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Stefan Ilzhöfer: Schritt für Schritt

20.03.2017 || 10:42 Uhr von:
Stefan Ilzhöfer Fraport Skyliners
Mit Stefan Ilzhöfer schienen die FRAPORT SKYLINERS in dieser Saison vieles vorgehabt zu haben, doch der Flügelspieler blieb bislang hinter den Erwartungen zurück. Abschreiben sollte man ihn trotzdem nicht.

Vielleicht waren die Erwartungen einfach zu hoch. Stefan Ilzhöfer ist gerade einmal 21 Jahre alt, da wird er am ersten Spieltag der Saison 2016/2017 ins kalte Wasser geworfen und startet zum ersten Mal in seiner Karriere in einem BBL-Spiel — beim Deutschen Meister Brose Bamberg. Der Zwei-Meter-Mann steht 18 Minuten auf dem Feld, wirft zweimal daneben, holt einen Rebound und ist bei der 55:84-Niederlage seiner Mannschaft sowieso kein Faktor; gegen die auf internationaler Ebene aktiven Stars des Gegners ist er total überfordert.

A boy among men

Wer Ilzhöfer beim Spielen zusieht, dem werden zunächst seine extrem flüssigen Bewegungen und seine Spielintelligenz ins Auge fallen. Der gebürtige Kirchheimer ist hochveranlagt — doch er hatte ein Problem: Als ihn Interims-Head-Coach Klaus Perwas zu Saisonbeginn in die Startaufstellung beorderte, war er einfach noch nicht so weit, um diesen Part auszufüllen. Das ist er auch weiterhin nicht. Denn wenn man Ilzhöfer beim Spielen zusieht, sticht ebenso direkt ins Auge, dass er seinen Gegenspielern trotz seiner guten Größe körperlich unterlegen ist. Das ist jedoch nur ein Problem. Denn nicht nur körperlich hat er Nachholbedarf, sondern auch im Kopf. Als Ilzhöfer nicht nur gegen Bamberg, sondern auch in den darauffolgenden Spielen nur Backsteine wirft, hängen seine Schultern so tief, wie es keinem Coach dieser Welt recht sein sollte. Vorne fällt der Wurf nicht, hinten fehlt dem eigentlich aufmerksamen Flügelspieler zu oft die Konzentration. Ilzhöfer ist ein Schatten seiner Selbst, denn von den Erwartungen, die viele aufgrund seiner Nominierung für die erste Fünf in ihn setzten, war er meilenweit entfernt.

Neue Rolle, neues Glück?

Es braucht acht BBL-Spiele und elf Fehlwürfe am Stück, bis der Small Forward gegen medi bayreuth seine ersten Zähler dieser Saison erzielt. Es ist das erste Mal, dass er in dieser Saison andeuten kann, was in ihm steckt. Als Gordon Herbert dann für seinen Assistant Coach Klaus Perwas die Rolle des Head Coachs übernimmt, wird Ilzhöfer aus der Starting Five verbannt — und das war womöglich sein großes Glück. Zwar spielte er in der Folge statt 18 oder 15 Minuten nur noch drei oder fünf, doch von der Bank kommend zeigte der Doppellizenzspieler bessere Aktionen. Vielleicht auch, weil nun nicht mehr so viel Druck auf ihm haftete — einen Schritt zurück, um zwei nach vorne zu gehen. Trotzdem: Zu diesem Zeitpunkt hatte er immer noch keinen Dreier getroffen. Und was soll ein Trainer mit einem Schützen anfangen, der seine Würfe nicht trifft?

Ausbruch aus dem Teufelskreis

Ilzhöfer fand sich in einer zwiespältigen Situation wieder: Er musste seine Würfe treffen, um zu spielen, durfte aber kaum spielen, weil er zuvor kaum Leistung erbrachte. Es war ein Teufelskreis, doch der 21-Jährige schaffte es Schritt für Schritt, sich daraus zu befreien: Erst mit einer guten Leistung im Hessenderby gegen Gießen, als er 15 Minuten auf dem Parkett stand und einen couragierten Auftritt bot, dann gegen Tübingen, als er endlich mal wieder den Dreier traf, und nun gegen die BG Göttingen, als er nicht nur so lange auf dem Feld steht wie noch nie zuvor in dieser Saison (19:59 Minuten), sondern auch Career-Highs in Punkten (sechs) und Assists (drei) verbucht und gleich zwei Dreipunktwürfe im gegnerischen Korb versenkt.

»Wir schauen nur auf uns«

»Max [Merz] und Niklas [Kiel] sind leider kurzfristig ausgefallen, weshalb andere in die Bresche springen mussten. Ich denke, ich habe das ganz gut kompensiert«, gibt er sich bescheiden. Cheftrainer Gordon Herbert ist später bei der Pressekonferenz etwas konkreter und hebt die Leistung seines Schützlings lobend hervor. Die Chancen auf eine Qualifikation für die Playoffs haben die FRAPORT SKYLINERS mit diesem Sieg am Leben gehalten. »Wir müssen jede Partie nehmen, wie sie kommt. Der Coach predigt jeden Tag, dass wir immer nur von Spiel zu Spiel denken dürfen. Wir schauen nicht auf andere, sondern nur auf uns. Und dann werden wir sehen, wo wir am Ende in der Tabelle stehen.« Es klingt wie eine Floskel, doch Ilzhöfer glaubt fest daran, dass das der Weg zum Erfolg ist. An die Leistung im letzten Viertel, in der die Mainstädter das Rebound-Duell mit 12:3 gewannen und der BG auch sonst nicht den Hauch einer Chance ließen, will er nun mit seinen Teamkollegen anknüpfen. »Wenn wir vier Viertel lang so spielen wie heute im vierten Viertel, wo wir uns nicht mehr nur auf Einzelaktionen versteift, sondern den Ball gut bewegt haben, muss mit uns zu rechnen sein«, sagt er dazu. Denn er will die FRAPORT SKYLINERS nicht abschreiben — und spätestens nach seiner Selbstvertrauen gebenden Leistung aus diesem Spiel sollte man dasselbe auch nicht mit Stefan Ilzhöfer tun!

Stefan Ilzhöfer: Schritt für Schritt
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