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Neues Jahr, Neue Rookies

23.11.2017 || 17:06 Uhr von:
Neue Saison, neue Rookies. In der ersten Ausgabe des diesjährigen Rookie Watchs blicken wir auf den Start von Jayson Tatum, Lauri Markkanen, Josh Jackson und Dennis Smith Jr.

Jayson Tatum (Boston Celtics, Draft 2017 #3)

Wing; 2,03 Meter; Stats: 30,3 MpG; 13,9 PpG; 5,8 RpG; 1,3 ApG; 49,7% FG; 46,0% 3FG

Nach einem Trade mit den Philadelphia 76ers sicherten sich die Boston Celtics mit dem dritten Pick den Flügelspieler der Duke University.

Am College als reifer Scorer mit einem großen Arsenal an Offensivbewegungen ausgestattet, zeigt er in der NBA, dass er diese Fähigkeiten auch auf höherem Level ausspielen kann.

Offensiv besteht sein bisheriges Spiel aus zwei Komponenten: Abschlüsse am Ring und Distanzwürfe per Catch-and-Shoot.

Bestanden vor der Draft noch Fragezeichen bezüglich seiner Wurfauswahl, da er viele lange Zweier am College nahm und diese Würfe statistisch gesehen die schlechtesten sind, so sind diese Zweifel bisher unbegründet.

Tatum nutzt hierbei die ihm gebotenen Räume sehr gut. Ein typischer Spielzug beginnt mit Tatum in einer der beiden Ecken. Anschließend zieht einer der Guards, meist Kyrie Irving oder Marcus Smart, per Drive Richtung Zone. Durch diesen Drive rückt Tatums Gegenspieler in Zonennähe, woraus Tatum Kapital schlägt. Er bewegt sich beispielsweise entlang der Dreierlinie weg von der Ecke und ermöglicht somit dem ballführenden Mitspieler einen besseren Passwinkel. Dieser Mitspieler passt den Ball zur Dreierlinie, wo Tatum offen steht und den relativ einfachen Dreier nehmen kann. Eine andere Variation besteht im konstanten Halten der Position in der Ecke.

Tatums Aufgabe ist somit simpel. Er muss seinen Gegenspieler und den Drive des Mitspielers korrekt lesen und sich dementsprechend positionieren. Erfüllt er diese Aufgaben, bekommt er den Ball zugepasst und kann den Dreier nehmen, welchen er bisher mit 51,4 Prozent aus dem Catch-and-Shoot trifft, was zur Ligaspitze gehört.

Desweiteren schließt Tatum, wie oben erwähnt, oft in der Zone ab. Knapp 44 Prozent seiner Abschlüsse kommen in Ringnähe. Gerade im Fastbreak kommt er so zu einfachen Punkten. Durch sein schnelles Umschalten von Defensive auf Offensive und sein konstantes Mitlaufen im Fastbreak wird er immer wieder gesucht. Mit 1,27 Punkten pro Ballbesitz befindet er sich hier im Perzentil von 77,5.

Im Halbfeld orientiert sich Tatum oft am oberen Ende der Dreierlinie. Hier ergeben sich meist zwei Situationen, auf welche er wartet. Entweder wird er per Side-Pick-and-Roll freigespielt oder es kommt der Pass seines Bigs aus dem Low-Post. Durch diese Pässe wird sein Gegenspieler zu einem harten Close-Out gezwungen, welches Tatum ausnützt. Per Pump-Fake lässt er seinen Gegenspieler stehen und kann in die Zone ziehen. Durch seine gute Körperkontrolle und seinen sanften Touch schließt er mit 59,5 Prozent am Ring ab.

Ebenso erwähnenswert ist seine Fähigkeit, Fouls und Freiwürfe zu ziehen. Mit einer Freiwurfrate von 44,3 Prozent führt er alle Rookies an und ermöglicht sich dadurch einfache Punkte.

Verbesserungswürdig ist seine Übersicht beim Drive zum Korb. Oft konzentriert er sich rein auf den Abschluss und übersieht besser postierte Mitspieler in Korbnähe. So muss er teilweise schwierige Korbleger nehmen, anstatt seinem Team per Pass zu helfen. Auch in Isolation-Situationen knüpft er noch nicht an seine College-Leistungen an. Mit 0,83 Punkten pro Ballbesitz gehört er zum unteren Ligadrittel, was aber beim Spielstil der Celtics nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Defensiv agiert Tatum bis jetzt als guter Teamverteidiger. Er ist nicht der Ein-gegen-Eins-Verteidiger wie Smart oder Jaylen Brown, aber innerhalb des Teamgefüges weiß er, welche Aufgaben er zu erfüllen hat. Tatum stellt die Passwege abseits des Balles zu, hilft als Help-Defender aus und macht kaum Rookie-Fehler, wie das Verschlafen von Rotationen oder unnötige Close-Outs.

