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Starker Endspurt bringt den Klassenerhalt für medi bayreuth

01.05.2014 || 10:59 Uhr von:
Kyle_Weems_Michael_Koch_medi_bayreuth
Eine turbulente Saison neigt sich für medi bayreuth dem Ende entgegen. Da durch den Heimsieg über Trier am vorletzten Spieltag alle rechnerischen Zweifel am Bayreuther Klassenerhalt beseitigt wurden, ist nun Zeit fü...

Eine turbulente Saison neigt sich für medi bayreuth dem Ende entgegen. Da durch den Heimsieg über Trier am vorletzten Spieltag alle rechnerischen Zweifel am Bayreuther Klassenerhalt beseitigt wurden, ist nun Zeit für ein kleines Saisonfazit.

1. Neues Logo – Neue Leistungsträger – Neue Ziele?

Die Spielzeit 2013/2014 stellte für den oberfränkischen Traditionsstandort ein Novum dar. Erstmals seit der Neugründung des Vereins gingen die Wagnerstädter mit einem Namenssponsor in die Saison. Das Echo fiel sowohl auf den neuen Namen „medi bayreuth“ als auch auf das neu designte Logo geteilt aus. Aber wie so oft im Leben verschafften sich die Kritiker lautstärker und häufiger Gehör als die Personen, denen die Neuerungen gefielen. Wie dem auch sei, auf den weiterhin hervorragenden Zuschauerandrang in der heimischen Oberfrankenhalle hatte dies offenbar keine Auswirkungen, zudem versandeten die Diskussionen über besagte Änderungen relativ schnell und geräuschlos.

Das lag vor allem an den für Bayreuther Verhältnisse bemerkenswerten Personalien, die in der Sommerpause die Begeisterung der medi-Anhänger wecken sollten. Es gelang, Bryan Bailey – Nachverpflichtung der vorangegangen Saison – für zwei weitere Jahre zu verpflichten. Der absolute Leistungsträger aus der Vorsaison weckte auch das Interesse anderer Clubs, doch es war für den Standort Bayreuth ein gutes Signal, solch einen ligaerfahrenen und qualitativ hochwertigen Spieler zu halten. Darüber hinaus tätigte man überraschend prominente Neuverpflichtungen. So wechselte vom Vizemeister Oldenburg Ronnie Burrell nach Bayreuth, jedoch wurde dessen Vertragsunterschrift noch durch eine andere Personalie in den Schatten gestellt. Den Verantwortlichen um Trainer Predrag Krunic gelang es, Zach Morley von Alba Berlin für zwei Jahre an medi zu binden. Der Freude wich alsbald der Ernüchterung, als bekannt wurde, dass Morley den medizinischen Check nicht bestanden hatte, sodass ein Engagement des Hoffnungsträgers nicht zustande kam. Stattdessen warteten die Verantwortlichen mit einer ebenfalls prominenten Alternative auf. Kyle Weems – seines Zeichens Topscorer der Telekom Baskets Bonn – konnte dazu bewegt werden, eine Saison im Bayreuther Dress zu absolvieren.

So war es nicht verwunderlich, dass unter vorgehaltener Hand auch von der ersten Bayreuther Playoffteilnahme seit Mitte der 90er Jahre geträumt wurde. Auch ehemalige Nationalspieler wie Ademola Okulaja trauten dem Bayreuther Ensemble ein ernstes Wörtchen um die ersten acht Plätze zu. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, wie weit man von diesen Plätzen am Ende der Saison entfernt sein würde. 

2. Kein Team – Keine Erfolge

Nach einer insgesamt sehr ansprechenden Saisonvorbereitung gelang Bayreuth auch der Saisonstart relativ gut. Nach dem 73:49-Kantersieg über Braunschweig standen nach den ersten drei Saisonspielen zwei Siege auf der Habenseite. Doch anschließend sollte sich eine Negativspirale entwickeln, die den Verein bis an den Abgrund zur 2. Liga führen sollte. Zwischen dem 13. Oktober und dem 11. Januar wurde nur ein einziges Spiel gewonnen! Die Mannschaft rutschte in den Tabellenkeller. Aufgrund der negativen Entwicklung war das Selbstvertrauen der Mannschaft am Boden. Der Einsatz, Defense und das Ausblocken beim Rebound – all diese elementaren Dinge fehlten gänzlich. Der Verein zog die Notbremse und entließ Trainer Predrag Krunic (nur knapp 9 Monate zuvor noch als Retter in Bayreuth gefeiert), welcher weichen musste, um einem neuerlichen Heilsbringer Platz zu machen – Michael Koch.

