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Der Herr der Ringe

13.08.2015 || 11:54 Uhr von:
Mit einer außerordentlichen Defensivleistung und Dominanz am Brett gewann Bill Russell fünf MVP-Titel und verhalf den Boston Celtics zu elf NBA-Meisterschaften.

Die herausragenden Leistungen Bill Russells sind so zahlreich, dass es unmöglich ist, jeder einzelnen die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Auf dem des 2,08 Meter großen Centers stehen elf Meisterschaften in 13 Jahren mit den Boston Celtics, was ihn zum Spieler mit den meisten NBA-Titeln macht. Nur ein anderer Sportler in einer US-amerikanischen Profiliga konnte gleich viele Titel gewinnen: Henri Richard holte mit den Montreal Canadiens elf Stanley-Cup-Titel in der National Hockey League. Russells NBA-Titel bezeugen schon seinen Legendenstatus, doch dazu gesellen sich unter anderem noch zwei College-Meistertitel und eine Olympische Goldmedaille.

William Felton „Bill“ Russell wurde am 12. Februar 1934 in Monroe, Louisiana geboren. Da Russells Vater nicht mehr in einer von Weißen dominierten Gesellschaft leben wollte, verließ die Familie nach rassistischen Anfeindungen Louisiana, und Bill Russell wuchs in Oakland, Kalifornien auf. Wenige Jahre später verstarb seine Mutter an Nierenversagen, und sein Vater zog ihn und seinen älteren Bruder alleine auf. Bill Russell wurde in seinem Leben immer wieder mit Rassismus konfrontiert.

Während seiner Highschool- und College-Zeit merkte er, dass es nicht akzeptiert wurde, wenn ein schwarzer Spieler der Beste war. Um nicht als bitterer alter Mann zu enden, entschied er sich, Einzelleistungen nicht mehr so hoch zu werten. Am Ende seiner Karriere würden nur noch die gewonnenen Spiele und Meisterschaften zählen. In einem Interview mit der Academy of Achievement sagte Russell: „Ich bin an [den Basketball] als Mannschaftsspiel herangegangen. Die einzige wichtige Statistik, wenn man das so nennen will, war das Endergebnis. Und so hat mich nur das Gewinnen interessiert.“

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Russells Basketballkarriere

Mitte der 1950er besuchte Bill Russell die University of San Francisco, wo er mit zwei anderen Afroamerikanern (Hal Perry und K.C. Jones) in der Starting Five stand. Die schwarzen Spieler im Team bekamen Hassbriefe, und weiße Studenten buhten sie aus. Andere Stimmen kritisierten das College, den schwarzen Basketballspielern Stipendien zu geben.

Die USF Dons um Russell gewannen zwei NCAA-Meisterschaften 1955 und 1956. Zum ersten Mal gewann ein Team mit drei schwarzen Startern die nationale Meisterschaft. Russell wurde zum besten Spieler des NCAA-Meisterschaftsturniers 1955 gewählt. Sein Stil, Basketball zu spielen, war für die damalige Zeit ungewöhnlich. Obwohl die Verteidigung eher statisch war und es im US-Basketball allgemein hieß, „no good defensive player ever leaves his feet“, begann Russell zu springen und Würfe zu blocken. Während seiner College-Karriere erzielte er durchschnittlich 20,7 Punkte und 20,3 Rebounds pro Spiel und führte San Francisco zu einem Rekord von 55 Siegen in Folge.

Im Anschluss ans College sollte Bill Russell für Manager Abe Saperstein und die Harlem Globetrotters spielen. Angeblich wollte Saperstein nicht direkt mit Russell, sondern mit dessen weißem College-Coach Phil Woolpert den Vertrag aushandeln. Russell war darüber alles andere als erfreut, und da er sowieso kein Freund der stereotypen Showeinlagen der Globetrotters war, meldete er sich für den NBA-Draft 1956 an. Die St. Louis Hawks zogen ihn an zweiter Stelle, doch Celtics-Ikone Red Auerbach holte ihn im Tausch für die späteren Hall-of-Famer Ed Macauley und Cliff Hagan nach Boston.

Noch bevor Russell in seine Rookie-Saison startete, hatte er als Kapitän des Nationalteams bei den Olympischen Spielen in Melbourne um die Goldmedaille gespielt. Die USA dominierten das Turnier und gewannen im Finale gegen die Sowjetunion mit 89:55.

