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LeBron James: Take my talents to …

16.12.2017 || 13:11 Uhr von:
Im Sommer 2018 wird ein Thema dominieren: Wohin geht LeBron James? Big Three in Houston? Contender mit den Lakers? Anführer der jungen Wilden? Oder bleibt er doch zu Hause?

Nach einem Jahr Pause kann der wohl beste Spieler der Welt im kommenden Sommer wieder Free Agent werden. Dieses Szenario wiederholt sich bereits zum dritten Mal seit seiner Heimkehr 2014. Bisher war eine Vertragsverlängerung stets Formsache. Deshalb standen vertragsfreie Spieler wie LaMarcus Aldridge 2015 oder Kevin Durant 2016 im Mittelpunkt des medialen Interesses. In der kommenden Offseason wird LeBron James wieder im Rampenlicht stehen. Der zweite Abschied aus Cleveland scheint eine realistische Option zu sein. Doch warum sollte der „Auserwählte“ den Topfavoriten der Eastern Conference verlassen? Ist Los Angeles sein bevorzugtes Ziel? Oder steigt die Nummer 23 nicht aus seinem Vertrag aus?

Wohin geht die Reise?

Wie 2010 und 2014 ist auch im kommenden Sommer unklar, in welcher Stadt „King“ James zukünftig regieren wird. Es darf daher reichlich spekuliert werden. Zwei Dinge scheinen jedoch festzustehen. Der erste Pick des Jahres 2003 will auch zukünftig gewinnen und wird kein zweites Mal auf viel Geld verzichten. Dies wurde aus dem Umfeld des 32-Jährigen mehrfach berichtet. Dagegen ist unklar, wie sehr die Marke LeBron James diese Entscheidung beeinflussen wird. Wie wichtig ist ihm das geschäftliche abseits des Courts wirklich?

Warum Cleveland?

Wenn Gewinnen die oberste Priorität sein sollte, ist sein derzeitiger Arbeitgeber auch der große Favorit in der Free Agency 2018. Vorteilhaft ist zum einen die Zugehörigkeit zur Eastern Conference. In einem Jahr ohne inflationären Salary Cap-Anstieg wie 2016 ist es für die Konkurrenz zum anderen sehr schwierig, etwa 35 Millionen an Gehaltsspielraum freizuschaufeln, ohne dabei massiv an Qualität und Tiefe einzubüßen. Meist benötigen diese Teams ein bis zwei Jahre, um die Lücken per Exceptions wieder zu schließen.

Darüber müssen sich die Cavaliers keine Gedanken machen. Cleveland besitzt die Bird-Rechte an der Nummer 23 und kann auch die vertragsfreien Spieler wie Isaiah Thomas ohne Rücksicht auf den Cap-Space halten. Des Weiteren besitzen sie mit dem Pick der Brooklyn Nets ein wertvolles Trade-Assett. Kombiniert mit dem Gehalt eines Kevin Love oder Tristan Thompson könnte General Manager Koby Altman nach der Zusage seines Stars einen weiteren All-In-Move tätigen. Dieses Gesamtpaket kann kein Mitbewerber toppen. Dennoch gilt der Verbleib in Expertenkreisen als vakant.

Grund hierfür ist die angeblich schlechte Beziehung zum Besitzer der Cavs. Neben den Vorkommnissen im Sommer 2010 haben auch die vergangenen Monate gezeigt, dass beide nicht auf einer Wellenlänge liegen. Kaum war James erstmals kein Free Agent – und konnte demnach weniger Druck ausüben – gab es zahlreiche Querelen. Diese waren überwiegend finanzieller Natur. Dan Gilbert wollte weder seinem bisherigen General Manager David Griffin noch dem potenziellen Nachfolger Chauncy Billups hochdotierte Verträge anbieten. Dazu gab es Gerüchte um einen Salary-Dump von Iman Shumpert. Dieser sollte für ungarantierte Verträge nach Houston getradet werden. Dies sorgt für Zweifel, ob Gilbert und James diese Zweckgemeinschaft fortführen möchten. Doch welche sportlich lukrativen Optionen besitzt der „Auserwählte“ stattdessen?

