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Fünf Thesen zum Knicks-Debüt

29.10.2015 || 17:59 Uhr von: , ,
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Die New York Knicks bieten auch zur neuen Saison jede Menge Gesprächsstoff. Wie ist die Offseason zu bewerten? Wie schlagen die Rookies ein? Die Redaktion diskutiert.

Die Saison geht wieder los und die New York Knicks wollen mal wieder eine bessere Spielzeit hinlegen. Ob Jerian Grant und Kristaps Porzingis einschlagen, ob Phil Jackson richtig tradet und wo die Knicks am Schluss landen, diskutieren die drei Knicks-Redakteure von basketball.de.

Jerian Grant ist der beste Point Guard des diesjährigen Drafts!

Max Wink (@MaxCarambo): Wenn man sich alle Point Guards des vergangenen Drafts anschaut, hat Grant schon einiges an Konkurrenz. Vor allem die beiden Top-Ten-Picks D’Angelo Russell und Emmanuel Mudiay sind natürlich ganz schöne Brecher, aber auch einen Cameron Payne oder Tyus Jones, immerhin Most Outstanding Player des diesjährigen Final Four, sollte man nicht unterschätzen. Grant hat durch seine vier Collegejahre natürlich den Erfahrungsvorteil seinen Konkurrenten gegenüber, und ich würde sogar soweit gehen, dass er in diesem Augenblick der fertigste Spieler aller Playmaker der diesjährigen Talentziehung ist. Ob er aber sein Best-Case-Szenario (meiner Meinung nach: Jrue Holiday) jemals erreichen wird, wird erst die Zukunft zeigen.

Fabian Herbers (@f_herbers): Solche Aussagen finde ich vor einer Saison immer schwer. Nach der Regular Season können wir gerne darüber reden. Aber grundsätzlich ist klar, dass Jerian Grant wirklich großes Potenzial hat. Die Knicks ließen dafür sogar Tim Hardaway Jr. gehen. Ich erwarte von ihm, dass er, wie ein Rookie eben so ist, ohne groß nachzudenken einfach ein paar schöne Aktionen zeigt und sich entwickelt. Ob die anderen im Draft jetzt besser oder schlechter sind, kann ihm eigentlich herzlich egal sein.

Daniel Tatje: Die Konkurrenz ist nicht klein. Allen voran D’Angelo Russell und Emmanuel Mudiay. Aber Grant hat in vier Jahren am College und in der Pre-Season gezeigt, dass er über die Spielübersicht, den Zug zum Korb und die Abgeklärtheit verfügt, um eher früher als später José Calderon den Starter-Posten streitig zu machen. Natürlich ist es weit in die Zukunft geschaut, aber während bei Russell und Mudiay viel Potenzial und viele Fragezeichen stehen, kann ich bei Grant schon jetzt erkennen, wie gut er in einigen Jahren sein wird. Und zwar richtig gut, ein Boarderline All-Star!

Die Knicks schließen die Saison als zweitbestes Team der Atlantic Divison ab!

Max Wink: Nein. Die Raptors werden uneinholbar sein und auch Boston sehe ich eins, zwei Schritte weiter im Rebuild als die Knicks. Trotzdem ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Boston im Bereich des Möglichen, aber mal ehrlich, ist es wirklich wichtig?

Daniel Tatje: Zugegeben, die Atlantic Division ist nicht gerade das Power House der Liga, aber zumindest Toronto und Boston waren im letzten Jahr Playoff-Teams. An Toronto wird es wohl keinen Weg vorbei geben. Boston bewegt sich auf demselben Niveau wie letztes Jahr, was die Tür für die Knicks offen hält, die ich in Playoff-Nähe sehe. Auch wenn es recht unbedeutend ist: Platz zwei in der Atlantic Division sollte drin sein.

Fabian Herbers: Ja, ja, die Atlantic Division ist auch so etwas. Sicherlich spielen da große Namen, aber sind das auch große Teams? Meist ist nur der Sieger in den Playoffs, ob sie dann Zweiter werden, ist egal. Zumal die Knicks weiter in ihrer Aufbauphase sind und dann alles passieren kann. Normalerweise sollten sie das nicht packen, aber ich lasse mich gerne davon überraschen.

Das Credo „Stars, Stars, Stars“ wird im MSG nie funktionieren.