Durch seine schnellen Hände gelangen ihm bisher 25 Deflections. Probleme hat er, wenn er in Isolations gezwungen wird. Er ist dabei nicht immer in der richtigen Position und kann per Dribbling relativ einfach geschlagen werden.

Insgesamt ist der ehemalige Blue Devil exzellent in die Saison gestartet. Natürlicherweise profitiert er davon, dass er von einem Topteam gedraftet wurde, aber Tatum macht das meiste aus seinen Chancen. Er schließt effizient ab, macht kaum dumme Fehler und hat sich bereits in der Celtics-Rotation etabliert. Neben Ben Simmons ist er der bisher beste Rookie.

Lauri Markkanen (Chicago Bulls, Draft 2017 #7)

Big; 2,13 Meter; Stats: 30,9 MpG; 15,4 PpG; 8,4 RpG; 0,6 BpG; 42,8% FG; 35,5% 3FG

Markkanen wurde an siebter Stelle von den Minnesota Timberwolves gedraftet, aber am selben Abend mit Zach LaVine und Kris Dunn nach Chicago getradet. Dieser Trade läutete aus der Sicht der Bulls einen Neuaufbau ein, bei welchem Markkanen ein wichtiger Teil sein soll.

Offensiv fällt bei ihm sofort der Wurf auf. Als wurfstarker Seven-Footer passt er perfekt in die moderne NBA. Markkanen wirft Dreier in hohem Volumen (7,1 Versuche pro Spiel) und trifft diese bisher durchschnittlich mit 35,5 Prozent. Hier kann davon ausgegangen werden, dass sich der Prozentsatz im Laufe der Zeit steigern wird.

Lauri_Markkanen_Shot_ChartMarkkanen kann im Pick-and-Pop, als Spot-Up-Werfer, im Post-Up oder nach Screens eingesetzt werden.

Seine bisher beste Waffe ist das Pick-and-Pop. Er erzielt dabei 1,28 Punkte pro Ballbesitz, womit er sich im Perzentil von 81,9 befindet. Dieser hohe Wert spiegelt das Dilemma für die Defensiven wieder. Markkanen bewegt sich nach einem gesetzten Screen nicht automatisch Richtung Dreierlinie, sondern mixt zwischendurch auch ein Abrollen zum Korb ein. So kann die Defensive nie sicher sein, was passiert. Kommt es aber zum Pop, ist Markkanen sofort wurfbereit und kann durch seine schnelle Wurfbewegung und seine Größe auch über einen herannahenden Gegenspieler werfen.

Auf dieses relativ simple Pick-and-Pop haben sich andere Teams aber inzwischen eingestellt und switchen einfach den Screen, wodurch der Pass zu Markkanen abgeschnitten wird.

Eine andere Variante für einen offenen Dreier im Bulls-Playbook ist deshalb folgender Spielzug:

Dunn passt den Ball zu Lopez in den High-Post, währenddessen stellt Markkanen für Denzel Valentine einen off-Ball-Screen. Valentine nutzt diesen Screen aber nicht, um Richtung Lopez zu sprinten, sondern bricht ab und bewegt sich wieder zurück Richtung Ecke, wohingegen sein Gegenspieler schon über den Screen will. Lopez dribbelt zum Duo und hat nun zwei Möglichkeiten. Entweder spielt er Valentine für einen Dreier in der Ecke an oder er gibt Markkanen den Wurf, der sich nach dem Screen Richtung Dreierlinie orientiert hat.

Diese ständige Gefahr eröffnet Markkanen andere Gelegenheiten. Kommt der Close-Out hart, kann er per Pump-Fake seinen Gegenspieler stehen lassen und zum Korb ziehen (4,0 Drives pro Spiel). Aufgrund seines überdurchschnittlichen Tempos für einen Seven-Footer kann er andere Spieler ebenso per Dribbling schlagen, nachdem er sie an den Perimeter gezogen hat.

Im Vergleich zu seiner Zeit in Arizona hat sich Markkanen in diesem Bereich bereits weiterentwickelt. Suchte er am College zumeist den Drive über die linke Seite, so ist er inzwischen in der Lage, auch über rechts zum Korb zu gelangen und dort mit beiden Händen abzuschließen, wodurch auch sein Punkteprozensatz von guten 76,7 zu erklären ist.

Potential zur Verbesserung besitzen bei ihm vor allem zwei Dinge: das Passen sowie sein Offensiv-Rebounding.

