BASKETBALL.DE ist Partner von Sportforen.de. Ehemalige Nutzer von crossover-online.de und Nutzer von sportforen.de können sich auch auf BASKETBALL.DE mit ihren bestehenden Login-Daten anmelden.
Anmelden oder registrieren

Im Schatten des Rampenlichts

17.03.2004 || 00:00 Uhr von:

Zweimal stand Adrian Dantley kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft, aber das harte Alltagsgeschäft der Liga meinte es nicht gut mit dem eleganten Punktelieferanten. 1979 musste er in der Offseason von den Lakers zu den Jazz wechseln, die Lakers wurden ein Jahr später NBA-Champion. 1988 war der Traum vom Titel noch greifbarer. Dantley spielte für die Pistons aus Detroit, die in sieben Partien den Lakers unterlagen. In der darauf folgenden Spielzeit (1988-89) wurde Dantley kurz vor der Trading Deadline für Mark Aguirre nach Dallas eingetauscht. Die Pistons gewannen in den nächsten zwei Jahren zwei Titel und Dantley stand erneut mit leeren Händen da.

 

Als der am 28. Februar 1956 in Washington, D.C. geborene Adrian Delano Dantley drei Jahre alt war, trennten sich seine Eltern. Der kleine Adrian lebte seitdem zusammen mit seiner Mutter, einer Tante und einem Cousin. Er vermisste seinen Vater sehr, doch seine Sehnsucht wollte er nicht nach Außen preisgeben. Der stille Junge suchte nach Ablenkung und fand mit zwölf Jahren zum Basketball, spielte an der DeMatha High School in Hyattsville, Maryland, wo er den Spitznamen ?Baby Huey? bekam. Jeder ärgerte ihn, weil er zu dick und zu klein (111 kg bei 1,93 m) für den Basketballsport war, aber er strafte seine Kritiker Lügen.

 

Er ging immer seinen Weg, auch wenn andere es besser wussten. Eine Anekdote aus Dantleys Schulzeit unterstreicht dies. In der neunten Klasse bekam er als einziger 99 Punkte in einem Geschichtstest, kein anderer Mitschüler konnte mehr als 80 Punkte erzielen. Daraufhin sollte ?AD? vor die Klasse treten und auf diese Weise Fragen beantworten, weil sein Lehrer Morgan Wooten (er war auch sein Basketballtrainer; der Autor) glaubte, er hätte geschummelt. Doch Dantley beantwortete alle Fragen korrekt. ?Ich hätte Dich nicht unterschätzen sollen?, entschuldigte er sich später bei Adrian. Auch im Basketballteam zeigte dieser dann sein Genie. Er führte seine Mannschaft zu einem 57-2 Rekord und stopfte mit einer Nominierung als All-American den Besserwissern den Mund. Er war so auf den Basketballsport fixiert, dass er selbst an Weihnachten trainierte.

 

1973 ging er an das College von Notre Dame. Nun wog er nur noch 105 kg, bei einer Größe von 1,96 m. Aber er musste immer noch mit dem Stempel der Zweitklassigkeit herumlaufen. Dieses Hindernis überwand er mit durchschnittlich 25,8 Punkten in drei Spielzeiten und zwei All-American-Ehren.

 

Ein weiteres Ausrufezeichen setzte er durch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen 1976 in Montreal, Kanada. Er führte sein Team mit durchschnittlich 19,3 Punkten in das Finale gegen Jugoslawien, in dem er in 30 Minuten 32 Punkte erzielte und mit den USA die Goldmedaille gewann.

 

Im selben Jahr meldete er sich zum NBA-Draft an. Die Buffalo Braves wählten Dantley an sechster Stelle. In einem Interview rechnete er kurze Zeit später mit seinen Kritikern ab: ?Es ist doch immer das Gleiche. ?Wie kommt Dantley damit klar?? Darüber kann ich nur lachen. Nachdem ich gegen sie [seine Gegenspieler] punkte, laufe ich hinter ihnen her, verstelle meine Stimme und sage: ?Ich würde keinen fetten Jungen so zum Korb ziehen lassen.? Dann drehen sie sich um, sehen mich und erschrecken.?

 

In der NBA war nichts mehr vom ?Dickerchen? zu sehen. Mit strenger Diät und intensivem Fitnessprogramm wog er nur noch 99 kg (bei 1,96 m), verbesserte sein Dribbling mit seiner schwächeren linken Hand und begann, die Liga im Sturm zu erobern. Mit 20,3 Punkten, 7,6 Rebounds, 1,9 Assists und einer Wurfquote von 52,0% wurde er 1977 Rookie des Jahres.

