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„Wir haben uns Herzchen aufs Handy geschickt“

14.09.2017 || 12:52 Uhr von:
„Der Stellenwert des Basketballs in Serbien ist ein ganz anderer!“ Maik Zirbes spricht im Interview über den fixen Wechsel zu den Bayern und die Wiedervereinigung mit Stefan Jovic.

basketball.de: Maik, kannst du dich noch an den 12. November 2015 erinnern?

Maik Zirbes: Ja, das war wohl unser Gastspiel mit Roter Stern in München, als Stefan Jovic 19 Assists verteilt hat.

Ihr beide habt Bayern quasi im Alleingang zerlegt.

Basketball muss nicht immer kompliziert sein. Die Verbindung zwischen Point Guard und Center ist mit die wichtigste auf dem Feld. Darauf basierte der ganze Spielansatz von Roter Stern. Wir beide haben einfach super zusammengespielt.

Jetzt hat Jovic in München unterschrieben. Wie eurer innigen Begrüßung zu entnehmen war, ist diese Wiedervereinigung schon etwas Besonderes.

Auf jeden Fall. Die ganze Mannschaft von Roter Stern ist etwas Besonderes für mich. Es ist wie eine große Familie für mich, obwohl wir jetzt nicht mehr alle im selben Team spielen. Im Sommer habe ich auch einige der Jungs in Belgrad besucht. Dass Stefan jetzt nach München kommt und wir wieder zusammenspielen können, ist natürlich super. Er ist wie ein Bruder für mich.

Hat er sich bei dir vor seinem Wechsel nach München erkundigt?

Natürlich, wir sind ja eng befreundet. Da werden solche Dinge auf jeden Fall besprochen. Wir wissen beide was wir voneinander haben. Und dass wir auch auf dem Feld ganz gut harmonieren, hat man während unserer gemeinsamen Zeit in Belgrad gesehen. Jetzt brauchen wir zwei Trainingseinheiten, und dann passt das wieder. So ein Zusammenspiel verlernt man nicht (lacht).

„Mittlerweile kann ich wieder alles machen“

Um optimal zu harmonieren, stellt sich natürlich die Frage nach der Gesundheit. Du musstest dich während der letzten Saison mit einer Verletzung an der Fußsohle herumplagen. Wie geht es dir heute?

Mir geht es ganz gut. Mittlerweile kann ich im Training zwar wieder alles machen, habe nebenher aber immer noch einige Behandlungen. Ich denke, dass die Zeit über den Sommer für meinen Körper sehr wichtig war und dass ich sie gut genutzt habe.

Inwiefern hat dich diese Verletzung in der letzten Saison beeinträchtigt?

Schwer zu sagen, da es sich ja um keine akute große Verletzung gehandelt hat. Es war nicht so, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte, aber die Verletzung schwimmt doch immer irgendwie mit. Das nervt, weil man unterbewusst vielleicht doch beeinträchtigt ist.

Letzte Saison hast du noch auf Leihbasis in München gespielt, da du bei Maccabi Tel Aviv unter Vertrag warst. Jetzt spielst du fix beim FC Bayern.

Maccabi war in diesem Sommer im Umbruch, und da habe ich mich nach Alternativen umgesehen. Man muss immer sehen, wo es für alle Beteiligten – die Clubs und mich als Spieler – am besten passt. Am Ende haben wir uns geeinigt, sodass ich einen Vertrag hier in München unterschrieben habe.

„Ich bin ein großer Freund des neuen Euroleague-Formats“

Welche Dinge lassen dich glauben, dass es in München „am besten passt“?

Erstens glaube ich, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben. Trotz schmerzhafter Abgänge haben wir den Kern der Mannschaft zusammengehalten. Die Abgänge haben wir meiner Ansicht nach gut ersetzt. Die meisten Neuzugänge kenne ich gut, daher denke ich, dass wir eine Mannschaft haben, die ganz vorne angreifen kann.

