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Euroleague 2015/16: Der Sommer des Titelverteidigers Real Madrid

31.07.2015 || 14:23 Uhr von:
Die Offseason ist die Zeit der Wünsche und Träume der Fans, der Diskussionen und Hoffnungen um Neuzugänge, der Tränen um manche Abgänge, der Enttäuschungen, wenn die (oft überspitzten) persönlichen Erwartungen si...

Die Offseason ist die Zeit der Wünsche und Träume der Fans, der Diskussionen und Hoffnungen um Neuzugänge, der Tränen um manche Abgänge, der Enttäuschungen, wenn die (oft überspitzten) persönlichen Erwartungen sich nicht erfüllen. Das gilt für die Beko BBL in Deutschland ebenso wie für die übrigen Länder Europas. Und während sich bei einigen Teams noch ziemliche Lücken im Roster zeigen, haben andere, vor allem die etatstärksten ihre Teams schon beisammen.


Einfacher wird das natürlich, wenn man nicht nur einen Spitzenetat hat, sondern in der zurückliegenden Saison auch maximal erfolgreich war. Dann reichen kleine Nachjustierungen und ohne große Ereignisse geht der Sommer über die Bühne. Und damit sind wir bei Real Madrid.

Spanischer Meister und Pokalsieger und vor allem Euroleague-Champion 2014/15, mehr kann in Europa nicht erreicht werden. Real Madrid hat eine lange Zeit gebraucht, um wieder erfolgreich zu sein, genauer gesagt 20 Jahre nach dem letzten europäischen Meistertitel und gar 35 Jahre nach der (europäisch) letzten goldenen Ära. Und das dürfte die ganz große Herausforderung in Madrid sein: nicht ein Titel oder drei Finalteilnahmen hintereinander in der Euroleague, sondern der (potentielle) Beginn einer neuen goldenen Ära.

Lo Laso und das große Ganze

Jedenfalls ist das Vertrauen des Clubs in Pablo Laso als Coach schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. 2011 als eher unbekannter Trainer verpflichtet, hat er um das spanische Guardtrio Sergio Llull, Sergio Rodriguez und Rudy Fernandez herum in vier Jahren ein Team gebaut, das nicht nur seine Idee von Schnelligkeit und Offense umsetzen kann. Vielmehr hat Real Madrid Stück für Stück auch den von Laso weiter entwickelten hohen Spielrhythmus aus Defense und schnellem Umschaltspiel und Positionsspiel in der Offense integriert. Im letzten Jahr konnte das Team dann auch genügend Athletik aufweisen, das letzte Puzzleteil für den großen Titel.

Sergio Lull Real MadridNun haben wir in der Einleitung gesagt, für ein so erfolgreiches Team reichen Nachjustierungen: so einfach ist das freilich nicht. Erfolg weckt auch Begehrlichkeiten anderer, im Fall Real Madrid Begehrlichkeiten aus der NBA. Sportlich, vor allem aber auch finanziell das Maß aller Dinge, hat man jenseits des Atlantiks oft ziemlich einfaches Spiel, europäische Spitzenspieler herüberzuholen. Bei Sergio Llull (siehe Foto) haben sich die Houston Rockets sogar daran gemacht, den höchstdotierten Vertrag, der jemals in der NBA einem Rookie angeboten wurde, aufzurufen (man kolportiert 24 Mio $ für drei Jahre). Und was macht Real? Bietet seinem wichtigsten Spieler drei Millionen Euro brutto (p.a.) und einen Vertrag bis 2021. Es hat funktioniert und Llull soll Garant weiterer Erfolge werden.

Doch auch Pablo Laso und sein Sportdirektor Juan Carlos Sánchez-Lázaro wissen, dass einen Titel holen das eine, einen Titel verteidigen das andere ist. Zumal es diesmal kein heimisches Finale geben wird, sondern der europäische Champion in Berlin gekrönt wird. Bei Madrid wurde sich auf zwei Positionen verändert. Sehr schnell wurde nach der Saison im Fall Trey Thompkins gehandelt, den der jetzt achtmalige europäische Vereinsmeister von Nizhny Novgorod holte. Thompkins ist ein sehr vielseitiger Forward/Center, der inklusive Dreier das komplette Paket sowohl mit Rücken als auch mit Gesicht zum Korb besitzt und als Ersatz für Ioannis Bourousis verpflichtet wurde. Dieser war die einzige Schwachstelle und Enttäuschung, die im madrilenischen Kader zu finden war.

Weit schwieriger war die Lage bei Shooting Guard K. C. Rivers, einem Spieler, der perfekt in das System Laso passte und mit dem die Verantwortlichen gerne weitergemacht hätten. Aber durch eine Umwandlung der Gesetzeslage verlor er (wohl nicht ganz zu Recht, wie sich am Ende herausstellte) seinen Status als Cotonou-Bürger und hätte einen der wertvollen Ausländerspots besetzt. Zudem gab (und gibt) es hochdotierte Angebote anderer Euroligisten, sodass sich Real Madrid gegen die Weiterverpflichtung von Rivers entschied und dafür Jeffery Taylor verpflichtete. Dieser war einst mit vielen Vorschusslorbeeren zu den Charlotte Hornets gekommen, konnte sich dort aber nie in den Vordergrund spielen. Er ist sehr talentiert und athletisch, dennoch bleibt ein gewisses Fragezeichen hinter ihm stehen, aber Laso wäre nicht so erfolgreich, wenn er nicht aus Spielern alles und noch mehr herauskitzeln könnte. Gerade die letzte Saison und das Steigerungspotential, das Spieler wie Gustavo Ayón, Andrés Nocioni oder auch der 35-jährige Kapitän des Teams und ACB-MVP, Felipe Reyes an den Tag legten, war ein Beleg dieser Stärke.

Bis zum non plus ultra des königlichen Basketballs, Pedro Ferrándiz (5x europäischer Landesmeister, 12x spanischer Meister in 16 Jahren) ist es noch ein weiter und steiniger Weg und die europäische Konkurrenz ist breiter geworden (damals gab es nur den Ostblock und Ferrándiz‘ Innovationen). Real Madrid aber ist auch unter Pablo Laso die Perle der ästhetischen Seite des Basketballspiels. Und so wollen diese Spieler auch in der anstehenden Saison ihren Ruf festigen: den der Leichtigkeit bei gleichzeitiger Intensität und rhythmischen Dauer (Ausdauer), immer in Bezug auf das große Ganze (wenn ich mir den musikalischen Vergleich zu Beethovens siebter Sinfonie erlauben darf):

  • PG: Sergio Llull / Sergio Rodriguez / Luka Dončić
  • SG: Rudy Fernandez / Jaycee Carroll
  • SF: Jonas Maciulis / Jeffrey Taylor
  • PF: Trey Thompkins / Andrés Nocioni / Felipe Reyes
  • C: Gustavo Ayón / Marcus Slaughter / Guillermo Hernangómez
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