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Vorschau Beko BBL Top FOUR 2015: Telekom Baskets Bonn − There is no „I“ in „TEAM“

09.04.2015 || 14:57 Uhr von:
Geno Lawrence Telekom Baskets Bonn vs Oldenburg
Die letzte Etappe unserer großen Beko BBL Top Four Vorschau hier auf Court Review widmet sich ganz den Telekom Baskets Bonn, die trotz ihrem fünften Tabellenplatz in der Liga und noch frischen Triumph über die EWE Bas...

Die letzte Etappe unserer großen Beko BBL Top Four Vorschau hier auf Court Review widmet sich ganz den Telekom Baskets Bonn, die trotz ihrem fünften Tabellenplatz in der Liga und noch frischen Triumph über die EWE Baskets in der Rückrunde als „Underdog“ in das Pokalturnier am Wochenende starten. Wie stehen die Chancen des „ewigen Vizemeisters“? 


Die Hürden sind hoch…

Neben den Brose Baskets aus Bamberg und ALBA Berlin, die mit ihren talentierten Kadern und stark gecoachten Teams die Liga derzeit dominieren, und den EWE Baskets aus Oldenburg, die den Pokal vor heimischem Publikum gewinnen wollen, stehen die Bonner Chancen auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte denkbar schlecht. Wer glaubt schon, dass die Telekom Baskets 40 Minuten gegen das Bamberger Defensiv-Bollwerk anrennen können oder eine Chance gegen die zweitbeste Offensive von Redding, McLean und Co. haben? Wer glaubt schon, das konstante Pfeifkonzert der treuen Oldenburger Fans könnte ihnen im Halbfinale nichts anhaben?

…denn bereits im Halbfinale wartet der Gastgeber.

Das Losglück bescherte den Rheinländer ausgerechnet den Dauerrivalen Oldenburg als Gegner im Halbfinale. Bereits 50 Mal trafen die beiden „Baskets“ wettbewerbsübergreifend aufeinander. In Oldenburg ging Bonn dabei nur in neun von 26 Fällen als Sieger vom Platz. Somit müssen die Bundesstädter nicht nur die Geister der Vergangenheit (das verlorene Finale 2009, jeweils Viertelfinal-Aus in der Saison 12/13 und 13/14) besiegen, sondern auch gegen den Heimvorteil der Niedersachsen ankämpfen. Nach der Entlassung des Oldenburger Headcoachs Sebastian Machowski steht nun der sympathische Mladen Drijencic an der Seitenlinie, der für Aufbruchsstimmung und gehörig viel neuen Wind an der Hunte sorgt, wie ihr auch in Jans Vorschau zum Top FOUR nachlesen könnt.

Florian Koch Maurice Stuckey Telekom Baskets Bonn OldenburgFür Florian Koch, Small Forward und „Eigengewächs“ der Telekom Baskets, sind diese Gründe alles keine Hindernisse auf dem Weg zum Titel: „Oldenburg war von den drei möglichen Gegner auf jeden Fall mein Favorit. Wir haben eine schöne Vergangenheit mit Oldenburg, darüber kann man viel erzählen. Man hat die Niederlagen in den Playoffs immer nochmal kurz im Kopf beim ersten Training in der Halle, aber sobald es dann ins Aufwärmen geht, denkt man über sowas nicht mehr nach − dann liegt der volle Fokus auf dem bevorstehendem Spiel.“

Wie schätzt er die EWE Baskets aktuell ein? „Oldenburg ist der Gegner, der uns am meisten liegt. Letztendlich ist es für uns Spieler recht uninteressant, welcher Trainer jetzt an der Seitenlinie steht. Wir stellen uns individuell auf die Spieler ein, die über eine unglaubliche Routine verfügen. Oldenburgs Erfahrung sticht definitiv heraus, besonders in knappen Spielen wissen sie zu finishen.“

Unterschätze niemals den Underdog

Diejenigen, die am vergangen Spieltag bei der „Generalprobe“ des Pokalhalbfinals im Telekom Dome wussten, wie sie das Spiel „finishen“ können, waren aber eindeutig die Telekom Baskets. Im Rückspiel der Hauptrunde gewann das Team von Coach Mathias Fischer am Ostermontag gegen die EWE Baskets mit 70:59. Die Rheinländer konnten die Partie in den letzten zehn Minuten durch knallharte Defense nochmals wenden und einen wichtigen Sieg erringen. Dabei erlaubten sie Oldenburg ganze zwei Pünktchen und setzten selbst traumwandlerische 17 Zähler oben drauf, wie Genos „Soll-ein-Alley-Oop-sein-am-Ende-wird-es-doch-ein-Dreier“ beweist. Coach Fischer nannte das letzte Viertel danach, „das Beste, was ich hier in Bonn gecoacht habe.“

Beide Mannschaften weisen kaum Unterschiede in den Statistikbüchern auf: Bonn belegt Platz vier und Oldenburg Platz sechs in der Liga bei den erzielten Punkten, Oldenburg sammelt im Schnitt 34 Rebounds und Bonn durchschnittlich 32, dafür kommt Bonn auf 18 verteilte Assists pro Spiel und Oldenburg nur auf 16. Am Montag war allein der absolute Wille zum Sieg − der sich im Einsatz in der Defensive bemerkbar machte − der kleine Unterschied, der Bonn letztendlich zum Sieg verhalf und nicht Oldenburg.

