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Die Frage nach dem Wert – Das All-Star Game in New Orleans

20.02.2017 || 08:11 Uhr von:
All-Star Game
Anthony Davis schafft Historisches beim NBA All-Star Game 2017, die Diskussionen über das Niveau des All-Star Games überwiegen trotzdem. Einige Beteiligte finden deutliche Worte.

Die Jungspunde haben den Court geräumt, der (enttäuschende) Dunk Contest ist Geschichte. Zeit für das Hauptevent des ganzen NBA-Zirkusses im Big Easy. Das 66. All-Star Game schrieb bereits lange vor dem Sprungball im Smoothie King Center seine eigenen Geschichten: Die inflationär besprochene (Nicht-)Beziehung zwischen Kevin Durant und Russell Westbrook, die vier All-Stars der Warriors und die nicht unrealistische Aussicht auf das vierte All-Star Game-Triple Double in Persona von James Harden oder eben jenem Russell Westbrook. Und nochmal die Zahl vier, denn genauso viele Debütanten durften in Louisiana zum ersten Mal All-Star Luft schnuppern. Kemba Walker und Greek Freak Antetokounmpo für den Osten und Gordon Hayward sowie DeAndre Jordan für die Truppe aus dem Westen. „Es ist sehr cool, hier zu sein. Ich habe noch nie so viele Medienvertreter an einem Ort gesehen“, so Jazz-Forward Hayward am Media Day. „Es ist sehr spannend, viele der Jungs jetzt mal richtig kennen zu lernen. Sie sind alle super bodenständig und cool“, fasst Kemba Walker die ersten Eindrücke vor dem Spiel zusammen.

Mit der Freundschaft war es, wie gewohnt, auch nach dem Sprungball nicht wirklich vorbei. Dunks und Dreier flogen in gewohnter Häufigkeit durch die Reuse. Lediglich Giannis Antetokounmpo stoppte den Spaß mal kurz für ein wenig Basketball, beklaute James Harden und ließ es krachen.

KD auf Russ – wie in Thunder-Zeiten

Der meist erwartete Moment des Abends spielte sich nach sechs Minuten ab. Russell Westbrook checkte von der Seitenlinie aus ein – und Kevin Durant blieb auf dem Parkett. Das ehemalige Star-Tandem sollte nur Augenblicke später zeigen, dass es allem Abblocken und Ignorierens zum Trotz, immer noch weiß, wie es geht. Der Neu-Warrior legte für den Immer-noch-Thunder den Alley Oop auf, die Halle wachte zum ersten Mal so richtig auf. Die West-Bank machte sich im anschließenden Time Out einen Spaß aus dem kollektive Zelebrieren dieses Moments. Reaktionen, die zeigen, welchen Stellenwert die angebliche Rivalität der beiden Superstars spielerintern besitzt. Nämlich so gut wie gar keine.

Bevor John Legend in der Halbzeit ran durfte, legte King James das Ding nochmal kurz über das Glas (und Stephen Curry) für den selbstaufgelegten Alley-Oop. Mit einer 97:92 (!) Führung für den Westen ging es in die Halbzeit. Für den Osten dominierte der König mit 20 Punkten, für den Westen legten Anthony Davis und Westbrook 20 und 19 Punkte auf.

Ein geschenkter Rekord

Während sich Westbrook früh auf MVP-Titelverteidigungs- und Triple Double-Kurs begab (15 Punkte, drei Rebounds und vier Assists), ärgerte der Greek Freak nochmal eben den bärtigsten aller All-Stars und sorgte immer hin für ein wenig Defense in einem dritten Viertel, das von der Intensität sogar noch lahmer als die erste Hälfte daherkam.

Die zweite Halbzeit mutierte zu einer Davis- und Westbrook-Show. Der Thunder-Guard, der sich den gesamten Abend über einen wilden Wurf nach dem Anderen herausnehmen konnte, netzte drei Dreier in Serie ein. Die bekannteste Augenbraue der (Basketball-)Welt wurde immer wieder mit Pässen gefüttert und konnte einen Dunk nach dem anderen durch die heimischen Ringe des Smoothie King Centers donnern. Mitte des letzten Viertels brach der Pelican den ehemaligen All-Star Game Scoring-Rekord von Wilt Chamberlain und überbot dessen 44 Punkte im Endeffekt mit seinen 52. Russell Westbrook hätte gut und gerne nachziehen können, beließ es beim Stand von 41 Punkten jedoch dabei. Der Hometown-Bonus spielte dabei eine klare Rolle. Die MVP-Trophäe gab es auf Grund des Rekords, natürlich, inklusive. Das Triple Double sollte es übrigens auch noch geben. Zuständig dafür: Kevin Durant. Der Westen gewann das Spiel im Endeffekt ungefährdet mit 192:182.

MVP auf Absprache

Davis machte nach der Partie keinen Hehl daraus, den Award von Anfang an gewollt zu haben: „Ich habe den Jungs vor dem Spiel mehr als genug gesagt, dass ich diesen Award für die Fans und für die Stadt holen möchte. Sie haben mir dabei geholfen, indem sie mir immer wieder den Ball gegeben haben. Sie wollten, dass ich 50 Punkte auflege“.

