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Die NBA-Trade-Deadline 2017 in der Analyse

24.02.2017 || 11:11 Uhr von:
Die NBA Trade-Deadline 2017 wurde ihren Vorschusslorbeeren nicht gerecht. Die Boston Celtics riskierten nichts, die Dallas Mavericks sorgten für den Deal des Abends.

„Wir machen nichts“ – es ist die einzige Aussage aus dem Front Office der Boston Celtics, die am Donnerstagabend via Adrian Wojnarowski an die Außenwelt gelangt. Danny Ainge, Strippenzieher beim Rekordchampion der NBA, wurde im Vorfeld der Trade-Deadline 2017 als der General Manager gesehen, der einen Blockbuster-Deal in die Wege leiten könnte. Den zweiten, nachdem DeMarcus Cousins quasi während des All-Star Games von den Kings zu den Pelicans transferiert wurde.

Es ist nicht so, dass Ainge sich am Donnerstag keine Angebote anhört: Doch weder Paul George noch Jimmy Butler lassen den Celtics-GM das eigene Team, das aktuell auf Tuchfühlung zu den Cleveland Cavaliers im Osten ist, auseinandereißen. Zu wichtig sind Akteure wie Avery Bradley oder Jae Crowder für die eigene Rotation. Verpasst Ainge also die Chance, Isaiah Thomas und Al Horford einen dritten Superstar an die Seite zu stellen? Nicht wirklich, denn er hat immer noch zwei Erstrunden-Picks der Brooklyn Nets in petto – und kann spätestens im Juni den nächsten Anlauf zur Superstar-Rekrutierung starten. Bis dahin bleiben die Celtics „nur“ im erweiterten Contender-Kreis – und den Fans bleibt immerhin ein Blockbuster-Deal im Februar.

Tanken mit Talent

Auch wenn es natürlich kein Deal der Kategorie DeMarcus Cousins war: Die Dallas Mavericks haben zumindest von den Namen her den aufsehenerregendsten Deal des Abends durchgezogen. Mit Nerlens Noel kommt für Justin Anderson, Andrew Bogut und einen geschützten Erstrunden-Pick 2017 ein talentierter Center nach Texas, der die Playoff-Chancen der Mavericks in den letzten Jahren von Dirk Nowitzki noch aufrechterhalten soll – am besten aber erst 2017/2018.

Denn der Pick, den die Mavs zu den Philadelphia 76ers schicken, ist für die Plätze eins bis 18 geschützt. Sollte der Mavs-Pick 2017 also in diesen Bereich fallen, bekommen die Sixers als Entschädigung zwei Zweitrunden-Picks von Dallas: Für die Macher um GM Donnie Nelson sicherlich die bessere Variante. Denn dann könnte Dallas mit Nowitzki, Wes Matthews und Noel, der im Sommer Restricted Free Agent wird, noch einmal zumindest nach der Postseason greifen. Dallas wird also voraussichtlich zeitnah aus dem Rennen um den achten Platz im Westen aussteigen – um den eigenen Pick behalten zu dürfen.

Philly dagegen bekommt mit Anderson einen Spieler, der in ein paar Jahren auf ähnlichem Level wie Jae Crowder agieren könnte. Noel war, ähnlich wie Jahlil Okafor, durch die Entwicklung von Joel Embiid mehr oder wenig überflüssig in der City of Brotherly Love; Philadelphia bekommt im schlechtesten Fall zwei Zweitrunden-Picks, die in potenziellen weiteren Deals in der Zukunft noch wichtig werden könnten. Andrew Bogut wird dagegen wohl schnell den Buyout suchen und bei einem Contender anheuern.

Quo vadis, Chicago?

In Chicago dagegen runzeln zahlreiche Fans nach dem Deal mit den Oklahoma City Thunder die Stirn: Cameron Payne, Joffrey Lauvergne und Anthony Morrow kommen nach Chicago, die Thunder erhalten im Gegenzug Taj Gibson, Doug McDermott und einen Zweitrunden-Pick 2018. Ein Trade, der eigentlich nach Rebuild in der Windy City schreit. Payne dürfte von Fred Hoiberg die Chance bekommen, sich als Starting-Point-Guard in der Liga zu beweisen. Morrow und Lauvergne sind dagegen nicht mehr als solide Rotationsspieler auf ihren Positionen. Wäre die Deadline nicht schon abgelaufen, ein Jimmy-Butler-Deal wäre durchaus wahrscheinlich: Denn mit diesem Roster gewinnen die Bulls zeitnah keinen Blumentopf mehr. So bricht spätestens im Sommer der aktuelle Star-Kern um Butler und Dwyane Wade auseinander.

OKC dagegen polstert den eigenen Kader nochmal für das Playoff-Rennen im Westen auf. Payne hatte hinter Westbrook eh nicht viel mehr zu tun, als mit dem MVP-Kandidaten vor dem Spiel Tanz-Moves zu üben; auch Lauvergne und Morrow haben in der Rotation keine Bäume ausgerissen. Mit Gibson kommt Verstärkung unter dem Korb, McDermott wird dagegen auf der Drei oder wahlweise Vier die Thunder-Line-Ups variabler machen und den ein oder anderen freien Dreier durch die Reuse sausen lassen.

These Raptors are for real

Während Danny Ainge in Boston die Füße still hielt, ging Masai Ujiri beinahe All-In. Nachdem der Raptors-GM bereits Serge Ibaka in einem sehr guten Deal an Land gezogen hatte, legte er zur Deadline noch einmal nach und holte mit P.J. Tucker einen Teamspieler mit Defensivqualitäten aus Phoenix. Im Gegenzug musste er nicht mal den verbliebenen Erstrunden-Pick 2017 locker machen, sondern verschiffte Jared Sullinger und zwei Zweitrunden-Picks in die Wüste von Arizona.

Sullinger kennt Suns-GM Ryan McDonough bereits aus Boston, wo er zehn Jahre lang vor seiner Anstellung in Phoenix tätig war. Die beiden Zweitrunden-Picks können die sich im Rebuild befindlichen Suns gut gebrauchen: Tuckers Vertrag wäre im Sommer ausgelaufen, so bekommt Phoenix für ihn immerhin einen Gegenwert.

Die Raptors dagegen haben mit einem potentiellen Line-Up um Kyle Lowry, DeMar DeRozan, Tucker, Ibaka und Jonas Valanciunas eine formidable Starting Five, die die Celtics und auch die Cavs in den Playoffs mehr als nur ärgern kann. Ob es für den großen Wurf reicht, sei mal dahingestellt, aber unterschätzen sollte die Dinos im April niemand.

Resterampe

Alle weiteren Deals waren Moves, um Geld zu sparen und/oder Draft-Picks zu ergattern. Daher hier ein kurzer Überblick:

 

Die Denver Nuggets bekommen: Roy Hibbert

Die Milwaukee Bucks bekommen: einen geschützten Zweitrunden-Pick

 

Die Los Angeles Lakers bekommen: Tyler Ennis

Die Houston Rockets bekommen: Marcelo Huertas (bereits entlassen)

 

Die Atlanta Hawks bekommen: Cash

Die Phoenix Suns bekommen: Mike Scott

 

Die Brooklyn Nets bekommen: K.J. McDaniels

Die Houston Rockets bekommen: einen Zweitrunden-Pick

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