Markkanen ist bisher, mehr oder weniger, nur ein Scorer. Er ist im Passspiel nicht sonderlich involviert, sondern agiert als Abschlussspieler. Gerade aus dem Post-Up heraus ergeben sich aber Möglichkeiten, wie er mit Pässen offene Würfe einleiten kann. Durch seine guten Zahlen im Post-Up (1,06 Punkte pro Ballbesitz; 80,9 Perzentil) wird er gelegentlich gedoppelt. Dieses Doppeln sollte Markkanen bestrafen. Er muss früher erkennen, woher der zweite Verteidiger kommt, und dann den freien Mann finden.

Beim Offensiv-Rebounding ist ihm anzumerken, dass er keine gute Sprungkraft besitzt, und ihm das Gefühl abgeht, wohin der Ball gehen könnte. Mit einer Reboundrate von 3,9 Prozent liegt er auf dem 200. Platz ligaweit.

Defensiv ist er noch zu schmächtig, um im Post großgewachsene Gegenspieler zu verteidigen. So verlockend es ist, ihn offensiv als einzigen Big Man auflaufen zu lassen und das Feld breit zu machen, so instabil würde das Team defensiv sein.

Markkanen ist weder Ringbeschützer noch flink genug, um Guards nach dem Switch auf akzeptablem Niveau verteidigen zu können. Seine laterale Geschwindigkeit ist zwar in Ordnung, aber oft ist zu sehen, dass er nicht in der richtigen Haltung ist. Er steht zu aufrecht, was kleinere Spieler sofort sehen und per Drive an ihm vorbeigehen.

Sein Defensiv-Rebounding ist akzeptabel. Trotz dem Fakt, dass er fast immer mit Robin Lopez auf dem Feld steht, schnappt sich Markkanen 25,8 Prozent aller Defensiv-Rebounds. Er boxt dabei den Gegner aus und kann seine Größenvorteile ausspielen.

Der junge Finne hat einen guten Start in seine erste NBA-Saison hingelegt. Er zeigt offensiv, dass er sich, im Vergleich zum College, schon weiterentwickelt hat und ist defensiv kein schwarzes Loch. Es wird spannend zu sehen sein, was passiert, wenn sich Teams besser auf sein Spiel eingestellt haben.

Josh Jackson (Phoenix Suns, Draft 2017 #4)

Wing; 2,03 Meter; Stats: 21,7 MpG; 9,4 PpG; 3,6 RpG; 1,1 ApG; 39,5% FG; 27,1% 3FG

An vierter Stelle in der vergangenen Draft wählten die Phoenix Suns Josh Jackson von den Kansas Jayhawks aus.

Wurde er am College als guter Athlet, der verteidigen kann, aber offensiv Probleme mit seinem Wurf hat, beschrieben, so stimmen diese Beschreibungen auch in der bisherigen NBA Saison zu.

Josh_Jackson_Shot_ChartJackson, der inzwischen von der Bank kommt, lebt bis jetzt von seinem Abschluss am Ring. Er trifft 53,3 Prozent seiner Würfe in der Zone. Das ist ein akzeptabler Wert, der aber angesichts seiner Athletik höher sein könnte. Nach Handoffs oder im Fastbreak findet Jackson den Weg zum Korb.

Seine Quote in Transition-Situationen mit 0,78 Punkten pro Ballbesitz befindet sich am Ligaende, was unter anderem daran liegt, dass er Probleme hat, wenn er mit Kontakt abschließen muss. Er schafft es nicht, den gegnerischen Kontakt zu absorbieren, sondern prallt daran ab und muss dementsprechend schwierigere Korbleger vornehmen. Insgesamt besitzt er aber hier das Potential, um viele einfache Punkte zu generieren, muss aber lernen, wann er mit welchem Tempo zum Korb zieht.

Noch schlechter sieht es bei ihm im Halbfeld aus. Ohne den freien Platz kommen Jacksons Schwächen stärker zu tragen. Er stellt von außen keine Gefahr da, da er seine Catch-and-Shoot-Würfe nur mit knapp 30 Prozent trifft. Das bedeutet, dass seine Gegenspieler absinken können, um die Drives von Devin Booker, Mike James oder Tyler Ulis zu erschweren.