There is no „I“ in „TEAM“

Ich könnte hier eine schöne Gegenüberstellung der Starting Fives anbringen, wie es Katharina und Marcel in ihrer ausführlichen Vorschau zum anderen Halbfinale Bamberg-Berlin getan haben. Ich könnte hervorheben, dass Eugene Lawrence bei seinem nächsten Alley-Oop/Dreier Chris Kramer wieder frech ins Gesicht grinsen wird. Ich könnte über das Duell der Ausnahmetalente und Veteranen Benas Veikalas (frisch gebackener Papa!) und Julius Jenkins frohlocken und darüber philosophieren, welche Möglichkeiten so ein Dreier-Shootout dem Spiel geben würde. Ich könnte nochmals hervorheben, dass die Oldenburger Center Chubb  (6 Pkt./3 Reb.) und Neumann (8/7) im Duell mit Mädrich (10/5) und Klimavicius (13/8) besonders in der Crunch-Time ziemlich alt aussahen. Das wäre alles erwähnenswert.

Viel wichtiger ist es aber, den größten Trumpf der Telekom Baskets in dieser Saison hervorzuheben: Die Telekom Baskets − ob Starting Five oder Bankspieler − sind eine Einheit. Ein Team, das kämpft. Ein Team, das kämpft und manchmal verliert. Aber auch ein Team, das kämpft und die knappen Spiele − die wichtigen Dinger − gewinnt. Die Jungs stärken einander den Rücken und wissen, dass sie sich in den wichtigen Phasen des Spiels aufeinander verlassen können. In der Crunch-Time brechen die defensiven Systeme nicht zusammen und offensiv verteilt sich die Last aus mehrere Schultern. So haben die Rheinländer bisher 14 ihrer 19 Siege in der regulären Hauptrunde im Laufe der zweiten Hälfte noch für sich entscheiden können; ganze 13 dieser Siege wurden erst zum Ende des dritten Viertels, in den letzten zehn Minuten oder gar in der Overtime gesichert. Nervenstärke durch Zusammenhalt im Team.

Die Beethovenstädter müssen die Unruhe im Umfeld der EWE Baskets jetzt als Chance nutzen und es auskosten, dass Oldenburg nach dem Trainerwechsel vielleicht auf einzelne erfahrene Akteure setzen kann, das niedersächische Teamgefüge sich nach der Unsicherheit − die die überraschenden Niederlagen gegen Tübingen oder Trier mitbrachten − bisher noch nicht wieder gefunden und genügend gefestigt hat. Die funktionierende Teamchemie der Bonner ist momentan ihr bester und größter Vorteil im Duell gegen Oldenburg.

Macht euch zu Legenden!

Was gäbe es Schöneres, als den 20. Geburtstag der Telekom Baskets Bonn mit dem ersten Titel der Vereinsgeschichte zu krönen? Bevor die Legenden der Bonner Basketballgeschichte am 3. Mai beim großen „Baskets Day“ auf den Hardtberg zurückkehren, hätte die Mannschaft der aktuellen Saison am kommenden Wochenende die Chance mit dem Gewinn des Pokals selbst den Olymp der ganz Großen zu erklimmen.

Telekom Baskets Bonn HuddleDer Weg dorthin scheint so einfach. „Wenn wir unseren Job machen, haben wir alle Chancen“, so Flo am Ende unseres Interviews. „Das Ziel ist das Finale. Und dann möchte ich auf keinen Fall Zweiter werden.“ Egal ob im Halbfinale der Gastgeber Oldenburg oder im Finale Berlin oder Bamberg wartet, egal ob Underdog oder nicht − wenn es am Wochenende wieder einmal zum Kräftemessen auf Augenhöhe kommt und die Partie zum Schluss auf einer Klippe im Grand Canyon steht, werden es die Männer in Magenta sein, die auf dem Feld ihre Köpfe ins Huddle stecken und ihren Teamkameraden in den Augen ablesen, dass sie das Ding hier gemeinsam gewinnen.


Hier geht’s zur Vorschau auf das Duell zwischen den Brose Baskets und ALBA Berlin.

Hier geht’s zur Vorschau der EWE Baskets Oldenburg.

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