewinnt, wenn…

  • sie ihren bisherigen defensiven Output beibehalten

Die Buckeyes stehen aktuell mit einem Defensiv-Rating von 92,4 in der Top-15. Kleine Stichprobe hin, schwache Kontrahenten her – wollen die Mannen von Coach Thad Matta in dieser Saison wieder zu den Top-Teams gehören, dann schaffen sie dies primär über ihre Defensivarbeit. Denn hier liegen klar die Stärken der meisten Buckeyes-Jungs. Trevor Thompson ist dank seiner Länge ein effektiver Shotblocker (2,2 BpG), Bates-Diop und Tate mimen die Flügelstopper und Guard Lyle vereint als Perimeter-Verteidiger Länge und laterale Gewschwindigkeit.

Bei ihrer Mann-Mann-Verteidigung würde es sich in diesem Match-Up lohnen am Perimeter bei den gegnerischen Blöcken und Hand-Offs viel zu switchen und so die Marshall-Offense zu kontern.

  • sie erfolgreich den Korb attackieren

Ohio State ist physischer, athletischer und länger. Diese Vorteile sollten auch in der Offensive konsequent ausgenutzt werden. Den Thundering Herd mangelt es an einem richtigen Ringbeschützer, der die eigene Zone verteidigt. Diese Schwachstelle sollten die Buckeyes immer wieder durch Penetrations ausnutzen und ihre Frontcourt-Spieler in Post-Up-Situationen am tiefen Zonenrand bringen. Tate, Thompson, Marc Loving und Lyle schließen allesamt in dieser Saison bislang effizient (>75 Prozent FG% am Korb) in der gegnerischen Zone ab und sollten auch gegen Marshall hier zu ihren Möglichkeiten kommen. Werden die auftretenden Mismatches immer wieder gezielt ausgenutzt und eine Balance ziwschen Inside-Outside-Scoring gefunden, dann sollten die Buckeyes ihrem Gegner frühzeitig den Zahn ziehen.

Fazit:

Gelingt Head Caoch Dan D’Antonio gegen Ohio State der erste große Erfolg seiner Coaching-Karriere bei Marshall? In den letzten beiden Spielzeiten zog man gegen Teams wie West Virginia, Maryland oder Louisville immer den Kürzeren. Dass in diesem Jahr der erste Achtungserfolg gegen ein High-Major-Team gelingt, ist zumindest auf dem Papier nicht auszuschließen. Die Buckeyes werden jedoch erpicht darauf sein, dass sie sich im Vorfeld der Big Ten-Saison keine gröberen Schnitzer erlauben, um ihr Resumee nicht frühzeitig zu torpedieren.
So oder so – dieses Spiel verspricht mehr als es auf dem ersten Blick den Anschein hat.

…Nostradamus sagt:

74:68 für Ohio State.

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