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PFLICHTSIEG GEGEN ÖSTERREICH

15.09.2016 || 08:38 Uhr von:
Johannes Voigtmann
Die deutsche Nationalmannschaft meldet sich nach zwei Niederlagen zurück. Mit einem 78:58-Erfolg über Österreich wahrt das DBB-Team die Chance auf die EM-Qualifikation.

Mit einem 78:58-Erfolg über Österreich erhält sich die deutsche Nationalmannschaft die Möglichkeit einer doch noch erfolgreichen EM-Qualifikation. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge kontrollierte die Mannschaft von Nationaltrainer Chris Fleming die Partie in der Bamberger Brose Arena über weite Strecken. Vor allem Center Johannes Voigtmann erwischte einen guten Abend und erzielte am Ende mit 19 Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double. Dank des Erfolgs gegen die Mannschaft aus der Alpenrepublik hat das DBB-Team im letzten Qualifikationsspiel gegen die Niederlande das Erreichen der Basketball-EM 2017 in der eigenen Hand.

DEUTSCHLAND GEGEN ÖSTERREICH UNTER ZUGZWANG

Eine richtungsweisende Begegnung war das Rückspiel gegen das Nationalteam aus Österreich in jedem Falle. Nach den zuletzt schlechten Leistungen und Niederlagen gegen die Niederlande und Dänemark stand die deutsche Nationalmannschaft zurecht in der Kritik. Dass die Mannschaft auf Wiedergutmachung aus war, merkte man in der ordentlich gefüllten Brose Arena von Beginn an.

Vor allem Johannes Voigtmann riss das Team von erster Sekunde an mit wichtigen Offensiv- und Defensivaktionen mit. Dennoch hatten die Deutschen wie schon im Hinspiel im ersten Viertel einige Probleme in der Verteidigung unter dem eigenen Korb. Immer wieder versuchten die Österreicher, Center Rasid Mahalbasic im Low-Post in Position zu bringen, was zu Beginn häufig gelang. Auch im Reboundverhalten agierte die gesamte deutsche Mannschaft im ersten Viertel zu nachlässig und lag trotz engagierter Leistung lediglich mit 23:19 in Führung.

In der Folge gelang es dem deutschen Team jedoch, die Partie unter Kontrolle zu bringen. Dank eines 20:9 im zweiten Spielabschnitt lag die Mannschaft zur Pause mit 43:28 in Front und agierte in der Verteidigung immer besser. Bis auf Mahalbasic leistete auch nach der Halbzeit keiner der Österreicher die nötige Gegenwehr. Zwar konnten sich die Deutschen bis zum letzten Viertel noch nicht entscheidend absetzen, hatten das Spielgeschehen dennoch im Griff.

Knapp fünf Minuten vor Schluss brachte Daniel Theis‘ Dreier zum 66:50 eine kleine Vorentscheidung. Nach einer kurzen Rudelbildung um Theis und den Österreicher Davor Lamesic war es Paul Zipser, der die Weichen mit einem Treffer zum 69:51 endgültig auf Sieg stellte. Die höchste Führung der deutschen Nationalmannschaft war gleichzeitig auch das Endergebnis – 78:58.

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So bleibt nach den Unstimmigkeiten der letzten Tage die Frage, ob und an welchen Stellschrauben Trainer und Mannschaft in der kurzen Zeit nach der Niederlage gegen Dänemark bereits etwas drehen konnten.

Auffällig war vor allem der verbesserte Einsatz und die Intensität, mit der die deutsche Nationalmannschaft von Beginn an zu Werke ging. Trotz einiger Fehler zeigte die Mannschaft in der Verteidigung die körperliche Härte, um solch ein Quali-Spiel erfolgreich zu bestreiten.

