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Robert Covington: „Ich bin zum Anführer geworden“

06.02.2018 || 12:21 Uhr von:
Im Rahmen des NBA London Games haben wir uns mit Robert Covington, Markelle Fultz und Dario Saric unterhalten. Das Sixers-Trio erzählt über Playoff-Hoffnungen, Ben Simmons und Leadership.

Robert Covington musste sich seinen NBA-Traum hart erarbeiten. Der Flügelspieler der Philadelphia 76ers wurde in der NBA Draft 2013 nicht ausgewählt. In der darauffolgenden Summer League konnte er sich für einen Vertrag bei den Houston Rockets empfehlen, wurde allerdings überwiegend in der D-League (mittlerweile G-League) eingesetzt und im Frühjahr 2014 entlassen.

Nach einem weiteren Kurzengagement bei den Rockets gaben ihm die Philadelphia 76ers eine Chance – und Covington nutzte sie. Der Small Forward ist dank seiner guten Verteidigung und seines ordentlichen Distanzwurfs zum Leistungsträger bei den Sixers avanciert. Im vergangenen Sommer erhielt der 27-Jährige den verdienten Lohn für seine starke Entwicklung und unterschrieb in Philadelphia einen Vierjahresvertrag über 62 Millionen Dollar. Doch Covington ruht sich nicht darauf aus. 13,1 Punkte und 5,7 Rebounds erzielt er in dieser Spielzeit im Schnitt; 2,0 Assists sowie eine Dreierquote von 38,2 Prozent und eine Freiwurfquote von 85,7 Prozent stellen neue Karrierebestwerte für den Flügelspieler dar.

Frage: Trotz einiger starker Individualisten hakt es bei euch noch im Angriffsspiel. In welchen Bereichen der Offensive müsst ihr euch als Team verbessern?

Robert Covington: Wir müssen als Kollektiv besser zusammenspielen. Wir wissen, dass uns die Ballverluste und Fouls weh tun. Wir müssen besser auf den Ball aufzupassen und disziplinierter sein. Wir spielen sehr schnell, da passieren halt Turnover. Dennoch müssen wir dort einfach einen besseren Job machen.

Du hat dich im Vergleich zur Vorsaison statistisch in vielen Bereichen verbessert. Was hast du an deinem Spiel umgestellt?

Um ehrlich zu sein: nichts. Ich bin nach wie vor derselbe Spieler. Ich bin weiterhin ein Verteidiger und „Three-and-D“-Spieler. Ich habe nun mehr Talent um mich herum. Meine Rolle im Team hat sich nicht verändert, ich habe dieselben Prinzipien. Der einzige Unterschied ist, dass ich mehr zum Anführer geworden bin. Wir haben zudem mehr Veteranen im Team, die nicht nur mir, sondern auch meinen Teamkollegen helfen.

Vor der Reise nach London habt ihr die Detroit Pistons mit 36 Punkten besiegt. Hat euch das viel Selbstvertrauen gegeben?

Ja, sehr. Wir haben über die kompletten 48 Minuten an beiden Enden des Courts stark gespielt. Unsere zweite Reihe hat uns viel Energie von der Bank gegeben, und die Starter haben ebenfalls einen tollen Job gemacht. Der Ball lief sehr gut, Ben [Simmons] war aggressiv. Es waren viele Schlüsselkomponenten, die uns geholfen haben. Und die Verteidigung war in diesem Spiel wirklich stark. Wir müssen einfach zusehen, dass wir den Rest der Saison genauso spielen wie in dieser Partie. Wir müssen genauso diszipliniert auftreten.

Nur weil sich unsere Bilanz verbessert hat, hat sich unsere Mentalität nicht geändert“

Ihr habe in der vergangenen Offseason einige Veteranen verpflichtet. Inwiefern machen sie die jungen Spieler auf und neben dem Feld besser?

Sie verfügen über viel Erfahrung. J.J. Redick ist seit fast zwölf Jahren in der Liga, Amir Johnson seit ungefähr 13. Sie haben also viel gesehen und sowohl die Höhen als auch die Tiefen kennengelernt. Zudem bringen sie viel Führungsqualität mit. Sie kennen so viel verschiedene Aspekte des Lebens. Sie motivieren uns, härter zu arbeiten. Insgesamt haben wir nun einige Leute, die viel gesehen haben. Ihr Wissen hilft uns sehr.

Hast du eine Änderung der Franchise-Kultur über die Zeit festgespielt, seitdem du hier spielst? Schließlich seid ihr jetzt endlich ein Gewinner-Team.

Nein, es hat sich nichts geändert. Die Art und Weise, wie das Programm aufgebaut wurde, ist nach wie vor die gleiche: Es geht um Verteidigung und darum, dass wir zu den Teams gehören, die am schnellsten spielen. Die Teams, die nach Philly kommen, sollen wissen, dass es ein harter Kampf werden wird. Nur weil sich unsere Bilanz verbessert hat, heißt es nicht, dass sich unsere Mentalität geändert hat. Wir sind auch in den Jahren zuvor immer ein Team gewesen, das hart kämpft, egal was passiert.

Denkst du, dass Ben Simmons eines Tages ein MVP-Kandidat sein wird?