Hat er den Ball in der Hand, weiß er teilweise nicht, was er damit tun soll. Sein Ballhandling ist rudimentär, und sein Gegenspieler muss keine Angst vor seinem Wurf haben, das schränkt seine Möglichkeiten ein. Wie oben bereits erwähnt, wird öfters versucht, ihn in ein Handoff zu bringen, um ihm mehr Platz zu schaffen. Die Idee dahinter ist schlüssig, da er so den Korb mit Tempo attackieren könnte und sein Gegenspieler durch den Handoff nicht mehr vor ihm ist. In solchen Situationen müsste Jackson entweder erfolgreich per Layup abschließen oder zumindest ein Foul ziehen. Mit einer Freiwurfrate von 32,7 Prozent hat er hier noch viel Luft nach oben.

Positiv fällt er bisher als Passer auf. Jackson sieht seine Mitspieler und spielt oft den richtigen Pass. Gerade in Pick-and-Rolls (0,72 Punkte pro Ballbesitz; 38,5 Perzentil) lässt er teilweise seine Passfähigkeiten aufblitzen. Verbessern muss er hier sein Passing beim Drive. Zu oft übersieht er seine Mitspieler. Ungenutztes Potential besitzt er abseits des Balles. Durch seine Athletik könnte er öfters als Cutter eingesetzt werden. Er zeigt jetzt schon ab und an, dass er die gegnerische Defensive lesen kann und im richtigen Augenblick ohne Ball zum Korb zieht, um jenen dort zu erhalten.

Defensiv hat er sich bereits in der Liga zurechtgefunden. Jackson kann mehrere Positionen verteidigen, bewegt sich lateral sehr gut und weiß, wie er um Blöcke kämpfen muss.

Er versteht es, wie er am Ball verteidigen muss. Oft ist er in der richtigen Grundhaltung, was vieles erleichtert. Muss er den Ballhandler verteidigen, nutzt er seinen Körper gut und kann aufgrund seiner schnellen Hände den Gegenspieler in Bedrängnis bringen.

In dieser Aktion sieht Jackson den Screen von Bismack Biyombo kommen. Er weiß, dass Alex Len seinen Gegenspieler nach dem Screen übernehmen würde. Durch die plötzliche Richtungsänderung bleibt der Ballhandler aber Jacksons Mann. Er reagiert blitzschnell, bringt sich wieder in Position und nützt das zu hohe und lockere Dribbling, um den Ball zu bekommen. Der Fastbreak ist anschließend kein Problem.

Abseits des Balles macht er zeitweise typische Rookie-Fehler. Er verpasst manchmal die nötige Help-Defense, spielt die Close-Outs nicht gut genug aus oder vermasselt Rotationen. Dies sind aber Dinge, die ein Spieler im Laufe der Zeit besser versteht.

Jacksons Start in die NBA-Karriere ist typisch für einen Rookie. Der Sprung vom College in die NBA ist riesig. Durch den Trainerwechsel von Earl Watson auf Jay Triano spielt er weniger Minuten, die er nun aber umso mehr nutzen muss. Er muss offensiv mehr Konstanz in seine Aktionen bekommen und von jenen Dingen profitieren, die er beherrscht.

Dennis Smith Jr. (Dallas Mavericks, Draft 2017 #9)

Guard; 1,90 Meter; Stats: 28,6 MpG; 14,1 PpG; 4,3 RpG; 4,4 ApG; 38,4% FG; 28,8% 3FG

Nach etlichen Jahren durften die Dallas Mavericks mal wieder in den Top-Ten der Draft ziehen, und sie entschieden sich für den Guard der North Carolina State University.

Athletisch bringt Dennis Smith Jr. alles mit für die moderne NBA. Er hat eine enorme Sprungkraft, einen tollen Antritt und kommt auf dem Feld überall hin, wo er will. Kaum ein Verteidiger ist in der Lage, ihn vor sich zu halten. Er benötigt oft nicht mal einen Screen, um seinen Gegenspieler stehen zu lassen.

Jedoch lassen sich all diese Attribute bis jetzt noch nicht auf dem Parkett widerspiegeln.

Der junge Ballhandler trifft zu oft die falschen Entscheidungen. Sei es im Passspiel, im Dribbling oder in seiner Wurfauswahl.

Shot_Chart_Dennis_SmithVor allem seine Wurfauswahl ist oftmals schwer zu rechtfertigen. Er ist abseits des Balles kaum ein Faktor (17,5 Prozent Catch-and-Shoot), dribbelt zu lange (32 Prozent seiner Abschlüsse mit 7+ Dribblings) und nimmt schwierige Würfe.

Zu diesen schwierigen Würfen gehören unter anderem Pull-Up-Jumper, die er mit 32,1 Prozent (27,9 Prozent Dreier) trifft und 40 Prozent seiner gesamten Offensive ausmachen.

Innerhalb dieser Konstellation schafft es kein NBA -pieler, effizient zu sein. Diese Spielzüge sind symptomatisch für seine bisherigen Probleme.

