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Die Underdogs drehen auf

09.03.2017 || 11:30 Uhr von:
Im vierten Rookie Watch stehen mit Willy Hernangomez und Rodney McGruder überraschende sowie mit Caris LeVert und Jaylen Brown relativ bekannte Neulinge im Fokus.

Caris LeVert (Brooklyn Nets, Draft 2016 #20)

Guard; 1,98 Meter; Stats: 20,6 MpG; 7,3 PpG; 1,9 ApG; 2,9 RpG; 43,8% FG; 30,1% 3FG

Mit dem 20. Pick sicherten sich die Indiana Pacers im letztjährigen NBA Draft Caris LeVert von der University of Michigan, sendeten ihn aber knapp zwei Wochen später im Tausch für Thaddeus Young nach Brooklyn.

Nachdem der 22-jährige den kompletten ersten Monat infolge einer Verletzung verpasste, debütierte er am 7. Dezember gegen die Denver Nuggets. Seither hat sich seine Spielzeit von Monat zu Monat gesteigert.

Offensiv fällt sofort seine Abschlussquote in Ringnähe auf. Mit einer Erfolgsquote von 66,2 Prozent liegt er in den Top 10 aller Guards. LeVert schafft es hier seinen Körper gut einzusetzen, in der Luft die Kontrolle zu behalten und dadurch das ein oder andere „And One“ abzustauben.

Bevorzugt schließt er hier mit den rechten Hand ab, egal ob er von links oder rechts zum Korb zieht. Was in dieser Spielzeit noch gut klappt, könnte mit der Zeit zum Problem werden, wenn er nicht beidhändig abschließt, da die Gegner sich besser darauf einstellen werden.

Ebenso positiv sind seine Passfähigkeiten. Durch seine Größe kann er über die Verteidigung hinwegsehen und spielt präzise Pässe auf seine zum Korb ziehenden Mitspieler. Auch bei Angriffen zum Korb ermöglicht er seinem Team einfache Würfe. Sei es per Ableger zum Big Man oder Kickout an die Dreierlinie. LeVert findet die offenen Mitspieler und assistiert bei 10 Prozent seiner Drives.

Immer besser werden seine Aktionen bei Pick and Rolls. Der junge Guard weiß inzwischen, wann er den Ball auf seinen abrollenden Big Man spielen muss oder wann er das kreierte Missmatch ausnutzen kann. Mit 0,85 Punkten pro Ballbesitz (60,8 Perzentil) generiert er einen soliden Wert.

Caris_LeVert_Shot_Chart

Quelle: http://www.austinclemens.com/shotcharts/

Verbesserungswürdig ist sein Distanzwurf. Erzielte er am College noch solide Quoten, so kämpft er jetzt mit unerwarteten Problemen. Trotz einer ansprechenden Wurfform und einer hohen Flugkurve trifft LeVert nur 30,1 Prozent seiner Dreier. Vor allem bei Catch and Shoot Würfen bekommt er keine Konstanz in seine Aktionen. Selbst weit offene Würfe trifft er nur mit einer effektiven Feldwurfquote von 42,2 Prozent.

Diese Quoten spiegeln sich auch in Spot-Ups wider. Knapp ein Drittel seiner Offensive generiert er aus solchen Ballbesitzen, erzielt dort aber nur 0,83 Punkte pro Ballbesitz, was ihn in das untere Viertel aller NBA Spieler platziert.

Mit Ball hat LeVert Schwierigkeiten auf diesem Niveau seinen eigenen Wurf zu kreieren. Sein Ballhandling ist nicht gut genug um sich genug Platz zu verschaffen und sein Repertoire an Bewegungen ist limitiert. Fast immer sucht er nach einem links-rechts Crossover den schwierigen Pull-Up Jumper. Andersrum ist diese Aktion kaum zu sehen.

Defensiv bringt er durch seine, für einen Flügel, gute Größe und langen Arme ansprechende Voraussetzungen mit. Er ist schnell genug auf den Beinen um die meisten Gegenspieler vor sich zu halten und besitzt gute Instinkte um Bälle zu klauen oder sie wenigstens abzulenken.

Vorbildlich ist am defensiven Ende des Feldes sein Einsatz. LeVert gibt keinen Ball verloren, boxt aus, kämpft sich durch Blöcke und versucht seiner Mannschaft in jeder Situation zu helfen.

Doch auch hier offenbart er, verständlicherweise, noch Schwächen. Von größeren Flügelspielern wird er körperlich dominiert und kann nicht dagegenhalten. Abseits des Balles ist er nicht immer aufmerksam genug und wirkt teilweise abwesend.

