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Basketball unterm Weihnachtsbaum

25.12.2017 || 17:42 Uhr von:
Die NBA setzt jedes Jahr am 25. Dezember wichtige Spiele an. Klar, das beflügelt schließlich den Umsatz. Oder steckt vielleicht noch mehr dahinter?

Weihnachten ist das Fest der Liebe. An Heiligabend findet sich die Familie unter dem funkelnden und leuchtenden Baum zusammen, völlig besinnungslos von der Hektik der vergangenen Tage und Stunden, um sich endlich auf das Wesentliche zu besinnen. Ruhige Weihnachtsmelodien erfüllen das Wohnzimmer. Leise raschelt das Geschenkpapier, still und starr ruht der Blick, auf dem gar schönen Paket, freue dich – oder tausche es um. In Familien, die dem Basketball verfallen sind, ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein Trikot von Kevin Durant unter dem Weihnachtsbaum liegt. Oder eine Eintrittskarte für das nächste große Spiel. Vielleicht auch ein Abo für den NBA League Pass. Oder ein Wackelkopf von Dirk Nowitzki. Dazu vielleicht eine Tasse mit dem Logo des Lieblingsclubs. Oder, auch das kann gut sein: das Paket stellt sich als Schuhkarton heraus. Darin liegen die neuen LeBron 15. Wie jeder neue Schuh bietet auch dieser eine noch bessere Dämpfung, er ist noch leichter, passt sich perfekt dem Fuß an und gibt einen noch stabileren Halt.

Vor sechs Jahren hat der amerikanische Rapper Macklemore ein Lied geschrieben über diesen Traum, der mit dem Schuhkauf einhergeht. Der Song heißt ‚Wings‘. Bis heute wurde das dazugehörige Video auf YouTube über 114 Millionen Mal angeklickt. Der Text handelt von einem Jungen, der im Alter von sieben Jahren zum ersten Mal ‚Jordans‘ bekommt. Er will wie Michael sein, er will fliegen können, und er bildet sich ein, er könne es mit diesen Schuhen. Aber natürlich kann er es nicht. Der spruchgewaltige Charles Barkley bewarb seine Schuhe vor vielen Jahren mit folgenden Worten: „These are my new shoes. They’re good shoes. They won’t make you rich like me, they won’t make you rebound like me, they definitely won’t make you handsome like me. They’ll only make you have shoes like me. That’s it.“ So ehrlich ist die Werbung normalerweise aber nicht, das würde den Traum des kleinen Jungen gefährden.

Träume und Traumverkäufer

Um diesen Traum zu verkaufen, müssen die Namensgeber der Schuhe Geschichten erzählen. Die NBA bringt sie dazu, das auch an Weihnachten zu tun. Es ist aber nicht nur so, dass die NBA Spiele am 25. Dezember ansetzt, nein: diese Spieltage sind vielleicht der Renner überhaupt im Jahreskalender. Der Spielplan ist so angepasst, dass die Partien maximale Attraktivität versprechen. So treffen beispielsweise um 21 Uhr deutscher Zeit die Vorjahresfinalisten aufeinander, die Cleveland Cavaliers spielen gegen die Golden State Warriors. Extra zu diesem Anlass werden aufwendige Werbeclips produziert, die teilweise auch Jahre danach noch Kultstatus genießen. Die Teams laufen in speziellen Weihnachtstrikots auf. Natürlich können die Fans diese auch kaufen, sie sollen es sogar. Es ist gar nicht so leicht zu erkennen, welche Idee hinter diesen Spielen am ersten Weihnachtsfeiertag steckt: Geht es noch um die Spiele selbst oder geht es um das Marketing und den Verkauf von Fanartikeln?

Und so ist es ja auch mit dem wahren Weihnachtsfest. Die frohe Botschaft vom Kind in der Krippe ist vielen Kindern nicht einmal mehr bekannt. Die Predigt des Priesters über Sehnsucht, Liebe, Hoffnung und Miteinander, sie wird von Vielen nicht mehr gehört.

Der Kern dieser Botschaft ist im Beisammensein um den Weihnachtsbaum aber trotzdem noch zu finden. Vielleicht sogar in den Basketballschuhen, sorgsam eingepackt in Geschenkpapier, mit einer kleinen Karte von den lieben Eltern. Die Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes bietet ebenso wie die des Sports genügend Anlass zur Kritik; beim Beschenken geht es aber gerade nicht um kühle Berechnung, es geht nicht um eine kalkulierte Gegenleistung. Geschenke vermögen es häufig sogar, eben genau die Werte auszudrücken, für die das Weihnachtsfest steht. Und wenn man so darüber nachdenkt, ist ein basketballbezogenes Geschenk möglicherweise sogar eine sehr gute Idee zum Weihnachtsfest. Ob die NBA tatsächlich Spiele an Weihnachten veranstalten muss, sei mal dahingestellt; aber über das Jahr hinweg ist es nicht selten der Sport, der Familien zusammenbringt.

Ein verbindendes Band

In seinen guten Tagen vermittelt er Werte wie Solidarität und Verbundenheit. Viele Söhne und Töchter gehen schon als Kleinkinder erstmals zusammen mit ihren Eltern in die Halle. Daraus wird gerne eine Tradition, eine Fortsetzungsgeschichte innerhalb der Familie. Über die Jahre geht jeder seinen eigenen Weg, Interessen verändern sich, Wohnorte verändern sich. Zu Weihnachten führen diese Wege in vielen Fällen wieder zusammen. Basketball kann dabei fortwährend als ein verbindendes Band wirken. Zwischen einer Familie oder einer Gruppe von Freunden, die dadurch zusammenhält und zusammengehalten wird. Eine Eintrittskarte für das nächste Spiel oder neue Basketballschuhe stärken dieses Band ebenso wie das gemeinsame Schauen der NBA-Topspiele am 25. Dezember.

Der großartigste Werbeclip für den Weihnachtsspieltag erschien übrigens 2011, also im gleichen Jahr wie das Lied von Macklemore. Der Clip vereint die Vergangenheit und die Zukunft der NBA in 112 Sekunden. Das Video ist eine Liebeserklärung an die reichste, größte, spektakulärste, kommerziellste, manchmal furchtbare, unlogische, beste Liga der Welt. Und im Hintergrund spielt die Musik von Drew Holcomb & The Neighbors: „Play on, children, like it’s Christmas day.“

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