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„Isaac Bonga besitzt Dinge, die kann man nicht lehren“

25.09.2017 || 13:39 Uhr von:
All Eyes on Isaac. In dieser Saison verfolgen wir die Fortschritte von Isaac Bonga genauer. Vor Saisonstart sprachen wir mit dem Frankfurter Nachwuchstalent sowie seinem Coach Gordon Herbert.

Die Zukunft im Basketball liegt im Hier und Jetzt. Für die optimale Nachwuchsarbeit sollen die Spieler von morgen schon jetzt mit den Stars von heute zusammenarbeiten. Deswegen blicken so viele neidisch auf das brandneue Göttinger Trainingszentrum, deshalb arbeiten die Ulmer mit Nachdruck am Orange Campus.

In Frankfurt gibt es auch so einen Ort; zumindest einen, an dem eine solche Schnittstelle gegeben ist. In der Basketball City Mainhattan trainieren die Teams der FRAPORT SKYLINERS, und die Jugend- und Nachwuchsmannschaften tragen in der Halle im Nordwestzentrum auch ihre Spiele aus. Ein Ort, an dem vor allem Isaac Bonga im vergangenen Jahr seine Zelte aufgeschlagen hat.

Ob NBBL, ProB und die ersten BBL-Minuten – der deutsche Nachwuchsnationalspieler nahm und nimmt den Satz, der in der Trainingshalle in großen Lettern an der Wand prangt, wörtlich: „Ready for takeoff“. Bonga gilt als eines der größten Talente seines Jahrgangs. In den vergangenen Monaten wurde der 2,05 Meter große Aufbauspieler zum Basketball Without Borders Camp, Adidas Next Generation Tournament und adidas Eurocamp eingeladen. Im Sommer nahm er an der U19-Weltmeisterschaft teil – als 17-Jähriger.

Wir bei basketball.de wollen Bongas Flug, pardon, Weg in dieser Saison weiter und noch näher verfolgen – durch regelmäßige Analysen und Interviews. All Eyes on Isaac also. Knapp drei Wochen vor dem Saisonstart Frankfurts (am 29.09. in Jena) haben wir mit dem Protagonisten selbst sowie seinem Head Coach Gordon Herbert gesprochen.

„Er muss einfach die kleinen Dinge besser machen“

Vor Saisonstart hat es in Frankfurt Tradition, dass Coach Herbert seine Spieler nach persönlichen Zielen fragt. Was Bonga seinem Trainer geantwortet hat? „Starting Point Guard. Dafür habe ich den ganzen Sommer trainiert“, erklärt Bonga im Gespräch mit basketball.de (das komplette Interview mit Isaac Bonga erscheint als Podcast am 27. September).

Und für wie realistisch hält der Coach Bongas Vorsatz? „Dieses Jahr wird es schwer werden, weil wir Phil Scrubb geholt haben, der ein Combo-Guard ist, aber auch sehr gut als Point Guard gespielt hat. Er ist in der Preseason vielleicht unser bester Spieler gewesen. Und nun ist mit Tai Webster ein anderer Point Guard hier“, schneidet Herbert die interne Konkurrenz an – führt aber aus, dass die Starterrolle dennoch eine Option sein könne:

„[Bonga] wird als Point Guard, aber auch als Combo-Guard spielen – wir spielen mit einem Point und einem Combo-Guard, fast schon mit zwei Point Guards.“ Denn im postmodernen Basketballdiskurs sind traditionelle Positionsbezeichnungen wie die des Point Guards ohnehin überholt.

„Das Spiel hat sich dahin entwickelt, dass Einser, Zweier und Dreier Point-Guard-Skills haben. Sie alle können mit dem Ball umgehen. Die Positionen sind untereinander austauschbar“, blickt Herbert auf die Evolution des Basketballs.