Alles in allem zeigt LeVert zuweilen gute Ansätze. In einer schwachen Brooklyn Mannschaft wird er auch in Zukunft genügend Spielzeit erhalten um sich weiter zu entwickeln. Findet er seinen Wurf wieder und bekommt mehr Konstanz in sein Spiel, kann er zu einem wertvollen Rollenspieler in der Liga werden.

Willy Hernangomez (New York Knicks, Draft 2015 #35)

Center; 2,11 Meter; Stats: 16,4 MpG; 6,9 PpG; 6,1 RpG; 0,6 BpG; 55,5% FG

Bereits 2015 wurde Hernangomez von den Philadelphia 76ers gedraftet, aber noch am selben Abend gegen zwei Zweitrundpicks sowie eine unbekannte Geldsumme zu den New York Knicks getradet. Nach einer Spielzeit bei Real Madrid kam der 22-jährige zu Beginn dieser Saison in die NBA.

Hernangomez lebt mehr von seinem Gefühl und seiner Finesse als von seiner Athletik. Das ist vor allem am offensiven Ende des Parketts sichtbar. Er besitzt eine gute Beinarbeit, hat weiche Hände und ein gutes Gespür für das Spiel.

In Ringnähe trifft der Spanier 63,8 Prozent seiner Würfe. Für einen Rookie ist das ein ordentlicher Wert, der hauptsächlich nach Pick and Rolls (1,04 Punkte pro Ballbesitz; 57,1 Perzentil) und offensiven Rebounds zustande kommt.

Diese offensiven Rebounds sind die größte Stärke von Hernangomez. Durch seinen guten und schnellen Absprung gepaart mit der Fähigkeit zu erahnen, wohin der Abpraller kommen könnte, hat er sich zu einem der besten Offensivrebounder gemaußert. Mit einem Reboundprozentsatz von 14,5 gehört er zu den Top 5 in der NBA.

Verbesserungswürdig sind seine Post-Ups. Trotz eines eigentlich relativ vielseitigen Arsenals an Bewegungen und der Fähigkeit sowohl mit links als auch mit rechts abzuschließen, erzielt er bisher nur 0,72 Punkte pro Post-Up. Waren diese Aktion in Spanien noch eine Stärke seines Spiels, ist offensichtlich, dass die deutlich höhere Athletik in der NBA ihm in solchen Situationen zu schaffen macht. Er bringt sich in eine gute Position im Low Post, kann dort aber weder seinen Gegenspieler wegdrücken, noch einfach über ihn hinwegwerfen. Er wird sich zukünftig etwas weg vom Korb orientieren müssen, um von dort seinen Gegenspieler attackieren zu können.

Potential besitzt Hernangomez hinsichtlich seines Mitteldistanzwurfs. Seine Form ist in Ordnung und von der Freiwurflinie wirft er, für einen Center, sehr gute 74 Prozent. Diese Voraussetzungen machen eine Ausweitung seines Wirkungsraums attraktiv.

Willy_Hernangomez_Shot_Chart

Quelle: http://www.austinclemens.com/shotcharts/

Defensiv gibt es beim Spanier sowohl Licht als auch Schatten. Positiv ist sein defensives Rebounding. Er boxt hierbei gut aus, holt die Rebounds in seiner Umgebung (26,8 Prozent Reboundrate; Top 15) und macht das Spiel anschließend schnell.

Schwächer ist er hinsichtlich seiner Pick and Roll Defense sowie seiner Ringbeschützerqualitäten.

Bei Pick and Rolls agiert er zuweilen undiszipliniert. Trotz einer eigentlich guten Beinarbeit, ist er oft zu hüftsteif, steht nicht auf seinen Zehenspitzen oder versucht unmotiviert den Ball zu stehlen, anstatt seine Position zu halten.

Er besitzt weder die Athletik anderer NBA Center noch verfügt er über eine große Armspannweite. Diese Kombination ist für einen Center in der heutigen Zeit keine wünschenswerte Kombination. Dementsprechend attackieren Flügelspieler oder Guards immer wieder den Korb und testen seine Defensivfähigkeiten.

Zukünftig muss er sich anders zu helfen wissen. Marc Gasol beispielsweise besitzt auch nicht diese körperlichen Attribute, doch durch seine Spielintelligenz und seine leichtfüßige Spielweise hat er es zu einem der besten Ringbeschützer der letzten Jahre gebracht. Dieser Weg sollte das Ziel für Hernangomez sein.

