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Nelson Weidemann: „Unser Ziel? Weltmeister werden“

30.06.2017 || 11:09 Uhr von:
"Wir wollen Weltmeister werden!" Nelson Weidemann spricht im Exklusiv-Interview über die U19-Weltmeisterschaft in Ägypten, TItelambitionen und sein Leben als junger Basketballprofi.

basketball.de: Nelson, du stehst vor deiner ersten Weltmeisterschaft. Zudem ist die deutsche Mannschaft erstmals seit 1987 wieder bei einer U19-Weltmeisterschaft vertreten. Mit welchem Gefühl reist man da nach Ägypten?

Nelson Weidemann: Das Gefühl ist wirklich großartig. Ich bin hochmotiviert, ein gutes Turnier zu spielen und mein Bestes zu geben. Schließlich weiß man ja nicht, ob man nochmal die Chance bekommt, eine WM zu spielen.

Eine besondere Motivation ist, dass wir uns als erste deutsche Nationalmannschaft wieder sportlich für das Turnier qualifiziert haben.

Für so ein Highlight bereitet man sich auch bestimmt intensiv vor. Gib einen kurzen Überblick über die Wochen nach dem Saisonende mit dem NBBL-Top Four.

Die Saison war natürlich sehr lang, aber nach dem Top Four der NBBL hatte ich eine Woche Pause. Danach greift man aber auch direkt wieder an, schließlich möchte man in Topform zur Weltmeisterschaft fahren. Eine längere Pause hätte also überhaupt keinen Sinn gemacht.

Als Team haben wir ein Trainingslager in Kienbaum absolviert, bevor es weiter nach Spanien zu einigen Testspielen ging.  Aktuell befinden wir uns in Heidelberg mit den letzten Vorbereitungen, ehe wir uns auf den Weg nach Ägypten machen.

Kommen wir zum Turnier selbst. Welche Gegner erwarten euch dort?

In der Vorrunde haben wir eine wirklich toughe Gruppe erwischt. Wir treffen zum einen auf Litauen, eine sehr talentierte Mannschaft. Unsere Trainer haben die Litauer in den letzten Wochen intensiv verfolgt und sie scheinen in einer sehr guten Verfassung zu sein. Dieses Spiel wird also auf jeden Fall sehr schwer.

U18

Dazu treffen wir mit Ägypten auf den Gastgeber. Gegen sie haben wir in der Vorbereitung zwar relativ deutlich mit 20 Punkten gewonnen, das Spiel fühlte sich auf dem Feld aber deutlich ausgeglichener an.

Was man nicht unterschätzen darf, ist natürlich der Heimvorteil der Ägypter. Zudem wird es draußen wahrscheinlich 40 Grad haben und die Zuschauer werden wohl nicht auf unserer Seite stehen. Das macht es nicht einfacher.

„Wir sind stärker als 2016 beim Albert-Schweitzer-Turnier!“

Zu unserem dritten Gegner, Puerto Rico, kann ich nicht so viel sagen, da ich die Mannschaft bisher kaum kenne. Ab dem Achtelfinale wird dann sowieso im K.O.-Modus gespielt und bei einer WM kann man davon ausgehen, dass jeder jeden schlagen kann.

Nicht nur die Litauer sind talentiert. Deutschland muss sich bestimmt nicht verstecken. Dieser Jahrgang hat das Albert Schweitzer Turnier gewonnen und bei der U18-EM gut abgeschnitten. Wie siehst du die Entwicklungen innerhalb des Teams?

Die Teams zu vergleichen ist schwierig, da sie sich doch in einigen Positionen unterscheiden. Dennoch glaube ich nicht, dass Einzelspieler den Unterschied ausmachen. Ich habe den Eindruck, dass wir alle im letzten Jahr hart gearbeitet und uns gut entwickelt haben. Von daher glaube ich, dass wir noch stärker sind als 2016 beim AST.

Wie lautet deine Zielformulierung für die WM?

Ganz klar: Unser Ziel ist es, Weltmeister zu werden. Sollte wir das nicht schaffen, was ich natürlich nicht hoffe, wollen wir zumindest eine Medaille holen.

Die WM findet in Ägypten, einem eher exotischen Basketballland statt. Steht dort auch Kultur auf der Agenda, um den Kopf zwischen den Spielen frei zu bekommen?

