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Euroleague 2014/15 – 1.Teil: Einführung

17.06.2014 || 10:39 Uhr von:
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Liebe Basketballfans in Deutschland, der europäische Basketball ist ja bei vielen deutschen Fans etwas eingequetscht zwischen der us-amerikanischen NBA und der nationalen deutschen Liga BBL. Das hat sicher auch mit dem...

Liebe Basketballfans in Deutschland,

der europäische Basketball ist ja bei vielen deutschen Fans etwas eingequetscht zwischen der us-amerikanischen NBA und der nationalen deutschen Liga BBL. Das hat sicher auch mit dem geringen Standing des deutschen Basketballs in Europa zu tun. Wenn man aber nach den Worten des BBL-Geschäftsführers Jan Pommer geht, bis zum Jahre 2020 die stärkste Liga Europas sein zu wollen, wird der europäische Basketball verstärkt in den Fokus von uns Fans geraten und auch geraten müssen. Court Review hat das auch informationstechnische Manko erkannt und so werde ich als neues Mitglied hier vor allem über die Euroleague/Eurocup, aber auch diverse europäische Ligen schreiben. Ihr kennt mich vielleicht von Schönen Dunk als Abdul-Jabbar und ich freue mich, Teil von Court Review zu sein. Wer sich im europäischen Basketball schon auskennt, kann gerne die nächsten Absätze überfliegen, aber vielleicht ist es für manch einen interessant, mal ganz bei den Basics anzufangen.


Überblick und Entwicklung

Wenn man vom europäischen Basketball in seiner Spitze spricht, nennt man zum einen die Nationalmannschaften mit Europa- und Weltmeisterschaften, zum anderen aber die europäischen Vereinswettbewerbe Euroleague und Eurocup. Die Nationalteams werden nicht mein Thema sein, sondern ich konzentriere mich auf die europäischen Clubs in ihren nationalen und europäischen Ligen. Der höchste europäische Wettbewerb ist die Euroleague (EL), welcher zusammen mit dem zweithöchsten, dem Eurocup (EC), von der ULEB veranstaltet wird. Die ULEB (Union des Ligues Européennes de Basketball) besteht seit 1991 (damalige Gründungsmitglieder waren die Profiligen aus Frankreich, Italien und Spanien, denen nach und nach die anderen europäischen Ligen beitraten) und hat vor allem zum Ziel, die Zusammenarbeit und den gegenseitigen Wettbewerb der einzelnen Ligen zu fördern. So entstand im Jahre 2000 die Euroleague (und zwei Jahre später der Eurocup) als Wettbewerb für europäische Vereinsmannschaften und löste den Europapokal der Landesmeisterschaften ab, der seit 1958 von der FIBA veranstaltet wurde.

Im Unterschied zu dem von der FIBA (Fédération Internationale de Basketball) veranstalteten Europapokal der Landesmeister war und ist die von der ULEB organisierte Euroleague eine relativ geschlossene Liga mit einem grossen Pool fest vergebener Startplätze. Diese ergeben sich aus den verschiedenen Lizenzen, die die ULEB an die Teams vergibt und richten sich nach Grösse und Erfolg von Clubs, aber auch weichen Faktoren wie Grösse der Hallen, der Städte (Nähe zum nächsten internationalen Flughafen) und medialer Präsenz (Fernsehanstalten). Gegenwärtig (und zum letzten Mal – dazu später einmal mehr) gliedert sich das System in A-, B- und C-Lizenzen sowie mögliche Wildcards (WC) und einem Startplatz in der EL aus einer sogenannten Qualifikationsrunde zur Euroleague (QR).

Lizenzen

Die Bedingungen für den Erhalt einer A-Lizenz sind sehr hoch; das kann man unter anderem daran festmachen, dass kein deutsches Team eine besitzt. Nach den Bylaws der ULEB gibt es 14 A-Lizenzen für die Euroleague, von denen zur Zeit 13 vergeben sind, denn der am schlechtesten positionierte  A-Lizenzler kann seine Lizenz verlieren (und die frei gewordene A-Lizenz muss nicht wieder vergeben werden). Ich zähle mal einige der Bedingungen für eine A-Lizenz auf: 200.000 Einwohner in einem Einzugsgebiet von 200 km², mindestens zwei 4-Sterne-Hotels in der Stadt der Halle, die mindestens 10.000 Plätze hat, Internationaler Flughafen in einer maximalen Entfernung von 100 km und natürlich finanzielle Gesundheit des Clubs mit entsprechenden Nachweisen. Für die Vergabe neuer A-Lizenzen ist neben den oben angeführten Kriterien das sogenannte Club Ranking entscheidend (dazu mehr im zweiten Teil), das sich aus den europäischen Erfolgen (EL und EC) der letzten drei Jahre eines Clubs zusammensetzt (pro Spiel und pro Sieg gibt es einen Punkt sowie diverse Bonuspunkte für das Erreichen der nächsten Runde).