Insgesamt zeigt der junge Spanier immer öfter sein Potential. Durch die Verletzung von Noah wird er in nächster Zeit mehr Minuten sehen, was sowohl ihm als auch den Knicks nur helfen kann. Er hat definitiv das Talent um zukünftig eine gute Rolle neben Kristaps Porzingis zu spielen.

Rodney McGruder (Miami Heat, UNGEDRAFTET 2013)

Guard/Forward; 1,93 Meter; 25,7 MpG; 6,5 PpG; 1,4 ApG; 3,3 RpG; 41,1% FG; 35,7% 3FG

Nachdem McGruder im Draft 2013 nicht gezogen wurde, spielte er eine Saison in Ungarn um nachher zwei Jahre in der D-League aufzuschlagen. Im Anschluss an seinen Auftritt für das Summer League Team der Miami Heat unterzeichnete der 25-jährige einen Dreijahresvertrag bei der Franchise vom South Beach.

Was überzeugte die Verantwortlichen ihm einen Vertrag anzubieten?

Offensiv werden seine Leistungen von Woche zu Woche besser. Hatte er zu Beginn der Saison noch Probleme mit seiner Konstanz, so hat er seit Februar einen großen Schritt nach vorne gemacht. Sein Spiel im System der Heat ist klar definiert. Er ist für Catch and Shoot Würfe sowie Cuts zum Korb zuständig.

Oft schleicht er sich an der Dreierlinie entlang und wartet nur darauf, dass er nach einem Dragic/Whiteside oder Waiters/Whiteside Pick and Roll frei stehen gelassen wird und den offenen Dreier aus der Ecke nehmen kann. Mit einer Quote von knapp 40 Prozent bestraft er seinen Gegenspieler, wenn dieser seinem Big Man bei Drives von Dragic oder Waiters aushelfen will.

Ebenso nutzt er diese Spielzüge um mit einem Cut den Weg zum Korb zu suchen. Dort schließt er ungemein effizient ab (68,4 Prozent Feldwurfquote), sei es per Korbleger, Dunk oder einem Runner.

Rodney_McGruder_Shot_Chart

Quelle: http://www.austinclemens.com/shotcharts/

Sehr selten muss McGruder per Dribbling kreieren. Dank des Spielsystems von Spoelstra, welches viele Pick and Rolls sowie Drives zum Korb beinhaltet, haben zumeist Dragic oder Waiters den Ball in der Hand. Ist McGruder jedoch dazu gezwungen, sind gewisse Limitationen sichtbar. Er ist kein guter Dribbler, ist oft nur in der Lage in einer Geschwindigkeit und einer Richtung zum Korb zu ziehen und besitzt keine Bewegungen um den Verteidiger abzuschütteln.

Ebenso ist er kein ausgewiesener Passer. Der 25-jährige spielt die einfachen und schnörkellosen Pässe, aber man wird nicht sehen, wie er knifflige Situationen löst.

Hat er offensiv in den letzten Wochen Fortschritte gemacht, so ist er defensiv schon seit Saisonbeginn enorm wichtig für die Heat. Mit nur 1,93 Meter wird ihm die Aufgabe zuteil Nacht für Nacht Flügelspieler wie Carmelo Anthony, LeBron James oder Paul George zu verteidigen. Was von vornherein, wie ein unfaires Duell aussieht, gestaltet sich meist enger als erwartet.

McGruder punktet in solchen Situationen mit seiner aggressiven Defensive. Egal, ob gegen den Ballhandler oder abseits des Balles, er ist immer hochkonzentriert, in der richtigen Körperhaltung und für alles bereit.

Er ist enorm geschickt beim Umgehen von Blöcken, weiß, wann er absinken kann und ist in der Lage den Gegenspieler beim Wurf zu behindern. Seine Zahlen sprechen teilweise eine andere Sprache, aber im Kontext gesehen, leistet er gute Arbeit.

Seine Energie und sein Einsatz werden bei den sogenannten „Hustle“ Statistiken von nba.com ersichtlich. Mit 1,4 „Deflections“ und knapp einem gesicherten freien Ball pro Spiel zeigt er seinen Wert.

Die bisherige Saison ist eine schöne Geschichte für McGruder. Seine harte Arbeit über die letzten Jahre hinweg wird belohnt und er spielt bei einem Playoffkandidaten eine wichtige Rolle. Kann er weiterhin seine Rolle ausfüllen, ist die Chance gegeben, dass er sich in der NBA etablieren kann.

