BASKETBALL.DE ist Partner von Sportforen.de. Ehemalige Nutzer von crossover-online.de und Nutzer von sportforen.de können sich auch auf BASKETBALL.DE mit ihren bestehenden Login-Daten anmelden.
Anmelden oder registrieren

Der seltsame Fall des Ricky Rubio

02.07.2017 || 13:34 Uhr von: ,
Rubio adidas Crazy Explosive
Nach dem Trade nach Utah richtete Ricky Rubio bewegende Worte an seine Wolves. Wir haben den Spanier vor zwei Wochen in Barcelona getroffen und mit ihm bereits über den möglichen Abschied gesprochen.

Ricky Rubio war seit Jahren „Streitthema“ innerhalb der Wolves-Fanbase. Entweder man war für oder gegen ihn. Ein Mittelding gab es da kaum. Die eine Hälfte sah ihn als Aufbauspieler, der das Team insgesamt besser machte, die andere Hälfte sah in erster Linie seine Defizite im Scoring.

Zwar waren seine Qualitäten als Organisator der Offense, gepaart mit überdurchschnittlicher Defense unumstritten, jedoch hat er sich tatsächlich immer noch keinen verlässlichen Wurf aneignen können. Viele gegnerische Mannschaften ließen ihn daher gerne offen stehen und es fiel den Wolves folglich schwer, ein ordentliches Spacing zu entwickeln.

Trade or No Trade?

Ricky Rubio war daher schon immer Mittelpunkt von Trade-Spekulationen. Erst recht als Tom Thibodeau im letzten Draft Nachwuchs-Point-Guard Chris Dunn verpflichtete. Viele forderten damals Rubio sofort zu traden. Es gab vor allem immer wieder Gerüchte, dass die Milwaukee Bucks den Spanier gerne holen würden. Allerdings wollten die Wolves wohl immer zu viel im Gegenzug haben.

Ricky Rubio adidasDie Pro-Rubio Fraktion hielt ihm hingegen immer wieder zu Gute, dass er ein absoluter Teamplayer war, der sich ungewöhnlicherweise sehr wohl in Minneapolis zu fühlen schien und sich in der Community nützlich machte. Zudem war er im jungen Wolves-Team einer der wenigen Veteranen, da er schon sehr früh als Profi gespielt hatte. Er war also ein sehr wichtiger Faktor im Locker Room. Eine besonders enge Beziehung innerhalb der Mannschaft hatte er zu Nemanja Bjelica.

Zuletzt hatte Rubio in Spanien ein Interview gegeben, in dem er zum Ausdruck brachte, dass er vom Management gerne enger in Entscheidungen eingebunden werden würde. Dies hat in Minnesota schnell für Unstimmigkeiten in der Öffentlichkeit gesorgt. So nach dem Motto „Was erlauben Ricky Rubio?“. Man kann jedoch davon ausgehen, dass der Artikel einfach schlecht übersetzt worden war. Rubio wollte nicht etwas den gleichen Status wie LeBron James in Cleveland haben, sondern einfach gerne mal nach seiner Meinung gefragt werden.

Das neue Management der Timberwolves ist im Gegensatz zum alten sehr verschlossen und entscheidet viele Dinge hinter verschlossenen Türen. Gerade Flip Saunders, der 2015 verstorbene Spiritus Rector der Franchise, war das komplette Gegenteil in dieser Hinsicht. Dem neuen Head Coach und gleichzeitigem President of Basketball Operations, Tom Thibodeau, wird nachgesagt, dass er ein Kontrollfreak sei. Während der Spiele turnt er oftmals wie ein HB-Männchen am Spielfeldrand umher und schreit seine Anweisungen lauthals in Richtung Spielfeld. Sowohl in der Defense, als auch in der Offense.

adidas Affiliate Content
Dies hat man gerade zu Saisonbeginn auch an Rubios Spiel gemerkt. Es machte den Eindruck, als könne man seine Mentalität nicht mit der von „Thibs“ in Einklang bringen. Die beiden bewegten sich offensichtlich nicht auf der selben Wellenlänge, wie man so schön sagt. Im Ergebnis kam die Spielweise des Point Guards oft regelrecht lustlos daher.