Max Wink: Das kann man nicht so pauschalisieren, da man zwar in der Vergangenheit mit großen Star-Verpflichtungen oft auf die Nase gefallen ist, aber man in der NBA ohne ein oder zwei Superstars nun mal keine Titel holt. In der jüngeren Vergangenheit hat man mit den Verpflichtungen von Amar’e Stoudemire (Monster-Vertrag) und Carmelo Anthony (im Grunde alle Assets weggegeben) zwei große Fehler gemacht. Vor allem der Melo-Trade tut immer noch weh, da man ihn ein halbes Jahr für nichts hätte haben können. Man muss auch im Big Apple endlich erkennen, dass man lediglich mit jungen Spielern, die man selbst entwickelt, langfristig Erfolg haben kann. Und mit Phil Jackson hat man wohl endlich die Person gefunden, die diesen Weg gehen möchte und kann.

Daniel Tatje: Das ist weniger eine These als viel mehr das Ergebnis aus inzwischen über einem Jahrzehnt verfehlter Personalpolitik. Stars sind schön und gut, aber das Gesamtgefüge muss passen. Und dort zeigt sich einfach, dass man vor allem selbst gedraftete Spieler benötigt, die zu wertvollen Spielern reifen. Gestandene Star-Spieler zu verpflichten, sollte dann eher der Weg sein, ein Playoff-Team zu einem Contender zu machen. Phil Jackson ist nun derjenige, der einen vernünftigeren Weg geht und das wohl als einer der wenigen auch in New York durchziehen kann.

Fabian Herbers: Nie ist vielleicht ein bisschen zu weit her geholt. Aber die letzten Jahre und Jahrzehnte haben gezeigt, dass der Weg für die Knicks woanders lang geht. Sein komplettes Talent mit Danilo Gallinari, Wilson Chandler, Timofey Mozgov und Ray Felton für Carmelo Anthony zu traden, hat den Knicks aus heutiger Sicht nur geschadet. Und Melo ist derjenige, der schon wieder von der Championship redet. Das setzt das Umfeld, die Mitspieler und den gesamten Big Apple wieder unter Druck. Es sollten mal kleinere Brötchen gebacken werden. In den Staaten ist das aber schwer, wenn man sich ständig alternde Stars ins Boot holt.

Jackson hat nur eine zweite Garde getradet bekommen – und trotzdem alles richtig gemacht.

Max Wink: Defintiv. Jackson war dort aktiv, wo es was zu holen gab und hat, was am wichtigsten ist, nichts erzwungen. Man hat sich punktuell verstärkt und die neuen Spieler mit sehr vernünftigen Veträgen ausgestattet. Wenn es so weitergeht, steht uns eine Zeit des verantwortungsvollen Managements in New York bevor. (Dass ich diese Zeilen mal tippe, hätte ich vor zwei Jahren nicht zu träumen gewagt.)

Daniel Tatje: Absolut. Die Medien und Fachleute jubeln. Und nicht etwa, weil wieder einmal ein Knicks-Management die größten Namen mit Geld zugeschmissen hat und daher die alten Artikel recyclet werden können, sondern weil die Top-Free-Agents nicht greifbar waren und man lieber entwicklungsfähige Spieler für kleines Geld geholt und die Cap-Flexibilität für die nächsten Jahren gewahrt hat. Kyle O’Quinn ist für mich der Steal des Sommers.

Fabian Herbers: Das sehe ich absolut so. Aktuell erwartet keiner Wunderdinge, auch wenn es Phil Jackson ist. Mit dem aktuellen Personal steht das Knicks-Roster unspektakulär, aber sehr solide dar. Natürlich wird das dieses Jahr nicht zu Großtaten reichen. Aber nächstes? Oder übernächstes? Das oben genannte Credo wird dieses Jahr also nicht verfolgt. Aber ein Jeremy Lin hat uns gezeigt, dass man im MSG auch zum Star reifen kann.

Kristaps_Porzingis

Porzingis wird bereits in seiner ersten Saison für Aufsehen sorgen. All-Rookie First-Team!

Max Wink: Ich denke eher nicht. Die Konkurrenz ist zu stark und spielt vor allem bei zu schwachen Teams. Karl-Anthony Towns und Jahlil Okafor sind defintiv Locks auf den Forward-Positionen, dann ist dort nur noch ein Platz frei. Und auf diesen einen Platz lauern einige. Um nur mal ein paar Namen zu nennen: Justise Winslow, Stanley Johnson, Sam Dekker, Mario Hezonja … Aber das sollte uns Knicks-Fans auch herzlich egal sein. Landry Fields war 2011 im All-Rookie First-Team, und was haben wir heute davon? Anthony Davis war nicht Rookie of the Year und ist jetzt unumstritten einer der fünf besten Spieler der Liga. Awards sind immer was Nettes, aber was zählt, ist auf dem Court.