Zweitens sehe ich eine sehr gute Perspektive für den Verein. Ich hoffe, dass wir es schaffen, nach dieser Saison in der Euroleague spielen zu können und uns dort zu etablieren. Ich bin ein großer Freund des neuen Formats.

Wird die Saison dadurch nicht zu lang? Oder anders gefragt: Gibt es im europäischen Basketball derzeit zu viele Spiele?

Das muss jeder Spieler für sich selbst beurteilen, aber natürlich ist es tough, eine Saison in zwei eigenständigen Ligen, BBL und Euroleague, zu spielen. Persönlich bin ich es aber gewohnt, viele Spiele zu absolvieren. Als ich in Belgrad war, haben wir die Adria-League gespielt und parallel dazu Euroleague inklusive Top 16–Runde.

Als die Adria-League zu Ende war, mussten wir in der serbischen Liga ran. Dort spielt man wieder eine ganze Saison mit Playoffs am Schluss. Damals hatten wir am Ende über 80 Spiele auf dem Zähler. Es war hart, aber dennoch eine gute Erfahrung.

Einen weiteren Neuzugang kennst du zumindest als Gegenspieler: Milan Macvan. Kannst du ihn vielleicht kurz beschreiben?

Milan ist vielleicht nicht der athletischste Spieler, dafür nutzt er sehr viel seinen Kopf. Er ist sehr abgezockt und erfahren. Als er bei Partizan gespielt hat, haben wir uns auf dem Feld des Öfteren in die Haare gekriegt. Aber das gehört dort unten einfach dazu.

Geredet mit ihm habe ich bis zu seiner Verpflichtung nur auf dem Feld, und das war von beiden Seiten aus eher weniger freundlich. Als klar war, dass er zu Bayern kommt, haben wir uns direkt ein Herzchen aufs Handy geschickt. So ist das eben bei den Serben. Man hasst sich, und tags darauf liebt man sich (lacht).

„Der Fokus auf Basketball ist in Serbien generell höher“

Du hast erwähnt, dass du in der Sommerpause wieder in Belgrad warst. Wirst du dort häufiger erkannt als in München?

Definitiv, das ist überhaupt kein Vergleich. Der Fokus auf Basketball ist in Serbien generell höher. Zudem habe ich genau dann bei Roter Stern gespielt, als wir den Umbruch geschafft und quasi alles gewonnen haben. Dann kommt noch dazu, dass die Leute dort wissen, wie ich zu ihrem Land stehe. Ich liebe die Serben genau wie sie mich lieben.

Ich glaube, es ist vergleichbar mit einem Fußballer, der hier in Deutschland auf die Straße geht. Ich werde schnell erkannt, muss Autogramme schreiben und Selfies schießen. Die Aufmerksamkeit ist mit der in Deutschland nicht zu vergleichen.

Sprichst du mittlerweile die Sprache?

Ich verstehe eigentlich alles. Wenn ich in Serbien bin, sprechen meine Freunde alle serbisch, sodass man die Sprache naturgegeben lernt. Sprechen kann ich auch, wobei ich mich dabei noch nicht so sicher fühle.

Im Sommer hast du auch an der Körperkunst gearbeitet. Es sind wieder einige Tattoos dazugekommen. Unter anderem ein WLAN-Zeichen auf beiden Füßen. Wie kam es dazu?

Die Geschichte ist schnell erzählt: Ich habe mit meinem besten Freund eine Art Challenge, der wir uns jeden Sommer im gemeinsamen Urlaub stellen. In jedem gemeinsamen Urlaub lassen wir uns ein witziges Tattoo stechen.

Bislang haben wir „L“ und „R“ für links und rechts und die beiden WLAN-Zeichen auf den Füßen. Unsere Pläne reichen aber mindestens für die nächsten zehn Jahre.

„Wir haben uns Herzchen aufs Handy geschickt“
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