Free Agency

Wenn ein Spieler von James‘ Qualität vertragsfrei wird, ist die ganze Liga interessiert. So war es 2010! So war es 2014! So wird es ebenfalls 2018 sein! Die Umsetzung wird jedoch deutlich komplexer werden. Stand heute besitzen nur vier Teams ohne fremde Hilfe oder Entlassungen – inklusive anschließendem stretchen – den benötigten Gehaltsspielraum für die Nummer 23. Abgesehen von den Los Angeles Lakers, Chicago Bulls, Indiana Pacers und Dallas Mavericks wären alle anderen Teams auf Trades oder verworfene Spieleroptionen angewiesen. Dies ist im kleinen Rahmen problemlos umsetzbar. Auch Cleveland verschiffte 2014 Jarrett Jack, Tyler Zeller und Sergey Karasev, um genügend Platz für James zu schaffen. Die meisten potenziellen Contender müssten jedoch hohe Gehaltssumme loswerden, um solch eine Summe aufzubringen. Mit der geringen Zahl der möglichen Abnehmer wird dieses Unterfangen sehr teuer oder kaum umsetzbar sein. Deshalb gibt es derzeit nur wenige gute Optionen.

Best of the rest

Abgesehen von Cleveland stehen für den 32-Jährigen nach heutigem Stand nur zwei sportlich vielversprechende Alternativen zur Verfügung. Sowohl die Philadelphia 76ers als auch die Houston Rockets besitzen eine realistische Möglichkeit, genügend Platz für einen Maximalvertrag zu kreieren, ohne den Kader damit vollkommen auszudünnen. Beide Szenarien sind jedoch nicht unproblematisch.

Für die Sixers wäre der Cap-Space kein großes Hindernis. GM Bryan Colangelo besitzt genügend Draft-Picks und junge Talente um den wohl einzig negativen Vertrag – Jerryd Bayless – zu traden. Problematisch ist hier eher der Fit sowie das Zeitfenster. Die Kombination LeBron James und Ben Simmons ist kritisch. Hinzu kommen die gesundheitlichen Fragezeichen um Joel Embiid. Für den jungen 76ers-Kern wäre eine verletzungsbedingt verschenkte Postseason des Centers zu verkraften. Die Leistungsträger sind jung genug für etliche weitere Chancen. Dies trifft jedoch nicht auf James zu. Ähnlich verhält es sich mit der Personalie Markelle Fultz. Mit dem derzeitigen Kern kann der Guard sich allmählich entwickeln. Mit einem Franchise Player im Win-Now-Modus sähe dies anders aus. Denn James übt erfahrungsgemäß mächtig Druck auf das Front-Office aus. Dies könnte auch zum Abgang des ersten Draft-Picks führen. Geht der 32-Jährige nach Philadelphia, wäre dies für beide Seiten ein großes Risiko.

Genau gegenteilig sähe die Situation in Houston aus. Mit LeBron James und James Harden besäßen die Rockets zwei MVP-Kandidaten, die jetzt gewinnen wollen. Dafür ist die Cap-Situation schwieriger. Ein Trio mit Chris Paul wäre kaum umsetzbar. Denn selbst wenn GM Daryl Morey alle weiteren Verträge traden könnte, würden die 30,4 Millionen von „the Beard“ und die zwei Maximalverträge der Free Agents Paul und James den ganzen Cap-Space füllen. Auf rund acht Millionen für die übrigen neun Minimalverträge – jedes Team muss zumindest Capholds für 12 Spieler beinhalten – müsste einer der beiden verzichten. Dieses Szenario ist daher eher unwahrscheinlich.