Jaylen Brown (Boston Celtics, Draft 2016 #3)

Forward; 2,01 Meter; Stats: 16,7 MpG; 6,5 PpG; 2,9 RpG; 45,1% FG; 34,1% 3FG

In der ersten Rookie Watch der diesjährigen Saison haben wir bereits einen Blick auf Jaylen Brown geworfen.

„The Process“ ist gestartet

Sehen wir nun, inwiefern er sich seitdem entwickelt hat.

Von den reinen Zahlen her hat er sich überall verbessert, seien es die Punkte (6,5 zu 5,0), Rebounds (2,9 zu 2,0) oder der Feldwurfquote (45,1 zu 42,4 Prozent).

Auch spielerisch hat er einen Schritt nach vorne gemacht. Er schließt Fastbreaks besser ab (1,12 Punkte pro Ballbesitz; 55,1 Perzentil), ist mehr in den Teambasketball der Celtics eingebunden und wird von Spiel zu Spiel zuversichtlicher.

Diese kleinen Fortschritte spiegeln sich auch im verbesserten Offensivrating wider. Hatte er in der ersten Ausgabe hierbei einen Wert von 99, so ist dieser auf 102 gestiegen.

Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es einige wenige Bereiche, in denen er stagniert oder sogar ein wenig nachgelassen hat. Besonders beim Abschluss am Korb hatte er in den letzten Wochen Probleme. Mit 57 Prozent getroffenen Würfen in der „restricted Area“ hat er sich um sechs Prozentpunkte verschlechtert. Das ist teilweise darauf zurückzuführen, dass sich gegnerische Teams besser auf ihn eingestellt haben. Brown ist zwar unheimlich athletisch, aber ein recht eindimensionaler Finisher. Oft erzwingt er den Abschluss mit rechts und ist nicht fähig den Wurf in der Luft abzuändern.

Ebenso ist er im Dribbling keine Gefahr für den Gegner. Wie zu Beginn der Saison ist er ein sogenannter „straight line driver“. Hat er Zeit, Platz und kann geradeaus zum Korb ziehen, ist er schwer zu stoppen. Diese Möglichkeiten ergeben sich aber immer seltener. Brown muss hier dringend sein Ballhandling verbessern um unberechbarer zu agieren.

Jaylen_Brown_Shot_Chart

Quelle: http://www.austinclemens.com/shotcharts/

Defensiv ist Brown konstanter geworden. Er hatte schon zu Beginn der Saison herausragende Aktionen, die zeigten, dass er ein guter Verteidiger werden kann, diese wechselten sich jedoch mit Unachtsamkeiten oder Schlampigkeiten ab. Diese sind seither weniger geworden.

Der 20-jährige ist athletisch genug um mehrere Positionen zu verteidigen, versteht es um Blöcke herum zu kommen und seinen Gegenspieler aggressiv zu verteidigen. Brown versteht inzwischen sehr gut, wie er am effektivsten den gegnerischen Zug zum Korb verteidigen kann. Durch seine gute Beinarbeit stellt er den optimalen Weg zu und verlangt so von seinem Gegenspieler sich nochmals neu zu justieren. Kommt der Gegner doch vorbei, ist Brown in der Lage schnell umzuschalten und den Layup zu erschweren. Seine Gegner treffen sechs Prozent schlechter als im Durchschnitt. Diese Zahl spricht eindeutig für Brown’s Fähigkeiten.

Der 20-jährige ist seit dem ersten Monat konstanter geworden. Er zeigt keine berauschenden Leistungen, aber er liefert immer öfters das, was Brad Stevens von ihm erwartet. Das ist in der derzeitigen Situation der Celtics, Platz 2 im Osten, genau das, was von Brown erwünscht ist und dem Team am Meisten weiterhilft.

Anmerkung der Redaktion: Alle Statistiken sind auf dem Stand vom 8. März 2017

Bestleistungen Februar 2017:

Punkte: 32 (Yogi Ferrell)

Assists: 8 (Malcolm Brogdon)

Rebounds: 16 (Willy Hernangomez)

Steals: 4 (Marquese Chriss)

Blocks: 3 (Ivica Zubac, Willy Hernangomez)

Dreier: 9 (Yogi Ferrell)

All-Rookie First Team:

Yogi Ferrell (Backcourt)

Malcolm Brogdon (Backcourt)

Jaylen Brown (Frontcourt)

Dario Saric (Frontcourt)

Willy Hernangomez (Frontcourt)

All-Rookie Second Team:

Alex Abrines (Backcourt)

Rodney McGruder (Backcourt)

Buddy Hield (Backcourt)

Brandon Ingram (Frontcourt)

Marquese Chriss (Frontcourt)

 

Die Underdogs drehen auf
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