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Los Angeles Lakers: Deal or No Deal?

20.06.2017 || 10:24 Uhr von:
Home Sweet Home! Alles deutet auf die baldige Heimkehr von Paul George hin. Doch gerade die Veröffentlichung seines Wechselwunsches könnte die Traumehe noch kippen.

Traurig aber wahr: der 16. Mai 2017 war der wichtigste Tag der abgelaufenen Saison bei den Los Angeles Lakers. Es stand nicht nur ein Top 3-Rookie des Jahres 2017 auf dem Spiel. Der Verlust des diesjährigen Picks hätte der Franchise gleichzeitig einen weiteren in 2019 gekostet. Platz zwei in der Lottery hat dieses Horrorszenario aller Purple-Gold-Fans abgewendet. In den kommenden Wochen stehen jetzt wichtige Entscheidungen an, in denen sich das neue Führungs-Duo Magic Johnson und Rob Pelinka erstmals beweisen müssen. Setzten die Los Angeles Lakers den Weg des Rebuildes fort? Wird eine Abkürzung per Trade bevorzugt?

Eile mit Weile

Bis 2013 verpassten die Lakers seit der Gründung der Franchise 1948 – damals noch in Minneapolis – nur fünfmal die Playoffs. Sollte die Saison 2018 erneut Mitte April beendet sein, hätten sie diese vorbildliche Bilanz alleine in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Der Druck ist demnach immens. Denn im Gegensatz zu den vergangenen beiden Jahren wird in der kommenden Saison nichts das Abschneiden der Lakers überschatten. Kobe Bryants Abschiedstour ist ebenso Geschichte wie der Rettungsversuch der Draftpicks.

Dennoch sind sich Experten und Fans einig, dass Panikmoves unangebracht sind. Los Angeles hat einen jungen talentierten Kern, auf dem Johnson aufbauen kann. Mit Paul George scheint es ebenfalls einen Free Agent zu geben, der 2018 zur Traditionsfranchise wechseln möchte. Deshalb scheint „abwarten und Tee trinken“ die bevorzugte Strategie der Lakers zu sein.

“I don’t know if we’re going to be a major player this year,” Johnson said. “I’m really looking forward to next summer (2018).”

So vielversprechend diese Strategie klingt, in der Praxis birgt sie jedoch einige Risiken. Das Front Office sollte zumindest einen Plan B ohne eine hochkarätige Free-Agent-Verpflichtung in der Hinterhand haben. Denn der Zugang eines Paul George ist trotz aller Aussagen nicht sicher.

Warum Paul George nicht zu den Lakers geht

Schon seit Jahren wird darüber spekuliert, dass der zehnte Pick des Jahres 2010 in seiner Karriere gern im Trikot des 16-maligen Meisters auflaufen würde. Kalifornien ist sein Heimatstaat und er ist bekennender Kobe-Fan. Klar, dass der angekündigte Abgang sowie der Wunsch zukünftig für die Lakers aufzulaufen für riesige Euphorie im Fanlager sorgt. Die Gefahr ist jedoch groß, dass dieses Bekenntnis genau den gegenteiligen Effekt hat. Denn die Mehrzahl der hochkarätigen Free Agents entscheiden sich für die sportlich beste Alternative.

Titelchance: Die zwei besten Free Agents, die 2015 bzw. 2016 das Team gewechselten, waren LaMarcus Aldridge und Kevin Durant. Beide haben eines gemeinsam. Sie wählten mit San Antonio und Golden State die jeweils vielversprechendste Option, die genügend Capspace besaß. Selbst die größten Optimisten werden nicht damit rechnen, dass der jetztige Kader der Lakers in einem Jahr ein Team mit Titelambitionen sein wird. Andere Teams – z.B. San Antonio oder Houston – könnten im kommenden Sommer eine bessere Alternative für einen Spieler in seiner Prime sein. Von Indiana fordert Paul George eine deutliche Verbesserung des Kaders. Für einen Wechsel zu den Lakers kann daher neben dem Standort nur das Talent sprechen.

