BASKETBALL.DE ist Partner von Sportforen.de. Ehemalige Nutzer von crossover-online.de und Nutzer von sportforen.de können sich auch auf BASKETBALL.DE mit ihren bestehenden Login-Daten anmelden.
Anmelden oder registrieren

Würzburg feiert Dru Joyce als Assist-König

16.01.2016 || 14:54 Uhr von:
20160115_600x400_Dru_Joyce_Wuerzburg
Den möglicherweise entscheidenden zwölften Saisonsieg zum Klassenerhalt holten sich die Würzburger gegen den MBC. Dru Joyce stellte einen neuen BBL-Rekord auf.

Den möglicherweise entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt in der Beko Basketball Bundesliga konnten die s.Oliver Baskets am gestrigen Freitagabend zum Rückrunden-Auftakt gegen den Mitteldeutschen BC gehen. Der Aufsteiger besiegte den Tabellenletzten aus Weißenfels in einem allenfalls mittelmäßigen Spiel allerdings nur äußerst knapp mit 100:98. Warum das Ergebnis an diesem historischen Abend allerdings aber fast schon nebensächlich war? Dazu später mehr.

Wenn man vor der Partie gegen die Wölfe mit Fans der Hausherren über den möglichen Spielausgang gesprochen hat, bekam man unisono ein und dieselbe Antwort: Das wird heute eine klare Angelegenheit mit mindestens zwanzig Punkten Unterschied.

Zugegeben, die Vorzeichen dafür waren auch allesamt gegeben. Die Wölfe hielten zwar beim Hinspiel vor 14 Tagen in eigener Halle streckenweise gut mit und verloren am Ende nur aufgrund des größeren Würzburger Willen, jedoch blieben nach den Abgängen von Nikola Dragovic und Lance Jeter zwei Ausländerpositionen weiterhin vakant, womit die Gäste mit lediglich fünf Ausländern in Würzburg aufs Parkett gingen. Nominell waren die Wölfe zwar mit zehn Spielern angereist, allerdings zeigt ein Blick auf den Statistikbogen (und hier vor allem auf die Verteilung der Spielzeit), dass der MBC im Grunde mit vier US-Boys mehr oder weniger durchspielte.

Die Einsatzzeiten der MBC-Starter (in Minuten) im Überblick:

Dominique Johnson: 32:06; Chris Otule: 34:03; Frantz Massenat: 37:24; Marcus Hatten 38:26; TaShawn Thomas: 40:00!

Allein schon deshalb musste man eigentlich von einem klaren und zum Ende ungefährdeten Würzburger Sieg ausgehen. Das dachten sich wohl auch die Spieler der s.Oliver Baskets, und genau so traten sie dann auch auf. Kein Ausboxen beim Rebound (dadurch kam der MBC immer wieder zu zweiten oder gar dritten Wurfchancen) und schläfrige Defense. Eine Pick-and-Roll-Verteidigung klappt eben nur, wenn in der entsprechenden Szene beide Verteidiger wissen, was sie machen müssen. Kommt einer immer einen Schritt zu spät, geht es in die Hose. Das machte sich auch in der sonst so lauten und Furcht erregenden s.Oliver Arena bemerkbar. Nicht mal bei Freiwürfen der Wölfe wurde es richtig laut. Das Gefühl des sicheren Sieges war eben allgegenwärtig.

Schon nach dem ersten Viertel sollten die Würzburger allerdings gemerkt haben, dass das so nicht funktioniert, lagen sie doch völlig überraschend mit 25:26 im Rückstand. Bis zur Halbzeit konnte sich der Aufsteiger zwar etwas fangen und führte dann auch mit sieben Zählern (47:40), richtig überzeugend war das Spiel der Hausherren aber weiterhin nicht. Auch nach dem dritten Viertel betrug der Vorsprung des Aufsteigers weiterhin sieben Punkte (74:67), der MBC kämpfte aber und blieb immer in Schlagdistanz.