Daniel Tatje: Da bin ich eher skeptisch. Nichts in der Pre-Season oder der Summer League ließ darauf hindeuten, dass Porzingis in dieser Saison konstant gute Leistungen bringen wird. Versteht mich nicht falsch: Ich bin ein großer Fan, der Junge hat eine Menge Potenzial und wir werden noch viel Spaß an ihm haben, aber er wird wohl seine Zeit brauchen und zwischen Spielen mit mehr als 20 Punkten und Spielen mit weniger als fünf Punkten schwanken. Da die Konkurrenz doch recht gut ist und in vielen Fällen auch deutlich mehr grünes Licht in der Offensive hat, füllen sich die fünf Plätze doch recht schnell.

Fabian Herbers: Kristaps Porzingis halte ich für eine sehr gute Wahl. Er wird sicherlich viel Spielzeit bekommen. Das ist bekanntlich der Schlüssel für Rookie-Ehrungen. Porzingis wird den Knicks noch eine Menge Freude bereiten, auch sicherlich schon zu Beginn der Saison. Er hat so viele Offensiv-Waffen in seinem Repertoire, darauf freue ich mich jetzt schon!

Fünf Thesen zum Knicks-Debüt
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Tobias Faller
Tobias Faller 29. Oktober 2015 um 18:02 Uhr

1. Russell und Mudiay finde ich beide deutlich besser als Grant, Payne sehe ich ungefähr auf Augenhöhe, was das Spielerische angeht, aber da dieser wohl auf der Bank versauern wird, ist Grant für mich der drittbeste Point Guard in diesem Draftjahrgang.

2. Nope, Raptors und Boston sind beide besser. Aber wenn die Celtics Achter im Osten und Zweiter in der Division, und die Knicks Neunter in der Conference und Dritter in der Division, dann ist euch das bestimmt nicht so egal, wie ihr es aktuell darstellt 😉

3. Zustimmung.

4. Zustimmung.

5. No way! Mein Team ist: Mudiay, Russell, Johnson, Towns, Okafor

kdurant35
kdurant35 30. Oktober 2015 um 6:36 Uhr

Interessante Fragen:

1. Bei den PGs ist die Frage, über welchen Zeitraum wir sprechen. Zumindest Russell und Mudiay sind natürlich viel talentierter und können zukünftig All-Stars werden.
Diese Saison könnte Grant mMn aber da vielleicht auf Augenhöhe spielen. Er ist Älter und spielerisch weiter und wird wohl deutlich weniger Fehler machen. Er hat ein gutes Gefühl fürs Tempo und ist sehr stark im P&R. Dazu ganz gute D. Dafür fehlt das Upside der beiden.

2. Raptors und Celtics seh ich vorn. Nummer 3 realistisch.

3. Natürlich kann dies funktionieren. Aber Stars ALLEINE holen meist keinen Titel. Weder in NY noch anderswo.
Das Fumdament sowie die Chemie muss ebenfalls stimmen.

4. Bin Fan der Offseason. Sicher nicht das, was sich viele erhofft hatten. Aber aus den vorhandenen Möglichkeiten und dem fehlenden sportlichen Anreiz alles rausgeholt. Der wichtige erste Schritt. Darauf kann man aufbauen. Top!

5. Denke er wird bereits besser sein, als wir uns das erhofft haben. Aber First-Team, Nein. Allein bei den Bigs seh ich Okafor, Towns und eventuell sogar Turner vorn. Ist aber auch zweitrangig. Ich will vor allem sehen, dass er sich in der Saison steigert und sein Potenzial für die kommenden Jahre zeigt.

Dennis Koehler
Dennis Koehler 30. Oktober 2015 um 12:32 Uhr

1) Mudiay, dann Russell, dann lange nix, dann Payne, dann Grant

2) Niemals! Zwar Philly (30) und Nets (29) in der Division, aber maximal Dritter. Raptors, Celtics zu stark

3) Melo ist zu selbstverliebt, lieber liest er „Despite Melo’s 56 points, Knicks lose 89:111“ als „Knicks win, six players score in double figures“

4) Zustimmung, die Offseason war wirklich ordentlich!!

5) Mudiay – Russell – Okafor – Towns Jr. sind LOCKS. Dann entweder Porzingis oder Stanley, vielleicht sogar Winslow

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