Potenzial: Die Young Guns müssen also für Free Agents interessant genug sein. Bisher ist unklar, ob einer der Talente das Zeug zu einem zukünftige Franchise-Player besitzt. Doch selbst wenn sie dieses Level nicht erreichen sollten, ist das Preis-Leistungsverhältnis verlockend. Passt die Timeline jedoch in die Zukunftsplanung von Paul George. Zur Erinnerung: Obwohl die Oklahoma City Thunder zwischen 2007 und 2009 drei heutige MVP-Kandidaten in Folge drafteten, benötigten sie fünf Jahre um die NBA-Finals zu erreichen. Auch die zu Saisonbeginn hoch gehandelten Minnesota Timberwolves – 40 bis 50 Siege wurden prognostiziert – konnten die hohen Erwartungen nicht einmal ansatzweise erfüllen. Beide Teams waren sicherlich talentierter als der derzeitige Lakers-Kern. Deshalb ist es schwer vorstellbar, dass sich ein 27-jähriger Top 20-Spieler diesem Kern anschließt.

Die große Gefahr

In der abgelaufenen Saison zeigte sich Paul George nicht immer von seiner besten Seite. Er war zweifelsohne frustriert von der sportlichen Perspektive in Indiana. Da sich die Pacers bisher weiterhin Hoffnung machen konnten mit ihm langfristig zu verlängern, war der Preis, den die Pacers in einem potenziellen Wechsel forderten, sehr hoch. Gerade die Topteams können nur selten die Assets dafür aufbringen. Dies hat sich jedoch schlagartig geändert. Da es sich jetzt nur um ein vermeindliches Leihgeschäft handelt, ist der Preis drastisch gefallen. Eine riesige Chance für Contender – oder Teams die einer werden wollen – sowie ein großes Risiko für die Los Angeles Lakers. Denn wenn die Nummer 13 erst einmal bei einem Titelanwärter spielt, kann dies seine Zukunftsplanung auf den Kopf stellen.

Tradekandidaten

Cleveland Cavaliers: Seit Beendigung der NBA-Finals wird über einen potenziellen Kevin Love/Paul George Wechsel spekuliert. Denn gegen die Golden State Warriors konnte Tyronn Lue selten seine beiden Bigs gleichzeitig spielen lassen. Wenn der zehnte Pick aus 2010 Richard Jefferson ersetzten würde, sähe das Matchup mit dem Dauerkonkurrenten viel offener aus. Ein Tauschgeschäft mit den Cavs – eventuell mit Beteiligung eines dritten Teams – könnte das beste Angebot sein, dass sich Kevin Pritchard erhoffen darf.

Los Angeles Clippers: Nachdem George seiner Franchise die Pistole auf die Brust setzte, können sich sogar die Los Angeles Clippers Chancen ausrechnen. Ein Trade á la Brooklyn Nets – also alle möglichen zukünftigen Draftpicks und Tauschrechte – wäre eine Option für verzweifelte Pacers. Eine Kombination aus Jordan Crawford, Austin Rivers oder Wesley Johnson würde die Gehälter passend machen. Die Clippers dürften sich zudem große Hoffnungen auf den Verbleib des Forwards machen. Denn den Standortvorteil besitzen sie ebenso wie die Lakers.

Boston Celtics: Geht es um potenzielle Tradekandidaten dürfen die Kelten nicht fehlen. Danny Ainge ist vermutlich nicht an einem Rental interessiert. Wenn die Free-Agent Optionen jedoch bei ihren bisherigen Arbeitgebern bleiben, kann sich dies ändern. Boston besitzt genug Picks, um einige außerhalb der Lottery zu opfern.

Toronto Raptors: Vor fünf Jahren holte Masai Ujiri als General Manager der Nuggets Andre Iguodala per Trade nach Denver. Dass der Flügelspieler ebenfalls ins letzte Vertragsjahr ging, schreckte ihn nicht ab. Die Raptors könnten daran interessiert sein, das Gehalt von DeMarre Carroll in solch einen Deal zu integrieren. Das würde Indina noch zusätzliche Asset bringen. Mit Norman Powell, zahlreichen jungen Talenten und Draftpicks könnten beide Seiten zu einer Einigung gelangen.

