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Breakout Blazer

22.02.2018 || 13:13 Uhr von:
Die Trail Blazers schreiten sicher Richtung Playoffs – wozu auch ein einstiger College-Held beträgt, der heuer seinen verspäteten NBA-Durchbruch feiert: Shabazz Napier spielt in Portland ein Karrierejahr.

Vor vier Jahren kam Shabazz Napier als hochdekorierter Akteur in die Association. Mit den UConn Huskies hatte er 2011 als Backup von Kemba Walker und 2014 als Lead-Guard in seinem Abschlussjahr die College-Meisterschaft gewonnen (übrigens wiederholt mit Albatros Niels Giffey). Dabei wurde der All-American nach zahlreichen Glanzauftritten und getroffenen Big Shots 2014 als „Most Outstanding Player“ des Final Four sowie mit dem „Bob Cousy Collegiate Point Guard of the Year Award“ ausgezeichnet. Zumal LeBron James, bevor er sich vom South Beach verabschiedete, seinerzeit für die Verpflichtung von Napier aussprach:

So landete der heute 26-Jährige als „Königs-Pick“ zunächst in Miami, wo er in seiner Rookiesaison indes kaum Akzente zu setzen vermochte (5,1 PpG bei 51,7 TS% und 2,5 ApG in 51 Spielen). Bereits im Folgesommer transferierten ihn die Heat weiter nach Zentralflorida zu den Magic. Diese schenkten Napier wiederum ein Jahr später – ohne ihm eine reelle Chance gewährt zu haben (10,9 MpG in 55 Spielen) – gegen eine geringe Barabfindung an die Trail Blazers ab.

Im Nordwesten der USA konnte sich der Leichtbau-Einser (1,85 Meter, 79 Kilogramm) anfangs erneut nicht durchsetzen (4,1 PpG in 9,7 MpG). Immerhin gelang es dem Puerto Rican American, zum Ende der regulären Saison (gegen Spurs und Pelicans) sowie in den vergangenen Playoffs mit durchschnittlich 6,8 Zählern bei starker Wurfquote (59,9 TS%) ein paar Lebenszeichen zu senden. Alldieweil Napier sich seit jeher arbeitswillig, lernbereit und als (Wett-)Kämpfer zeigt und zum Saisonende geduldig seinen persönlichen „Process“ beschwor.

Nunmehr in seinem vierten Profijahr, hat sich „Bazz“ in Portlands Rotation bewährt und wohl auch in der Liga festgespielt. Nicht zuletzt, da er All-Star Damian Lillard in sieben Spielen als Starter würdig zu vertreten vermochte (18,4 PpG, 5,0 ApG, 2,0 SpG). Wie etwa beim Comeback-Sieg gegen die Sixers, als er allein im Schlussabschnitt 15 seiner 23 Punkte erzielte und das Team anführte:

Oder auch beim Erfolg über die OKC Thunder, als er 21 Zähler markierte und zehn Mal an die Freiwurflinie ging (Saisonbestwert):

Generell hat Napier heuer als effizienter Schütze und smarter Scorer auf sich aufmerksam gemacht, der seine Größe inzwischen effektiv einzusetzen und ähnlich wie Kemba Walker „klein“ zu spielen versteht. In gut 21 Minuten pro Partie markiert der Backup 9,3 Punkte und produziert dabei formidable Quoten: Der Scoring-Guard versenkt 40,3 Prozent seiner Dreier, während er aus der Mitteldistanz, wo er gut 30 Prozent seiner Abschlüsse nimmt, 48,2 Prozent seiner Würfe trifft. Die Hälfte der Abschlüsse sind dabei Sprungwürfe aus dem Dribbling, die Napier sicher verwandelt.

Und auch am Ring finisht der exzellente Spot-up-Shooter (1,32 PPP, ligaweit 95,9 Perzentil) mit 56,5 Prozent ordentlich (im Übrigen, gewiss bei deutlich geringerem Volumen, jeweils teils verlässlicher als Lillard und CJ McCollum).

Vor allem aber gibt der toughe „kleine“ Lebenskämpfer aus Roxbury (Boston) den Blazers einen absoluten Plusverteidiger. Am defensiven Ende des Feldes amtiert Napier als fähiger Balldieb (1,2 SpG), der aktiv Pässe abfälscht (2,0 Deflections) und Loose Balls hinterhergeht. Derweil er am Mann und an der Dreierlinie durchweg bissig und einsatzvoll verteidigt. Nicht zufällig kann „Bazz“ mit dem besten Defensivrating der Blazers-Guards und den besten defensiven On-Off-Werten aller Trail Blazers aufwarten.

Apropos Verteidigung: 2016/17 noch auf dem 21. Rang beim Defensiv-Rating, ist es Portland mit gleichem Personal gelungen, eine Top-Ten-Verteidigung zu verankern (derzeit Platz zehn). Das Laissez-faire am eigenen Korb ist in Oregon nunmehr also passé. Am Ring werden dank Jusuf Nurkić, Al-Farouq Aminu und Ed Davis die Wurfquoten stark abgesenkt, an der Dreierlinie wenige Distanzwürfe zugelassen; am defensiven Brett wird gut gearbeitet und generell diszipliniert verteidigt. Wozu eben auch der blitzschnelle „Breakout Blazer“ nicht unwesentlich beiträgt, der gegenwärtig Grund zum Lächeln hat:

Napier, der beim Real-Plus-Minus bis dato auf dem 19. Rang aller Point Guards landet, geht defensiv voran – während er Portlands mittelprächtigem Angriff (aktuell 14. Rang) eine zusätzliche Scoring-Option verleiht sowie als Ballhandler solide das Pick-and-Roll ausagiert (0,84 PPP). Abrundung erfährt seine Gesamtperformance durch die vierthöchste Nutzungsrate und das viertbeste Net-Rating der „Wegbereiter“, welche gerade mit ihrer „Drei-Guard-Lineup“ voranschreiten.

Ob Napier seinen Karriereweg in Portland auch in Zukunft weitergehen wird, ist derweil ungewiss. Denn im Sommer läuft sein günstiger Rookievertrag aus. Der Restricted Free Agent dürfte dann ligaweit Begehrlichkeiten wecken und Angebote erhalten, bei denen die Blazers mit ihrem hohen Gehaltsaufkommen nicht mitgehen können (oder wollen). Gewiss ist indes: Der einstige College-Held und Königs-Pick ist nunmehr auch in der NBA angekommen.

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