Nach diesem All-Star Game stellen sich viele Fragen: Was ist so ein Rekord überhaupt wert, wenn er in einem Spiel erzielt wird, in dem nicht einmal der Hauch von Defense angeboten wird? Kann ein Spieler sich vor der Partie gemeinsam mit seinem Team vornehmen, MVP zu werden, und das ohne jegliche Gegenwehr schaffen? So schön alle Dunks und Alley Oops auch sind, wäre es nicht attraktiver, die besten Spieler der Liga in einem kompetitiven Match Up gegeneinander antreten zu lassen?

Die Beteiligten fanden zu einem großen Teil deutliche Antworten: „In den letzten Jahren ging es immerhin ab dem vierten Viertel manchmal ernster zur Sache. Das habe ich heute auch erwartet, aber es ist nicht passiert“, so West-Coach Steve Kerr. „Sie könnten genauso gut ein paar leblose Körper an unsere Plätze an der Seitenlinie setzen. Wir machen ja eh nichts“, so der Warriors-Coach weiter.

„Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt, dass ich jetzt härter spielen werde. Genau das habe ich gemacht“, so Antetokounmpo auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Er habe sich definitiv mehr Härte in dem Spiel gewünscht.

Dieses Spiel braucht eine Veränderung, dringend

Nach der Partie sprach basketball.de außerdem mit Hornets-Guard Kemba Walker in der Mixed Zone. Ob man überhaupt versuchen würde, einen heißlaufenden Spieler wie Westbrook in so einem Spiel zu stoppen? „Wir haben es versucht, aber hier geht es primär um den Spaß. In einem echten Spiel würde ihn das ganze Team verteidigen, wenn er so heiß laufen würde“, so der Guard der Hornets. Eine Aussage, die einmal mehr unterstreicht, wie irrelevant das All-Star Game mittlerweile geworden ist.

Neu-Pelikan ‚Boogie‘ Cousins traf vor dem Spiel eine Absprache mit Coach Kerr, nur wenige Minuten spielen zu wollen. Kawhi Leonard kam auf eigenen Wunsch in der zweiten Halbzeit gar nicht mehr zum Einsatz.

Dieses Spiel braucht eine Veränderung, dringend. Was von diesem Abend im Kopf bleiben wird? Der Cousins-Trade zu den Pelicans. Sportliche Erinnerungen aus dem All-Star Game? Anthony Davis‘ Rekord, den an diesem Abend vermutlich auch fast jeder andere Spieler hätte holen können. Nach Absprache, versteht sich.

Zur Frage, wie ernst das All-Srar Game genommen wird, lassen wir an dieser Stelle einfach mal Kyrie Irvings (East All-Star) Inboud-Pass zu Steph Curry (West All-Star) sprechen:


Das war’s mit der Vorort-Coverage aus New Orleans. In den nächsten Tagen erwartet euch noch eine kleine Interview-Reihe mit den Rising Stars. Mit dabei: Myles Turner, Malcolm Brogdon und Alex Abrines.

Die Frage nach dem Wert – Das All-Star Game in New Orleans
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JF17
JF17 20. Februar 2017 um 17:45 Uhr

Samstag-Nacht: Wahnsinnige Vorfreude – zusammen mit den Jungs ein Basketballabend!
Gestartet wurde mit Top Four und enden sollte es mit offenen Mündern und dem Fazit: „Aaron Gordon ohne Konkurrenz, trotz guter dunks der Kontrahenten, auf Rang 1 mit einem Dunk der bisher unvorstellbar war( und es jetzt leider auch bleibt)! Thompson kratzt an der perfekten Runde und die Skill-Challenge soll einfach das Warm-Up übernehmen“
Doch so kam es nicht….
Sport1US musste noch das Ende eines College-Spiels zeigen, weshalb das Warm-Up Skill-Challenge schonmal wegfiel bis auf die Wiederholung des Finalruns….
Dann der 3er-Contest… gespannt und mit „Experten“-Meinungen ausgestattet ging jeder siegessicher mit seinem Favorit ins Rennen. Doch schon nach dem 4. Werfer war man skeptisch…. das wird noch besser, oder? Aber die Finalrunde war eher ein „lass mal gut sein“ …
dann das Highlight! „Gordon!Gordon!Gordon!“ Der Dunk-Contest ohne den Titelverteidiger. Der Weg frei für den Magic-Aaron. Die Idee (die einzig wirklich gute Idee am Abend) mit der Drohne – not bad – aber Versuch 1 fail Versuch 2 fail und als es dann mal klappte war der Hype irgendwie weg, wie eine Pointe die einfach deutlich zu spät kommt…..
aber auch die anderen patzten ohne Ende … kaum ein Dunk war wirklich „spektakulär“.
Vergleicht man einen LaVine 2016 mit 50 bewertet mit einem RobinsonIII 2017 mit 50 bewertet, muss man zum Schluss kommen dass RobinsonIII’s Dunk maximal eine 40 ist…

Im grossen und ganzen war der All-Star-Day eine wahnsinnige Enttäuschung und hat uns (Gott sei Dunk) davon abgehalten uns am Sonntagabend mit dem gleichen Ziel wachzuhalten.
Wenn die Spieler kein Interesse mehr an den Contests und dem Game haben dann sollen sie das ganze doch in die Summer League verlegen oder es der NFL angleichen als „loosers game“ vor den finals. So auf jeden Fall geht diese geile Erfindung den Bach runter….

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