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NBA drängt auf regulierte Sportwetten in den USA

16.02.2018 || 14:38 Uhr von:
In Deutschland bieten sich Fans der NBA und europäischen Basketballligen ausreichend Möglichkeiten, auf Ergebnisse von Basketballspielen zu wetten.

Sehr viele Sportwettenanbieter haben sich, bewaffnet mit EU-Glücksspiellizenzen, auf dem deutschen Markt breitgemacht und bieten Spielern unzählige basketballspezifische Wettmärkte an, um ihr Fachwissen unter Beweis zu stellen.

In den USA ist es um einiges komplizierter auf Sportereignisse zu wetten. Lediglich in Las Vegas hat der Staat Nevada eine Lizenz für Sportwetten an seine Casinos ausgestellt und unternimmt hinter verschlossenen Türen einiges dafür, dass es bei dieser EINEN Ausnahmeregel bleibt. Schließlich macht Vegas im Jahr an die fünf Milliarden US-Dollar Umsatz mit Sportwetten. Nun scheint sich aber eine Revolution am amerikanischen Glücksspielmarkt anzubahnen, die maßgeblich von der NBA vorangetrieben wird.

Was hat die NBA in den Vereinigten Staaten mit Sportwetten vor?

Einfach und auf den Punkt gebracht möchte die NBA, angeführt von Commissioner Adam Silver, in Zukunft mit Sportwetten ordentlich Kohle machen. So simpel ist das. Die NBA möchte ein Stück vom Kuchen aus Las Vegas abhaben und setzt sich darüber hinaus dafür ein, dass Wetten auf die NBA in allen 50 Bundesstaaten legalisiert werden.

In den ganzen Vereinigten Staaten (und nicht nur in Vegas) wird sehr viel Geld auf die vier großen Sportarten gesetzt. Das sind neben der NBA noch die Baseball-Liga MLB, Eishockey-Liga NHL und natürlich die American Football-Liga NFL. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass lediglich in Las Vegas offiziell gewettet werden darf. Schätzungen in diesem Bereich gehen von einem Schwarzmarkt aus, der über hundert Milliarden Dollar schwer ist.

Warum also nicht legalisieren, was ohnehin nicht unterbunden werden kann? Ist es nicht besser, der Nachfrage nachzugeben und Sportwetten ganz offiziell in den gesamten USA zu regulieren!? So argumentiert jedenfalls die NBA.

Ähnliche Debatten hat es in den Staaten in den letzten Jahren auch beim Cannabis gegeben und mittlerweile ist es in mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten legalisiert worden. Getreu dem Motto: „If you can‘t beat them, join them.“ Nicht zuletzt Kevin Durant kann davon ein Liedchen trällern. Sein Wechsel zum Powerhouse aus Golden State soll heute aber nicht das Thema sein. Er hat sich deswegen auch schon wahrlich genug anhören müssen.

Wie ist die Glücksspiel-Situation bei uns in Deutschland

In Deutschland darf jeder Sportwettenanbieter und jedes Online Casino seine Glücksspiele anbieten, solange eine Lizenz einer europäischen Glücksspielaufsicht vorhanden ist. Meistens werden diese in Malta ausgestellt, da dort die besten Bedingungen (geringsten Steuerabgaben) für Glücksspielunternehmen vorhanden sind. Es gibt Bemühungen in Deutschland, eigene Lizenzen zu verteilen, und die Anbieter dazu zu bekommen, in Deutschland Steuern abzuführen. Bislang konnten sich die 16 Bundesländer allerdings noch nicht auf ein einheitliches Modell einigen.

Bis es soweit ist und deutsche Lizenzen für erstklassige Angebote verteilt werden, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich selbst durch die vielen Angebote zu klicken und die besten herauszusuchen. Bei Sportwettenanbietern geht das mit einem schnellen Quotenvergleich noch relativ einfach. Schwieriger wird es da schon bei Online Casinos, die in viel höherer Zahl vertreten sind. Von NoDepositKings gibt es aber eine Auflistung aller Online Casinos mit gültigen Lizenzen und fairen Auszahlungen. Auf der Seite finden sich zudem viele Bonusaktionen, für die keine Einzahlung erforderlich ist und die risikofrei wahrgenommen werden können.

Wie sieht der konkrete Vorschlag der NBA aus?

Zurück in die USA. Mitte Januar wurden die ersten Details des NBA-Vorschlages bekannt gemacht und die haben es in sich: Die amerikanische Profiliga möchte ein Prozent aller abgeschlossenen Wetteinsätze auf die NBA erhalten. Nochmal zum Mitschreiben… ein Prozent aller EINSÄTZE, nicht etwa vom Profit.