Möglich wäre es jedoch, Paul durch James zu ersetzten. Knackpunkt dabei ist der Vertrag von Ryan Anderson. Um die Nummer 23 nach Texas zu holen, müsste Morey diesen dumpen. Angeblich waren zwei Erstrundenpicks von Nöten, um dies in diesem Sommer zu bewerkstelligen. Ein happiger Preis, aber für den besten Spieler der Liga ein annehmbares Risiko. Bei dem derzeitig prognostizierten Cap-Space von 101 bis 102 Millionen Dollar würde dies inklusive des Cap-Holds von Clint Capela für einen Maximalvertrag noch nicht ganz reichen. Ein kleinerer Move – z.B. von Nene – wäre jedoch ausreichend, um James zu holen. Gemeinsam mit Harden, Capela, Eric Gordon und P.J. Tucker besäße Houston ein starkes Fundament.

Neben der Free Agency gäbe es jedoch eine noch attraktivere Option, mit der die Rockets sogar zu den Golden State Warriors aufschließen könnten.

LeBron James wird kein Free Agent

Als im Juni diesen Jahres erste Meldungen über den Abgang von Chris Paul bei den Los Angeles Clippers kamen, war die Situation vergleichbar mit der des dreimaligen Meisters – sofern er 2018 ebenfalls wechseln will. San Antonio und Houston wurden als Topfavoriten des Point Guards gehandelt, der Cap-Space musste jedoch erst geschaffen werden. Dies umging der Spielmacher, indem er völlig unerwartet seine Option für die kommende Saison zog und sich gleich darauf zu den Rockets traden ließ. Um seine Titelchancen zu verbessern, verzichtete er allerdings auf ca. zehn Millionen Dollar.

LeBron James könnte die gleiche Taktik nutzen. Im Gegensatz zu Paul würde er finanziell davon sogar profitieren. Mit 35,6 Millionen Dollar liegt sein Jahresgehalt in der kommenden Saison im Bereich des Maximalvertrages bei einem Salary Cap von 102 Millionen. Für die potenziell folgende Vertragsverlängerung in 2019 besäße sein neues Team Bird-Rechte. Dadurch würde der erste Draftpick aus 2003 langfristig mehr verdienen.

Besonders lukrativ wäre die sportliche Situation. Morey müsste rund 26,6 Millionen an Gehältern abgeben, den „King“ an die Golfküste zu holen. Ryan Anderson, Nene, Chinanu Onuaku sowie die ungarantierten Verträge von Troy Williams und Zhou Qi würden einen Wechsel ermöglichen. Die Rechte der übrigen Free Agents – u.a. Chris Paul, Clint Capela, Trevor Ariza – blieben unangetastet. Damit könnte Houston einen Kader präsentieren, der sich nicht einmal vor dem aus Golden State verstecken müsste. LeBron James wäre jedoch nicht nur an die Rockets gebunden. Mit einem weiteren Contender aus Texas – den San Antonio Spurs – wäre ein ähnliches Szanario um Pau Gasol und Patty Mills möglich. Doch warum sollte Cleveland diese Verträge aufnehmen?

Als Danny Ainge 2013 seinen Trade mit den Brooklyn Nets tätigte, musste der schlechte Vertrag von Gerald Wallace ebenfalls in diesen Deal integriert werden. Ähnlich wie Cleveland nach dem möglichen Abgang von James ging Boston in einen Rebuild. Fragwürdige Verträge sind hierbei weniger problematisch, sofern die Mitgift stimmt. Bei einer ausreichenden Anzahl an Draft-Picks und/oder Talenten wäre solch ein Tradeszenario einem Abgang per Free Agency vorzuziehen.

Doch was spricht bei solchen Optionen dann eigentlich noch für die Lakers?

Warum Los Angeles?

Der Faktor Big Market hat die Liga schon seit jeher geprägt, ist jedoch kleiner geworden. Die Mehrzahl der Topspieler entscheiden sich für die beste sportliche Perspektive sowie ein gutes Management. Kevin Durant und Gordon Hayward sind nicht nur wegen der Bay Area oder Boston – beide Teams hatten jahrelang einen schweren Stand bei Free Agents – gewechselt, sondern wegen der exzellenten Aussichten.

