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Spielerportrait: Jonas Valančiunas

22.01.2014 || 16:50 Uhr von:
Jonas Valančiunas_Matthew Addie (via flickr, CC BY 2.0)
Jeder Spieler sei zu verkaufen, nur er nicht, meinte kürzlich der General Manager. Die Franchise baut ihre Mannschaft um den jungen Sophomore auf, unheimlich viel wird von ihm erwartet. Bisher kann der junge Litauer die...

Jeder Spieler sei zu verkaufen, nur er nicht, meinte kürzlich der General Manager. Die Franchise baut ihre Mannschaft um den jungen Sophomore auf, unheimlich viel wird von ihm erwartet. Bisher kann der junge Litauer die Erwartungen nicht zu hundert Prozent erfüllen – doch er hat großes Potenzial.  Der Spielercheck diese Woche: Jonas Valančiunas.

Name: Jonas Valančiunas
Position: Center
Nation: Litauen
Größe/Gewicht: 2,13 Meter/109 KG
Team: Toronto Raptors
Stats 2012/2013: 8,9 Punkte, 6,0 Rebounds, 0,7 Assists, 0,3 Steals, 1,3 Blocks, 55,7 % Feldwürfe und 78,9 % Freiwürfe in 23,9 Minuten

Mit 16 gab er sein Profidebüt, mit 17 stieg er mit KK Perlas Vilnius in die erste litauische Liga auf, mit der U-16 und der U-18-Nationalmannschaft wurde er Europameister und MVP – seine bisherige, noch junge Karriere sprach für sich, als Valančiunas 2011 von den Toronto Raptors gedraftet wurde. Zwar blieb er noch ein Jahr in Litauen und unterschrieb erst 2012 einen Vertrag bei den Raptors, doch das machte die an ihn gestellten Erwartungen nicht kleiner. Im Gegenteil: Nicht nur, dass das basketballverückte Litauen viel von dem jungen Mann erwartet, auch General Manager Ujiri ließ diese Saison durchsickern, dass er seine Franchise um den Litauer aufbauen möchte.  Laut ESPN-Insider Chad Ford sieht die Lage so aus: „Jonas Valančiunas und vielleicht noch Amir Johnson sind die Einzigen, die sie [die Toronto Raptors – Anm.d.Red.] wirklich behalten wollen.“

In seinem Rookie-Jahr konnte er mit 8,9 Punkten, 6,0 Rebounds und 1,3 Blocks diese Erwartungen noch nicht erfüllen, viel zudem 20 Spiele verletzt aus. Die Frage ist: Kann Valančiunas jemals in die Fußstapfen treten, die durch den Erwartungsdruck für ihn bereits ausgestanzt wurden? Ein Mann, der scort wie Brook Lopez, der reboundet wie DeAndre Jordan und den Korb verteidigt wie Roy Hibbert – das sind die letztendlichen Ansprüchen.

Doch Valančiunas lässt sich davon nicht belasten, spielt in seinem Sophomore schon mehr und besser. „Ich möchte beweisen,” sagte Valančiunas, „nicht reden.” Zwar sind durchschnittlich zehn Punkte und 8,4 Boards immer noch nicht das Wahre, doch diese Zahlen sprechen auch nur die halbe Wahrheit:

Valančiunas ist ein Spieler, der seine größte Stärke im Post hat. Mit 2,13 Metern, einer Wingspan von 2,25 Metern und rund 105 Kilogramm Kampfgewicht hat der Litauer das Potenzial einer der Top-Rebounder der Liga zu werden. Bereits jetzt greift er sich mehr als die Hälfte aller für ihn möglichen Rebounds (56,2%), mit mehr Erfahrung im Stellungsspiel wird der Wert von 8,4 noch nach oben schnellen.
Außerdem besitzt der 21-Jährige bereits einige guten Moves (vor allem der Hakenwurf) und Durchsetzungsvermögen im Post und ist mit dem Rücken zum Korb gefährlich, ebenso im Pick’n’Roll – kurz gesagt: in der Zone. Jedoch muss er aufpassen: Letzte Saison verlor er den Ball zu häufig im Post (gut ein Viertel seiner Tos).

Shotchart_Jonas Valanciunas

Rund 80 Prozent seiner Würfe sind aus dem Post, 70% im Paint. Damit ein Spieler an dieser Stelle des Courts jedoch aktiv werden kann, braucht er vor allem eines: Pässe.

In der Rudy Gay-Ära sah das Spiel der Raptors jedoch meist so aus: Ballvortrag Lowry, Pass zu DeRozan oder Gay, Isolation und Abschluss. Nur selten wurde der Big Man im Post mit Bällen gefüttert, viele Ballbesitze musste er sich erkämpfen. In dieser Saison liegt seine Nutzung durch das Team gerade einmal bei schlappen 18 Prozent – für einen bereits guten Post-Spieler mit jeder Menge Potenzial viel zu wenig.

Seit Gay jedoch weg ist, geht es nicht nur bei Toronto als Ganzes aufwärts, sondern auch beim Center. Gay weg heißt für Valančiunas den Ball öfter in seiner Hand. Die Folge: In den ersten 14 Spielen nach Gays Trade legte er in elf davon zweistellige Punktezahlen auf und reboundete besser. Höhepunkt war sein 16 Punkte-18 Rebounds-Spiel gegen die Knicks. Es hat gezeigt, was Valančiunas mit seinem großen Potenzial möglicherweise in Zukunft konstant auflegen kann.

Das Spiel eines Basketballspielers hat jedoch nicht immer nur eine offensive Seite, sondern sollte – im Bestfall – auch defensiv ansprechend sein.
Valančiunas ist als Sophomore ein Rim-Protector mit Luft nach oben. 49,2 Prozent treffen Gegner am Korb gegen ihn, bei 8,6 Versuchen. Damit ist er bereits jetzt schon über dem Durchschnitt der Big Men der Liga (50,1 Prozent bei 6,9 Versuchen) – aber nur knapp. Knapp wird natürlich in Zukunft nicht reichen, denn ein Team, dass wie Toronto Anspruch und den Hunger auf die Playoffs hat, braucht einen Defensivanker – und der soll möglichst bald Valančiunas’ Namen tragen. Zusammen mit Johnson halten sie ihre Gegner bereits bei 47 Prozent. Der bisher negativste Trend, den Valančiunas stoppen muss: In mehr Spielzeit blockt er weniger Schüsse (1,0 diese, 1,3 letzte Saison), hat diese Saison aber mehr Fouls (3,2 pro Spiel) als letzte Saison (3,0).
Auch Raptors-Veteran Aaron Gray weiß: „So stark er auch schon in der Offensive ist, muss er in der Verteidigung noch viel besser werden, damit wir ein dominantes Team werden können“.

Wenn – dieses Wort schießt beim Gedanken an Valančiunas häufig in den Kopf. Im Augenblick noch zu häufig. Klar ist: Valančiunas hat das Potenzial einer der besten Center der Liga zu werden. Er ist gerade einmal in seinem zweiten NBA-Jahr und 21 Jahre alt.
Klar ist aber auch, dass die Raptors und die Fans viel vom Litauer erwarten – die Zukunft von Torontos Basketballfranchise liegt zum großen Teil in seinen Händen.

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