Seit 1950 spielten einige wenige Afroamerikaner in der NBA. Chuck Cooper, Earl Lloyd und Nat Clifton waren die ersten überhaupt. In Russells erstem Jahr in der NBA, in dem er der einzige schwarze Spieler seines Teams war, erreichten die Celtics die Finals, wo sie gegen die St. Louis Hawks antraten. In der zweiten Verlängerung des entscheidenden siebten Spiels gewannen die Celtics 125:123. Die Celtics und Bill Russell feierten ihre erste Meisterschaft.

Da Gleichberechtigung in den 1950ern und 1960ern noch eine Seltenheit war, musste sich Bill Russell während seiner NBA-Karriere mit rassistischen Handlungen auseinandersetzen. Vor einem Spiel der Celtics in Kentucky verweigerte man den afroamerikanischen Spielern in einem Restaurant das Essen. Bill Russell und seine schwarzen Teamkollegen entschieden, das anstehende Spiel nicht anzutreten. Daraufhin kritisierten Zeitungen ihre Vorgehensweise und verlangten eine Suspendierung der Spieler. In anderen Städten mussten die Spieler erst durch rassistische Zurufe des Publikums hindurch, ehe sie aufs Spielfeld gelangten.

Dem herrschenden Rassismus trotzten die Celtics mit Erfolg, der auf einer starken Defense basierte. Fehler ihrer Gegenspieler nutzten sie zu ihren Gunsten. Neben den offensivstarken Spielern Bob Cousy, Bill Sharman und Tommy Heinsohn lieferte Bill Russell mit seiner Dominanz am Brett die fehlende Zutat im Spiel der Celtics. Seine Stärken waren die Mann-gegen-Mann Verteidigung, die geblockten Würfe und die Rebounds. Direkt nach dem Defensiv-Rebound initiierte er mit gezielten Outlet-Pässen Fastbreaks, die zu leichten Punkten führten. Das Spielsystem der Celtics stellte die Teamleistung über individuelle Statistiken.

In Russells zweitem Jahr in der NBA erreichten die Celtics wieder die Finals gegen die Hawks. Mit Bob Pettits 50 Punkten im entscheidenden Spiel machten die Hawks den Sack zu und revanchierten sich für die Vorjahresniederlage. Die Hawks waren die letzten NBA-Champions mit nur weißen Spielern im Kader. Bill Russell verlor die Finals zum ersten und einzigen Mal.

In den Playoffs der Saison 1958/59 verbuchte Russell im Schnitt beeindruckende 27,7 Rebounds. In den Finals, in denen die Celtics die Minneapolis Lakers mit 4-0 bezwangen, steigerte er sich zu einem Finals-Rekord von 29,5 Rebounds pro Spiel. Bis 1966 holten die Celtics acht Titel in Folge – eine bis heute unerreichte Rekordserie. Die gesamten 1960er werden heute für gewöhnlich die Celtics-Dynastie genannt.

Russell und Chamberlain

Unterwegs zu Russells Meisterschafts-Coups traf er in den Playoffs achtmal auf Wilt Chamberlain, welcher nur einmal als Sieger einer Serie hervorging. In 143 Spielen steht es 86:57 für Russell. Sein Wille und sein Verstand ermöglichten ihm trotz der Offensivkraft Chamberlains, den Kampf der Titanen zu dominieren.

Abseits des Spielfelds waren die beiden Freunde. Wenn sie in Philadelphia gegeneinander spielten, lud Chamberlain Russell zum gemeinsamen Essen in sein Haus ein. Chamberlains Mutter schickte Russell nach dem Essen in Wilts Zimmer, um ein Nickerchen zu machen. Später bekämpften sich die beiden Freunde auf dem Basketballcourt. In Boston trafen sie sich erst in Russells Haus, ehe sie zusammen zum Spiel fuhren. In „Mr. Russell’s House“, einem NBA-TV-Interview von Bill Simmons, erklärte Bill Russell, dass er und Chamberlain vielmehr Konkurrenten als Rivalen waren. In seinen Worten gehe es bei Rivalität um einen Sieger und einen Besiegten, doch Chamberlain war nie wirklich besiegt.

Sie konkurrierten auf derselben Position, spielten aber auf eine komplett andere Art und Weise. Die Karrieren beider Spieler sind eng miteinander verflochten. Jeder beeinflusste die Leistungen des anderen stark. Auch in Gehaltsfragen zeigte sich ihre Konkurrenz, denn als Bill Russell von Chamberlains 100.000-Dollar-Vertrag hörte, wollte er von Red Auerbach einen Dollar mehr. Sofort wurde ein neuer Vertrag aufgesetzt und er bekam das Geld.