Für die B-Lizenz sind die Kriterien entsprechend niedriger (z.B. reicht eine Halle mit 5000 Plätzen) und die Vergabe erfolgt an Teams, die in ihren jeweiligen nationalen Ligen Meister wurden, oder Vizemeister, wenn 2 B-Lizenzen in dasselbe Land gehen. Selbst der Drittplatzierte kann u.U. so etwas erhalten. Jedoch fangen jetzt die Schwierigkeiten an. Die Euroleague ist beschränkt auf 24 Teams, darunter 13 (14) A-Lizenzen, von denen ein Minimum an 7  als B-Lizenzen besetzt sind. Europa hat aber sehr viel mehr Länder, sodass nicht jeder Staat vertreten sein kann. Hier hat sich die ULEB ein sogenanntes B-Lizenz Ranking (Euroleague B license allocation criteria) erstellt, um die (mindestens) 7 Teams der B-Lizenzen zu ermitteln. Diese allocation criteria folgen einem League Ranking, das auf den europäischen sportlichen Erfolgen der nationalen Ligen in den letzten fünf Jahren (70%) sowie 30% aus weichen Faktoren (Medienpräsenz, Zuschauerzahlen und Hallengrössen) basiert (siehe dazu unten den Vergleich von Länderranking und B-Lizenz-Ranking). Zum Glück überschneiden sich A- und B- Lizenzen oft (wenn ein A-Lizenz-Team Meister/Vizemeister der nationalen Liga wird), doch kann es gelegentlich schon zu Problemen kommen. Dann muss die ULEB zwischen Vergabe einer B-Lizenz (auf Kosten einer A-Lizenz) entscheiden. Im Gegensatz zu A-Lizenzen sind B-Lizenzen nur für ein Jahr vergeben.

Endlich wird es einfach: die C-Lizenz ist eine einmalige Lizenz, die der Sieger des Eurocups (als praktisch zweiter Liga der ULEB) erhält, um im jeweils nächsten Jahr an der Euroleague teilnehmen zu dürfen. Voraussetzung ist, dass der Club den Kriterien für die B-Lizenz entspricht (Halle, Flughafen, Hotels etc.). Also auch die C-Lizenz ist an eine einjährige Vergabe gebunden. B-Lizenzen gehen vor, d.h. wenn der Eurocupsieger auch Landesmeister wird, entfällt die C-Lizenz.

In diesem Fall entsteht ein freier Startplatz, der durch eine sogenannte Wildcard vergeben wird. WCs können sich also aus der Nichtbesetzung der C-Lizenz, aus dem Nichtwiederbesetzen einer frei gewordenen A-Lizenz oder aus einer Beschränkung der B-Lizenzen auf die Mindestzahl (trotz freier Startkapazitäten) ergeben. Eine Wildcard ist eine Einladung der ULEB an Teams aus Ländern, die in der Regel keine A-Lizenz haben, aber wirtschaftlich und sportlich eine Entwicklung im Sinne der ULEB machen. Es gibt dafür kein ausreichend objektives Kriterium. Deutschland z.B. hat in Form von ALBA Berlin und zuletzt Bayern München häufig von einer WC profitiert, da sich die ULEB zukünftig vom deutschen Markt viel verspricht.

Der 24. Spot der Euroleague wird über die sogenannte Qualifying Rounds vergeben. Dabei nehmen im Vorfeld der Saison acht Teams an einem Turnier teil, dessen Sieger dann in der Euroleague (für ein Jahr) spielen darf. Die Teilnehmer des Qualifikationsturniers setzen sich aus den im Länderranking nach den qualifizierten (A- und) B-Lizenzlern positionierten Meistern und Vizemeistern zusammen (so gehört der deutsche Vizemeister zu den eingeladenen Teilnehmern, sofern er keine WC erhält) sowie dem besten VTB-Liga-Team, das keine A- oder B-Lizenz besitzt. Auch hier gelten die allgemeinen Kriterien wie für B-Lizenzler (Halle, Hotels, Flughafen etc.). Die zweit-bis achtplatzierten Teams dieser Qualifying Round sind für den Eurocup qualifiziert.

Somit haben wir 13 A-Lizenzen, 7 B-Lizenzen, 1 C-Lizenz, 1 Qualifyer und evtl. 2 Wildcards (oder eine 14. A-Lizenz bzw. 8. B-Lizenz).