Auch Patrick Heckmann zeigte, warum er definitiv mehr Spielzeit im Trikot der Nationalmannschaft verdient hat. Mit 14 Punkten (6/8 FG) bot Heckmann in der Offensive eine mehr als ordentliche Leistung und war zudem in der Verteidigung stehts präsent. Nach seinen 21 Minuten kann Heckmann getrost als echte Alternative zum Starting-Shooting-Guard Akeem Vargas gelten.

Die Balance zwischen Zweier- und Dreipunktversuchen (29 2FGA zu 19 3FGA) wurde vom deutschen Team im Gegensatz zu den vergangenen Partien besser gefunden. Immer wieder versuchte Flemings Truppe, ihre Big Men im Low-Post in Position zu bringen; und auch der Korb wurde von den athletischen Spielern um Zipser, Heckmann und Theis konsequenter attackiert.

Auch Robin Benzing  zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft im Anschluss an die Partie zufrieden und blickte im basketball.de-Interview bereits auf das Endspiel in den Niederlanden voraus.

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ROBIN BENZING IM INTERVIEW

basketball.de: Robin Benzing, die Mannschaft war heute bereits in einer „Must-Win“-Situation, um die Chance auf eine erfolgreiche EM-Qualifikation weiter in der eigenen Hand zu behalten. Wie zufrieden bist Du heute mit der gezeigten Leistung?

Robin Benzing: Mit unserer Leistung können wir heute zufrieden sein. Wir haben mit 20 Punkten Unterschied gewonnen und lediglich 58 Zähler zugelassen. Jeder Spieler hat heute seinen Teil zum Erfolg beigetragen, und einige haben heute ein tolles Spiel gemacht. Vor allem Jo [Voigtmann] hat heute ein starkes Spiel abgeliefert. Er hat seine Würfe getroffen und sich in der Verteidigung sprichwörtlich den Allerwertesten aufgerissen. Aber grundsätzlich war es heute einfach eine gute Teamleistung. Der Sieg war auch in dieser Höhe wichtig für unser Selbstbewusstsein. Jetzt haben wir unser Finale in Holland.

Nach den letzten zwei Spielen ist viel Kritik auf das Team eingeprasselt. Wie seit ihr mit dieser umgegangen, und war die Leistung heute die passende Antwort?

Die Kritik war angesichts der letzten Spiele natürlich zu erwarten. Kritik kommt immer leichter als Lob, war aber angesichts unserer Leistungen leider auch berechtigt. Wir haben in den vergangenen Tagen intern viel geredet, gut trainiert, einige Dinge verändert und uns mit Videos intensiv vorbereitet. Ich denke das Spiel heute war die richtige Reaktion.

Nun wartet in den Niederlanden ein Endspiel um die Qualifikation zur EM 2017 auf euch. Wie zuversichtlich macht einen dieser deutliche Sieg heute für die kommende Aufgabe?

Der Schlüssel zum Sieg in Holland liegt in den 58 Punkten, die wir heute zugelassen haben. Wenn wir gegen die Niederlande spielen, müssen wir genau diese Mentalität in der Verteidigung an den Tag legen, denn unser Gegner ist offensiv sehr stark und spielt zu Hause. In der Offensive werden wir unsere Punkte machen, aber in der Verteidigung müssen wir sie anders als noch in Oberhausen stoppen. Denn da konnten sie machen was sie wollten.

ENDSPIEL GEGEN DIE NIEDERLANDE

Mit einer Leistung wie gegen Österreich würden sich Rechenspiele um den ersten Tabellenplatz erübrigen. Dennoch könnte bereits ein Vier-Punkte-Erfolg gegen die Niederlande reichen. Nach der 71:75-Hinspielniederlage wären dann beide Mannschaften punktgleich, und auch der Head-to-Head-Vergleich sowie die Punktedifferenz wären ausgeglichen. Dank der mehr erzielten Punkte (momentan 413 zu 410) würde sich die deutsche Nationalmannschaft in der Tabelle vor die Niederlande auf den ersten Platz schieben.

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