 

Mit tödlichem ersten Schritt, lockerer Wurfhand und Psycho-Spielchen ausgerüstet, lief AD in insgesamt 955 NBA-Partien für Buffalo (77 Spiele), Indiana (23), Los Angeles (116), Utah (461), Detroit (193), Dallas (75) und Milwaukee (10) auf. Beispielsweise erzwang er häufig, dass man seinen ersten Wurf im Spiel blockte, um im weiteren Spielverlauf seine Gegner durch geniale Finten auf die Flugreise zu schicken. Dadurch zog er immer wieder Fouls und nutzte seine Freiwurfstärke (81,1%) für insgesamt 6.832 Punkte (Siebter Platz All-Time). Ein weiteres Markenzeichen seines Spiels war das hohe Dribbling, mit dem er die Gegenspieler durcheinander brachte. Nach seiner NBA-Karriere wechselte er nach Europa und spielte 1992 für Breeze Milan (26,7 Punkte bei 59,3%). Von 1993-96 arbeitete er als Assistenztrainer an der Towson State University, Maryland, danach als Fernsehkommentator für die Washington Wizards und seit der Saison 2003-04 ist er einer der Assistant Coaches der Denver Nuggets.

 

Mit 23.177 erzielten Punkten liegt Adrian Dantley auf dem 17. Platz der All-Time-Scoring-Liste. Damit hat er mehr gepunktet als z.B. Larry Bird, Elgin Baylor, Earvin Johnson oder Julius Erving. In vier Saisons in Folge (1980-84) gelangen ihm mehr als 30 Punkte im Schnitt. Das schafften außer ihm nur Wilt Chamberlain, Oscar Robertson und Michael Jordan. Außerdem hält er den Rekord, mit nur 18,2 Wurfversuchen (1983-84) im Schnitt einen Saisonschnitt von mindestens 30 Punkten zu erreichen. Mit einer Trefferquote von 54,0% über seine gesamte Karriere zieht er mit Wilt Chamberlain gleich. Das besondere dabei ist aber, dass Dantley Small Forward spielte und nicht Center wie ?The Big Dipper?. ?Ich habe immer gesagt, dass er der einzige Spieler außer Kareem (Abdul-Jabbar) und mir ist, der regelmäßig im Durcheinander unter dem Korb punkten kann. Und das bei seiner Größe. Elgin Baylor konnte das nicht. Obwohl er große Hände hatte, punktete er meist aus dem Break heraus oder zog zum Brett. Aber Dantley tat das nicht. Er blieb in Korbnähe, holte sich den Ball, pumpte zwei, drei Mal und legte den Ball dann rein. Das ist unglaublich, besonders bei den ganzen Fliegern da draußen. Unter dem Korb zu punkten, wenn dich jemand verteidigt, gehört mit zu den schwierigsten Würfen im Basketball?, bewunderte Wilt den robusten Flügel, der wie er einst in einem Spiel 28 Freiwürfe verwandelte. Und Kareem setzte sogar noch einen drauf: ?Er war mein Lieblingsspieler.?

 

In das All-Star-Team der Western Conference schaffte es Adrian Dantley sechsmal. Als er noch ein Kind war, träumte er davon, zusammen mit den Besten der Liga auf einem Spielfeld zu stehen. Er wuchs nämlich in einer Zeit auf, als man den Basketball gerade als TV-Ereignis zu vermarkten versuchte: ?Ich bin mir ziemlich sicher, dass damals jedes Kind vor dem Fernsehgerät saß, sich das All Star Spiel ansah und sich vorstellte, dort selbst vor Ort zu sein. Wie es wäre, selbst dort auf dem Feld zu spielen, vor laufenden Kameras in einem Spiel, bei dem das ganze Land zusieht. So war es bei mir als Kind. So habe ich es mir vorgestellt. Ich schaute das All Star Spiel an und dachte, wie aufregend es wäre, dort wirklich zu spielen ? auf dem Platz mit den besten Spielern der Liga. Als sich das schließlich für mich erfüllte, war es in meiner Heimat Washington (1980 in Landover, Maryland; der Autor). Das war wohl das aufregendste Ereignis meines ganzen Lebens. Nicht viele Menschen haben die Gelegenheit, ihren Kindheitstraum zu leben, aber ich hatte sie.?

 

All diese Leistungen finden bis zum heutigen Tag allerdings keine Beachtung in der Liga. Seine Trikotnummer (4) wurde von den Utah Jazz nicht verewigt, obwohl er für den ?Stockalone-Club? einer der besten Akteure überhaupt war. Man sucht seinen Namen vergebens in der Liste der 50 besten Basketballer und auch in der Hall of Fame ist sein Name nicht zu finden (1998 wurde er nominiert, aber nicht ausgewählt; der Autor). Damit ist er der einzige von 24 Spielern, der die Liga je bei den Punkten anführte, aber keinen Platz in der Ruhmeshalle des Basketballsports besitzt.

