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Indiana Pacers: Auf in die zweite PG13-Ära

16.10.2016 || 09:29 Uhr von:
Die Indiana Pacers haben im Sommer mächtig aufgerüstet und wollen zum zweiten Mal in der Ära Paul George oben angreifen. Helfen soll dabei ein Point Guard aus Atlanta.

Die letzte Saison

Mit einem wiedergenesenen Paul George im Kader beließen es die Pacers bei einem Jahr Playoff-Abstinenz. 45 Siege reichten in der eng beieinander liegenden Eastern Conference für einen siebten Platz. In der ersten Playoff-Runde ging es für George und Co. nach Kanada. Gegen die Raptors ging es über die volle Distanz, das entscheidende siebte Spiel verlor man denkbar knapp mit 84:89. Während sich die Defense der Pacers weiterhin stabil präsentierte, drückte der Sneaker in der Offense. Nur 102,2 Punkte brachte die oftmals träge Offensive aus Indianapolis pro Spiel auf das Scoreboard.

Die Offseason

Ein Missstand, den es für Larry Bird im Sommer zu ändern galt. Die Celtics-Legende nahm auf fast allen Positionen im Team Änderungen vor. Frank Vogel, zuvor neun Jahre als Assistant- und Head Coach bei den Pacers aktiv, erhielt keine Vertragsverlängerung. Dafür beförderte er den ehemaligen Assistant Coach Nate McMillan auf den Chefposten. Der North Carolina-Native kommt mit der Empfehlung, die Offensive der Trail Blazers einst zu der besten der Liga gemacht zu haben.

Auch die Neuverpflichtungen für das Parkett sprechen eine klare offensive Sprache. Der defensivstarke George Hill macht Platz für Jeff Teague. Der ehemalige All-Star soll in seiner Heimatstadt eine temporeiche Offense aufziehen, die Scorer auf dem Flügel in Szene setzen sowie immer wieder selbst seinen eigenen Wurf kreieren. Alles Dinge, die der 28-Jährige nachweislich kann. Der Roster der Pacers bietet mit George, Ellis, Jefferson und Young genügend Spieler, die es gewohnt sind, viele Würfe zu bekommen. Dass Teague eine ähnliche Situation bereits in Atlanta über Jahre managen musste, könnte zum Vorteil für die Pacers werden und die Eingewöhnung des Aufbaus erleichtern.

Mit Thaddeus Young, Al Jefferson und Aaron Brooks gewinnt der Kader fähige Veteranen. Paul George bekommt mit dem Trio satte 29 Jahre NBA-Erfahrung an die Seite gestellt. Young bietet einen guten Drive und stattliche Athletik. Bei den Brooklyn Nets entwickelte sich der 28-Jährige zur verlässlichen Scoring-Option. Der Dreier will jedoch immer noch nicht fallen. Das Positive daran: Young weiß das und nimmt immer weniger Würfe von Downtown. Waren es  2014 noch 3,7 Versuche pro Spiel, drückte der Small Foward in der vergangenen Saison nur 0,4 Mal von außen ab.

Eine große Last liegt auf den Schultern von Al Jefferson. Nachdem die Pacers mit Ian Mahinmi ihren besten Verteidiger in Korbnähe verloren, klafft ein Loch am eigenen Brett. Man kann noch nicht erwarten, dass Myles Turner eben jenes bereits in seinem Sophomore-Jahr in Eigenregie stopfen kann, weshalb Jefferson vor allem in der Defensive Verantwortung übernehmen muss. Immer wiederkehrende Verletzungen gepaart mit der nie wirklich guten Athletik lassen die ehemalige Hornisse im Alter von 31 Jahren tatsächlich des Öfteren alt aussehen. Speziell bei der Pick and Roll-Verteidigung, oder wenn Big Al gegen kleinere Gegenspieler aushelfen muss, kann es für den Korb der Pacers brenzlig werden. Offensiv stellt der Big Man dennoch weiterhin eine gute Option dar. Die grundsolide Fußarbeit und die butterweichen Hookshots sind weiterhin eine Herausforderung für jeden Gegenspieler.

Aaron Brooks bringt Tiefe und Instant Offense auf der Eins, Rookie Georges Niang kann immer wieder mit Shooting aushelfen.

