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Auf dem Weg zur Dynastie

29.10.2013 || 09:00 Uhr von:
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Die Miami Heat absolvierten eine historische Saison mitsamt der zweitlängsten Siegesserie der NBA-Geschichte. LeBron James und Co. stehen jetzt vor der seltenen Chance, den Threepeat zu erringen, und scheinen dafür bestens vorbereitet.

Rückblick 2012/13: eine wahrhaft historische Saison

Als die San Antonio Spurs in Spiel sechs der NBA Finals mit fünf Punkten bei noch 28 verbleibenden Sekunden führten und kurz davorstanden, den Titel zu holen, machten sich die Kritiker schon bereit, auf LeBron James einzuprügeln. Doch genau dieser traf einen Dreier, und dank eines verworfenen Freiwurfes von Kawhi Leonard rettete Ray Allen die Heat in die Overtime. Dort gewannen sie das Spiel und letztendlich Serie. Mit 37 Punkten und zwölf Rebounds führte James die Heat zur Titelverteidigung – die erste Titelverteidiger im Osten seit den legendären Chicago Bulls in den 90er Jahren.

Diese dramatische Serie wird in die Geschichte eingehen – einhergehend mit der Leistung von LeBron James, der erst der zweite Spieler neben Michael Jordan ist, der sowohl den MVP-Titel der regulären Saison, als auch den der Finals gewinnen und im Jahr darauf verteidigte konnte. Außerdem sind die Heat das erste Small-Ball-Team, welches eine Meisterschaft gewinnen konnte, und damit die These wiederlegte, mit Small-Ball sei kein Titelgewinn möglich.

Die 27 Spiele andauernde Siegesserie konnte in der Geschichte der NBA nur von den Los Angeles Lakers (33 Siege) in der Spielzeit 1971/1972 übertroffen werden. Mit 66 Siegen in der regulären Saison konnte Miami ebenfalls eine neue Bestmarke der Franchise- Geschichte aufgestellen.

Abgänge: lieber keine Luxus-Steuer statt Mike Miller

Der Gebrauch der Amnesty-Klausel bei Mike Miller hatte keine sportlichen Gründe. Pat Riley sagte kurz zuvor noch, dass er das Championship-Team zusammenhalten möchte, aber vermutlich machte ihm Heat-Besitzer Micky Arison einen Strich durch die Rechnung. Miller hätte knapp 13 Millionen Dollar in den nächsten beiden Saisons bekommen, während gleichzeitig 17 Millionen Dollar an Luxus-Steuer für den Besitzer angefallen wären. LeBron James bedauerte kürzlich den Abgang Millers, der an den beiden Titeln in den vergangenen Jahren erheblichen Anteil hatte. Er sagte, „Memphis würde einen tollen Kerl bekommen“. Miller übernahm den Job des Starters, als Wade verletzungsbedingt ausfiel – mit ihm in der Lineup gewannen die Heat 15 von 17 Spielen. Trotz seiner Verletzungen war Miller immer zustelle, wenn er gefragt war. Dies wird den Heat in der kommenden Saison fehlen. Künftig wird der Drei-Punkte-Spezialist für die Memphis Grizzlies auf Korbjagd gehen, für die er schon von 2003 bis 2008 gespielt hat.

Zugänge: zwei Fragezeichen mit Potenzial

Für Greg Oden (Foto oben) stellen die Heat die bestmögliche Option dar, um in der NBA wieder Fuß zu fassen. Die Heat könnten zwar auf seiner Position sofort Hilfe gebrauchen, aber auch ohne legitimen Low-Post-Spieler verteidigte Heat erfolgreich den Titel. Auch die Heat-Verantwortlichen äußern sich verhalten zu den Erwartungen an ihn. Dies nimmt den Druck von seinen Schultern und gibt ihm die Zeit, wieder komplett fit zu werden. Vor dem All-Star Game wird er zwar vermutlich noch keine Rolle spielen, aber danach könnte er ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zum Threepeat werden. Seine Fähigkeiten im Rebounding und Blocken von Würfen dürften die Heat dann noch stärker machen. Ein Lichtblick für Oden könnte der Einsatz im Vorbereitungsspiel gegen die Pelicans gewesen sein, bei dem er überraschend vier Minuten spielte. Natürlich ist der Zustand seines Knies weiterhin mit einem großen Fragezeichen versehen und wird Geduld von den Verantwortlichen benötigen – aber die wird er bekommen.

