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Benjamin Fumey: Norddeutscher Berserker mit dem Sieger-Gen

16.09.2014 || 13:50 Uhr von:
Benjamin Fumey Hamburg Towers
Im Sommer 2014 setzte in der Hansestadt Hamburg eines der interessantesten und vielversprechendsten Projekte im deutschen Basketball seine Segel. Vorerst in Richtung erste ProA-Saison, doch mittelfristig soll der Weg de...

Im Sommer 2014 setzte in der Hansestadt Hamburg eines der interessantesten und vielversprechendsten Projekte im deutschen Basketball seine Segel. Vorerst in Richtung erste ProA-Saison, doch mittelfristig soll der Weg der Nordlichter um Geschäftsführer Pascal Roller ins Basketball-Oberhaus führen. „Stück für Stück und mit ehrlicher Arbeit“, ließ Roller in der Halbzeitpause eines DBB-Länderspiels am TV-Mikrofon verlauten, wolle sich der Verein dem angepeilten Ziel hinsichtlich finanziellen, infrastrukturellen und sportlichen Voraussetzungen annähern. Dabei lege der Verein, der mit Hamed Attarbashi einen in der Vergangenheit im Bremerhavener Nachwuchsprogramm erfolgreichen Headcoach akquirierte, vor allen Dingen Wert darauf, aus sich selbst heraus zu wachsen und die seit Jahren kontinuierliche, ehrliche Hamburger Jugendarbeit stark im Zentrum des Projekts zu verankern. Doch ein Klub, der in seine erste Saison in der zweithöchsten deutschen Spielklasse geht, dürstet ebenso nach erfahrenen Säulen, die der neuen Mannschaft mit voller Routine, aber auch mit der nötigen Motivation zum Vorbild dient.

„Ein echter Winner-Typ“

In Person von Benjamin Fumey konnten die Hamburg Towers in diesem Sommer einen waschechten Erfolgsgaranten der vergangenen Jahre in der „Die Junge Liga“ (2. Basketball-Bundesliga) an Land ziehen. Der ehemalige U18-, U20- sowie A2-Nationalspieler Deutschlands lief von 2011 bis 2013 für den SC RASTA Vechta auf und hatte maßgeblichen Anteil an dessen Durchmarsch von der ProB über die ProA in die Beko BBL. In der Spielzeit 2012/2013 brachte es Fumey für den ProA-Meister auf 7,0 Punkte und 3,1 Rebounds in durchschnittlich fast 16 Minuten Einsatzzeit. In der vergangenen Saison 2013/2014 spielte der 27-Jährige für UBC Hannover, den Hauptrunden-Sieger der Nordstaffel in der ProB. Auch wenn sein Team in den Playoffs bereits in der ersten Runde gegen den späteren Sensationsaufsteiger Baunach ausschied, kann Fumey auf ein starkes persönliches Jahr zurückblicken, in dem er auf durchschnittlich 14,6 Punkte und 4,4 Rebounds in mehr als 27 Minuten Einsatzzeit kam. Hamburgs sportlicher Leiter Marvin Willoughby schreibt dem Power Forward, der dank seiner Physis auch auf der Center-Position einsetzbar ist, zu Recht eine Siegermentalität zu, die der ehrliche Arbeiter am Brett gewinnbringend für den Liga-Neuling einbringen soll:

„Benjamin ist ein echter Winner-Typ. Er bringt nicht nur Erfahrung mit, sondern hat bei seinen Engagements – vor allem in der Aufstiegssaison bei RASTA Vechta – bewiesen, dass er Leader-Qualitäten hat und zum Leistungsträger avancieren kann.“

Über das College zurück zum Leistungsträger in der 2. Basketball-Bundesliga

Sein basketballerisches Handwerk erlernte der 27-jährige Deutsche mit ghanaischen Wurzeln ursprünglich in Bremen, wo er zwischen 2005 und 2007 erste Erfahrungen in der 2. Basketball-Bundesliga sammeln durfte (durchschnittlich rund 6 Punkte und 4 Rebounds).  Nach der Saison 2006/2007 zog es Fumey für ein Sportmanagement-Studium an die amerikanische Valparaiso University. Sein basketballerisches Können durfte der Bremer dort jedoch erst ab 2008 unter Beweis stellen, da er aufgrund bereits absolvierter Profieinsätze für die Bremen Roosters von der NCAA zwangsweise für ein Jahr gesperrt wurde. In der höchsten amerikanischen College-Liga gelang dem Neu-Hamburger jedoch nicht der erhoffte sportliche Durchbruch (4,4 Punkte, 3,0 Rebounds), weshalb er sich im Jahr 2009 dafür entschied, nach Deutschland zurückzukehren. Für den späteren Absteiger Nördlingen erzielte Fumey in der ProA immerhin zehn Punkte und vier Rebounds pro Spiel, in der Folgesaison 2010/2011 kam er für die webmoebel Baskets Paderborn auf ähnliche statistische Werte. Nach äußerst erfolgreichen Stationen in Vechta (2011-2013) und Hannover (2013/2014) hofft der kräftige Power Forward in Hamburg nun, seine neue sportliche Heimat gefunden zu haben.