Star und Schlüsselspieler

Der frischgebackene Olympia-Sieger und Franchise Player Paul George bildet weiterhin den Kopf der Pacers. In der vergangenen Spielzeit setzte er mit 23,9 Punkten pro Partie eine neue persönliche Bestmarke. „PG13“ ist in der Offensive einen Albtraum für jeden Gegenspieler. Ob per Drive, Stop-and-Pop oder aus dem Post – es gibt keine Situation, in der George nicht punkten kann. Wie gut dieses Pacers-Team sein kann, steht und fällt auch mit seinen Leistungen – und mit seiner Gesundheit. In der Offense muss George als Taktgeber ein Gefühl für die richtige Balance entwickeln. Sollten die Angriffsbemühungen seiner neu zusammengestellten Pacers in den ersten Wochen des Öfteren stocken, muss George die Kohlen eventuell auch im Alleingang aus dem Feuer holen. Auf dem Papier kann diese Mannschaft die Beste sein, in der George bisher in Indianapolis spielen durfte. Der Entwicklungsschritt zum absoluten Spitzenteam ist daher enger denn je mit seinen Leistungen verknüpft.

Nachdem Myles Turner seine Verletzung zu Saisonbeginn auskuriert hatte, ging es schnell. Stabile Leistungen und ein erwachsenes Auftreten auf dem Court spülten den Texas-Absolventen schnell in die erste Fünf der Pacers. Seine knapp 23 Minuten Spielzeit nutzte der Rookie dabei stets effizient. 10,8 Punkte bei guten Quoten aus dem Feld und von der Freiwurflinie sowie 5,5 Rebounds und 1,4 Blocks pro Spiel unterstreichen das enorme Potenzial, das in dem 20-Jährigen schlummert. Turner wird dieses Jahr mehr am Brett zu tun bekommen und gilt nach dem Abgang von Mahimi als bester Ringbeschützer im Team. Hier gilt es für den elften Pick der letztjährigen Draft, sich aus Foulproblemen herauszuhalten. Offensiv gibt Turner seinem Team eine Menge. Der Wurf aus der Mitteldistanz fällt verlässlich, genau wie der Hakenwurf in der Zone. Turner wird in der kommenden Saison eine größere Rolle spielen müssen. Und bisher deutet vieles darauf hin, dass er dafür bereit ist.

Kaderübersicht

 StarterBankBank
PGJeff TeagueAaron BrooksJoe Young
SGMonta EllisRodney Stuckey
SFPaul GeorgeC. J. MilesGlenn Robinson
PFThaddeus YoungLavoy Allen
CMyles TurnerAl JeffersonKevin Seraphin

Prognose

Die Indiana Pacers sind verdammt schwer zu prognostizieren. Von einigen als zweitbestes Team der Eastern Conference gehandelt, von anderen weiterhin als durchschnittliches Basketballteam mit Potenzial bis Rang sechs eingestuft. Die Wahrheit wird dazwischen liegen. Wenn sich die Offensive der Pacers schnell findet und sich die Defense weiterhin als sattelfest erweisen sollte, können George und Co. vom Saisonstart weg um die ersten drei Ränge des Ostens mitspielen.

Realistischer scheint jedoch das Szenario, dass die Pacers zu Saisonbeginn immer wieder Probleme haben werden. Neuer Coach, neuer Point Guard, neuer Fokus – das braucht Zeit. Die Qualität des Rosters wird am Saisonende für eine Platzierung zwischen drei und sechs reichen. Mit dem Heimvorteil im Rücken können diese Pacers in die Conference Finals einziehen, den Cavaliers wird man dennoch nicht gewachsen sein.

US-Manager-Tipp

Knapp drei Millionen übrig und auf der Suche nach einem Scorer? Rodney Stuckey kann aushelfen. Der 30-Jährige ist vermutlich das, was man gerne als „Streaky Shooter“ bezeichnet. Wenn die ersten Würfe fallen, wird der Ring für Stuckey ganz, ganz groß. Das mussten in der Preseason auch die Milwaukee Bucks erfahren, denen der Pacer in 25 Minuten 21 Punkte einschenkte – und von seinen vier Versuchen von Downtown jeden traf. Stuckey bietet ein solides offensives Gesamtpaket für vergleichsweise wenig Geld. Nicht die schlechteste Investition.

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