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NBA Playoff Preview Round 2: Cleveland Cavaliers (2) vs. Chicago Bulls (3)

03.05.2015 || 12:25 Uhr von: ,
Cleveland vs. Chicago. Nun steht es also an: Das Duell, das vor der Saison vom Großteil der Experten als sicheres Finale der Eastern Conference prognostiziert wurde. Nur, dass es bereits eine Runde früher steigt. Beide...

Cleveland vs. Chicago. Nun steht es also an: Das Duell, das vor der Saison vom Großteil der Experten als sicheres Finale der Eastern Conference prognostiziert wurde. Nur, dass es bereits eine Runde früher steigt. Beide Teams setzten sich in der ersten Runde einigermaßen ungefährdet durch, wobei die Bulls es sich in 6 Spielen gegen die Milwaukee Bucks schwerer als nötig machten, während die Cavs Boston in 4 Spielen abfertigten. Der Erstrunden-Sweep wurde jedoch mit Kevin Loves schwerer Schulterverletzung und J.R. Smiths 2-Spiele-Sperre sehr teuer bezahlt. Was Cleveland trotzdem Hoffnung machen sollte: die Bulls scheiterten bislang jedes Mal in der Postseason, wenn LeBron James ihnen im Weg stand.


1) Was bedeutet Kevin Loves verletzungsbedingte Abwesenheit für Clevelands Siegchancen?

Lukas: Zunächst einmal bietet Loves Ausfall eine willkommene Ausrede für den Fall, dass man sich vorzeitig in den Sommerurlaub verabschieden sollte. Wer LeBron kennt, weiß jedoch, dass der zweimalige Champion aus einem anderen Holz geschnitzt ist und es seinen Teammates nicht erlauben würde, kampflos die Segel zu streichen. Klar wird sich Loves Fehlen in Bezug auf das Floor Spacing und die Rebound-Arbeit bemerkbar machen und ohne ihn fehlt der dritte All-Star, mit dem man jeder Bench Unit noch genügend Firepower verleihen kann. Dennoch sollten Irving, James und ab Spiel 3 auch Smith in der Lage sein, für ihren verletzten Teamkollegen offensiv in die Bresche zu springen. Die Cavs werden wohl vermehrt auf Small-Ball-Lineups mit LeBron auf der 4 und einem weiteren Shooter (Jones oder Miller) zurückgreifen als zuvor.

Raphael (@RaphRoss): Die Cavs haben es während der regulären Saison nie richtig geschafft Kevin Love in ihre Offensive zu integrieren. Man hatte immer das Gefühl, David Blatt habe ihn nicht gut genug genutzt. Tatsächlich stand Kevin Love aber in den sechs nach Net-Rating besten Lineups der Cavaliers. Kevin Loves Ausfall wird Coach Blatt dazu zwingen, Spielern wie Mike Miller oder James Jones Minuten zu geben, die man sie lieber nicht spielen sehen will. Smallball mit LeBron ist offensiv sicher eine Taktik, die die Bulls vor Probleme stellen kann. Wo versteckt man den defensiv fragwürdigen Pau Gasol? Jedoch gibt es immer auch eine Kehrseite der Medaille, LeBron muss auch den Power Forward des Gegners verteidigen und da warten bei den Bulls einige Hochkaräter auf ihn, die ihn bis zur Erschöpfung fordern werden. Die Abwesenheit von Love könnte ein entscheidender Faktor in dieser Serie werden, wenn Thibodeau die richtigen Hebel in Bewegung setzt.

2) Haben die Cavs nun möglicherweise weniger Druck als zuvor?

Lukas: Das wäre wohl zu schön, um wahr zu sein. LeBron James wird auch weiterhin unter dem skeptischen Auge der Medien sowie der breiten Öffentlichkeit performen müssen, auch wenn er selbst in seinem Homecoming-Essay für Geduld mit dem neu zusammengewürfelten Cavs-Team warb und nun den Rest der Postseason auf einen seiner Edelhelfer verzichten muss. Alles andere als die fünfte Finals-Teilnahme in Folge würde man ihm wohl als Scheitern anrechnen, selbst wenn im Endeffekt nicht mehr möglich gewesen sein sollte. Aber mit diesem Druck leben LeBron und seine Teams bereits seit seinen High-School-Zeiten…

Raphael (@RaphRoss): Natürlich hat man eine Ausrede mehr, wenn es gegen die Bulls nicht klappen sollte, aber der Druck ist denke ich nicht anders als vor Loves Verletzung. Die Finals sind für die Cavaliers Pflicht, zumindest sieht das die breite Masse so und der Druck auf LeBron wird sowieso zu keinem Zeitpunkt geringer. Ich denke auch, dass sich der eigene Anspruch des Teams nach der Verletzung nicht ändern wird. Wieso sollte weniger Druck also überhaupt einen Einfluss haben? Interessant wird werden, was nun aus Kevin Love wird, bleibt er über diese Saison hinaus ein Cavalier? Viele Experten mutmaßten, dass Kevin Love nach dieser Saison die Cavaliers prompt wieder verlassen würde, egal ob man den Meistertitel holen sollte oder nicht, die aktuelle Verletzung ändert natürlich die Ausgangslage. Man darf gespannt sein.