Ranking

Entscheidend für die Vergabe einer B-Lizenz sind die Euroleague B license allocation criteria. Sie basieren auf einem League Ranking, das einer Fünfjahreswertung der sportlichen Leistung der jeweiligen Ligen, aber auch weicher Faktoren entspricht, wie oben dargestellt. Das League Ranking sieht zur Zeit folgendermassen aus:

League Ranking

  1. Spanische Liga ACB
  2. VTB Liga (vor allem Teams aus Russland)
  3. Griechische Liga GBL
  4. Italienische Lega A
  5. Türkische Liga TBL
  6. Französische Liga Pro A
  7. Deutsche Liga BBL
  8. Litauische Liga LKL
  9. Adria Liga ABA (vor allem Ex-jugoslawische Teams)
  10. Polnische Liga PLK
  11. Belgische Liga BLB
  12. Tschechische Liga NBL
  13. Ukrainische Superliga
  14. Israelische Superliga
  15. Bulgarische Liga NBL
  16. Niederländische Liga DBL
  17. Lettische Liga LBL
  18. Britische Liga BBL

Aus diesem Länderranking ergibt sich dann die Ordnung der B-Lizenzen. Allerdings sind die Euroleague B license allocation criteria keine Umsetzung Eins-zu-eins des League Rankings, sondern sie sind eine Anpassung des Länderrankings an die Präferenz der ULEB, Euroleagueplätze zu vergeben (also nicht völlig objektivierbar):

Euroleague B license allocation criteria

  1. Spanischer Meister (ACB)
  2. Bestes Russisches Team der VTB
  3. Italienischer Meister (Lega A)
  4. Türkischer Meister (TBL)
  5. Litauischer Meister (LKL)
  6. Griechischer Meister (GBL)
  7. Französischer Meister (Pro A)
  8. Deutscher Meister (BBL)
  9. Meister der Adria Liga (ABA)
  10. Polnischer Meister (PLK)
  11. Vizemeister der Adria Liga (ABA)
  12. Spanischer Vizemeister (ACB)
  13. Zweites russisches Team der VTB
  14. Italienischer Vizemeister (Lega A)
  15. Türkischer Vizemeister (TBL)
  16. Litauischer Vizemeister (LKL)
  17. Griechischer Vizemeister (GBL)
  18. Französischer Vizemeister (Pro A)
  19. Deutscher Vizemeister (BBL)
  20. Dritter der Adria Liga (ABA)
  21. Ukrainischer Meister (Superliga)
  22. Tschechischer Meister (NBL)
  23. Belgischer Meister (BLB)
  24. Israelischer Meister (Superliga)
  25. Bulgarischer Meister (NBL)
  26. Lettischer Meister (LBL)
  27. Britischer Meister (BBL)
  28. Polnischer Vizemeister (PLK)

Damit haben wir einen wichtigen ersten Schritt für die Startplatzvergabe der Euroleague gemacht. Aber es spielen natürlich nicht die ersten 24 Teams dieser Liste in der Euroleague. Dann hätte ja Deutschland (8. und 19.Platz) einen garantierten 2. Startplatz neben dem Meister und keine WC nötig, um ein weiteres Team in die Euroleague zu entsenden. Nein, es kommen ja noch die 13 A-Lizenzen ins Spiel. Dort gibt es (gegenwärtig, der Fall Siena ist noch offen) 4 spanische, 2 griechische, 2 türkische, 2 italienische, ein russisches, ein israelisches und ein litauisches Team. Das heisst, der zweite deutsche Vertreter (nach dem B-Lizenz-Ranking auf Platz 19) rutscht mindestens hinter die spanischen Teams 3+4 sowie das israelische Team, die in den Euroleague B license allocation criteria hinter dem Vizemeister der BBL platziert sind. Hinzu kommen noch all die A-Lizenzler, die nicht im Finale ihrer jeweiligen Landesmeisterschaft waren, der C-Lizenzler und die (noch nicht vergebenen) Wildcards,  sodass sich der deutsche Vizemeister, sofern er nicht selber eine Wildcard erhält, für die kommende Saison auf Platz 27 wiederfindet, was eben nicht für die Euroleague, sondern nur für die Qualifying Rounds reichen würde.

Soweit das Gerüst. Dieses muss jetzt noch mit Leben (das heisst den realen Teams für die kommende Spielzeit) gefüllt werden. Das wird im zweiten (A-Lizenz-Teams) und dritten Teil (die B- und C-Lizenzler der EL-Saison 2014/15) dieser Einführung in die Euroleague geschehen. Wen aber ein Zwischenblick interessiert, der kann sich auf Schönen Dunk im Thread Euroleague 2014/15 den Einleitungspost anschauen. Dort aktualisiere ich jeweils den neusten Stand der Clubs der kommenden Euroleaguesaison.

Zum zweiten Teil: Euroleague 2014/15 – 2.Teil: A-Lizenzen
Zum dritten Teil:
Euroleague 2014/15 – 3.Teil: B-Lizenzen und aktuelles Teilnehmerfeld

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