Wilt Chamberlain spielte in der Saison 1961/62 überragend mit durchschnittlich 50,4 Punkten, dazu stellte er mit seinem legendären 100-Punkte-Spiel einen einmaligen Rekord auf. Russells 18,9 Punkte und 23,6 Rebounds pro Spiel beschertem ihm dennoch den MVP-Titel. In den Playoffs gegen Chamberlains Philadelphia Warriors limitierte Russell Chamberlain zu 22 Punkten im entscheidenden siebten Spiel und steuerte selbst 19 Zähler bei. Nach dem Einzug in die Finals ermöglichten Russells 30 Punkte und 40 Rebounds den 110:107-Sieg gegen die Los Angeles Lakers in der Verlängerung des siebten Spiels. Obwohl Wilt Chamberlain die besseren Statistiken vorweisen konnte, wurde Bill Russell zwischen 1961 und 1963 drei Mal in Folge mit dem MVP-Titel ausgezeichnet. Er war für den Erfolg seines Teams der wichtigere Spieler.

Der Spieler-Coach Bill Russell

Nach dem Rücktritt der Coaching-Legende Red Auerbach zeigte dieser seine hohe Wertschätzung für Bill Russell, indem er ihm die Position des Spieler-Coaches für die Saison 1966/67 übergab. Russell wurde zum ersten afroamerikanischen Head Coach in der Geschichte der NBA. In Folge einer eher enttäuschenden Saison schaffte es Russell zum ersten und einzigen Mal seiner Basketballkarriere nicht in die NBA-Finals, denn die Celtics schieden in den Conference-Finals gegen Chamberlains 76ers aus, die sich im Anschluss auch den Titel holten.

Die Revanche folgte in den Playoffs der Spielzeit 1967/68. Nach vier Spielen führte Philadelphia 3-1. Kein Team hatte zur damaligen Zeit diesen Rückstand aufholen können, doch die Celtics kämpften sich Sieg für Sieg zurück und gewannen die folgenden drei Partien. Im entscheidenden Spiel führten sie knapp vor dem Ende mit zwei Punkten, als die 76ers Bill Russell foulten. Da es noch keine Drei-Punkte-Würfe gab, würde ein getroffener Freiwurf den Sieg für Boston bedeuten. Russell war kein guter Freiwerfer und haute den ersten Wurf daneben. Dann trat sein Mitspieler Sam Jones zu ihm und redete auf ihn ein. Der nächste Wurf saß, und die Celtics siegten. Danach interessierten sich alle für Jones‘ Worte. Er hatte Russell erklärt, dass er beim zweiten Wurf seine Beine mehr beugen und sich weniger Gedanken darüber machen solle.

Während dieser Serie zwischen den Celtics und den 76ers wurde am 4. April 1968 Martin Luther King Jr. erschossen. Die schwarzen Spieler beider Teams versetzte diese Tragödie in Schock. Trotz der Überlegung, das darauffolgende Spiel abzusagen, entschieden sie sich für die Partie. Ziel war es auch, mit dem Basketballspiel die emotionsgeladenen Demonstrationen auf den Straßen zu beruhigen.

In den anschließenden NBA-Finals führte Russell sein Team zu einem 4-2-Triumph gegen die L.A. Lakers. Als Bill Russell mit den Celtics 1968 die zehnte Meisterschaft gewann, wurde er von Sports Illustrated zum Sportler des Jahres geehrt – einer Auszeichnung für sportliche Fairness und Leistung. Als Coach und Starspieler führte er die mittlerweile gealterten Celtics in einer Zeit, in der es für Afroamerikaner noch sehr schwierig war so eine Rolle zu übernehmen, zum NBA-Titel.

In seiner letzten Saison 1968/69 wirkte Russell ausgelaugt und erschöpft, dennoch boxten sich die Celtics durch die Saison und schafften es in die Playoffs, wo sie nach Siegen gegen Philadelphia und New York wieder in den Finals standen. Dort warteten die Lakers mit Jerry West und ihrem neuen Center Wilt Chamberlain. Im siebten Spiel der Finalserie verletzte sich Chamberlain und konnte die letzten fünf Minuten nicht mehr auflaufen. Nach einer Ruhepause war er wieder bereit, doch sein Coach wechselte ihn nicht mehr ein. Russell verstand nicht, dass Chamberlain auf der Bank verweilte und äußerte sich im Nachhinein kritisch dazu. Dieser Vorfall distanzierte die beiden voneinander. Erst Jahre später entschuldigte sich Russell bei Chamberlain.