3) Wie wird der knappe Spielplan dieser Serie die Teams beeinflussen?

Lukas: Für Playoff-Verhältnisse liegen die einzelnen Spiele der Serie sehr nahe beieinander: mehr als einen Tag Pause sucht man die erste Woche über vergeblich im Kalender. Zwar sind Jimmy Butler und Co. viele Spielminuten gewohnt und es gibt keine Back-to-Back-Sets wie in der Regular Season, dennoch hat besonders Derrick Rose gezeigt, dass er nach zwei oder mehr Tagen Erholung signifikant bessere Leistungen erbringt als mit nur einem Tag Pause. Auch der unnötig langen Serie mit den Bucks könnten die Bulls in dieser Hinsicht noch Tribut zollen, während Cleveland dank einer spielfreien Woche einigermaßen frisch und erholt sein sollte.

Raphael (@RaphRoss): Derrick Rose hat gezeigt, wie gut ihm längere Pausen zwischen den Spielen tun. Ein Glück, dass Kirk Hinrich wohl pünktlich zur kommenden Serie wieder fit und einsatzbereit ist und Aaron Brooks gegen die Point Guards der Cavs nicht ganz so unspielbar ist, wie gegen die großen Guards der Bucks. Vielleicht kann man hier ein paar Minuten mehr Pause für Rose generieren. Insgesamt glaube ich, dass der knappe Spielplan keinem der beiden Teams gut tun wird. Die Cavaliers sind ebenfalls nicht gerade der Inbegriff eines tiefen Teams, auch wenn sie in dieser Saison weniger mit Verletzungen zu kämpfen hatten, als die chronisch verletzten Bullen. Insgesamt muss man sagen, die Playoffs sind die Playoffs, jeder geht in jedem Spiel an seine Grenzen und ob man nach einer Serie 3 oder 7 Tage Pause hat, sollte nicht den großen Unterschied machen. Oft sah man sogar in der Vergangenheit, dass Teams mit langer Pause vor einer neuen Serie im ersten Spiel überrollt wurden. Insgesamt wird der Spielplan denke ich natürlich einen Einfluss haben, dieser wird aber hoffentlich auf beide Teams der selbe sein.

4) Kann Derrick Rose Kyrie Irving verteidigen?

Lukas: Da Jimmy Butler die zweifelhafte Ehre zukommt, sich defensiv fast durchgängig um Matchup-Nightmare LeBron kümmern zu müssen, wird die Verteidigung des offensiv wohl ebenso potenten Irvings zumindest über weite Strecken des Spiels wohl Rose übernehmen müssen. Dieser offenbarte jedoch bereits gegen Playoff-Rookie Michael Carter-Williams von den Bucks arge Probleme, wenn es darum ging, sein Gegenüber vor sich zu halten. Gegen den noch flinkeren Irving, der zudem wohl über die besten Handles der Liga verfügt, wird es bestimmt nicht einfacher für Rose werden, so dass in der Crunchtime möglicherweise Tony Snell mit seiner Länge und Reichweite Irving übernehmen werden muss.

Raphael (@RaphRoss): Einen Spieler wie Irving kann man nicht alleine verteidigen. Roses Problem gegen den sehr langen MCW war unter anderem das Post-Up, für das Kyrie Irving nicht bekannt ist. Die Teamdefensive der Bulls muss stehen, besonders Noah, der bisher dieses Jahr nicht seinen besten Basketball spielt, wird ein wichtiger Faktor als Sicherheitsnetz hinter Rose sein. Noah ist gegen die Cavaliers immer extra motiviert. Ich denke, Irving wird in dieser Serie viele verschiedene Verteidiger sehen. Aus Sicht der Bulls kann man nur hoffen, dass der giftige Verteidiger Hinrich wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist und Irving, ebenso wie Snell und Butler, über kurze Strecken das Leben schwer machen kann.

5) Wie stehen die Chancen im Duell der Headcoaches Blatt und Thibodeau?