Auch bei der zweiten Neuverpflichtung bestehen Zweifel. Nachdem er in im Sommer wieder einmal mit dem Gesetz in den Konflikt geraten war, zogen die Phoenix Suns die Reisleine und entließen Michael Beasley. Die Heat boten dem hoch veranlagten Forward einen nicht-garantierten Vertrag, womit „B-Easy“ zurück zu dem Team kommt, das ihn 2008 an zweiter Stelle im Draft verpflichtet hatte. Beasley, der sich als „Knucklehead“ während seiner ersten Phase bei den Heat selbst bezeichnete, zeigte in der Summer League gute Ansätze. Gut möglich, dass ihm die Veteranen im Team endlich beibringen, was es heißt, ein NBA-Profi zu sein. Lernt er das, kann er wertvolles Scoring von der Bank liefern. Natürlich immer vorausgesetzt, sein Kopf spielt mit.

Der Star und die Schlüsselspieler: Wer kann dem König helfen?

Lebron James ist mit Abstand der kompletteste und beste Spieler in der NBA, offensiv wie defensiv. Seine Leistung im „No-Headband-Game“ in Spiel sechs der Finals und die 37 Punkte in der siebten Begegnung werden im Gedächtnis bleiben. Zudem hat er jedes Jahr an seinem Spiel gearbeitet und immer weiter verbessert. Letztes Jahr schoss er überragende 56 Prozent aus dem Feld,und auch sein ehemals wackliger Drei-Punkte-Wurf fand mit über 40-prozentiger Wahrscheinlichkeit sein Ziel. Diese enorme Leistungssteigerung ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass er letzten Sommer viel an seinem Post-Game gearbeitet hatte und damit zu vielen Abschlüssen in Korbnähe gekommen war. Diese Qualität im Post, sowie dem sicheren Wurf von jenseits der Dreierlinie, verhalfen James‘ Spiel in eine neue Dimension. Die Witze über James‘ fehlende Clutch-Qualitäten gehören ebenso der Vergangenheit an. Er führte die Liste der besten Scorer in knappen Spielsituationen kurz vor Ende des Spiels in den Playoffs an. Obwohl mit Dwayne Wade (Foto unten rechts) und Chris Bosh (Foto unten links) zwei mehrmalige All-Stars an seiner Seite stehen, hängt das Schicksal der Heat von LeBron James ab.

Die Frage wird sein, wie viel der Rest der ehemaligen „Big Three“ imstande ist, zu leisten. Wades Knie bereitete den Verantwortlichen schon während der Saison etliche Sorgen; und auch in den Playoffs, insbesondere gegen Indiana und die Spurs, konnte Wade selten seinen Rhythmus finden. Positiv hervorzuheben ist seine verbesserte Wurfauswahl. Erstmals in seiner Karriere traf er über 50 Prozent seiner Feldürfe. Doch auch Wade wird nicht jünger; die drei hintereinander folgenden Finals-Teilnahmen dürften ihn noch mehr belasten. Um seinen Körper topfit zu machen, hat Wade in der Offseason mit Fitnessguru Tim Grover trainiert, der schon Kobe Bryant und Michael Jordan im fortgeschrittenen Alter betreute. Die Heat brauchen einen gesunden, produktiven Wade, um ihren Titel zu verteidigen.