Mit viel Kraft und Kampfgeist

Auf dem Parkett versteht sich Benjamin Fumey in erster Linie als Basketball-Arbeiter. Der 2,03m-Mann (Angaben schwanken zwischen knapp 2m und 2,03m) verfügt über hervorragende physische Voraussetzungen. Körperlich robust und muskulös gebaut ist Fumey in der Lage, kräftigere Spieler auf der Power-Forward- sowie auf der Center-Position zu verteidigen. Offensiv ist er deshalb auch fähig, seine Position im Lowpost zu behaupten und sich ständig anspielbar zu machen. Sein Lowpost-Game, also das Spiel mit dem Rücken zum Korb, beinhaltet vor allem Backing-Down-Aktionen – Aktionen, in denen er mit seinem stabilen Rumpf versucht, seinen Gegenspieler wegzudrücken. Dabei geht er manchmal auch das Risiko ein, ein Offensivfoul zu begehen. Am Ende seiner Post-Aktionen steht primär der Baby-Hook mit der rechten Hand über die Zonenmitte. Seine linke Hand ist nicht besonders stark ausgebildet, weshalb er bei Drives und Bewegungen über die linke Seite dazu neigt, zu schwierigen Sprungwürfen aus der Seitwärtsbewegung anzusetzen, die er jedoch auch gelegentlich vollstrecken kann. Sein Lieblingsspot ist definitiv der linke Lowpost, von wo er sich über die Mitte penetrierend seine Baby-Hooks mit der rechten Hand erarbeiten kann. Fumeys Wurf ist von der Freiwurflinie für einen Spieler seiner Größe ziemlich beständig: In den vergangenen beiden Saisons versenkte er vom Charity-Stripe 70 bzw. 76,1 Prozent seiner Versuche.

Johannes Lischka, Gießen 46ers

Aus dem Spiel heraus ist der 27-Jährige, der im Jahr 2009 ins A2-Nationalteam Deutschlands nominiert wurde, weder jemand, der durch ein beeindruckendes Ballhandling (auch wenn er sich ab und zum mit dem Gesicht zum Korb an Drives versucht) heraussticht, noch jemand, der als Werfer gefürchtet ist. Allenfalls nimmt er ab und an einen Mitteldistanzwurf an der Baseline sowie den Dreier aus Spot-up-Aktionen, wenn er vorher genug Zeit hat, um seinen langsamen Wurf-Release vorzubereiten. Die abgelaufene Saison war, was die Dreierquote betrifft, eine der erfolgreichsten für Fumey (33,3 Prozent bei 48 Versuchen in 25 Spielen). Allerdings füllte das Kraftpaket in Hannover eine derart dominante Rolle aus wie nie zuvor in seiner Profikarriere. Im Allgemeinen ist der wuchtige Power Forward eher der Typ Spieler, der offensiv harte Blöcke stellt, immer als Anspielstation im Lowpost fungieren kann und mit seiner Ruhe für Stabilität im Spiel sorgt, während er defensiv seinen Mann im Lowpost steht und sehr solide beim Ausboxen agiert, eine Stärke, die sich nicht in den Reboundstatistiken niederschlägt. Probleme drohen in der Helpside-Defense gegen schnellere, agilere Guards, wo Fumey manchmal zu ungestüm agiert und etwas an Beweglichkeit vermissen lässt.

Im Gleichschritt auf dem Sprung in die Erstklassigkeit?

Mit seiner Masse und Routine sollte der 27-Jährige aber einen Gewinn für den in Teilen noch sehr jungen Hamburger Kader darstellen. Fumey ist ein Mann für die berühmt-berüchtigten kleinen Dinge, die in keiner Statistik auftauchen: ein Spieler, der sein Ego im Sinne des Teamerfolgs unterzuordnen weiß – ein Gewinner-Typ eben. Und vielleicht darf der Big Man, der in seiner bisherigen Karriere noch nie in der Beko BBL auflief, an einer Hamburger Erfolgsgeschichte mitschreiben – selbstverständlich „Stück für Stück und mit ehrlicher Arbeit.“


Spielerdaten Benjamin Fumey

Position: Power Forward/Center

Nationalität: deutsch

Trikotnummer: 8

Größe: 2,03m

Gewicht: 112kg

Geburtsdatum: 30.03.1987 (27 Jahre)

bisherige Vereine:

  • 2005 – 2007: Bremen Roosters (2. Basketball-Bundesliga)
  • 2007 – 2009: Valparaiso University (NCAA1)
  • 2009 – 2010: Giants Nördlingen (ProA)
  • 2010 – 2011: webmoebel Baskets Paderborn (ProA)
  • 2011 – 2013: SC RASTA Vechta (ProB, ProA)
  • 2013 – 2014: UBC Tigers Hannover (ProB)
  • seit 2014: Hamburg Towers (ProA)
Benjamin Fumey: Norddeutscher Berserker mit dem Sieger-Gen
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16. September 2014 um 18:28 Uhr

Ehrliche Arbeit? Wo war denn die Ehrliche Arbeit bei der sportlichen Qualifikation für die Pro A?

    17. September 2014 um 8:44 Uhr

    1. Geht es hier um den Spieler und nicht um die Mannschaft.
    2. Steckt in dem Projekt Hamburg Towers jede Menge ehrliche Arbeit, auch gerade im Jugendbereich und im Projekt von Marvin Willoughby (http://www.integration-durch-sport.de/de/integration-durch-sport/aktuelles/detail/news/ich_bin_doch_das_beste_beispiel/).
    3. Wäre es natürlich viel besser gewesen, sich erst von unten durchzuwursteln. So hätte man wohl jeden Sponsor vergrault, weil das auch mal 4-5 Jahre dauern kann bis man dann in der BBL ankommt. Damit wäre dann dem Basketballsport in Deutschland total geholfen worden!

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