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Karl-Anthony Towns: „Ich bin ein großer Dirk-Nowitzki-Fan!“

31.03.2018 || 11:48 Uhr von:
56 Punkte – Franchise-Rekord! Für diese Schlagzeile sorgte jüngst Karl-Anthony Towns. Wir trafen den Wolves-Star zum Interview über historische Playoff-Hoffnungen, außergewöhnliche Vorbilder und seine Heimat-Liebe.

basketball.de: Karl-Anthony, seit 14 Jahren sind deine Timbervoles nicht mehr in den Playoffs gewesen – so lange wie kein anderes NBA-Team. Nun seid ihr dicht davor, diese Negativserie zu stoppen …

Karl-Anthony Towns: Wir wissen alle genau, dass wir etwas ganz Besonderes schaffen können. Im Laufe der Saison haben wir uns in eine Position gebracht, die für unseren Klub seit vielen Jahren nicht erreichbar gewesen ist. Wir wollen unbedingt in die Playoffs, müssen im Schlussspurt aber noch ein paar Siege einfahren. Deshalb dürfen wir uns nicht zu sicher fühlen.

Mit 21,2 Punkten im Schnitt bist du neben dem verletzten Jimmy Butler (22,2) der beste Scorer des Teams, obwohl du erst deine dritte NBA-Saison spielst. Wie siehst du deinen Stellenwert innerhalb des Teams?

Ich will meinen Beitrag leisten, dass sich die Timberwolves nachhaltig zu einer erfolgreichen Franchise entwickeln. Jahrelang mussten unsere Fans leiden und konnten hier eine gefühlte Ewigkeit keine Playoffs mehr erleben. Umso mehr ist es jetzt zu spüren, dass die Menschen, die mit unserem Klub fiebern, sehr dankbar sind – dankbar, dass sie endlich wieder stolz auf die Wolves sein können. Bei diesem Prozess möchte ich eine wichtige Rolle spielen. Das ist der erste Schritt.

Und der zweite?

Ich will, dass wir regelmäßig in den Playoffs vertreten sind und früher oder später um die Meisterschaft kämpfen können.

„Die Meisterschaft ist ein realistisches Ziel!“

In der Franchise-Historie steht bislang nur einmal die Teilnahme an den Conference-Finals 2004 zu Buche. Hältst du es tatsächlich für möglich, mit den Wolves Meister zu werden?

Na klar! Obwohl wir eine sehr junge Mannschaft haben, ist zu erkennen, dass wir schon in dieser Saison mehr als konkurrenzfähig sind. Schade, dass Jimmy jetzt nach seiner Meniskus-OP ausfällt. Doch wenn der Kern unseres Teams zusammenbleibt und wir noch ein bisschen mehr Erfahrung sammeln, halte ich die Meisterschaft für ein realistisches Ziel!

Seit 2015 spielst du nun in der NBA. In welchem Bereich hast du dich seitdem vor allem verbessert?

Es klingt vielleicht kurios, aber am wichtigsten ist für mich, dass ich jetzt weiß, wie ich mit verlorenen Spielen umzugehen habe – und zwar, dass man sie ganz schnell abhaken muss. Weil du in der NBA so viele Spiele absolvieren musst, ist es ganz automatisch, dass du mehr Niederlagen einstecken musst als am Collage oder in der High-School. Daran musste ich mich erst gewöhnen.

Wer sind deine Vorbilder?

Puh, da könnte ich eine Menge aufzählen: Magic Johnson, Glen Rice oder Michael Jordan, um nur einige zu nennen. Vorbilder sind für mich aber nicht nur die Stars, die jeder kennt, sondern es kann auch mal ein Spieler von der High-School sein.

Das musst du erläutern!

Wenn ich mir ein Basketball-Spiel anschaue, analysiere ich es ganz genau. Und ich versuche, kleine Häppchen, die mir auffallen, in mein eigenes Spiel einzubauen. Wenn ich zum Beispiel sehe, dass ein Junge von der High-School eine tolle Beinarbeit hat, versuche ich das zu übernehmen. Insofern ist dieser Junge für mich auch ein Vorbild. Wobei ich doch noch zwei weitere Stars als Vorbilder nennen muss: Dirk Nowitzki und Al Horford!

„Dirk Nowitzki hat eine neue Spielweise in die Liga gebracht“

Weshalb Dirk?

Er war der erste Big Man, der von außen richtig gut werfen konnte. Damit hat er eine komplett neue Art und Weise, dieses Spiel zu spielen, in die Liga gebracht. Als ich aufgewachsen bin, habe ich Dirk besonders beobachtet – ich war und bin ein echter Fan von ihm und seiner Effektivität. Nach ihm kamen immer mehr Big Men in die Liga, die aus der Ferne treffen können. Auch ich gehöre zu dieser neuen Sorte von Spielern.

Und warum Al Horford?

Wir stammen beide aus der Dominikanischen Republik. Seit vielen Jahren ist er mein Mentor. Er hat mir gezeigt, wie man sich als Profi verhalten muss – zum Beispiel, wie man sich richtig ernährt oder wie man mit seinem Körper umgeht. Er war der erste, der mir das alles beigebracht hat.

Wie habt ihr euch kennengelernt?

In unserem Heimatland leben nur zehn Millionen Menschen, da läuft man sich schnell über den Weg. (lacht) Ich muss manchmal selbst schmunzeln, wenn ich überlege, wie sich alles entwickelt hat. Plötzlich stehen wir uns in der besten Liga der Welt gegenüber und haben sogar im All-Star-Team zusammengespielt.

Wie eng ist dein Draht in deine Heimat?

Ich bin regelmäßig mit meiner Familie dort, weil meine Mutter aus der Dominikanischen Republik stammt. Wir verbringen auch heute noch viel Zeit miteinander. Damals wurde ich schon mit 16 Jahren zum ersten Mal für die Nationalmannschaft nominiert. Auch wenn ich nicht mehr für mein Land gespielt habe, seitdem ich in der NBA bin, kann ich es mir auf jeden Fall vorstellen, bald wieder im Nationalteam aufzulaufen.

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