LeBron James ist jedoch kein gewöhnlicher Franchise Player. Die Nummer 23 ist seit Jahren das Gesicht der NBA und prägt die Liga auf und abseits der Courts. Deshalb wird seit Jahren damit gerechnet, dass er im Laufe seiner Karriere noch in Los Angeles oder New York auflaufen wird. Wer hier erfolgreich ist, kann sich nochmals von den Größten der Sportwelt abheben. Für die Marke King James wäre dies das Tüpfelchen auf dem I. Doch lässt sich Markt und Erfolg 2018 verbinden?

Während die New York Knicks sich mitten im Rebuild befinden und finanziell stark limitiert sind, besitzen die Lakers die realistische Möglichkeit, einen rasanten U-Turn hinzulegen. Wie in Cleveland 2014 ist die Ausgangssituation nicht die Beste. Das Duo Magic Johnson und Rob Pelinka stellt jedoch ebenso die Mittel zur Verfügung, um dies zu ändern.

Cap-Space

Im Gegensatz zu den Cavaliers besitzen die Lakers keinen Co-Star a la Kyrie Irving. Diesen können sie jedoch ebenfalls im Sommer verpflichten. Derzeit fehlt zwar der nötige Spielraum, um neben LeBron James noch Paul George (oder alternativ auch DeMarcus Cousins) zu holen. Diese knapp 66 Millionen Dollar lassen sich jedoch realisieren. Dazu müsste das Management aber Julius Randle ziehen lassen, Jordan Clarkson traden und den Vertrag von Luol Deng stretchen. Doch reicht das Duo James/George sowie die jungen Talente, um in der Western Conference zu bestehen?

Assetts

Sollte der Kern die Bedürfnisse des Superstars nicht befriedigen, besitzen die Lakers noch weitere Optionen. Vergleichbar mit dem Vorgehen der Cavs 2014 könnte Magic Johnson noch einen seiner jungen Spieler traden, um die notwendige Verstärkung zu generieren. Hierbei würden sich Spieler anbieten, die noch unter dem alten Salary Cap einen niedrig dotierten Vertrag abgeschlossen haben. Dies würde Los Angeles ermöglichen, das notwendige Gehalt aufzubringen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise Kemba Walker. Charlotte tritt derzeit sportlich auf der Stelle und müsste seinem All-Star 2019 eine massive Gehaltserhöhung anbieten. Eine vorzeitige Verjüngung – also ein Trade für Brandon Ingram + Josh Hard oder alternativ für Lonzo Ball – wäre eine gute Lösung für beide Franchises. Doch damit sind die Möglichkeiten der Lakers noch nicht ausgeschöpft.

Brook Lopez

Allgemein wird davon ausgegeangen, dass der Abgang des Centers bei einem Free-Agent-Coup unausweichlich ist. Das ligaweite Überangebot auf der Center-Position könnte den Lakers dabei jedoch in die Karten spielen. Es würde zwar der Gehaltsspielraum fehlen, um Brook Lopez angemessen zu bezahlen, einen hohen Vertrag kann er auf dem freien Markt jedoch ebenfalls kaum erhalten. Los Angeles könnte daher einen ähnlichen Plan verfolgen, den San Antonio mit Tim Duncan und Manu Ginobili sowie Dallas mit Dirk Nowitzki praktizierten. Der Center würde in diesem Fall für die Room-Exception bis 2019 verlängern, und dann dank der Bird-Rechte einen neuen hoch dotierten Vertrag zu unterschreiben.

Fazit

2010 brachten sich viele Teams bereits Monate vor der Offseason in eine günstige Position, um LeBron James und die anderen namhaften Free Agents verpflichten zu können. Dieses Szenario wird sich im kommenden Sommer wohl nicht wiederholen. Deshalb ist die Situation um die Nummer 23 so verzwickt. Abgesehen von Cleveland gibt es keine vielversprechende Option, die ohne weiteren Aktionen realisierbar wäre. Daher ist eine Prognose kaum möglich. Der „Auserwählte“ hat jedenfalls wieder die Möglichkeit, die Liga auf den Kopf zu stellen. Und wie es sich für einen König gehört, reicht dazu ein einziger Satz: „I am taking my talents to …“

LeBron James: Take my talents to …
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