Mitunter hat man  das Gefühl, Chris Bosh sei das dritte Rad am Tandem Miamis; doch durch seine Funktion als Stretch-Fünfter mitsamt seines hervorragenden Mitteldistanzwurfes kommt Bosh ein ungemein wichtige Bedeutung zu. Manch einer nimmt das als Argument zur Kritik, Bosh müsse noch mehr den Zonenkampf suchen, als den Kontakt dort durch Aufenthalte am Flügel zu vermeiden. Da das Trio nach dieser Saison jeweils die Option auf einen Vertragsausstieg nutzen kann, steht der Status der „Big Three“ mehr denn je auf dem Prüfstand.

Der Coach

Kaum jemand erwähnt den Head Coach der Heat Erik Spoelstra, wenn es um den Erfolg der Miamis geht. Er schaffte es, die Egos von James, Bosh und Wade zu bändigen, die Erwartungen zu bestätigen und rechtfertigte das Vertrauen von Pat Riley. Spoelstra intallierte dabei ein scheinbar positionloses Spiel, in der die Akteure gemäß ihrer Stärken und nicht nach ihren Positionen aufgestellt werden. Er ist erst der achte Coach in der NBA-Geschichte, der sein Team zu zwei Meisterschaften hintereinander führte. Mit dem Ausblick auf einen Threepeat könnte er in die Riege der legendären Coaches aufsteigen – und das mit nur 42 Jahren.

Ausblick: Der Threepeat ist möglich.

Die Heat gehen trotz ihres immer älter werdenden Kaders als Favorit in die neue Saison, was auch die General Manager in ihrem Votum von 76 Prozent für den Titelverteidiger so sehen. Mit James wissen sie den besten Spieler der Welt in ihren Reihen, der durch die Chance auf einen Threepeat auch in diesem Sommer wieder sein Spiel verbessert haben wird. Bis auf Mike Miller musste Miami keinen schmerzhaften Abgang verkraften, und auch der enge Kern der Mannschaft ist jetzt schon mehrere Jahre zusammen und dementsprechend eingespielt. Allein dadurch haben sie schon einen Vorteil gegenüber den neu formierten Teams aus Houston und Brooklyn.

Doch auch die Heat haben Schwachstellen: Gegen Indiana und auch gegen die Spurs sahen die Heat schlagbar aus, vor allem als Wade und Bosh unter ihrer Möglichkeiten agierten. Auch ein richtige Low-Post-Präsenz fehlt den ihnen. James kann zwar Spiele alleine entschieden, aber er ist noch effektiver, wenn er auch als Spielgestalter auftreten kann. Der Supporting-Cast der Heat wird älter, während die Thunder oder Pacers in ihre Hochphase kommen. Trotz dieser angesprochenen Probleme gehen die Heat als Favorit in die neue Saison.

US-Managerspiel-Tipp

James Jones. Der Veteran könnte Mike Miller eins-zu-eins ersetzen und die Freiräume, die durch James und Wade entstehen, entscheidend nutzen. Coach Spoelstra lobte den 33-jährigen Small Forward mehrmals in der Preseason, der sogar für die Startformation in Frage zu kommen scheint. Für 0,50 Millionen Dollar kann er zu einem echten produktiven „Sleeper“ werden.

Ein riskanter Pick ist Michael Beasley mit einem Gehalt von 2,38 Millionen Dollar. Seine Zahlen in der Vorbereitung geben Anlass zur Hoffnung, dass er endlich sein Potenzial ausnutzen wird. Außerdem ist sein Vertrag nicht garantiert, womit er Leistungen bringen muss, um die Verantwortlichen zu überzeugen.

Depth Chart

Erste Fünf Bank Bank
PG: Mario Chalmers Norris Cole
SG: Dwyane Wade Ray Allen
SF: LeBron James James Jones Michael Beasley
PF: Udonis Haslem Shane Battier Rashard Lewis
C: Chris Bosh Chris Andersen Joel Anthony

Erweiterter Kader: Greg Oden (C), Roger Mason (SG)

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xax
xax 29. Oktober 2013 um 12:44 Uhr

Ich leg mich fest: kein Threepeat für die Heatles. Das Glück (das man auch als legitimer Champ braucht) wurde mehr als überstrapaziert.
Oden wird keine echte Rolle spielen können und Indiana und die Bulls sind heiß.

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