Denver Nuggets: Im Gegensatz zu den bisher genannten Kandidaten gehört die Franchise aus der Mile High City nicht zu den Topteams der Liga. Dafür besitzt sie zahlreiche Assets und Capspace. Außerdem gehört Denver zu den vier Teams, mit denen sich Chris Paul in der Offseason treffen will. Eine Verpflichtung von Paul George kann im Hinblick auf die Verhandlungen nicht schaden.

 

Angriff ist die beste Verteidigung

Trotz aller Geduldsbekundungen denken die Los Angeles Lakers weiterhin in Superlativen. Das hat ihnen jahrelang Erfolg beschert.

Um Paul George 2018 per Free Agency zu holen, fehlt Johnson derzeit der Capspace. Los Angeles müsste beispielsweise Jordan Clarkson traden und Julius Randle ziehen lassen. Von einem Contender wären die Lakers dann jedoch meilenweit entfernt. Weitere Upgrades werden in erster Linie durch zwei schlechte Free Agent-Verpflichtungen 2016 verhindert.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Für alle Gegner eines Paul George-Trades gilt der Wechsel von Carmelo Anthony zu den New York Knicks als abschreckendes Beispiel. Es war jedoch nicht das Tauschgeschäft per se, sondern der Preis, der erstaunte. Den Knicks war es damals nicht gelungen, die schwache Position der Denver Nuggets auszunutzen. Diesen Fehler dürfen die Lakers nicht wiederholen. Sollten die Pacers aufgrund der Umstände kein faires Angebot erhalten, können beide Seiten von einem vorzeitigen Wechsel 2017 profitieren.

Paul George Trade

„I would say probably the only player that we would say, hey, we would probably not move is Brandon Ingram,“ Johnson, the Lakers president of basketball operations said Thursday in a radio interview with ESPN Los Angeles.

Grund hierfür ist die unterschiedliche Ausgangslage der beiden Franchises. Indiana ist gezwungen, den besten Spieler zu traden und befindet sich in einem Rebuild. Vor seinem Rücktritt gab Larry Bird bekannt, dass sich dieses Team keinen Neuaufbau á la 76ers leisten kann/will. Mehrere Jahre im Tabellenkeller seien keine Option. In einem Trade mit den Los Angeles Lakers könnte sein Nachfolger daher das notwendige Talent für einen soften Rebuild erhalten, wenn gleichzeitig weitere Verträge aufgenommen werden.

Fantasy-Trade: Paul George – D`Angelo Russell, Julius Randle, Luol Deng, Timofey Mozgov, 28ter Pick, weiterer Pick

Beide Teams würden von solch einem Trade profitieren. Die Pacers könnten mit zwei Talenten und Draftpicks Schadensbegrenzung betreiben, Los Angeles würde massig Capspace freischaueln. Dafür müsste das Front Office sowieso Assets opfern.

Für ein Team wie Indiana, die nie zu den Free Agent-Magneten gehörten, hat Capspace nach dem Wechsel ihres Franchise Players vorerst eine geringe Bedeutung. Ganz anders sähe dies beim 16-maligen Champion aus.

Free Agency

In den vergangenen vier Jahren hat Los Angeles zwar nicht die gewohnte Ausstrahlungskraft bieten können. Dies lag jedoch nicht an der fehlenden Attraktivität der Franchise. Es mangelte jedoch an der sportliche Perspektive sowie dem Vertrauen in den ehemaligen Verantwortlichen Jim Buss. Nach dem Trade für Paul George könnten die Lakers mit bis zu 50 Millionen Dollar Capspace auf Free Agent-Jagd gehen. Findet Magic Johnson noch Abnehmer für Jordan Clarkson und Corey Brewer, brächte dies weitere 19 Millionen. Mit dem hoffnungsvollen Trio George/Ingram/Pick 2017 wäre diese Ausgangslage mit denen der vergangenen Offseasons nicht vergleichbar. Die Lakers wären plötzlich ein ernstzunehmender Bieter in der Free Agency – oder könnten Capspace für LeBron James sparen.