Smith Jr. hat mit zehn Sekunden auf der Wurfuhr den Ball an der Dreierlinie. Wesley Matthews curlt um Dirk Nowitzki herum Richtung Zone und ist anspielbereit; Smith Jr. blickt aber gar nicht erst auf, sondern hat den Kopf gesenkt und verpasst somit Matthews. Eine aussichtsreiche Chance ist vertan, und er muss mit ablaufender Uhr einen Dreier aus dem Stand nehmen, der daneben geht.

Harrison Barnes stellt einen Screen auf Höhe der Dreierlinie für Smith Jr., der aber noch zu weit entfernt ist, um diese Chance zu nutzen. Barnes rollt seitlich ab und ist bereit für den Pass, aber Smith ignoriert ihn und nimmt einen Pull-Up-Dreier mit zehn Sekunden auf der Uhr. Statt den kurz gescreenten Gegenspieler in vollem Tempo zu attackieren oder Barnes miteinzubinden, nimmt Smith das Tempo raus und verfehlt seinen Wurf.

Teilweise fehlt ihm in diesen Situationen die Spielintelligenz. Smith Jr. ist bisher nicht in der Lage zu erkennen, wann er was machen muss.

Er ist noch jung und wird von Spiel zu Spiel mehr Erfahrung sammeln, aber das Nichterkennen von Möglichkeiten und diese Art von Würfen verhindern, dass er seiner Mannschaft in dieser Hinsicht weiterhilft.

Es ist jedoch nicht alles schlecht. Mit 12,8 Drives pro Spiel gehört er zu den führenden Spielern der Liga. Er kommt leicht an seinem Gegenspieler vorbei und bringt so die Defensive in Bedrängnis. Würde er es jetzt schaffen, am Ring besser abzuschließen (51,5 Prozent in der Restricted Area) oder seine Mitspieler seine Pässe zu verwerten, würden die Zahlen besser aussehen. Gerade der Abschluss am Ring sollte im Laufe der Zeit besser werden, da er den Korb attackiert, auf verschiedene Arten abschließen kann, über Ringniveau spielt und Dallas mit Nowitzki, Barnes und Matthews genug Spieler in ihren Reihen hat, die Spacing bieten und Smith Jr. Platz für seine Drives geben.

Defensiv ist er, wie viele andere Rookies, inkonstant. Er ist nicht immer bereit, um den gegnerischen Ballhandler in Empfang zu nehmen, bleibt teilweise unnötig an Screens hängen und leistet sich Off-Ball die ein oder anderen Pausen. Jedoch blitzt auch hier sein Talent zeitweise auf. Smith Jr. kann körperlich gut dagegenhalten, auch wenn er aufgrund seiner Größe immer nur eine Position verteidigen können wird. Er ist schnell genug, um andere Guards vor der einfachen Penetration zu hindern, und kann Passwege zustellen.

Der junge Guard der Mavericks ist schwierig zu beurteilen. Sein großes Talent ist in einigen Sequenzen deutlich sichtbar, aber noch viel zu oft spielt er kopflos. Die Inkonstanz sowohl offensiv als auch defensiv sind typisch für einen Rookie, auch wenn er stärker in den Extremen schwankt als andere Spieler. Mit einer so hohen Usage-Rate (29,7) geht viel Verantwortung überein, und das ist ihm deutlich anzumerken. Smith Jr. wird seinen Weg gehen, ohne Frage, aber seine bisherigen Leistungen, mit all den Fehlern in seinem Spiel, zeigen doch wieder ganz klar, wie schwer es ist, als Teenager ein NBA-Team als primärer Ballhandler zu führen.

Bestleistungen Oktober 2017

Punkte: 29 (Lonzo Ball)
Rebounds: 13 (Bam Adebayo, John Collins)
Assists: 13 (Lonzo Ball)
Blocks: 4 (Jarrett Allen)
Steals: 4 (Mike James, Jayson Tatum, Dillon Brooks, Josh Jackson, Bojan Bogdanovic)
Dreier: 5 (Lauri Markkanen)

All-Rookie First Team

Ben Simmons (Backcourt)
Mike James (Backcourt)
Jayson Tatum (Frontcourt)
Kyle Kuzma (Frontcourt)
Lauri Markkanen (Frontcourt)

All-Rookie Second Team

De’Aaron Fox (Backcourt)
Dennis Smith Jr. (Backcourt)
Lonzo Ball (Backcourt)
Dillon Brooks (Frontcourt)
John Collins (Frontcourt)

Anmerkung der Redaktion: Alle Statistiken sind auf dem Stand vom 22. November 2017

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