 

Adrian Dantley war und ist ein Aushängeschild des Basketballs, der für viele Profis (Karl Malone, John Stockton, Mark Eaton, Joe Dumars, John Salley) ein Vorbild war, doch leider blieb ihm der NBA-Titel vergönnt. Vielleicht gibt es deshalb so wenig Respekt für ihn…

Im Schatten des Rampenlichts


Der Kämpfer schlechthin…Jerome Williams

Jeder von euch kennt die täglichen Schlagzeilen in denen die Superstars immer wieder dominieren und ihr Team mal wieder zu Sieg führten, aber wo stünden unsere Iverson´s, Garnett´s, Payton´s oder Kobe´s, wenn es da nicht die Typen geben würde, die unauffällig und immer anständig ihren Job machen, nämlich die Drecksarbeit. Dieser Artikel ist diesen Spielern gewidmet, denn oftmals sind sie keine schlechteren Spieler als die Stars nur bekommen sie vom Rampenlicht immer nur einige kleine Strahler ab. Allerdings ist es mehr als nur als ein Geheimnis, dass Basketball ein Teamsport ist und man ohne diese Spieler nun mal nicht gewinnen kann.
Die Toronto Raptors besitzen einen dieser Spieler mit großem Kampfgeist und dem gewissen Spirit, sich voll für das Team aufzuopfern, genau dann, wenn man es von ihm erwartet. Die Rede ist von Jerome Williams, der in der Offseason endlich einen angemessen Vertrag unterschrieben hat und die entsprechende Reputation des Managements erhielt. Jerome ist eher einer der lauteren und spektakulären Teamplayer, der wenn er ins Spiel kommt in der Lage ist sein Team nochmals nach Vorne zu pushen und dem Game nicht nur den Spielfluss erhält, sondern auch noch Akzente setzen kann. Ähnliche Typen in der Liga sind Lee Nailon, Corliss Williamson, Bo Outlaw(als er noch nicht in Pheonix spielte), Tim Thomas(der allerdings viel zu viel Geld bekommt) und ein Ruben Patterson.
Diese Spieler haben locker das Potential in der Starting Five zu stehen, doch werden sie von ihren Coaches bewusst auf die Bank gesetzt, damit das Team immer noch einen Trumpf im Ärmel hat, wenn die Starter eine Pause brauchen. Oftmals sind genau diese Spieler ausschlaggebend, wenn es in die entscheidende Phase eine Matches geht.



Eric Piatkowski……Spieler wie er sind rare

Allerdings gibt?s auch Spieler, die so etwas wie die Seele ihres Teams verkörpern, aber eigentlich auch völlig unterschätzt sind, weil sie eben nicht die spektakulären Aktionen im Spiel setzen, allerdings eben die wichtigen Schüsse treffen oder die ?guten Fouls? begehen, 2 von 2 Freiwürfen beim Stand von 102-100 treffen oder einfach nur die richtige Entscheidung im richtigen Moment treffen können, die da auch bedeuten kann, den Ball einem besser postiertem Spieler zu geben, anstatt selbst zu schießen.
Ihr kennt diese Spieler und falls nicht dann werdet ihr vielleicht überrascht sein wer dazu gehört. In der Vergangenheit gab es Typen wie Nate McMillan, Jon Paxon oder auch ein Jeff Hornaceck, ohne die solche Stars wie Jordan, Payton, Kemp oder Malone nicht einen großen Sieg hätten feiern können. Heute sind es Spieler, die von vielen oftmals nur als schlechte ?weiße Spieler? abgetan werden, aber gerade Leute wie Eric Piatkowski von den Clippers braucht jede Mannschaft und das wissen auch die GM und ich würde eine Menge darauf verwetten das eben dieser weiße SG resignen wird, um den Clippers vielleicht nächstes Jahr in die Playoffs zu helfen. Ich muss zugeben das seine Fähigkeiten limitiert sind, aber trifft eben dieser Piatkowski mit einer 44% Sicherheit im Karriereschnitt seine, vom Team so dringend benötigten Würfe, genau dann wenn das Team sie braucht. Jeder von euch erinnert sich sicher an Hornaceck´s Wangenstreichler und wie bescheuert das immer aussah, oder seinen X-Bein-Style, aber will man Erfolg haben dann braucht man diese Typen. Liest man Pike´s Bio, dann kann man sich wohl einige Schmunzler nicht verkneifen und man fragt sich dann wirklich wie sich John Wayne-Filme, eine Uni-Abschluss in Finanzwesen und alternative Musik aus den 70er mit solch coolen Typen wie Darius Miles, Q.Richardson oder Lamar Odom vertragen. Die Antwort ist einfach ? Pike? macht einfach seinen Job….er macht das was sein Coach von ihm verlangt…nicht Mehr und nicht Weniger. Es gibt noch viele dieser Spieler, die irgendwie da sind und gespielt haben und man hat es irgendwie gar nicht gemerkt. So zum Beispiel Greg Buckner von den Mavs, David Wesley von den Hornets, Brent Barry, Bryon Russell, Jon Barry, matt Harpring, Pat Garrity, Danny Ferry oder Steve Kerr. Alles Spieler die das machen, was man von ihnen verlangt. Sie spielen ihre Rolle…und das ohne große Sprüche.

Im Schatten des Rampenlichts
Jetzt mitdiskutieren Anmelden oder Registrieren
Basketball.de - Footer-Icon
entwickelt von Markenwirt, Werbeagentur Bamberg
Copyright 1998-2017 BASKETBALL.de. Alle Rechte vorbehalten. Für den Sport!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.