Fazit

Dieser Artikel soll kein Appell für einen radikales Umdenken sein. Wenn die Lakers einen jahrelangen Neuaufbau um die jungen Talente vermeiden wollen, sind Opfer in den nächsten 13 Monaten jedoch unumgänglich. Der Heimvorteil mag jetzt noch attraktiv klingen. Doch wird dieser alleine genügen, um Paul George zu einem Team im Tabellenkeller – dies prognostizieren zumindest die Mehrzahl der Experten – zu locken? Magic Johnson benötigt im Gegensatz zu seinem Vorgänger ein schlüssiges Gesamtkonzept. Paul George allein ist nicht die Lösung.

Los Angeles Lakers: Deal or No Deal?
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Dominik Chesani
Dominik Chesani 20. Juni 2017 um 18:15 Uhr

Sehr schön geschrieben, Sven. Vielen Dank.

Die Situation der Lakers in der George Sache ist komplizierter und schwieriger als man auf den ersten Blick vermuten mag.
Die Gefahr eines potentiellen Trades zu Cleveland, Boston etc. ist immer gegeben und wenn er bspw. zu den Cavaliers getradet wird, sehe ich eigentlich keinen Grund für ihn, warum er nicht länger dort bleiben soll um mit LeBron und Irving Jahr für Jahr in die Finals zu kommen.

Das wäre quasi eine Sieggarantie und ich kann mir schwer vorstellen, dass sich ein Spieler seines Kalibers so etwas entgehen lassen würde.

Bezüglich deines Fantasy Trades:
Wen würden denn die Pacers noch hinzugeben, damit das alles mit dem Salary Cap klappt? Derzeit wären die aufgenommenen Gehälter seitens Indiana zu hoch damit der Trade funktioniert.

Oder hast du da ein drittes Team im Kopf, welches behilflich sein könnte?

Aus Sicht der Lakers wäre der Trade zwar nicht ideal, aber man würde das Beste aus der Situation machen. Um die Verträge von Deng und Mozgov loszuwerden, wird man bluten müssen (Das hat man auch so verdient!). Da ist es unumgänglich, dass mindestens 1 Talent, eher 2, involviert werden.

Randle könnte ich verschmerzen. Er könnte diesen Sommer schon verlängern und wird spätestens 2018 Free Agent. Ich sehe ihn im keinen Baustein, der 18-19 Millionen und aufwärts wert ist.

Russell würde sicherlich weh tun, kann aber mit dem diesjährigen Pick kompensiert werden, auch wenn ich auf ein Duo Russell-Ball in der Offensive gespannt wäre. In der Defensive eher weniger.

Dieser Sommer wird entscheidend. Bekommt man einen von Deng/Mozgov, eventuell sogar beide los, dann sieht es sehr viel besser aus und man kann wieder ein Big Player werden.

Dominik Chesani
Dominik Chesani 20. Juni 2017 um 18:17 Uhr

Meinte natürlich, dass Randle 2018 RFA wird und nicht FA.

Dominik Chesani
Dominik Chesani 20. Juni 2017 um 18:29 Uhr

Gut, der Trade würde auch so klappen. Mein Fehler.
Hatte nicht genau nachgesehen, wie viel Cap Space Indiana frei hat.

In dem Fall würde ich den Trade aus Lakerssicht natürlich machen.

kdurant35
kdurant35 21. Juni 2017 um 5:20 Uhr

Russell schon mal für Mozgov geopfert. Keine Ahnung ob man langfristig mit Lopez plant (nur dann hätte er auch einen gewissen Wert). Schwer zu sagen, was ich aus Sicht der Lakers von dem Deal halte. Will man Deng nun traden, hat man den Richtwert für solch einen Salary-Dump recht hoch angesetzt. Klasse Deal der Nets. Bei dem Talentlevel des Kaders ist solch eine Chance Gold wert

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