Anmelden oder registrieren

BBL

Terminterror

27.03.2018 || 15:01 Uhr von:
Im Handball hatte ein Spitzenclub dieses Wochenende zwei Spiele. Parallel! Das ist im deutschen Basketball noch nicht passiert, aber sind wir noch weit davon entfernt? Jonathan Schmidt rechnet mit dem Terminterror ab.

„Das war ein Scheiß-Tag für die Mannschaft, für den Verein und für den Handball.“ Keine Sorge, wir sind noch beim Basketball. Doch das Zitat vom Spieler der Rhein-Neckar Löwen ist vielleicht gar nicht so weit weg vom „einzig wahren Hallensport“.

Was ist nun also bei der anderen Ballsportart passiert? Der Mannheimer Bundesliga-Tabellenführer hatte am Samstag zwei Spiele. Eins in Kiel in der Bundesliga, eins in Polen im Achtelfinale der Champions League. Die deutsche Liga und der europäische Verband sowie die beteiligten Teams konnten sich nicht auf eine sinnvolle Terminierung einigen. So traten die Löwen in Kiel mit ihrem besten Team an und verloren. Die zweite Mannschaft verspielte notgedrungen in Polen alle Chancen auf ein Weiterkommen in der Champions League.

Eine Eskalation wie im Handball ist im Basketball zum Glück noch nicht in Sicht. Doch es gibt schon ähnlich Beispiele. Wer erinnert sich nicht an die Final Four-Auftritte von Göttingen und Frankfurt im FIBA Europe Cup oder wie der vierte Wettbewerb damals gerade hieß. Das Turnier fand jeweils am letzten BBL-Spieltag statt, wo eigentlich alle Liga-Spiele zur gleichen Zeit beginnen sollten. Richtig problematisch wären allerdings erst Playoffs in der EuroLeague oder sogar eine Teilnahme dort am Final Four. Vergleicht man den Terminplan der europäischen Beletage mit dem Spielplan der Bundesliga gibt es ein Problem. Während den europäischen Playoffs hat die BBL gleich zwei Doppelspieltage terminiert. Hieße für ein deutsches Team also vier Spiele in einer Woche inklusive den Reisestrapazen.

Doch nicht nur der Worst Case ist Terror. Am Sonntag haben München und Bamberg verloren. Beide Teams haben unter der Woche und am Freitag zweimal europäisch gespielt. Der Terminterror ist sicher nicht die einzige Erklärung für die Niederlagen, doch klar ein Puzzleteil. Brose Bamberg hat alleine in dieser Saison zwölf Spiele absolviert, da war der Spielbeginn des vergangenen Spiels noch keine 48 Stunden vorbei. Auch wenn es spanischen EuroLeague-Teams genauso geht: Das ist doch kein Zustand.

Dabei könnte doch fast alles so einfach sein. Die EuroLeague spielt Mittwoch und Donnerstag, der EuroCup am Dienstag und die BBL legt die Spiele der Teams dann auf passende Wochenendtermine. Niemand muss sich vor der Fußball Champions League verstecken und deshalb die Freitagsspiele forcieren. Auch für die Playoff- oder Final Four-Termine muss es Lösungen geben, das Jahr hat schließlich 12 Monate. Aber wir leben ja in Zeiten des FIBA-EuroLeague-Streits. Vermutlich gewinnen also die Rhein-Neckar Löwen eher die easyCredit BBL als dass sich eine Lösung gegen Terminterror findet.

Terminterror
5 (100%) 1 vote
Jetzt mitdiskutieren Anmelden oder Registrieren

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.