Das müssen wir dann vor Ort sehen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass wir uns groß außerhalb unserer Unterkunft und der Halle aufhalten werden. Wir konzentrieren uns auf die WM.

Unser Hotel sieht außerdem sehr gut aus. Von daher wäre ich mir gar nicht so sicher, ob der ein oder andere da überhaupt raus wollen würde (lacht).

Kommen wir zu dir persönlich: nach Stationen in Berlin und Nürnberg bist du 2016 zum FC Bayern gekommen. Aktuell spielst du also in einem sehr professionellen System sowohl in der ProB als auch in der NBBL. Wie sieht ein normaler Arbeitstag im Leben des Nelson Weidemann aus?

In der Regel stehe ich gegen acht Uhr auf und frühstücke. Danach mache ich mich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg in den Audi Dome. Ich versuche immer ungefähr eine Stunde vor dem Vormittagstraining, das um 10 Uhr beginnt, dort zu sein.

„Mein Alltag ist nicht überaus spektakulär.“

Bevor es mit dem Team losgeht, trainiere ich noch immer individuell entweder das Ballhandling oder den Wurf. Nach der zweistündigen Teameinheit gehe ich meistens in die Vereinskantine an der Säbener Straße, um zu Mittag zu essen. Dann gehts kurz zurück nach Hause, wo ich entspanne und die ein oder andere Serie schaue.

Lang Zeit bleibt da aber nicht, denn vor dem Nachmittagstraining bin ich wieder eine Stunde eher in der Halle. Abends lege ich nochmal eine kurze Individualeinheit ein, bevor ich mir daheim noch eine Kleinigkeit koche. Man sieht also schon: Der Alltag ist nicht überaus spektakulär, macht aber unheimlich viel Spaß.

Du sprichst deine Wohnung an. Lebst du als 18-Jähriger allein in München? Oder gibt es eine Betreuung durch den Verein?

Ich habe eine Wohnung alleine und mache auch relativ viel Dinge selbstständig. Der Verein bietet allerdings eine Reihe von Angeboten, wie beispielsweise die Kantine. Auch bei anderen Kleinigkeiten wird einem immer geholfen.

Beispielsweise hatte ich vor kurzem meinen Personalausweis verloren. Nach einem kurzen Telefonat wurde mir vom FCBB gleich am Folgetag ein Termin im Einwohnermeldeamt organisiert. Als ich letztes Jahr noch zur Schule ging, wurde ich auch oft vom Verein unterstützt. Das ist dann schon eine sehr große Hilfe.

Neben dem Feld scheint also alles geregelt. Zudem trainierst du zweimal täglich. Profitiert man als Jugendspieler von der Verzahnung mit dem BBL-Team?

Auf jeden Fall. Ich habe zum  Beispiel viel mit Bryce Taylor und Alex Renfroe – solange er hier war – gearbeitet. Dabei waren vor allem „nicht basketballtechnische“ Aspekte sehr interessant. Technisch gesehen unterscheidet man sich als Nachwuchsspieler nicht mehr so enorm von einem erfahrenen Profi. Was natürlich nicht heißen soll, dass man sich hier nicht auch weiter verbessern kann.

„Ich will in die ProA aufsteigen!“

Was ich von den Profis am meisten gelernt habe, ist wie man sich zum Beispiel professionell auf und neben dem Feld verhält oder wie man mit Kritik vom Trainier umgeht.

Ein Beispiel: Ab und zu versteht man die Ansichten des Trainers nicht zum 100 Prozent oder ist gar anderer Meinung. Da hat mir Bryce gesagt, dass man immer versuchen soll, das Positive für sich herauszufiltern. Denn Coaches wollen einen Spieler ja immer nur besser machen.

Du scheinst in München zufrieden zu sein. Welche Erwartungen hast du an die nächste Saison?

Ich würde mir wünschen, dass wir mit der zweiten Mannschaft des FC Bayern in die ProA aufsteigen. Persönlich möchte ich mich natürlich maximal weiterentwickeln und die guten Strukturen in München nutzen. Das Programm dort bietet dazu wirklich die besten Voraussetzungen. Davon kann man eigentlich nur profitieren.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg in Ägypten.

Nelson Weidemann: „Unser Ziel? Weltmeister werden“
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