Absolut. Ben hat das Spiel auf so viele Weisen verändert. Er ist ein 2,08 Meter großer Point Guard, der extrem athletisch und schnell ist. Er macht viel für das Team. Er ist jemand, der für lange Zeit einer der besten Spieler in der Liga sein wird.

Markelle Fultz: „Ich agiere wie ein Trainer“

Als großes Versprechen für die Zukunft zogen die Philadelphia 76ers bei der Draft 2017 Markelle Fultz an erster Stelle. Um ihn zu bekommen, gaben die Sixers in einem Trade mit den Boston Celtics sogar weitere Picks ab. Bislang konnte der Rookie die Erwartungen aufgrund einer rätselhaften Schulterverletzung nicht erfüllen. Gerade einmal vier NBA-Spiele hat der 19-Jährige bislang absolviert. Zudem sind Experten nach wie vor besorgt über die Wurftechnik von Fultz. Immerhin ist der Point Guard mittlerweile wieder ins Training eingestiegen. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr auf das NBA-Parkett ist allerdings noch unklar.

Frage: Wie geht es dir und deiner Schulter?

Markelle Fultz: Es geht in die richtige Richtung. Meiner Schulter fühlt sich besser an. Ich stehe wieder täglich auf dem Feld. Ich will dem Team helfen. Ich muss von Tag zu Tag denken und es genießen. Es ist ein großartiges Gefühl, zurück zu sein. Ich gebe mein Bestes und freue mich, wieder mit meinen Mitspielern zusammen zu sein und mit ihnen zu interagieren. Ich mag den Wettbewerb und pushe dadurch meine Mitspieler. Ich habe das Gefühl, dass ich dabei helfen kann, ihr Potenzial auszuschöpfen und sie dadurch besser zu machen.

Es sieht aus, als hättet ihr euer Formloch im Dezember hinter euch. Denkst du, ihr habt euch nun gefunden?

Definitiv. Wir machen einen tollen Job, die Kontrolle zu bewahren, jedes Spiel den Scouting-Report zu befolgen und Coach zuzuhören.

Wie sieht deine Kommunikation während der Spiele mit deinen Teamkollegen aus?

Ich agiere wie ein Trainer, wenn ich nicht auf dem Feld stehe. Wenn ich etwas sehe, gehe ich zu den Mitspielern und erzähle es ihnen. Ich versuche, mich genauso zu verhalten als wenn ich auf dem Court stehe.

Dario Saric: „Die Playoffs sind das Wichtigste für unser Team“

2014 gedraftet, wagte Dario Saric nach zwei Jahren den Sprung über den Teich zu den 76ers. In seiner zweiten NBA-Saison hat sich der kroatische Nationalspieler endgültig in der Liga etabliert. Während er 2016/17 häufig von der Bank kam, ist der Forward mittlerweile als Starter auf der Vier gesetzt. Zudem hat er sich statistisch in allen wichtigen Kategorien im Vergleich zur Vorsaison verbessert. Mit durchschnittlich 14,2 Punkten, 7,0 Rebounds und 2,7 Assists gehört Saric zu den wichtigsten Spieler in Philadelphia.

Frage: Macht es für dich einen Unterschied, ob du startest oder von der Bank kommst?

Dario Saric: Ja, es ist schon ein Unterschied. Wenn du startest, fühlst du dich wohler. Aber manchmal ist es auch gut, wenn du von der Bank kommst, weil du bereits von der Bank aus siehst, wie das Spiel läuft und es aus einer anderen Perspektive sehen kannst. Aber es gefällt mir, Teil der Starting Five zu sein. Ich genieße es, und es ist einfacher für mich.

In den letzten Jahren habt ihr viel verloren. Fühlst es sich anders an?

Die letzte Saison war meine erste in Philadelphia. Da haben wir schon fast dreimal so oft gewonnen wie im Jahr zuvor. Und jetzt hatten wir einen schlechten Dezember mit einigen unerwarteten Niederlagen. Aber nun sind wir in einer soliden Position und versuchen, genug Siege einzufahren, um die Postseason zu erreichen. Die Playoffs sind das Wichtigste für unser Team. Wenn wir diese nicht erreichen, wäre dies eine schwierige Situation für uns alle, weil wir ein wirklich talentiertes Team sind. Wir haben alles, und jeder ist positiv. Ich denke, es ist eine Frage der Zeit, wann wir die Playoffs erreichen.

Was ist anders als in der Vorsaison? Und wie ist es, mit Ben Simmons auf dem Feld zu stehen?

Ben war das komplette letzte Jahr verletzt. Nun ist er wieder fit. Er treibt sich immer an und will sich stets weiterentwickeln. Manchmal ist es hart, mit ihm zu spielen – aber auf positive Weise: Oft ist er bereits vor dir im Angriff. Für mich ist es einfacher mit ihm, da ich mehr offene Würfe bekomme. Seine Übersicht ist sehr gut. Es gibt Spiele, wo er 10 oder 15 Assists auflegt. Ich hoffe, dass er gesund bleibt. Das ist das Wichtigste.

Robert Covington: „Ich bin zum Anführer geworden“
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