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The Microwave – Vinnie Johnson

21.07.2002 || 00:00 Uhr von:


Immer wieder pushte er sein Team zu Siegen.

An den Spieler Vinnie Johnson erinnern sich heute wohl oft nur noch echte Pistonsfans. Als junger und neutraler Basketballfan findet man seinen Namen nicht unter irgendwelchen besten Spieler der NBA-Listen, sondern ?nur? bei Umfragen über den besten Nickname der NBA. Dort befindet er sich immer unter den Top 10 und in Gesellschaft von so großartigen Spielern wie "Magic" Earvin Johnson oder "The Round Mound of Rebound" Charles Barkley, denn seinen Spitznamen vergessen wohl selbst Leute nicht, die ihn nur einmal gehört haben: The Microwave, denn dieser Spitzname ist einfach kurz, cool und passend!
Doch in den 80ern und 90ern war er nicht nur wegen seines Nicknames bekannt sondern besonders deshalb weil er zwei Meisterschaften mit den Detroit Pistons 1989 und 1990 gewann. Er war zwar kein Starter, aber einer der besten sechsten Männer der Liga und eine Besonderheit hatte dieser Spieler noch: Er war verrückt. Dies sagten jedenfalls seine Gegenspieler. Die Verrücktheit drückte sich allerdings meist auf eine positive Weise aus, da er einfach vom Trainer auf den Court geschickt werden konnte und ohne Probleme die nächsten 5 Würfe nahm und allesamt auch traf. In der Saison 1989, in der die Bad Boys aus Detroit ihren ersten Titel gewannen, kam Johnson von der Bank, weil die Point Guard und Shooting Guard Positionen schon mit zwei genialen Spielern besetzt waren, nämlich Isiah Thomas und Joe Dumars. Und wenn man heute über das damalige Pistonsteam redet, fallen oft Namen wie Thomas, Dumars, Lambeer, Salley oder Rodman aber selten Vinnie Johnson, doch unter seinen Gegnern und Mitspielern genoß er ungeteilten Respekt, weil Johnson etwas besonderes an sich hatte, denn er konnte einfach heißlaufen und den Gegner alleine aus der Halle schießen. Bei Reggie Miller gehört er z.B. zu den Spielern mit denen man nie Trash-Talk gemacht hat, denn er beschreibt Vinnie Johnson wie folgt: "My rookie year, wenn I was young and gung ho, we were playing the Pistons in Detroit. That´s when they had the Microwave, Vinnie Johnson. I remember I blocked his shot out of bounds and started talking shit to him. Then Vern [Fleming] came up and said: ? Don´t talk shit to that motherfucker because he´s crazy.? When Vern says that, you listen. The Microwave might go off and score 50."
Diese Einstellung war berechtigt, denn Johnson hatte einige große Momente in seiner Karriere. Er wurde als siebter Pick von Seattle 1979 gedraftet aber schon 1981 für Greg Kelser zu den Detroit Pistons geschickt. Dies war ein Fehler der in Seattle noch lange bereut werden sollte, denn Vinnie Johnson vollbrachte besonders in den Playoffs großes für Detroit und er und nicht Isiah Thomas, Joe Dumars oder Dennis Rodman warfen die Pistons zum Titel im Jahr 1990. Im fünften Spiel der Finalserie gegen die Portland Trail Blazers hatte er bis zum Beginn des vierten Viertels nur einen Punkt erzielt und die Pistons lagen im vierten Viertel fast aussichtslos zurück, doch Vinnie Johnson erzielte im vierten Viertel 15 Punkte und davon sieben Punkte in den letzten zwei Minuten. Mit dem letzten Wurf vor der Sirene erzielte er schließlich das 92-90 für Detroit und warf sie somit zum 4-1 Erfolg in der Serie über Portland und zum NBA Titel.
Vinnie Johnson zeigte bei dem wichtigsten Wurf seines Lebens einmal mehr seine Qualitäten in ein paar Sekunden heiß zu laufen und einfach unstoppable zu sein. Seine Teamkollegen wussten das und Bill Lambeer sagte vor dem letzten Wurf zu Johnson: ?I don’t care if you miss 500 in a row, I’m still with you.?
Es war einfach diese Fähigkeit von der einen auf die andere Sekunde von der Bank zu kommen und gleich den Gegner abzuschießen, wodurch er dann auch seinen Nickname von Danny Ainge erhielt. Ainge fand den Namen passend:?because he heats up in a hurry?.
Vinnie Johnson hält in Detroit z.B. den Franchiserekord für die meißten Punkte in Folge innerhalb eines Spieles. Dies gelang ihm 1989 gegen die Utah Jazz, als er heiß lief und am laufenden Band Würfe traf. Am Ende waren es 19 Punkte in Folge.
Auch 1989 in der Finalserie gegen die Lakers zeigte sich die Stärke der drei blitzschnellen und offensivstarken Guards der Pistons. Während die Lakers aufgrund des Ausfalls von Byron Scott schon große Probleme hatten überhaupt Isiah Thomas und Joe Dumars unter Kontrolle zu bringen, hatten die Pistons auf der Bank immer noch "The Microwave" sitzen. Im dritten Spiel erzielte Dumars im dritten Viertel 21 Punkte und war nach seiner überragenden Leistung zwischenzeitlich völlig ausgepumpt. Die Lakers blieben aber trotz Dumars Leistung dran, weil Abdul Jabbar die Bretter dominierte. Aber während die Lakers sich nur auf ihre Starter verlassen konnte, schickte nun Chuck Daly Vinnie Johnson für Dumars auf den Court, der nun zu Beginn des vierten Viertels 10 schnelle Punkte erzielte und somit den Pistons den Sieg sicherte. In diesem Spiel erzielten allein die Guards der Pistons zusammen 74 Punkte!
Nach 13 NBA Jahren beendete Vinnie Johnson schließlich seine Karriere. Obwohl er nie die allergrößten Stats lieferte und kein großer Star war, passte er perfekt ins Team und auch die Pistons wussten, was sie ihm zu verdanken haben und sein Trikot mit der Nummer 15 wurde für immer einbehalten und unter die Hallendecke gehängt. Er war sicher keiner der allerbesten Pistonsspieler, aber er hatte seinen eigenen Stil und sehenswert waren seine Auftritte auf jeden Fall. Vinnie Johnson hatte etwas Besonderes an sich, wodurch er sich vom Durchschnitt abhob und sich Respekt verdiente: Er lief zur richtigen Zeit heiß und konnte egal wann und wo den Gegner im Alleingang besiegen.

The Microwave – Vinnie Johnson
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