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Wie spielt eigentlich … Eric Bledsoe?

10.01.2016 || 18:41 Uhr von:
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Vor seiner Verletzung war Eric Bledsoe einer der besten Guards der NBA - und kriminell unterbewertet. Doch wie spielt der Guard der Phoenix Suns eigentlich?

Bei den Suns aus Phoenix, Arizona, leuchtet in der laufenden Saison ein Stern besonders hell: Eric Bledsoe ist einer von nur vier Spielern, die mindestens 20 Punkte, sechs Assists, vier Rebounds und zwei Steals pro Spiel auflegen. Nur Stephen Curry, Russell Westbrook und Kyle Lowry erzielen ähnliche Werte. Bledsoe konnte sich in den Dunstkreis des All-Star Games 2016 in Toronto spielen – bis im Spiel gegen die Philadelphia 76ers ohne Einwirkung des Gegners der Meniskus in seinem linken Knie riss.

Bereits in der Vergangenheit hatte er mir einer solchen Verletzung zu kämpfen, von zwei Meniskusrissen im rechten Knie kam er jedoch wieder zurück. Der 26-Jährige wird zwar erst in der kommenden Saison wieder ins Spiel eingreifen können, aufgrund seiner starken Leistungen in der laufenden Spielzeit stellt sich jedoch trotzdem eine Frage: Wie spielt eigentlich … Eric Bledsoe?

Offensive

Bledsoes stärkste Waffe in der Offensive sind Drives zum gegnerischen Korb, nur Reggie Jackson und DeMar DeRozan ziehen öfter zum Korb als er (11,7 Drives pro Spiel). Seine Feldwurfquote bei Abschlüssen nach Zug zum Ring ist mit 46,4 Prozent nur durchschnittlich, dies ist jedoch vor allem seiner geringen Größe geschuldet, auch wenn er für seine 1,85 Meter eine vergleichsweise große Spannweite aufweist. Seine Punkte durch Drives erzielt er zumeist direkt am Brett per Korbleger, bei denen er dank seiner Schnelligkeit oft gar nicht oder nur mit einem Foul zu stoppen ist. Zugute kommt dem 26-Jährigen dabei auch sein für seine Größe sehr bulliger Körper, sein Spitzname ist nicht umsonst „Mini-LeBron“. Sieht Bledsoe keinen Weg in direkte Ringnähe, schließt er mitunter per Floater oder Runner über die großen Verteidiger der Gegner hinweg ab. Auch diese Würfe fallen überdurchschnittlich gut.

Doch nicht nur für sich selbst kann Bledsoe aus seinem Zug zum Korb kreieren. Mit 4,5 Pässen nach Drives pro Spiel steht er auf dem dritten Platz der gesamte Association; 1,1 davon führen zum direkten Korberfolg. Dabei gibt er den Ball sowohl auf zum Korb cuttende Big Men, als auch auf außen stehenden Schützen ab.

All diese Attribute, die der 18. Pick des Drafts 2010 im Set-Play zu seinem Vorteil nutzen kann, helfen ihm auch bei seiner zweiten großen Stärke, dem Spiel im Fastbreak. Nur sieben Spieler laufen öfter in Transition als er, seine Wurfquote von 55,4 Prozent ist zudem ordentlich. Auch seine Mitspieler weiß Bledsoe in Fastbreak-Situationen einzusetzen. Durch eine gute Spielübersicht und kluge Pässe ermöglicht er mitgelaufenen Suns-Spielern einfache Abschlüsse. Trotz gutem Spielverständnis neigt Bledsoe jedoch in Fastbreaks auch dazu, den Ball zu verlieren; seine Turnover-Frequenz in solchen Situationen von 16,5 Prozent ist eine der höheren der Liga.

Eric Bledsoe ist also ein reiner Slasher? Mitnichten! Während sein Sprungwurf in der Vergangenheit häufig als inkonstant verschrien war, trifft er diesen aktuell mit guten Quoten. Er trifft 37,2 Prozent seiner Würfe von hinter der Dreierlinie, generell kann er rund 40 Prozent seiner Sprungwürfe im Korb unterbringen. Besonders gefährlich sind dabei seine Würfe aus dem Dribbling. Häufig geht Bledsoe nach Blöcken von Alex Len oder Tyson Chandler zu einem Pull-Up-Jumper aus der Mitteldistanz hoch, zudem nutzt er oft früh in der Wurfuhr die Unordnung der gegnerischen Defensivreihe aus.

Auch von hinter der Dreierlinie ist er aus dem Dribbling gefährlich (40,3% 3FG); seine Quote aus dem Catch-and-Shoot von Downtown ist mit 35,8 Prozent hingegen verbesserungswürdig. Bekommt Bledsoe den Ball in aussichtsreicher Position, benötigt er häufig recht lange für den Release, sodass sein Gegnerspieler eine bessere Verteidigungsposition einnehmen kann.

