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Nachhaltig versagt!

14.10.2016 || 16:00 Uhr von:
Chicago Bulls
Nachdem das erste Jahr in Chicago unter Coach Fred Hoiberg nicht das halten konnte, was es versprach, stehen die Chicago Bulls nun vor einem Identitätsproblem.

Die letzte Saison

Bei den Chicago Bulls lagen vor der Saison 2015/16 extrem große Hoffnungen auf die neue Ära unter Fred Hoiberg als neuem Coach. Der Start unter Hoiberg, der zuvor in der NCAA bei Iowa State aktiv war und dort über mehrere Jahre ein offensivstarkes Team aufgebaut hatte, versprach theoretisch einiges. Wie man es bei den Bulls unter Jerry Reinsdorf als Besitzer jedoch bereits kannte, kam es komplett anders. Vor der Saison folgte bereits die erste Hiobsbotschaft, als Derrick Rose sich im Trainingscamp (mal wieder) verletzte, Teile seines Gesichtes zerstörte und bis zum Season Opener ausfiel.

Starteten die Bulls die Saison noch mit einer Bilanz von 22-12 und überzeugenden Siegen gegen die Cleveland Cavaliers, Oklahoma City Thunder oder Toronto Raptors, sackte das Team im Laufe der Saison immer weiter nach unten ab und fand sich schlussendlich außerhalb der ersten Acht für die Playoffs wieder. Hierbei muss erwähnt werden, dass vor allem Jimmy Butler, Nikola Mirotic und Derrick Rose wochenlang mit Verletzungen zu kämpfen hatten und sich so nie wirklich einen Rhythmus aneignen konnten.

Dazu kam eine nicht existente Defense auf NBA-Verhältnisse und eine Offense, die in der Theorie viel versprach, aber auf dem Court nicht nur aufgrund der Egos von Butler & Rose, sondern auch wegen der fehlenden Kompetenz des Coaches in Einzelteile zerlief. Schlussendlich landete man am Ende der Spielzeit auf dem neunten Platz der Eastern Conference und fand sich zum ersten Mal nach acht Jahren wieder in der Lottery wieder.

Die Offseason

Bereits kurz vor Ende der Saison deuteten sich zwei große Personalentscheidungen an. Pau Gasol und Joakim Noah entschlossen sich, Chicago den Rücken zu kehren und das Team zu verlassen. Nicht überraschend, nachdem beide bereits während der Saison ihr Vorgehen angekündigt hatten. Die Bulls standen vor einem richtungsweisenden Sommer für die gesamte Franchise.

Durch die Abgänge hatte man rund 23 Millionen Dollar an freiem Cap Space zur Verfügung. Zusätzlich besaß man alle eigenen Draft-Picks und durfte im diesjährigen Draft an 14. Stelle wählen. Hier entschied man sich für Denzel Valentine als neuen Backup für Jimmy Butler. Valentine, vier Jahre bei Michigan State unter Tom Izzo, soll dem Shooting der Bulls eine neue Ebene verleihen und eventuell die zweite Fünf sogar als Ballhandler anführen. Zusätzlich sicherte man sich in der zweiten Runde zur Überraschung vieler die Rechte am Deutschen Paul Zipser.

Kurz nach dem Draft trat GM Gar Forman vor die Presse und verkündete den Plan der Bulls, über die nächsten Jahre jünger und athletischer werden. Man wollte den Portland Trail Blazers nacheifern und mit jungen entwicklungsfähigen Spielern sich langsam wieder in die Playoffs zurückkämpfen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte jedoch noch keiner, dass keine vier Wochen später dieses Vorhaben (völlig sinnlos) über den Haufen geschmissen werden würde. Lange Zeit war es in der Free Agency um Chicago ruhig, und es wurden lediglich Abgänge vermeldet (Noah, Moore).

Innerhalb von nicht einmal zwei Wochen folgten dann Rajon Rondo und Hometown-Boy Dwyane Wade. In Anbetracht der Worte machten diese Verpflichtungen wenig Sinn. Viele Fans wussten nicht, ob sie sich freuen sollen oder doch lieber ärgern sollten, dass diese einmalige Chance für eine Neuausrichtung des Kaders kläglich weggeschmissen wurde. Wären die letzten Jahre nicht bereits Grund genug für eine Entlassung von Gar Forman und John Paxson gewesen, zeigten sie in diesem Jahr mal wieder ihre absolute Inkompetenz. Als Abschluss folgte mit Isaiah Canaan ein marginaler Rotationsspieler für die Eins und Zwei.

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Star und Schlüsselspieler

Jimmy Buckets. Der 27-jährige Olympiasieger ist seit zwei Jahren unangefochtener Franchise-Player bei den Chicago Bulls. Besonders nach dem Abgang von Derrick Rose hatte man gehofft, dass sich nicht nur die Usage-Rate von Jimmy Butler steigern würde, sondern er auch einen weiteren Schritt als Leader in Richtung Top-Ten-Spieler in der NBA machen könne. In die Liga gekommen als Defensiv-Spezialist aus Marquette, ist er nun einer der besten Two-Way-Player der gesamten Liga. Dies zu verdanken hat er vor allem Tom Thibodeau.