Bis zu dessen Tod standen sich die beiden Stars wieder sehr nahe. Die hart umkämpfte Finalserie 1969 gewannen die Celtics mit 108:106 im letzten Spiel. Russell bestritt sein letztes NBA-Spiel, in dem er 21 Rebounds holte. Im Jahr nach seinem Rücktritt kamen die Celtics nicht in die Playoffs. Ihr Franchise-Spieler war gegangen – die Celtics-Dynastie zu Ende. Auch wenn die Boston Celtics seit Russells Karriereende sechs weitere NBA-Titel gewannen, waren sie nie mehr über so viele Jahre konstant erfolgreich wie mit Russell.

Bill Russells Beziehung mit Boston

Bill Russell mochte die Kameradschaft mit seinen Mitspielern. Er sah in den Celtics immer eine tolle Organisation. 1950 zogen die Celtics den ersten afroamerikanischen Spieler (Chuck Cooper) im NBA-Draft. 1964 waren sie das erste NBA-Team mit fünf schwarzen Startern. Die fortschrittlichen Handlungen in der Gleichberechtigung bescherten den Celtics zahlreiche Meisterschaften. Dennoch hatten sie Schwierigkeiten, die Halle zu füllen. Bei einer Umfrage wurde häufig geantwortet, dass zu viele schwarze Spieler im Team seien. Nach Bob Cousys Rücktritt fragte ein Zuschauer Bill Russell, was die Celtics denn nun ohne Cousy machen würden und ignorierte dabei, dass Russell die drei vorangegangenen Spielzeiten wertvollster Spieler wurde. Obwohl er das Kernstück des Celtics-Erfolgs war, akzeptierte die ethnisch getrennte Stadt Boston seine Leistungen nicht.

Während seiner Zeit bei den Celtics zog Russell mit seiner Familie in eine Bostoner Vorstadt mit dem Namen Redding, die vorherrschend von Weißen bewohnt wurde. Es folgten Einbrüche in sein Haus, rassistische Schmierereien an den Wänden und Beschädigungen seiner Trophäensammlung. Angeblich hätten Waschbären den Müll vor dem Haus ausgeleert. Von der Polizei kam keine Hilfe, doch als Russell sich um eine Waffenerlaubnis bemühte, richteten plötzlich keine Waschbären mehr Schaden an. Durch diese Vergehen wurde klar ein Zeichen gesetzt, dass Russells Familie nicht erwünscht war. Mit all diesen Anfeindungen und seinem damit verbundenen Schmerz rief sich Russell in den Sinn, dass er für die Celtics und nicht für Boston spielte. Die fehlende Akzeptanz von afroamerikanischen Spielern zeigte sich auch in folgenden Entscheidungen. Bill Russell wurde, wie damals üblich von anderen NBA-Spielern, fünfmal als MVP geehrt. Eine Jury aus Journalisten wählte ihn 1958, 1960 und 1961 parallel dazu nur ins All-NBA Second Team.

Eigenwilligkeit des Bill Russell

Bill Russell war eine sehr eigenwillige Person. Er weigerte sich Autogramme zu geben, schüttelte aber gerne die Hände der Fans und unterhielt sich mit ihnen. 1972 lehnte Russell eine öffentliche Zeremonie im legendären Boston Garden vor Fans ab, als ihm zu Ehren seine Trikotnummer „6“ zurückgezogen wurde. Er war über die rassistischen Vorurteile in Boston verbittert und empfand, dass er auf Grund seiner Hautfarbe nie die Anerkennung in Boston bekam, die er für die elf Titel verdient hätte. Später versöhnte sich Russell mit Boston, und 1999 ehrten ihn die Celtics erneut. In einer Zeremonie vor 12.000 Zuschauern wurden seine Trikotnummer „6“ und die Banner aller elf Meistertitel, an denen er beteiligt war, feierlich an die Decke des Fleet Centers (heute TD Garden) gehängt.

Während sich viele Athleten stark nach Ehrungen sehnen, waren solche Bestätigungen für Russell nicht wichtig. So weigerte er sich, 1975 zu den Feierlichkeiten seiner Aufnahme in die Hall of Fame zu kommen. Russell war der Meinung, dass viele andere schwarze Basketballspieler vor ihm eher aufgenommen werden sollten. Die National Collegiate Basketball Hall of Fame und die FIBA Hall of Fame nahmen Russell viele Jahre nach seinem Karriereende auf. 2009 gab der damalige NBA-Commissioner David Stern bekannt, dass der Finals-MVP-Award nach Bill Russell benannt werden würde. Mehr als 40 Jahre nach seinem Rücktritt errichtete die Stadt Boston Russell zu Ehren eine Statue am City Hall Plaza. Sie zeigt ihn in Aktion umgeben von elf Steinplatten, die seine NBA-Meistertitel symbolisieren.