Ricky Rubio Minnesota TimberwolvesAuffällig war weiterhin, dass es dennoch in der Offense besser lief als in der Defense für die Wolves. Und das obwohl Coach Thibodeau als Spezialist für die Verteidigung gilt. Umso erstaunlicher war es, dass die Wolves es nicht geschafft haben, konsequent gut zu verteidigen und immer wieder die selben Fehler gemacht haben. So stimmten die Rotationen oft überhaupt nicht. Hochtalentierte Spieler wie Karl-Anthony Towns oder Zach LaVine liefen teilweise wie ein Hühnerhaufen durch die Gegend. Am Anfang einer Saison mit einem neuen Trainer ist dies vielleicht noch nachvollziehbar – bei den Wolves hat es sich jedoch wie ein roter Faden durch die komplette Saison gezogen.

Was speziell im Falle von Ricky Rubio noch auffiel: Kurz vor der Trade-Deadline wurde das Gerücht gestreut, er solle gegen Derrick Rose getradet werden. Und zwar 1:1, obwohl Rose am Ende der Saison Free Agent werden würde. Lange sah es so aus, als ob die Wolves den Deal mitmachten. Im letzten Moment haben sie sich aber dagegen entschieden.

Seit diesem Zeitpunkt spielte Rubio wie befreit auf. Er steigerte seine Punkteausbeute deutlich, nahm sich mehr Abschlüsse und traf viel besser aus dem Feld. Die Wolves legten trotz der Verletzung von LaVine einen starken Lauf hin und sogar die Playoffs kamen wieder in Reichweite. Das wäre die erste Teilnahme seit 12 Jahren gewesen.


Mitte März, beim Spiel gegen die Boston Celtics verletzte sich dann aber der mittlerweile zum Glue-Guy aufgestiegene Bjelica für den Rest der Saison und nach mehreren Niederlagen in Folge war die Saison für die Minnesota Timberwolves schließlich gelaufen.

„Ricky Rubio is coming off arguably his best NBA season, setting career highs in field goal percentage (40.2%), free throw percentage (89.1%) points per game (11.1) and assists per game (9.1). Additionally, Rubio averaged 16.5 points and 10.3 assists per game on 42.1 percent shooting combined in March and April.“

Der seltsame Fall des Ricky Rubio
5 (100%) 2 votes
Jetzt mitdiskutieren Anmelden oder Registrieren
Simon Wisser
Simon Wisser 2. Juli 2017 um 15:10 Uhr

Interessant ist in diesem Kontext das Interview. Es scheint, als hätte Rubio fest mit einem Verbleib gerechnet.
Basketballerisch macht der Trade aus meiner Sicht Sinn. Vielleicht verpflichten die Wolves ja noch einen wurfstarken Stretch-Vierer, aber im Moment gibt es keinen Spieler in der ersten Fünf, der den Dreier verlässlich trifft. Da ist Rubio keine Hilfe. Außerdem braucht Butler den Ball in seinen Händen und abseits des Balls kann man Rubio schlecht parken.
Nicht nachvollziehen kann ich dagegen, dass sich das Management für Jeff Teague als Nachfolger entschieden hat. George Hill hätte zum Beispiel deutlich besser gepasst und eine ähnliche Rolle wie in Utah ausfüllen können. Selbst Patty Mills wäre ein besserer Fit gewesen. Natürlich weiß man nicht, ob diese Spieler verfügbar waren.

bluejazzer
bluejazzer 2. Juli 2017 um 19:23 Uhr

Ich denke Snyder wird Rubios Qualitäten sehr zu schätzen wissen. Den Jazz hat im letzten Jahr jemand gefehlt der das Spiel organisiert und das Tempo anzieht. Auch im Zusammenspiel mit Gobert kann da was richtig Gutes entstehen. Würde Rubio jetzt noch einen Wurf entwickeln, wäre das ein absoluter Winnertrade für Utah. Letztes Jahr hat er schon eine Entwicklung gezeigt und zur zweiten Hälfte der Saison „besser“ getroffen. In Snyders System könnten seine Stärke vielleicht noch mehr zu Geltung kommen. Die Starting-Five aus Rubio-Hood-Hayward-Favors-Gobert hat jedenfalls aufgrund ihres jungen Durschnittsalter von etwa 26 Jahren noch Potential.

Basketball.de - Footer-Icon
entwickelt von Markenwirt, Werbeagentur Bamberg
Copyright 1998-2017 BASKETBALL.de. Alle Rechte vorbehalten. Für den Sport!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.