Mittlerweile entwickelte der Most Improved Player 2015 einen akzeptablen Distanzwurf und gute Fähigkeiten beim Ballhandling. Hinter all seinen Talenten als Spieler steckt eine Person, die nie mit sich selbst zufrieden ist und vor allem in der Offseason sich selbst ans Maximum der Leistungsfähigkeit treibt. Aus dem damals schüchternen Guard ist ein erwachsener Leader geworden, der bereits jetzt zu den besten Spielern der NBA zählt.

Neben Jimmy Butler als Star wird es jedoch vor allem auf Coach Fred Hoiberg als Schlüsselperson ankommen. Dieser hatte in seiner ersten Saison niemandem im Ansatz beweisen können, dass er ein Engagement in der NBA verdient hat. Lasche Trainingsformen, ein zu lässiger Führungsstil, der völlig konträr zu Thibodeau erscheint, und viele Fehler im Gameplan machten früh klar, dass der frühere Coach von Iowa State nicht unbedingt verdienter Nachfolger des Erfolgscoaches ist. Hoiberg wird seinen Stil anpassen müssen, ansonsten sollte er schnell merken, dass das Thema NBA für ihn erst einmal frühzeitig beendet ist.

Kaderübersicht

StarterBankBankBank
Rajon RondoSpencer DinwiddieJerian GrantIsaiah Canaan
Dwyane WadeDenzel ValentineTony Snell
Jimmy ButlerDoug McDermottPaul Zipser
Nikola MiroticBobby Portis
Robin LopezTaj GibsonCristiano Felicio

Prognose

Vieles wird dieses Jahr von Butler, Wade und Rondo abhängen. Schaffen sie es, ihre Schwäche von der Dreierlinie zu kaschieren und sich in das System von Hoiberg einzugliedern, könnte für die Chicago Bulls ein Aufenthalt in der Postseason im Bereich des Möglichen sein. Grundsätzlich muss man jedoch festhalten, dass das Führungsduo Gar Forman und John Paxson auf ganzer Linie versagt hat. Man konnte nach den überfälligen Abgängen von Derrick Rose, Joakim Noah und Pau Gasol kein junges Team aufbauen und eine Identität herstellen. Im Gegenteil stellte man ein, in der Theorie, nicht funktionierendes Roster zusammen (Hallo, Spacing!) und hat im Hinblick auf die Zukunft nicht gehandelt.

Falls die Saison positiv verlaufen wird – dabei sind eine funktionierende Taktik von Hoiberg und das Zurückstellen der Egos von Butler, Wade und Rondo einkalkuliert -, werden sich die Bulls in den Playoffs wiederfinden. Insbesondere Doug McDermott und Denzel Valentine dürften den Fans Hoffnungen machen und erahnen lassen, was möglich gewesen „wäre“, falls man den „jünger und athletischer“-Weg eingeschlagen hätte. Im schlechtesten Fall wird das Projekt rund um die „Three Alphas“ scheitern, bevor es überhaupt richtig angefangen hat, und man wird im nächsten Jahr die Lehren daraus ziehen.

US-Manager-Tipp

Für einiges an Aufsehen sorgte bereits Ende der letzten Saison der Brasilianer Cristiano Felicio. Über die letzten zwei Jahre wenig beachtet, konnte er sich während der Abwesenheit von Pau Gasol als Backup von Taj Gibson in den Vordergrund spielen. Felicio zeichnen insbesondere seine „Toughness“ aus sowie ein guter Touch aus der Mitteldistanz. Will man mehr über den Brasilianer erfahren, sollte man sich sein Highlight-Tape gegen die Cleveland Cavaliers anschauen. Felicio ist ein ungeschliffener Rohdiamant, der einen guten Coach (Sorry, Fred) und Spielzeit braucht. Für ihn wird es wichtig sein, dieses Jahr den nächsten Schritt in Form von konstant guten Leistungen zu zeigen. Während der Preseason kam er bisher eher wenig zum Einsatz, wird aber trotzdem als dritter Center Einsatzzeiten bekommen. Für 1,45 Millionen wäre es ein gut gewähltes Risiko.

Zusätzlich sollte man neben Felicio auch die Augen für Tony Snell offen halten. Letztes Jahr noch wegen schlechter Entscheidungsfindung und nicht konstantem Wurf aus der Rotation gefallen, zeigte er in den ersten Spielen bereits gute Ansätze. Seine Entscheidungen beim Wurf und in der Defense trifft er schneller und vor allem klüger. Bei optimalem Verlauf könnte er sogar das Duell gegen Doug McDermott gewinnen, da dieser sich bisher immer noch allergisch für jegliche Defense zeigt.


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