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Vollgas auf allen Zylindern!

14.10.2016 || 10:09 Uhr von:
Die Bank verstärkt, Drummond verlängert: Die Detroit Pistons können selbstbewusst in die neue Saison gehen - wenn die Verletzung von Reggie Jackson zum Saisonstat gut verkraftet wird.

Die letzte Saison

Endlich. Die Detroit Pistons waren zurück in den Playoffs. Team, Fans, Umfeld – alle atmeten auf. Die Durststrecke war nach sechs langen Saisons endlich beendet. In seinem zweiten Jahr in Motown schaffte es Coach Stan Van Gundy, dem Team seine Basketball-Idee einzuimpfen, was in 44 Siegen (12 mehr als im Vorjahr) niederschlug. Dass es gegen die Cleveland Cavaliers am Ende nicht zu einem Sieg in den Playoffs reichte – geschenkt. Alle Spiele waren umkämpft, der Auftritt machte Hoffnung auf mehr.

Das lag nicht zuletzt an Andre Drummond. Der Center machte einen weiteren Entwicklungsschritt, war Top-Rebounder der Liga und wurde ins All-NBA-Third-Team gewählt. Einzig seine Freiwurf-Schwäche sorgt in Michigan weiter für Kopfzerbrechen. Auch der Rest der Starting Five ließ aufhorchen. Reggie Jackson konnte die hohen Erwartungen über weite Strecken erfüllen, Kentavious Caldwell-Pope zeigte in seinem dritten Jahr, dass er mehr draufhat als den coolsten Namen der NBA zu tragen. Mit Tobias Harris kam zur Trading-Deadline noch erstaunlich günstig ein weiteres Puzzleteil zur Mannschaft hinzu. Die Starting Five komplett machte Marcus Morris – gegen die Cavaliers Topscorer in der Postseason. Diese Fünf schulterten die Pistons die Saison über, dazu SVG als Rumpelstilzchen an der Seitenlinie.

Ein Problem war die schwache Bank und hinderte Detroit an einem einfacheren Playoff-Gegner. Für Coach und GM Stan Van Gundy die Hauptbaustelle in der Offseason.

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Die Offseason

Das Ende der Pistons-Offseason war ein Ende mit Schrecken. Point Guard Reggie Jackson wird nach einer Prozedur am Knie sechs bis acht Wochen fehlen. War es das schon mit den Playoffhoffnungen in Motown? Moment, die Bank sollte doch aufgebessert werden und Van Gundy war nicht untätig. Für Jackson wird Wandervogel Ish Smith den Spielaufbau übernehmen – es gibt schlechtere Point Guards als Ersatz in der Liga.

Außerdem stießen Jon Leuer für vier Jahre und 42 Millionen Dollar und die Spurs-Garbage-Time-Sensation Boban Marjanovic zum Team. Der Center soll für drei Jahre und 21 Millionen Dollar den Backup von Andre Drummond geben. Apropos Drummond: Der 23-Jährige einigte sich mit den Pistons auf einen Maximalvertrag über fünf Jahre und 130 Millionen Dollar. An 18. Stelle des Drafts wurde Power Forward Henry Ellenson verpflichtet. Er wird sich allerdings in der Rotation erstmal hinten anstellen müssen.

Die zweite Fünf liest sich auf dem Papier nun deutlich besser als im Vorjahr: Smith, Reggie Bullock, Stanley Johnson – der sich laut eigener Aussage in LeBrons Kopf gespielt habe – Jon Leuer und Aron Baynes können die Starter entlasten.

In den bisherigen Preseason-Spielen ist von dieser Verbesserung bislang wenig zu sehen, der Verlust von Jackson scheint doch schwerer zu wiegen – wie geht der Weg im Palace of Auburn Hills in der kommenden Saison weiter?

Kaderübersicht

 StarterBankBank 
PGReggie JacksonIsh SmithLorenzo BrownRay McCallum
SGKentavious Caldwell-PopeReggie BullockDarrun Hilliard
SFTobias HarrisStanley Johnson
PFMarcus MorrisJon LeuerHenry Ellenson
CAndre DrummondAron BaynesBoban Marjanovic

Star und Schlüsselspieler

Andre Drummond ist der Mann in der Mitte und auch das Herzstück im Pistons-Motor. Bis zum letzten Jahr standen Fragezeichen gegenüber seines offensiven Skillset im Raum. Noch immer ist er kein Low-Post-Maestro, doch seit der Ankunft von Jackson in Detroit kommen seine Stärken aus dem Pick-and-Roll zum Tragen. Dass man sich bei seinen Freiwürfen schmerzverzerrt wegdrehen muss, bleibt ein Problem und sorgte dafür, dass er in entscheidenden Spiel-Momenten für Aron Baynes weichen musste. Dennoch kann sich jeder Pistons-Fan über seine Vertragsverlängerung freuen – 23-jährige Center mit diesen Fähigkeiten gibt es nicht wie Sand am Meer.

Aus der Starting Five ragt natürlich Jackson neben Drummond heraus, über seine Verletzung wurde an dieser Stelle bereits geschrieben. Entscheidend wird auch der nächste Schritt von Caldwell-Pope, Morris und Harris sein. In den Playoffs waren die Anlagen – vor allem in der Defensive – zu sehen, gleichzeitig ging den unerfahrenen Flügelspielern in entscheidenden Momenten ein wenig die Düse.

Da kann Stanley Johnson als elitärer Verteidiger mit selbstbewusstem Auftreten eventuell Abhilfe schaffen. Auf ihn kommt in der zweiten Fünf viel Verantwortung zu.

Prognose

Die Pistons sollen als Team weiter wachsen. Die Neuverpflichtungen sind sinnvolle Ergänzungen, die dem Kern des Teams Last von den Schultern nehmen sollen und selbst Verantwortung übernehmen. Auf lange Sicht wird sich das auszahlen. Wenn die Zeit ohne Reggie Jackson gut überstanden wird und das Pick-and-Roll-Dreamteam Jackson und Drummond wieder vereint ist, sollten die Playoffs in jedem Fall wieder drin sein.

Das wird kein Selbstläufer, die Konkurrenz in der Eastern Conference ist groß und der Motown-Kader nicht so gut, dass er den Cavaliers oder sogar Raptors über die ganze Saison Paroli bieten könnte. Um sich den Wizards, Hornets, Pacers, Bulls und so weiter zu erwehren, sollte das Talent ohne großes Verletzungschaos aber ausreichen. Und mit ein bisschen Glück mit den Matchups ist vielleicht sogar die zweite Runde drin.

US-Manager-Tipp

Mein Tipp wäre Kentavious Caldwell-Pope. KCP wird auf der Zwei nach wie vor den Löwenanteil der Minuten abgreifen, gerade am Anfang der Saison dürfte er in Abwesenheit Jacksons etwas mehr Verantwortung übernehmen müssen. Dafür ist er mit 4,77 Millionen Dollar sogar günstiger als Jackson-Ersatz Ish Smith (6,08 Millionen). Und falls ihr für wenig Geld noch einen Center braucht – warum nicht auf Marjanovic setzen (1.,89 Millionen)? Positionskollege Drummond zeigte sich im Trainingslager beeindruckt von seinem riesigen Backup – gut möglich, dass er einige Minuten abgreifen kann.


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