Von hinter der Dreierlinie trifft der Rechtshänder jedoch erstaunlicherweise nur von zwei Regionen auf dem Court überdurchschnittlich. Vom linken Flügel kann Bledsoe 39 Prozent seiner Versuche einnetzen, vom rechten Flügel sind es sogar über 50 Prozent! Der Dreier aus den Ecken, der vermeintlich leichteste Distanzwurf, ist hingegen sogar eine seiner großen Schwächen. Von 17 Versuchen konnte Bledsoe in der Saison 2015/2016 nur drei Mal erfolgreich verwandeln (17,6% 3FG).

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Defensive

Eric Bledsoe hat alle Anlagen, einen elitären Verteidiger auf den Guard-Positionen abzugeben. Seine Athletik, gepaart mit seinem kräftigen Körper, ist für jeden Gegner, der im Eins-gegen-Eins an ihm vorbeiziehen will, ein Alptraum. Zwar ist Bledsoe unterdurchschnittlich groß, seine langen Arme und seine (laterale) Geschwindigkeit erlauben es ihm jedoch, vor den meisten seiner Kontrahenten zu bleiben; in Isolationen treffen gegnerische Spieler nur rund 34 Prozent ihrer Würfe, wenn sie von Bledsoe verteidigt werden.

Durch seine physischen Voraussetzungen ist er außerdem in der Lage, auch einige gegnerische Shooting Guards zu verteidigen. Im Pick-and-Roll gelingt es ihm nicht immer, sich an Blöcken vorbeizukämpfen; von Zeit zu Zeit wirkt es außerdem so, als würde er es auch nicht mit vollem Einsatz versuchen.

Disziplin in der Verteidigung ist eines der Hauptprobleme bei Bledsoe. Vor allem abseits des Balles neigt die Nummer 2 der Suns des Öfteren dazu, von seinem eigenen Mann abzulassen, um am Ball zu helfen oder einen Steal zu forcieren. Häufig führt das zu offenen Würfen seines direkten Gegenspielers oder zu einem Zusammenbruch der gesamten Defensive.

Doch auch das exakte Gegenteil ist dem ehemaligen Spieler der Kentucky Wildcats gelegentlich anzukreiden. Verteidigt Bledsoe auf der Weakside, kommt es vor, dass er zu sehr auf den ballführenden Spieler achtet und seinen Gegner aus den Augen verliert; am Ball scheint er vereinzelt nicht ganz bei der Sache zu sein und lässt seinen Mann nahezu ohne Gegenwehr an ihm vorbei zum Korb ziehen.

Eric Bledsoe ist darüber hinaus ein guter Rebounder für seine Position. Da der kleine Guard häufig im Kampf um den Abpraller aufgrund seiner Größe den Kürzeren zieht, sind seine Statistiken zwar alles andere als elitär, seine 4,0 Rebounds pro Spiel lesen sich jedoch sehr ordentlich. Auch in den defensiven Kategorien Steals (2,0 pro Spiel) und Blocks (0,6) kann Bledsoe gute Zahlen vorweisen, diese sind – natürlich neben guten Instinkten als Off-Ball-Verteidiger – jedoch auch durch das bereits angesprochene Gambling geschönt.

Fazit

Eric Bledsoes Schnelligkeit, Athletik und Explosivität, gepaart mit einem guten Sprungwurf aus dem Dribbling, machen den 26-Jährigen zu einer der gefährlichsten Waffen der NBA am offensiven Ende des Feldes. Defensiv bringt Bledsoe viele Voraussetzungen mit, gegnerischen Guards Abend für Abend das Leben schwer zu machen. Verteidigt er nach bestem Wissen und Gewissen, ist er schwer zu schlagen, oft macht ihm jedoch die eigene Disziplin einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem wäre Bledsoe ein heißer Kandidat für das diesjährige All-Star Game – hätte er sich nicht verletzt. Schon in der Vergangenheit hatte er öfter rund eine Hälfte der Saison von der Bank zuschauen müssen.

Eric Bledsoe ist einer der besseren Point Guards der Liga – solange er fit ist und das auch bleibt.

Stärken:Schwächen:
Drives zum Korbhohe Turnover-Rate
Pässe aus DrivesCatch-and-Shoot-Würfe
FastbreakDreier aus den Ecken
Sprungwürfe aus dem DribblingDisziplin in der Defense
Eins-gegen-Eins-VerteidigungGambling
Rebounding für seine Größe
Wie spielt eigentlich … Eric Bledsoe?
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