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Der Bürgerrechtsaktivist Bill Russell

Zu Russells Vermächtnis gehört auch sein Engagement in der Bürgerrechtsbewegung der frühen 1960er. Er präsentierte sich als stolzer Afroamerikaner, der öffentlich Menschenrechte diskutierte. Im Mai 1963 führte er einen Menschenrechtsmarsch in Boston an. Im August desselben Jahres nahm er am Marsch auf Washington teil, bei dem Martin Luther King Jr. seine berühmte „I Have a Dream“-Rede hielt. Im Jahr darauf leitete er Basketball-Camps für schwarze und weiße Kinder in Mississippi. 1967 unterstützte er Muhammad Ali, als dieser den Wehrdienst verweigerte.

In einer Zeit, in der die meisten afroamerikanischen Sportler sich entschieden zu schweigen, verlangte Russell von der NBA Quoten für schwarze Spieler. Zudem war er ausschlaggebend für den ersten schwarzen Schiedsrichter in der NBA (Ken Hudson). Barack Obama überreichte Bill Russell 2011 die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der USA, für seine Errungenschaften für Afroamerikaner während der Bürgerrechtsbewegung.

Bill Russells Leistung in Zahlen

Bill Russell stand mit den Celtics zehnmal in einem entscheidenden siebten und einmal in einem entscheidenden fünften Playoff-Spiel und gewann alle elf Partien. Als ihn einige Kinder fragten, ob er bei solchen Spielen nervös war, verneinte er und erklärte mit einem Augenzwinkern, dass es ja keinen Grund für Nervosität gab, denn er musste nicht gegen Bill Russell und die Celtics spielen.

In diesen Spielen steigerte er sich von seinem Playoff-Karriere-Schnitt von 16,2 Punkten und 24,9 Rebounds auf 18,0 Punkte und 29,5 Rebounds pro Spiel. Insgesamt holte er die meisten Rebounds aller NBA-Spieler in den Playoffs überhaupt (4.104). Er erzielte in seiner NBA-Karriere 14.522 Punkte (15,1 PpG), 21.620 Rebounds (22,5 RpG) und 4.100 Assists (4,3 ApG). Nur Chamberlain holte mehr Rebounds in seiner Karriere, nämlich 23.924 (22,9 RpG). Die beiden sind somit die einzigen Spieler, die mehr als 20.000 Rebounds in ihrer Laufbahn erreichten. Sie sind auch die einzigen NBA-Spieler, die es schafften, über 50 Rebounds in einem Spiel zu holen. Leider begann man erst einige Jahre nach Russells Rücktritt, Statistiken über geblockte Würfe zu führen.

Die Basketballlegende Bill Russell verkörperte Selbstlosigkeit, Schnelligkeit, Intelligenz und Mannschaftsspiel. Dazu zeigte er einen immensen Siegeswillen. Er war der Erste, der durch seine Defensive dominierte. Seine Qualitäten als Verteidiger setzten neue Maßstäbe in der NBA. Basketball wurde zu einem schnelleren und athletischeren Sport. Er machte seine Mitspieler offensiv und defensiv besser und zeichnete sich durch ein häufiges Abrufen von Höchstleistungen im entscheidenden Moment aus, dem sogenannten Clutch-Play.

In ihrer aktiven Coaching-Karriere bei den University of Tennessee Lady Volunteers sagte Pat Summitt, die achtmal den NCAA-Titel gewinnen konnte: „Die Offense verkauft Tickets, die Defense gewinnt Spiele, das Rebounding gewinnt Meisterschaften.“ Mit seiner Verteidigung gewann Bill Russell zahlreiche Spiele. Mit seinen Rebounds Olympisches Gold, zwei Collegemeisterschaften und elf NBA-Championships in 13 Jahren.

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Russells Erfolge

1x Olympische Goldmedaille (Melbourne 1956)
2x NCAA-Champion (1955, 1956), NCAA Tournament Most Outstanding Player (1955)
11x NBA-Champion (1957, 1959 bis 1966, 1968, 1969); 1968 und 1969 als Spieler-Coach
5x NBA-MVP (1958, 1961 bis 1963, 1965)
12x NBA All-Star (1958 bis 1969), All-Star Game MVP (1963)
3x All-NBA First Team (1959, 1963, 1965)
8x All-NBA Second Team (1958, 1960 bis 1962, 1964, 1966 bis 1968)
1x NBA All-Defensive First Team (1969)
4x NBA Rebound-Champion (1958–1959, 1964–1965)

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