Einzig Würzburgs Head Coach Doug Spradley schien ganz genau erkannt zu haben, dass die lasche Darbietung seiner Jungs ein Ritt auf der sprichwörtlichen Rasierklinge war. So war der Chef an der Baskets-Seitenlinie des Öfteren doch äußerst unzufrieden und auch ungehalten.

Das Schlussviertel, oder besser gesagt die letzten drei Minuten der Partie sollten dann aber nochmals eindrucksvoll zeigen, was passiert, wenn man sich seiner Sache einfach zu sicher ist: So schafften es die Baskets tatsächlich, diese Partie fast noch aus der Hand zu geben. Wenige Sekunden vor dem Ende foulten die Hausherren Frantz Massenat bei vier Punkten Vorsprung (100:96) beim Dreier. Der Ball ging zwar nicht durch die Reuse, allerdings eröffnete dies dem MBC nochmals die Chance, das Spiel doch noch auszugleichen. Die ersten beiden Freiwürfe verwandelte Massenat äußerst sicher zum 100:98, setzte den dritten dann absichtlich an den Ring, um seinem Team in den verbleibenden 3,3 Sekunden die Möglichkeit zum Offensivrebound und somit zum möglichen Ausgleich zu geben. Chris Otule kam zwar wirklich an den Ball, konnte ihn aber nicht mehr kontrolliert Richtung Würzburger Korb bringen, ehe die Schlusssirene ertönte und der mehr als knappe und schmeichelhafte Sieg der Hausherren feststand.

Doug Spradley kritisiert Einstellung

„Ich bin froh und glücklich, dass wir dieses Spiel gewonnen haben, aber nicht mit der Art und Weise, wie dieser Sieg zustande gekommen ist. Ich bin auch deshalb so spät zur PK erschienen, weil ich meinen Jungs klar gemacht habe, dass ich diese Art Basketball zu spielen nicht akzeptiere. Ich fordere eine konzentrierte Leistung über die gesamten 40 Minuten. Hätten wir das heute gemacht, wäre das Spiel mit +20 für uns ausgegangen. So mussten wir bis zum Ende unnötig zittern. Ich war heute mit keinem einzigen meiner Spieler zufrieden.“

Auf die Frage, ob man das Saisonziel nun nach oben korrigieren könne, antwortete der Würzburger Coach: „Darüber werde ich diese Woche mit unseren Verantwortlichen sprechen, und ich werde auch meinen Spielern nochmals klar machen, dass, wenn sie diesen Weg [in Richtung Playoffs] mit uns mitgehen wollen, eine andere Einstellung notwendig sein wird.“

Der mittlerweile zwölfte Sieg im 18. Saisonspiel lässt die Würzburger also mehr denn je vom Erreichen der Playoffs träumen. Wie Doug Spradley aber schon richtig sagte, wird, um dieses Ziel letztlich auch wirklich zu erreichen, eine andere Einstellung von Nöten sein. Die Würzburger Spieler müssen endlich verstehen, dass ein Basketballspiel eben 40 Minuten dauert und man sich derartige Durchhänger nicht leisten kann.

Dru Jocye wird zum „All-Time Assist-Leader“ der Beko-BBL-Historie

Genau drei Assists fehlten Würzburgs Kapitän und Playmaker vor der gestrigen Partie gegen den MBC noch, um den bestehenden Rekord seines ehemaligen Braunschweiger Teamkollegen Immanuel „I-Mac“ McElroy (1.318 Assists) zu brechen. Diesen historischen 1319. Assist feierte Dru Joyce dann genau mit dem Buzzer zum Ende des ersten Viertels, als er den Ball auf Eigengewächs Maximilian Ugrai passte und dieser das orangefarbene Leder im Korb der Wölfe versenkte. Herzlichen Glückwunsch an Dru Joyce, einem der wohl bodenständigsten und uneigennützigsten Spieler, der jemals ein Spielfeld dieser Liga betreten hat!

Jetzt mitdiskutieren Anmelden oder Registrieren
Basketball.de - Footer-Icon
entwickelt von Markenwirt, Werbeagentur Bamberg
Copyright 1998-2016 BASKETBALL.de. Alle Rechte vorbehalten. Für den Sport!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.