Wer sich ein wenig mit Sportwetten auskennt und die Profitmarge der Unternehmen studiert, der wird schnell merken, dass ein Prozent aller Einsätze in vielen Fällen den kompletten Profit ausradieren würden. Daher darf man skeptisch sein, ob bei einer Legalisierung tatsächlich ein volles Prozent einkassiert wird.

Es gab direkt ordentlich Gegenwind für den Vorschlag

Viele Experten reagierten daher mit hochgezogenen Augenbrauen und warfen der NBA Realitätsferne vor. Zumal sich die Politik nicht als Vermittler sieht, der Geld von Sportwetten in die Hände einer Multi-Milliarden schweren Profiliga chauffiert. Es dauerte nicht lange und die NBA äußerte sich daher in einem Statement.

Man habe die Abkommen anderer Länder, beispielsweise in Frankreich und Australien, genauestens studiert und sei zu der Erkenntnis gekommen, dass dies eine faire Abgabe für die Rechte an NBA-Sportwetten sei. Zumal die NBA das Geld nicht ausschließlich als Profit versteht, sondern damit in Technologien investieren möchte, die der Glücksspielbranche auch zu Gute kommen.

So soll unter anderem in ein System investiert werden, welches unregelmäßige Wetteinsätze erkennt. Einziges Problem dabei, so ein System gibt es schon längst und es hat unter anderem einen Skandal im Fußball aufgedeckt, als mehrere Spieler und Schiedsrichter Spiele manipuliert haben. Des Weiteren sollen einzelne Wettmärkte besonders stark reguliert und überwacht werden. Dabei handelt es sich um sehr leicht zu manipulierende Wettmärkte, wie beispielsweise eine Wette darauf, welcher Spieler das erste Foul kassiert.

Welche Auswirkungen hat das auf mich in Deutschland?

Egal was in den USA passiert, ob Sportwetten nun legalisiert werden oder nicht und ob die NBA davon ein Prozent erhält oder nicht, in Deutschland ändert sich deswegen nichts. Naja, zumindest nicht direkt. Diese Regelung würde sich ausschließlich auf den US-amerikanischen Markt beziehen. Wenn die NBA tatsächlich bei allen Einsätzen satt mit verdient, werden Sportwettenanbieter gezwungen sein, die Profite woanders zu machen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Quoten darunter leiden würden und Spieler einfach weniger Geld ausgezahlt bekommen.

Dies könnte indirekt Einfluss auf Quoten in Deutschland haben. Aber vorstellen können wir uns das nicht. Dafür müssten alle Anbieter sich an den neuen Auszahlungsquoten der USA orientieren. Wenn nur ein großer Anbieter in Deutschland an seinen Quoten festhält, können sich die anderen ebenfalls keine Änderungen erlauben. Alle Spieler würden zum Sportwettenangebot mit den viel besseren Quoten wechseln.

Was bedeutet das für die NBA im Allgemeinen?

Wie die meisten von Euch bereits wissen, teilt die Liga alle Einkünfte 50/50 mit seinen Spielern. Zumindest steht es so im aktuellen CBA zwischen Eigentümern und Spielergewerkschaft. Die Mehreinnahmen würden also zur Hälfte in die Hände der Spieler fließen.

Der Salary Cap, die Gehaltsobergrenze, an die sich alle Teams zu halten haben, würde einen ordentlichen Satz nach oben machen. Spieler wie Lebron James, Stephen Curry, James Harden oder Giannis Antetokounmpo würden daraufhin viel mehr Geld verdienen können (das Höchstgehalt ist prozentual vom Salary Cap abhängig). Darüber hinaus würde es mit Sicherheit wieder einige aberwitzige Verträge für überdurchschnittliche oder gar nur durchschnittliche Spieler geben, die sich im Nachhinein als sehr, sagen wir, fragwürdig herausstellen.

Solche Verträge wären nichts Neues. Es gibt sie in fast jedem Club. Als der Cap vor wenigen Jahren aufgrund des neuen TV-Vertrages einen einmaligen Sprung gemacht hat, wurden besonders viele davon verteilt. Man findet sie heute noch, unter anderem bei den New York Knicks (Joakim Noah) und Los Angeles Lakers (Luol Deng). Wenn der Sportwettenvorschlag der NBA Realität wird und der Cap einen erneuten einmaligen Sprung macht, dürfen wir uns bei Verträgen wieder einmal auf einiges gefasst machen.

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