Michael Koch hat in Bayreuth fast schon einen gottgleichen Status, wenn nicht noch darüber hinaus! Als Spieler war er der Kapitän der historischen Mannschaft, die 1989 die bislang einzige deutsche Meisterschaft nach Bayreuth holte. Zudem brachte und bringt das stets bodenständige und freundliche Auftreten Kochs weitere Sympathiepunkte. Kurzum: Bayreuth liegt Koch zu Füßen. Entsprechend frenetisch wurde der neue Übungsleiter bei seinem ersten Heimspiel begrüßt. Und dessen Denkmal hat solch ein stabiles Fundament, dass selbst größte Widrigkeiten ihm nichts anhaben würden. Beispiel: Die Mannschaft bekam nach der desaströsen Niederlage in Oldenburg (78:111) zu spüren, dass der Coach weiterhin unantastbar blieb und stattdessen ausschließlich die ungenügende Einstellung der Spieler schonungslos angeprangert wurde.

3. Harte Worte – Hartes Training – Harte Defense

Koch reagierte Anfang März und beendete jegliche Kompromissbereitschaft. Sogar öffentlich erklärte er, dass seine Mannschaft nicht zum Kämpfen geschaffen sei, aber sie bei weiteren Enttäuschungen dafür verantwortlich ist, dass Bayreuth absteigt. Diese Schonungslosigkeit im Umgang mit der Mannschaft fruchtete und reizte die Spieler. Im Training wurde kein Schlendrian geduldet, der Spaßfaktor wurde auf Null reduziert. Freilich darf nicht vergessen werden, dass man einen personellen Glücksgriff getätigt hat. Die langwierige Verletzung von Bryan Bailey wurde im Saisonverlauf durch verschiedene Nachverpflichtungen mal mehr und mal weniger gut kompensiert (Sehovic, Conroy). Doch erst die Verpflichtung von Shooting Guard Dennis Seeley sorgte für eine spürbare Qualitätsverbesserung. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Sechs der folgenden sieben Spiele wurden gewonnen und plötzlich waren Attribute wie Leidenschaft, Teamgeist und Defense omnipräsent! Der Klassenerhalt war in den letzten Wochen sogar nicht einmal mehr akut in Gefahr, sondern stellte nur noch eine rechnerische Bedrohung dar. Dementsprechend groß war die Erleichterung, die Klasse gehalten zu haben und der ProA noch einmal von der Schippe gesprungen zu sein.

Doch für die kommende Saison sind viele Baustellen abzuarbeiten. Kann der Trainer gehalten werden? Können Leistungsträger wie Kyle Weems, Dennis Seeley oder der überzeugende Brian Qvale gehalten werden? Wie groß ist der finanzielle Schaden, der durch die zahlreichen Nachverpflichtungen entstanden ist? Diese Fragen werden erst in den kommenden Monaten beantwortet werden. Eines sollte der Bayreuther Fan aber nach dieser Saison verstanden haben. Von Euphorie oder Träumereien kann man sich wenig kaufen. Erst die harte Arbeit der letzten Monate ebnete den Weg zu einer weiteren BBL-Saison.

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courtbeastie
courtbeastie 1. Mai 2014 um 13:29 Uhr

Sehr gute Analyse einer wahrlich turbulenten Saison!

Wird spannend, wohin die Reise der Bayreuther nächste Saison gehen wird und wer die Reise mitbestreiten wird.
Die wichtigste Frage wird aus meiner Sicht sein, ob der Steuermann Koch in Bayreuth bleiben wird…

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