Auch Bonga weiß, dass er nicht reiner „Point Guard“ sein muss, um sein Ziel als Starter zu erfüllen. Seine Chancen stünden „ziemlich gut, auch generell in der Starting Five zu stehen. Wir spielen ziemlich gemischt und haben manchmal sogar drei Point Guards auf dem Feld.“

Nachdem Bonga in der vergangenen Saison seine ersten BBL-Minuten gesehen hat und als fünftjüngster Spieler auf einem BBL-Parkett gestanden ist, geht es nun darum, sich als Rotationsspieler zu etablieren. „Er muss einfach die kleinen Dinge besser machen“, antwortet Herbert auf die Frage, was Bonga dafür tun müsse. „Er muss seine Position verteidigen, seine Position rebounden und im Halbfeld [die Spielzüge] ausführen, wenn er als Point Guard den Ball in den Händen hält und das Team in die Offensive führen muss.“

Arbeit an Wurf und Kraft

Um sich in der Frankfurter Rotation zu etablieren, zog Bonga folgendes Offseason-Programm durch: „Den ganzen Sommer, nach der WM, habe ich mit Klaus [Perwas] an meinem Wurf gearbeitet. Ich habe fünf Wochen lang nur an meinem Wurf gearbeitet, ein wenig noch am Ballhandling. Und zuletzt habe ich vor allem Krafttraining gemacht. Diese beiden Sachen wollte ich verbessern“, erklärt Bonga seinen Sommerfahrplan.

Mit der deutschen U19-Nationalmannschaft nahm Bonga Anfang Juli zudem an der Weltmeisterschaft in Ägypten teil. Dort zeigte sich, warum er an seinem Wurf arbeiten muss: Nur einen seiner zwölf Dreier versenkte der Guard. Besser sah Bongas Jumper schon aus, wenn er ein, zwei Dribblings Richtung Korb machte.

Seit der WM erkennt Herbert aber Fortschritte: „Sein Wurf ist besser geworden, da macht er sich wirklich gut.“ Die Treffsicherheit beim Sprungwurf wird auch ausschlaggebend dafür sein, ob Bonga es in die Startformation schafft oder nicht. Denn agiert ein Spieler „off-ball“, ist ein guter Wurf unabdinglich: um als Spot-up-Option in Erscheinung zu treten und eine Gefahr für die gegnerische Defense auszustrahlen – gerade im Offensivsystem Herberts: Das Frankfurter Spiel beruht viel auf Drives und Kickouts, Herbert legt in der Offensive Wert auf die richtigen Winkel.

[Isaac Bonga bei der U19-WM: stark im Schnellangriff]

Auch, und gerade, die körperliche Entwicklung ist bei Bonga ebenfalls ein Prozess. 17 Jahre ist Bonga erst jung, auf 2,05 Meter ist der Guard in die Höhe geschossen. Dass Bonga damit auch an seinem Körper arbeiten muss, liegt auf der Hand und ist natürlich.

„Das Grundlegende an seiner Kraft muss besser werden. Dort hat er sich schon ein wenig verbessert. Aber das ist auch einfach ein drei- bis vierjähriger Prozess“, weiß Herbert. Bei all dem Potential müsse man sich manchmal immer noch daran erinnern, dass Bonga erst vor seinem 18. Geburtstag stehe.

So ist es nicht verwunderlich, dass Bonga mitunter noch Probleme hatte, mit Kontakt abzuschließen. Bei der WM verfehlte Bonga noch den einen oder anderen Korbleger, der mit körperlichem Fortschritt, mehr Kraft und damit Körperbalance hochprozentiger fallen wird.

„Es ist eine Freude, ihn zu coachen“

Doch wo ist ein besserer Ort, an diesen Dingen zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln, als in Frankfurt? Mit Johannes Voigtmann, Danilo Barthel und Konstantin Klein hat sich in der jüngeren Vergangenheit ein junges, deutsches Trio für höhere Aufgaben empfohlen; Voigtmann und Barthel haben sich zu Nationalspielern entwickelt. Mit Bonga sowie Niklas Kiel und Richard Freudenberg steht bei den SKYLINERS nun schon das nächste Trio bereit – ready for takeoff.

Gerade, „weil wir ein junges Team sind“, glaubt Bonga an seine Starterchance zur kommenden Saison. „[Coach Herbert] will mir so viele BBL-Minuten wie möglich geben, um mich bestmöglich weiterzuentwickeln, vor allem auf der Point-Guard-Position“, weiß Bonga um das Vertrauen seines Head Coaches.

Und dieser schätzt das Talent seines Schützlings sehr. „Sein Basketball-IQ und sein Gefühl für das Spiel – er besitzt Dinge, die kann man nicht lehren“, lobt Gordon Herbert seinen Nachwuchs-Guard. „Es ist toll, einen Jungen mit seinem Talent mit dieser Art von Einstellung zu sehen. Er will besser werden. Es ist eine Freude, ihn zu coachen.“

„Isaac Bonga besitzt Dinge, die kann man nicht lehren“
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