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Der Zauberer der Magic

23.02.2014 || 21:50 Uhr von:
Anfernee Hardaway war in den 1990er Jahren einer der besten und beliebtesten Guards der NBA. Am 21. Februar 2014 ehrten die Orlando Magic den Mann, der mit Shaquille O'Neal erfolgreich war und den sie „Penny“ nannten.

Die Orlando Magic werden dieses Jahr 25 Jahre alt. Grund genug für die Franchise aus Florida inmitten einer mehr als durchwachsenden Saison zu gewählten Anlässen an vergangene Größen zu erinnern und somit dem gegenwärtig tristen und niederlagenreichen NBA-Alltag zu entfliehen. „Legends Nights“ nennt sich das Programm, mit dem die Magic die Helden vergangener Tage ehren. Tracy McGrady, zum Beispiel, wurde dieses Privileg im Rahmen des Saisonauftakts gegen die Los Angeles Clippers zu teil.

Am 21. Februar folgte dann die Hommage an den anderen Ex-Magic, der das Trikot mit der Nummer eins zu einem ganz besonderen machte. Anfernee „Penny“ Hardaway wurde während des Heimspiels gegen die New York Knicks geehrt und somit endgültig zur Magic-Legende erkoren. Anlass genug, zurückzuschauen und zu erklären, warum Penny Hardaway zu den ganz Großen in der 25-jährigen Geschichte der Franchise zählt.

Als Penny Hardaway zur Saison 1993/1994 als dritter Pick zu den Magic kam, war alles noch sehr neu in Orlando. Die Mannen aus Florida hatten im Vorjahr einen gewissen Shaquille O’Neal an erster Position gedraftet, aber trotzdem die Playoffs verpasst. Die Magic waren also auf der Suche nach einem potenten Nebenmann für den Diesel, um so endlich die Postseason zu erreichen. Die Magic hatten im Sommer 1993 erneut den ersten Pick im Draft, tradeten diesen, einen gewissen Chris Webber, aber für Penny Hardaway und drei künftige Erstrundenpicks nach Golden State. Hardaway rechtfertigte das Vertrauen der Magic-Verantwortlichen mit einer starken Rookie-Saison. Am Ende standen 16,0 Punkte, 6,6 Assists und 5,4 Rebounds pro Spiel zu Buche. Gemeinsam mit Shaq führt er die Magic im fünften Jahr der Franchise-Geschichte zum ersten mal in die Playoffs. Dort scheiterten sie aber in der ersten Runde mit 0-3 an den Indiana Pacers.

Im Jahr darauf folgte dann Hardaways endgültiger Durchbruch. 20,9 PpG, 7,2 ApG und 4,4 RpG reichten für die erste All-Star-Nominierung und sogar für einen Platz in der Starting Five der Ost-Auswahl. Des Weiteren wurde Hardaway auch in das All-NBA First Team berufen. Doch nicht nur individuelle Lorbeeren erlangte der Magic in jener Saison, auch als Team gelang den Magic ein beeindruckendes Spieljahr: Die Franchise aus Florida errang 57 Siege und sicherte sich dadurch die Krone im Osten. Aber erst in der Postseason starteten die Magic dann so richtig durch und ließen sich weder von den Boston Celtics noch den Chicago Bulls oder den Indiana Pacers vom Durchmarsch in die Finals abhalten.

Auch wenn die Magic gegen Hakeem Olajuwon und seine Houston Rockets kein Land sahen und mit 0-4 verloren, so war die Experten doch der einhelligen Meinung, dass die Magic ab jetzt zu den absoluten NBA-Schwergewichten zu zählen seien. Hardaway konnte in den Finals abermals seine Extraklasse unter Beweis stellen und galt als einer der neuen Superstars der NBA. Er lieferte 25,5 Punkte und 8,0 Assists pro Partie ab und schoss über die gesamte Serie überragende Quoten (50% FG, 45,8% 3FG, 91,3% FT). Die Magic schienen also vor einer goldenen Zukunft zu stehen. Groß wäre wohl die Enttäuschung bei den Verantwortlichen der Magic gewesen, wenn sie damals gewusst hätten, dass die Geschichte von Penny Hardaway und den Magic ihren Höhepunkt bereits erreicht hatte.