Lukas: Mit seinen 26 Jahren NBA-Erfahrung hat Thibs NBA-Neuling Blatt einiges voraus, wenngleich dieser immerhin seit 21 Jahren erflolgreich im internationalen Basketball gecoacht hat. Außerdem weiß Blatt mit den ehemaligen NBA-Headcoaches Larry Drew und Jim Boylan sowie dem bestbezahlten Assistant Coach der NBA, Tyronn Lue, absolute Fachleute an seiner Seite. Gemeinsam haben beide Headcoaches, dass ihr Abschneiden in den Playoffs große Auswirkungen auf ihre Zukunft haben könnte, da Blatt seit LeBron James‘ Heimkehr immer wieder teils ungerechtfertigter Medienschelte ausgesetzt ist und Thibodeau mit dem Front Office der Bulls seit Längerem auf Kriegsfuß steht.

Raphael (@RaphRoss): Wer ist in Cleveland eigentlich der Headcoach? David Blatt, Tyronn Lue oder doch LeBron James? David Blatt ist alles andere als ein Wunschkandidat von LeBron James, das war diese Saison mehr als einmal zu bestaunen. Ein schlechter Coach ist Blatt ganz sicher nicht. Nur leider spielt man mit LeBron eben LeBron-Ball oder man lässt es bleiben. Ich bekam das Gefühl, dass zum Ende der Saison langsam ein bisschen mehr Harmonie eingekehrt ist in Ohio. Der Ausfall von Kevin Love wiegt natürlich schwer und man wird sehen, wie Blatt hier reagiert. In Chicago pfeifen es die Spatzen schon lange von den Dächern, die Zeit von Tom Thibodeau bei den Chicago Bulls wird bald zu Ende sein. Man hört sogar, dass auch ein Meisterschaftsring daran nichts ändern würde. Unstimmigkeiten mit dem Frontoffice führen schon lange zu Problemen und auch Thibs‘ sehr intensive Art scheint sich inzwischen etwas abgenutzt zu haben. Trotz allem ist er, für mich, einer der besten drei Coaches der NBA. Sein System ist wie gemacht für Playoff-Basketball, kann er in einem letzten gesunden Playoffrun mit seinen Bulls sein Frontoffice Lügen strafen?


Fazit

Lukas: Chicago war in der jüngeren Vergangenheit wohl selten besser gerüstet, um es mit Cleveland aufzunehmen, als dieses Jahr. Dank Butlers Entwicklungsschritt und der Gasol-Verpflichtung verfügt man mittlerweile auch offensiv über die Durchschlagskraft, die den Bulls oftmals fehlte, wenn Derrick Rose am vorderen Ende des Feldes auf sich allein gestellt war und die Cavaliers bzw. Miami Heat James defensiv auf ihn ansetzten. Die Cavs sind zwar verwundbar, verfügen aber immer noch über eine höchst potente Offense, die gelernt hat, um James herum zu spielen und dessen Kick-Out-Pässe hochprozentig zu verwerten. Dieser Umstand, gepaart mit Irvings Fähigkeiten, auch abseits des Balles zu glänzen, könnte neben dem Heimvorteil dafür sorgen, dass Cleveland die Serie nach hartem Kampf für sich entscheidet: Cavs in 7.

Raphael (@RaphRoss): Ich würde es ja etwas anders formulieren, die Cavaliers waren in den letzten Jahren nie in den Playoffs, um es mit den Bulls aufzunehmen und sind damit zum ersten Mal seit langem dafür gerüstet, es mit einem Bulls Team aufzunehmen, dass viel Potential, aber leider wenig Zeit zum eingrooven hatte. Ich denke Thibodeaus Defensive wird den Unterschied machen, die Cavs setzen nach wie vor zu viel auf Isolationen für James und Irving, jetzt fehlt mit Love auch noch der Stretch-Vierer. Die Bulls sind auf den großen Positionen stark besetzt, ist Mirotic fit, gibt er den Bulls offensiv eine weitere Dimension, die man in den letzten Jahren nicht hatte. James Jones trifft bisher in diesen Playoffs 18% seiner Dreier, Mike Miller 32%. Scharfschützen, die nach der Penetration Rotationen bestrafen, sehen anders aus. Ich sehe die Cavaliers einfach nicht flexibel genug, um es mit dem breiten Kader der Bulls aufzunehmen. Andererseits haben die Cavs den besten Spieler der Serie und der Welt in ihren Reihen, es wird knapp. Trotzdem: Bulls in 6.

NBA Playoff Preview Round 2: Cleveland Cavaliers (2) vs. Chicago Bulls (3)
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