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Spielerportrait: Rudy Gay

16.01.2014 || 17:53 Uhr von:
Rudy Gay3
Was musste Rudy Gay sich in den letzten Jahren nicht so alles anhören? Als Chucker wurde er abgestempelt, für überbezahlt gehalten und dann auch noch zweimal innerhalb eines Jahres getradet. Doch seit er nun seit der ...

Was musste Rudy Gay sich in den letzten Jahren nicht so alles anhören? Als Chucker wurde er abgestempelt, für überbezahlt gehalten und dann auch noch zweimal innerhalb eines Jahres getradet. Doch seit er nun seit der 27-jährige seit Anfang Dezember bei den Sacramento Kings unter Vertrag steht, scheint der Small Forward sich in den Griff zu bekommen – in seiner achten NBA-Saison.

Name: Rudy Gay
Position: Small Forward
Nation: USA
Größe/Gewicht: 2,03 Meter/104 KG
Team: Sacramento Kings
Stats 2012/2013: 18,2 Punkte, 6,1 Rebounds, 2,7 Assists, 1,5 Steals, 0,7 Blocks, 41,6 % Feldwürfe, 32,3 Dreier und 81,4 % Freiwürfe in 35,8 Minuten

Stärken

Gay ist ein unglaublicher Athlet: dank seiner Sprungkraft ist er nicht selten mit Posterizern – auch über deutlich größere Spieler – in den Highlight-Videos der NBA zu finden. Und auch seine Schnelligkeit hilft dem 2,03m-Mann enorm: Tweener (oder generell langsamerer Spieler) haben im Eins-gegen-Eins gegen die Ex-UConn-Husky fast keine Chance. Hierbei profitiert er oft von seinem ersten schnellen Schritt, durch den er oft nur mit einem Foul zu stoppen ist.

Doch Gay ist nicht nur ein guter Athlet, sondern hat auch einen soliden Wurf. Zwar ist er keinesfalls mit einem Top-Shooter wie Ray Allen, Stephen Curry oder Kyle Korver zu vergleichen, doch durch diesen Wurf ist die Offense des 8. Picks von 2006 nicht so eindimensional. So trifft er in dieser Saison beispielsweise 34,3% seiner Dreier und 40,5% seiner Mitteldistanzwürfe. Wie gesagt: keine Top-Werte, aber sie reichen, damit sich Verteidiger nicht komplett auf seinen Drive konzentrieren können.

Mit einer Spannweite von 2,21m bei nur 2,03m Körpergröße hat der Forward auch beim Rebounding extreme Vorteile gegenüber seinen Gegenspielern. Diese nutzt er konsequent aus und ist mit 6,3 Rebounds pro Spiel in dieser Saison einer der Top-Swingman in dieser Kategorie. Die Spannweite hilft Gay auch, viele Steals zu holen: 1,4 sind es momentan pro Spiel – hinter DeMarcus Cousins (1,9) die zweitmeisten bei den Kings.

Ebenfalls bemerkenswert ist seine Entwicklung bei den Sacramento Kings: während er bei den Toronto Raptors oft den Ball forderte und in der Offense auch die erste oder zweite Wahl war (was dort auch möglich war, denn sowohl Mike Conley Jr. als auch Kyle Lowry sind keine Spieler, die den Ball unbedingt brauchen), lässt er nun oft Isaiah Thomas das Spiel leiten und wartet „off Ball“ auf seine Chance und spielt oft hinter Thomas und Cousins nur die dritte Geige. Das Ergebnis kann sich jedoch sehen lassen: nur um 0,1 Punkte schrammt Gay an seinem Career-High beim Scoring vorbei, bei den Assists hat er seinen Karrierebestwert eingestellt und die Wurfquote ist Welten besser als zuvor: waren es in Kanada noch 38,8% Trefferquote; so fallen jetzt 51,7% der Würfe von Gay ins Netz. Wenn er all diese Werte halten kann, wird der „Chucker“ Rudy Gay bald in Vergessenheit geraten.

Schwächen

Das Wort „Chucker“ beschreibt die ersten sieben Jahre der Karriere des Rudy Gay wohl fast perfekt: zwar scort der 27-jährige jede Saison zwischen 18 und 20 Punkten pro Spiel, aber seine Wurfquote pendelt ebenfalls ständig zwischen 41,6% und 47,1%, bis sie in dieser Saison bei den Toronto Raptors seinen negativen Höhepunkt erreicht.

Vor allem in der Zone ist der Small Forward einfach nicht effektiv genug. So trifft er z.B. in dieser Saison gerade einmal 53,6% seiner Würfe „in the paint“. Im Vergleich zu seiner Wurfquote ist das zwar sehr gut, aber um mal ein paar Maßstäbe zu haben: LeBron James trifft in diesem Jahr 77,5% (wobei dieser Wert nicht von dieser Welt ist), Andre Iguodala 65,2% und Paul George 60,2%.

Rudy-Gay-Shot-Chart

Wie bereits vorhin kurz angerissen, hat Gay bei den Memphis Grizzlies und bei den Toronto Raptors oft „on Ball“ agiert und versuchte oft, zum Korb durchzubrechen. Allerdings ist er nicht der beste Ballhandler und verlor oft den Ball: 3,0 Turnover bei den Raptors sprechen eine deutliche Sprache. Wie auch beim Werfen überdreht die Nummer acht der Kings schnell und spielt oft Fehlpässe.

Ein weiteres Manko ist seine Defense. Mit seiner Athletik und seiner Spannweite hätte Rudy Gay eigentlich die besten Voraussetzungen, ein Elite-Defender der NBA zu werden, doch fehlender Wille und fehlende Konzentration verhindern das. Hier ist der Goldmedaillen-Gewinner bei der WM 2010 in der Türkei nicht der einzige: auch bei Spielern wie Kyrie Irving oder James Harden scheitert der Ruf eines guten Verteidigers weniger an den Voraussetzungen, sondern mehr an der Einstellung.

Mit 104kg zählt Gay auf der Drei eher zu den leichteren Spielern – das hilft der Athletik zwar enorm, aber es ist auch ein Grund, warum die Wurfquoten in der Zone (die ja oft mit Körperkontakt erfolgen) so schwanken und sein Rebounding – vor allem am offensiven Brett – oft nicht zielstrebig genug ist. Denn mit einer Spannweite von 2,21m sollte man einfach mehr als 1,4 Offensiv-Rebounds pro Spiel holen.

Fazit

Seit seiner Ankunft in Sacramento hat sich für Rudy Gay einiges geändert. Doch der Small Forward scheint gut mit seiner neuen Rolle als dritter Mann in der Offense klar zu kommen. In Sacramento kann er mit Isaiah Thomas und DeMarcus Cousins vielleicht sogar eine Ära in der Franchise-Geschichte prägen. Wegen seiner Athletik kommt er oft an Gegenspielern vorbei, bloß an seinem Abschluss – sowohl in als auch außerhalb der Zone – muss der 27-jährige weiter arbeiten. Dank seiner Spannweite ist er für seine Position ein sehr guter Rebounder und holt auch einige Steals, aber wegen mangelndem Einsatz ist er defensiv kein Faktor. In Sacramento muss er nicht mehr so viel „on Ball“ spielen, weshalb er sich voll auf Cuts oder Spot-Ups konzentrieren kann. Dazu hat er im offensiv orientierten Sac-Town auch ein passendes System mit passenden Mitspielern um sich herum.

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