Auch wenn die nächste reguläre Saison wieder überragend verlief für Hardaway und die Magic, so hatten O’Neal und Co. doch ein großes Problem: Michael Jordan war endgültig zurück und führte die historisch starken Bulls zu einer einmaligen 72-10-Bilanz. Dahinter konnten sich die Magic mit einer Bilanz von 60-22 lediglich den zweiten Platz im Osten sichern. Hardaway war wiederum eine starke Saison gelungen und erneut ins All-Star Team und All-NBA First Team berufen worden. Den Über-Bulls war aber nicht beizukommen. Mit 4-0 wiesen Jordan und Co. die Magic in den Conference-Finals in die Schranken.

Zur Saison 1996/97 dann der Schock: Nach vier Jahren in Orlando verließ Shaquille O’Neal die Magic Richtung Los Angeles Lakers. Penny Hardaway fand sich plötzlich in einer neuen Rolle wieder. Er war nun der alleinige Star der Franchise und füllte diese Rolle auch mehr als passabel aus. Erneut erzielte Penny mehr als 20 Punkte pro Partie und wurde wieder zum All-Star. Ohne O’Neal reichte es allerdings nur zu Platz sieben im Osten. In der ersten Runde war trotz eines überragenden Hardaways (31,0 PpG) in der ersten Runde gegen die Miami Heat Schluss. Es sollte das letzte Mal gewesen sein, dass man Penny Hardaway in seiner vollen Blüte bestaunen konnte.

Denn ab der Saison 1997/98 spielte Hardaways Körper nicht mehr mit. Oder besser gesagt sein linkes Knie. Hardaway bestritt nur 15 Spiele in jener Saison. Auch in der Lockout-Saison 1998/99 konnte Hardaway nicht mehr an die gezeigten Leistungen anknüpfen. Es sollte Pennys letzte Spielzeit im Trikot der Magic sein. Zur Saison 99/00 wurde er nach Phoenix getradet und sollte dort und in seinen weiteren Stationen in der Association nie mehr der alte werden.

Was macht Penny Hardaway also so besonders? Für die Liga und für die Magic? Vor allem bei den Magic hat Hardaway immer noch so etwas wie die Rolle eines Gründervaters inne. Er symbolisiert die ersten erfolgreichen Jahre der Franchise wie kein zweiter. Durch O’Neals Abgang zu den Lakers ist Hardaway für Orlando-Fans das erste Gesicht der Franchise, der dieses gegenüber den Orlando-Fans auch wahren konnte.

Penny Hardaway ist aber auch ein Wegbereiter der neuen Point Guard-Generation à la Derrick Rose oder Russell Westbrook. Seine Athletik, seine harten Drives und seine immense Schnelligkeit gepaart mit seiner Länge waren Anfang der 1990er unerreicht auf der Position des Aufbaus. Spektakuläre Spin-Moves, krachende Dunkings und No-Look Pässe – die Nummer eins der Magic hatte all dies in seinem Repertoire.

Auch wegen der spektakulären Spielweise ihres Point Guards schafften es die Magic, sich in das Herz einer ganzen Nation zu spielen. Einmannabrissunternehmen O’Neal und der quirlige Hardaway waren so aufregend wie kaum ein anderes Team in der NBA. Nach Michael Jordans (erstem) Rücktritt sehnte sich die NBA nach neuen Stars. Da kamen die Himmelsstürmer aus Florida natürlich wie gerufen. Dennoch ist es eine der vielen großen „Was-wäre-wenn“-Geschichten der NBA-Historie. Was, wenn Shaq bei den Magic geblieben wäre? Was, wenn sich Hardaways Knie nicht zu einer gigantischen Dauerbaustelle entwickelt hätte? Was man indes sicher weiß, ist, dass Penny Hardaway zu den besten Guards der 1990er gehörte. Und das, das weiß man sicher!

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