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Memphis Grizzlies: Big Three aus der Steinzeit

17.10.2016 || 09:49 Uhr von:
Memphis Grizzlies
Die Contender-Hoffnungen der Memphis Grizzlies landeten im Vorjahr im Lazarett, jetzt soll Coach David Fizdale eine neue Big Three instruieren.

DIE LETZTE SAISON

Die Spielzeit 2015/16 der Memphis Grizzlies ist rekordverdächtig gewesen – aber gewünscht hatte sich das im Grindhouse niemand. 42-40 lautet die Bilanz am Ende der Saison, Platz 7 im starken Westen und gleichbedeutend mit einem Postseason-Date mit den San Antonio Spurs. Was erstmal nach einer ordentlichen Saison ausschaut, verschleiert aber die unfassbare Verletzungsmisere, die die Grizzlies nach dem All-Star-Break ereilt hat. Marc Gasol, Mike Conley, Tony Allen und Co. mussten allesamt pausieren, mit 28 eingesetzten Spielern stellten die Grizzlies einen neuen Rekord für ein Playoff-Team auf. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich, wie meine Mitspieler heißen“, fasst Tony Allen die Situation recht treffend zusammen. Das Aus nach einem Sweep gegen die San Antonio Spurts überrascht dann auch niemanden mehr.

DIE OFFSEASON

Coach David Joerger, der nach dem Erstrunden-Aus noch weinend seinen Respekt vor seinen Spieler bekundet hatte, bittet kurz nach Beginn der Free Agency erneut um die Erlaubnis, mit anderen Teams verhandeln zu dürfen. Das Frontoffice hat verständlicherweise genug von Joergers Spielchen – 2014 verhandelte er bereits mit den Minnesota Timberwolves – und setzt ihn nach drei Jahren im Amt vor die Tür. Während Joerger kurz darauf in Sacramento anheuert, kommt mit David Fizdale ein Trainer-Novize aus Miami, der sich als Assistant Coach unter Erik Spoelstra aber schon seine Sporen verdient hat.

Und Coach „Fiz“ bekommt reichlich Unterstützung durch die Free Agency – selten geht GM Chris Wallace den Sommer so offensiv an. Mike Conley wird trotz zahlreicher Umgarnung anderer Teams für fünf Jahre und 153 Millionen Dollar in Tennessee gehalten, daraufhin entscheidet sich auch der viel umworbene Chandler Parsons für einen Wechsel an die Beale Street. Für vier Jahre und 94 Millionen Dollar bekommen die Grizzlies damit einen weiteren Starspieler, der genau wie Conley und Center Marc Gasol langfristig an die Franchise gebunden ist. Mit James Ennis, dem ungedrafteten Troy Williams, Wayne Selden jr. und D.J. Stephens kommt Athletik und Geschwindigkeit für die Flügel, der Rest des Kaders steht schon seit längerem.

STAR UND SCHLÜSSELSPIELER

Mike Conley hat im Sommer mit seinem neuen 153-Millionen-Dollar-Deal den bis dato größten Vertrag in der NBA-Geschichte eingesackt, auch wenn dieser Rekord angesichts des rapide steigenden Salary Caps im kommenden Sommer wohl wieder pulverisiert wird. „Captain Clutch“ ist gemeinsam mit Marc Gasol der Eckpfeiler eines Grizzlies-Teams, das sich langsam aber sicher im Umbruch befindet, ohne die so wichtige „Grit’n’Grind“-Mentalität zu verlieren. Vor allem das Pick-and-Roll zwischen den beiden Superstars wird essentiell für die neu zusammengestellte Offense sein, der es weiterhin an einem sicheren Dreierschützen fehlt.

Mehr Power soll Chandler Parsons bringen, der mit seiner Vielseitigkeit gut in die variabel aufgestellte Starting Five der Grizzlies passt. Findet sich der Forward schnell in Memphis zurecht, könnten die Grizzlies umgehend wieder um den Heimvorteil in den Playoffs kämpfen, zumal auch Smallball jetzt wieder eine Option ist, wenn Parsons auf der Vier und der athletische JaMychal Green auf der Fünf agiert. Green wird, das hat Coach Fizdale bereits angekündigt, auf der Vier starten, Zach Randolph bekommt in seinem Karriereherbst die Rolle als sechster Mann.

KADERÜBERSICHT

 StarterBankBankBank
PGMike ConleyWade Baldwin IVWayne Selden jr.
SGTony AllenJames EnnisJordan AdamsD.J. Stephens
SFChandler ParsonsVince CarterTroy Williams
PFJaMychal GreenZach RandolphJarrell Martin
CMarc GasolBrandan Wright

PROGNOSE

Die Playoffs sind nach den Sommer-Investitionen eigentlich Pflicht, denn Memphis hat sich abgesehen vom Abgang von Matt Barnes nicht wirklich verschlechtert, alle Leistungsträger sind wieder fit und dürften wieder zu dem Team zusammenfinden, das im Vorjahr vor der Gasol-Verletzung in der Spitzengruppe im Westen mitgespielt hat. Parsons ist seit dem Trade von Rudy Gay der beste Small Forward, der seine Sneaker für die Grizzlies schnürt – auch wenn er nicht gerade im Jason-Kapono-Stil von Downtown einschweißt.

US-MANAGER-TIPP

JaMychal Green heißt der neue Starter auf der Vier, und der reboundstarke Ex-Spur ist durchaus für 10/10 im Schnitt gut. Green dürfte mit 2,45 Millionen Dollar Gehalt einer der billigsten Starter der Liga sein, er kommt fast für die Hälfte des Gehalts von Teamkollege Zach Randolph in euer Team.


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